Die große Gnuwanderung zwischen Serengeti und Masai Mara

Allgemein

Der Name Serengeti weckt in vielen Erinnerungen an Bernhard Grzimek und seinen Sohn Michael, die eine große Pionierarbeit leisteten zur Erhaltung dieses Parks. Ihnen gelang es, den Park in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit zu bringen und die Menschen für die Erhaltung der Natur zu sensibilisieren. Michael Grzimek kam auf tragische Weise während der Dreharbeiten des Films “Serengeti darf nicht sterben” beim Absturz seines Flugzeugs ums Leben.

Lage

Die Serengeti erstreckt sich über eine Fläche von etwa 12 500km² zwischen dem Kraterhochland des Ngorongoro und dem Viktoria See. Im Norden grenzt die Serengeti an die Masai Mara in Kenia. Der Park ist etwa so groß wie Nordirland. Etwa 3 Millionen Tiere leben hier, von denen die meisten an der saisonalen Tierwanderung (Migration) teilnehmen.

Geschichte

Während der Kolonisation wurden Tiere in großer Zahl von Großwildjägern abgeschossen und die Bestände wurden somit empfindlich dezimiert. Um die Savanne und die dort beheimateten Tiere zu schützen, wurde das Einrichten von Naturreservaten notwendig. 1929 wurden Teile der Serengeti zum Wildreservat (Serengeti Game Reserve) erklärt, um die Löwen zu schützen. 1940 wurde es zum Schutzgebiet (Protected Area) erklärt. 1951 wurde der Nationalpark Serengeti (der auch den Ngorongoro-Krater einschließt) von der britischen Mandatsverwaltung von Tanganyika gegründet. Seit 1981 gehört der Serengeti Nationalpark zum UNESCO Weltnaturerbe.

Serengeti – Lamai Triangle

Als Lamai Triangle wird ein Gebiet an der nördlichen Spitze des Serengeti Nationalparks bezeichnet. Es grenzt im Norden an das Masai Mara Game Reserve in Kenia an, wird im Süden vom Mara River begrenzt und bildet gleichzeitig die Wasserscheide.
Das Gebiet ist immer noch weniger bekannt als das Masai Mara Game Reserve und wird noch nicht von so vielen Gästen besucht. Das ist erstaunlich, denn im Lamai Triangle überqueren ab August mehr Gnus und Zebras den Mara River als im benachbarten Kenia. Das Gebiet ist für die Gnus und Zebras auf ihrer jährlichen großen Wanderung überlebenswichtig, denn es bietet Gras und frisches Wasser auch noch während der zu Ende gehenden Trockenzeit.
Das Lamai Dreieck ist etwa 300 qkm groß und ähnelt mit seinem offenen Grasland, dem Mara Fluss und den sanften Hügeln der Masai Mara in Kenia. Natürlich ist die jährliche große Tierwanderung von Gnus und Zebras der Höhepunkt der Tiersichtungen. Im Lamai Dreieck halten sich jedoch ganzjährig Tiere auf, wie Topi, Elefanten, Giraffen, Strauße, Warzenschweine, Imapalas, Thomsons Gazellen. Wahrscheinlich ist Lamai sogar der beste Ort, um Elenantilopen, die größte der Antilopenarten, zu sehen.
Neben den bereits genannten Tierspezies ist es auch der Lebensraum von Löwen, Hyänen und Geparden. In den bewaldeten Regionen sind Geparden zwar eher selten, werden dennoch oft gesehen, weil sie tagsüber jagen. Leoparden leben ebenfalls hier, sind jedoch, wie immer, sehr schwer zu finden, da es sehr scheue Raubtiere sind.

Migration

Die jahreszeitliche Tierwanderung in der Serengeti
Die jährliche Tierwanderung im Serengeti-Masai Mara Ökosystem ist eines der größten Ereignisse in der Tierwelt. Diese Wanderung findet nicht immer zu genau denselben Zeiten statt, sondern ist von von Verschiebungen der Regenfälle und dem Wachstum der Gräser sowie weiteren jahreszeitlichen Änderungen abhängig. So verlassen die Gnus die Ebenen manchmal früher und halten sich dafür länger in den bewaldeten nördlichen Gebieten länger auf.
Bei den hier genannten Gnus handelt es sich um Weißbartgnus, die auch Wildbeest und White Bearded Gnus heißen. Die Zebras sind Burchell Zebras.

November bis Januar:
Seit November bewegt sich die Tierwanderung aus der Masai Mara entlang der Loliondo Grenze in Richtung der südlichen Ebenen. Dank der Regenfälle, die vom Süden Richtung Norden kommen, beginnt frisches Gras zu wachsen. Im Januar erreicht die Tierwanderung die Ebenen der Serengeti. In dieser Zeit werden zahlreiche Zebrafohlen geboren.

Im Februar halten sich etwa zwei Millionen Gnus, Hundertausende Zebras, Gazellen, Elenantilopen, Topis und die ihnen folgenden Raubtiere auf den Ebenen der Serengeti auf. Jetzt werden die Gnukälber geboren.

Im März beginnen Regenfälle, so dass die Tiere im April langsam in den Nordwesten wandern.
Im Mai bietet auch der “Western Corridor” den Tieren genügend junges Gras. Die Tiere wandern von den Naabi Hügeln entlang dem Mbalageti Fluss bis zum Grumeti Fluss. Die Gnus ziehen in langen Marschsäulen durch die bewaldeten Gebiete. Ende der Regenzeit.

Im Juni bewegt sich die Tierwanderung auf den Ebenen des “Western Corridor”. Der vorherrschende Boden ist “black cotton soil” (Tierse Boden), ein dunkler, sehr feinkörniger Boden, der bei Nässe sehr glitschig und nahezu unbefahrbar wird. Die Tiere überqueren den Grumeti Fluss, in dem zahlreiche Krokodile bereits auf ihre Beute warten.

Im Juli wandern die meisten Tiere durch das Grumeti Gebiet und bewegen sich weiter nordwärts, während ein kleinerer Teil sich in das Lobo Gebiet begibt. Winter: morgens ist es sehr kalt.

Im August erreichen die Tiere das Ikorongo Gebiet und ziehen weiter in die kenianische Masai Mara. Winter: morgens ist es sehr kalt.

September und Oktober: Nun haben die Tiere die kenianische Masai Mara erreicht und halten sich dort auf, denn dort finden sie immer Wasser.

Der Oktober ist der trockenste Monat in der Serengeti.

Im November wird es Zeit, in den Süden zurückzukehren. Die Tiere fühlen, dass es bald wieder regnen und das Gras wachsen wird. So beginnt ein neuer Zyklus.

Flora und Fauna

Weite Grasebenen, Savannen, Salzseen und Akazienwälder prägen das Landschaftsbild der der Serengeti, eines von Afrikas komplexesten und am wenigsten gestörten Ökosystemen.
Die Anzahl der dort lebenden Pflanzenfresser beläuft sich auf mehr als 1,5Mio – dazu kommen Tausende von Raubtieren: Weißbartgnus, Steppenzebras, Masai-Giraffen, Thomsongazellen Afrikanische Elefanten, Löwen, sieben Mangustenarten, Leoparden, Geparde, Tüpfelhyänen, Goldschakale, Warzenschweine, Zibetkatzen usw. Dazu kommen über 300 Vogelarten

Beste Reisezeit

Die kleine Regenzeit im November bringt nur geringe Einschränkungen mit sich, wohingegen während der großen Regenzeit – von März bis Ende Mai – viele Camps in der Serengeti sogar geschlossen sind. Sie werben daher mit sogenannten ‚Green Season‘ Rabatten. Die Tierbeobachtung ist zu dieser Zeit schwieriger, einige Gebiete schwer oder unpassierbar.
Als beste Reisezeit für Safaris in der Serengeti eignen sich vor allem die Zeiträume Mitte Dezember bis Ende Februar sowie Juni bis Ende Oktober. Vor allem im Januar und Februar trifft man im südlichen Korridor auf besonders viele Jungtiere (Gnus, Zebras, Wildkatzen)
Besonders beliebt ist der afrikanische Winter von Juni bis August, wenn die Herden im Western Corridor oder schon im Norden der Serengeti sich an der Überquerung des Mara Flusses versuchen, in dem unzählige Krokodile lauern. Es ist zu dieser Zeit etwas kühler, die Luft ist klar und es herrschen beste Bedingungen zum Reisen.

Unterkünfte

Kubu Kubu Tented Camp, Kirurumu Serengeti Camp, Sanctuary Retreats Serengeti Migration Camp