Bei Oudtshoorn

Lage

Oudtshoorn ist die bedeutendste Stadt der Kleinen Karoo und liegt zwischen den Swartbergen im Norden und den Outeniqua Bergen im Süden. Es war und ist das Zentrum der Straußenzucht, die immer noch die Hauptattraktion der Kleinstadt darstellt.

Geschichte

Gegründet wurde Oudtshoorn im Jahre 1863. Ihren Namen verdankt sie dem Kap-Gouverneur Pieter Reede van Oudtshoorn.
Die Blütezeit von Oudtshoorn liegt fast 100 Jahre zurück, als es unter den Damen große Mode war, Hüte, Mäntel und Kleider mit Straußenfedern zu schmücken. Die Straußenzüchter verdienten ein Vermögen mit dem Verkauf der Federn. Die viktorianisch inspirierten Villen, die so genannten Federpaläste aus dieser Zeit sind heute noch zu bewundern. Die Nachfrage nach Straußenfedern änderte sich aber rapide mit der wachsenden Motorisierung, denn nun konnten die Damen in den immer schneller werdenden offenen Karossen nicht mehr mit Straußenfederhut sitzen.

Nachdem das Straußengeschäft jahrzehntelang stagnierte, kommt es jetzt langsam wieder in Gang, denn Straußenfleisch ist cholesterin- und fettarm und inzwischen auf den Speisekarten der Feinschmeckerrestaurants in aller Welt zu finden. Das typisch genarbte Straußenleder eignet sich hervorragend für Schuhe, Taschen und Bekleidungsartikel. Mittlerweile werden um Oudtshoorn wieder auf ca. 350 Farmen Strauße gezüchtet.

Sehenswürdigkeiten

Im C.P. Nel Museum, 21 Baron van Rheede Street, können Sie Exponate der Geschichte der Straußenzucht, über den Lebensstil der Farmer und die örtliche jüdische Kultur sehen. Das Museum befindet sich in einem Haus, dass ein gutes Beispiel für die Sandsteinarchitektur der Zeit des Federnbooms ist.

Die Cango Caves genannten Tropfsteinhöhlen liegen etwa 30 km nördlich von Oudtshoorn. Sie zählen zu den schönsten Höhlensystemen der Welt und lohnen ohne Zweifel einen Besuch. Funde belegen, dass die Höhlen teilweise über Jahrzehntausende von Menschen bewohnt wurden. Wiederentdeckt wurden sie durch den Schaffarmer Jacobus van Zyl im Jahre 1780. Allerdings das Höhlensystem erst 200 Jahre später. Dabei entdeckte man immer wieder neue Höhlenbereiche, von denen heute etwa 800 Meter sind zugänglich sind.
Die Cango Caves befinden sich in einem Kalksteinlager am Fuß der Swartberge. Räume und Gänge mit phantastischen, vielfältigen Tropfsteingebilden in vielen Farbschattierungen sind effektvoll illuminiert. Die von der Höhlendecke nach unten wachsenden Strukturen nennt man Stalagtiten, die vom Boden nach oben wachsenden Gebilde heißen Stalagmiten. Sie bestehen überwiegend aus Kalziumkarbonat. Auch die Akustik ist bemerkenswert.

Zu den Federpaläste Oudtshoorns gehören unter anderem

FOSTER’S MANOR in der Voortrekker Road. Das Herrenhaus war einst die Residenz von James Foster, der sein ganzes Vermögen beim Zusammenbruch des Straußenfedermarkts 1914 verlor. Heute ist es ein Gästehaus mit einer eindrucksvollen Ausstattung wie antiken Möbeln, einer pompösen Teakholztreppe, offenen Kaminen und getäfelten Wänden und schönen Decken.

GOTTLAND HOUSE in der 72 Baron van Reede Street. Das Gottland House wurde wie auch Foster´s Manor von dem Architekten Charles Bullock entworfen. Einst Sitz der Familie Lind, ist es jetzt Teil des Senior Citizen Complex. Das Haus ist wunderbar dekoriert mit Schmiedeeisen, Buntglasfenstern und Veranden.

LE ROUX’S TOWNHOUSE MUSEUM in der 146 High Street. Dieser Federpalast stammt aus dem Jahr 1908 und wurde ebenfalls von Charles Bullock entworfen. Es gehörte einem bekannten Farmer, Le Roux, der es als Stadthaus nutzte. Es ist der Öffentlichkeit zugänglich.

MIMOSA LODGE in der 85 Baron van Reede Street. Die Mimosa Lodge ist eines der besten Beispiele der Federpaläste. Die Lodge wurde von Bullock für einen wohlhabenden Händler entworfen.

PINEHURST in der 186 Jan van Riebeeck Road. Die Residenz liegt unter stattlichen Pinien und zeigt eine sehr beeindruckende Fassade. Das großartige Treppenhaus und die mit sehr schönen Fließen dekorierten Kamine lohnen eine Besichtigung. Einen Besuch können Sie sich an der Oudtshoorn High School verabreden.

OAKDENE in der 99 Baron van Reede Street. Oakdene ist eines der früheren Gebäude der Stadt und datiert aus den 50igr Jahren des 19. Jahrhunderts.

Cango Wildlife Ranch
Am nördlichen Stadtrand von Oudtshoorn in der Kleinen Karoo und auf dem Weg zu den Tropfsteinhöhlen Cango Caves liegt die Cango Wildlife Ranch. Neben den Straußenfarmen und den Cango Caves ist dies eine der Sehenswürdigkeiten von Oudtshoorn. In der Cango Wildife Ranch kümmert man sich unter anderem um die Aufzucht gefährdeter Tierarten, zu denen auch die vom Aussterben bedrohten Geparde gehören. Sie sind im “Cheetahland” nicht nur zu sehen. Besucher dürfen gegen Gebühr unter Aufsicht eines Tierpflegers sogar das Gehege betreten und die Geparden anfassen und streicheln und sich fotografieren lassen. Ein überhöhter Holzsteg führt über die Gehege der Wildkatzen, so dass man alle Tiere sehr gut beobachten kann. Auf dem übersichtlich gestalteten Gelände sind fast 50 Tierarten und Reptilien zu sehen und ganz aus der Nähe anzuschauen und zu fotografieren. Zu den Tieren in der Cango Wildife Ranch gehören neben Geparden auch Löwen, Tiger, Vögel, Wallabys und Emus, Krokodile, Schlangen und Pygmäen-Nilpferde und natürlich Krokodile. Mutige Besucher können sogar in einen Käfig steigen und sich zu den Nilkrokodilen ins Wasser begeben. Auf der Cango Wildlife Ranch finden Sie auch ein Restaurant und ein Souvenirgeschäft.

Aktivitäten

Tauchen mit Krokodilen
Die Cango Wildife Ranch in Oudtshoorn bietet Ihnen ein eindrucksvolles Erlebnis: Croc Cage Diving – Tauchen mit Krokodilen. Es funktioniert im Prinzip sowie Haitauchen. Während aber Haie Menschen meistens eher nur geringe Aufmerksamkeit schenken, betrachten uns Krokodile als potentielle Beute. Gäste, ab 12 Jahren, werden in einem speziell angefertigten und sicheren Käfig ins beheizte Wasser gelassen, in dem sich bis zu 4 m lange Nilkrokodile befinden. Um eine gewichtige und umständliche Tauchausrüstung zu vermeiden, geht man mit Tauchbrille und Schnorchel unter Wasser. Als Beleg für Ihren Mut erhalten Sie ein Unterwasserbild, das Sie mit den Krokodilen im Wasser zeigt.
Der Tauchkäfig wurde so konstruiert, dass er dem unglaublich kräftigen Biss eines Krokodils standhalten kann. Ein Krokodil kann einen Druck von 20 Tonnen pro Quadratinch ausüben, ein Hai nur von etwa 500 kg. Dieses Taucherlebnis ist zwar ganz sicher, dennoch nichts für Nervenschwache.

Besuch einer Straußenfarm:
Zum Programm gehört natürlich der Besuch einer Straußenfarm. Drei Straußenfarmen in Oudtshoorn bieten interessante Führungen an: die Highgate Ostrich Show Farm, die Safari Ostrichg Farm und die Cango Ostrich Show Farm.
Die HIGHGATE OSTRICH Show Farm liegt etwa 10 km außerhalb von Oudtshoorn, in der die verschiedenen Entwicklungsstufen, vom Ei, über Küken bis hin zum ausgewachsenen Strauß erklärt und vorgestellt werden. Zwar wird auch angeboten, auf einem Strauß zu reiten, man sollte es aber vielleicht den leichtgewichtigeren Mitarbeitern der Farm überlassen.
Die SAFARI OSTRICH Farm liegt etwa 5 km außerhalb von Oudtshoorn und führt ebenso Besichtigungstouren durch.
Die CANGO OSTRICH Show Farm liegt etwa 14 km außerhalb von Oudtshoorn an der Straße zu den Cango Caves. Während der etwa 45minütigen Tour, die Besuchern alle Aspekte der Straußenzucht und den Straußen vorstellt, gibt es auch die Möglichkeit, auf einem Straußenei zu stehen, auf einem Strauß zu sitzen oder sogar zu reiten (max. 75 kg).

Rundfahrt: Oudtshoorn – Meiringspoort – Prince Albert – Swartberg – Oudtshoorn:
Überaus empfehlenswert ist eine Rundfahrt von Oudtshoorn über De Rust durch die Meiringspoort Schlucht nach Prince Albert und zurück über den Swartberg Pass (Sandstraße) nach Oudtshoorn.
Sie sollten sich dafür einen ganzen Tag einplanen und genügend Zeit für Besichtigungen und fürs Fotografieren mitnehmen. Sie verlassen Oudtshoorn auf der N12 in östlicher Richtung nach De Rust.

DE RUST
Der pittoreske kleine Ort De Rust, die Rast, liegt am Fuße der Swartberge. De Rust war die Raststätte nach oder vor der sehr beschwerlichen Swartberg Durchquerung, die Petrus Johannes Meiring, Enkel eines bereits 1734 aus Lingen nach Südafrika ausgewanderten Pastors, zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckt hatte. Im Ort sind einige interessante historische Gebäude zu sehen.

MEIRINGSPOORT SCHLUCHT
Die nach seinem Entdecker Meiring benannte Meiringspoort Schlucht durchschneidet die Swartberge, die ja eigentlich rot sind und den ersten Siedlern nur schwarz erschienen, von nördlicher in südlicher Richtung von der Großen Karoo in die Kleine Karoo. Die Swartberge sind eines der acht Schutzgebiete des sogenannten Cape Floral Kingdom und sind seit 2004 ein UNESCO-Weltnaturerbe.

Der Bau der Straße durch die Schlucht um 1880 und die Unterhaltung der Straße erwies sich als äußerst schwierig und aufwändig. Immer wieder zerstörten Fluten des Grootrivier die Straße. Sie können es sich kaum vorstellen, wenn Sie im Sommer das kleine Rinnsal sehen. Mehrere gut ausgestattete Rastplätze teilweise mit Informationszentren am Straßenrand bieten die Möglichkeit anzuhalten und zu fotografieren. Wir empfehlen einen Stopp am Rastplatz mit Besucherzentrum, von dem ein Weg zum, von der Straße aus nicht sichtbaren, Wasserfall des Flüsschens Skelm führt. Ein je nach Jahreszeit mehr oder weniger wasserführender Wasserfall stürzt aus großer Höhe die Felswand hinab in einen Felsenpool. An heißen Sommertagen bietet der Pool manchem Besucher eine willkommene Abkühlung.
Am ersten Abzweig von der N12 nach links steht ein kleiner Antiquitätenladen mit einigen bemerkenswerten Exponaten im Garten. Bei Klarstroom verlassen Sie die Schlucht und die N12 in östlicher Richtung nach Prince Albert.

PRINCE ALBERT
Die Fahrt geht durch großartige und einsame Landschaften weiter nach Prince Albert, einem pittoresken Städtchen, in dem die Zeit langsamer als anderswo in der Welt zu vergehen scheint. Entlang der breiten Hauptstraße und an den Nebenstraßen sind zahlreiche wundervoll restaurierte kap-holländische und viktorianische Häuser zu sehen. Eine langsame Fahrt oder ein Spaziergang entlang der Hauptstraße führen zu den eindrucksvollsten Häusern, von denen einige unter Denkmalschutz stehen. Sie verzaubern mit reich verzierten Giebeln und Hausfronten, mit Erkern und alten Fenstern. Vorherrschend sind Pastellfarben. Zum Mittagessen empfiehlt sich das Swartberg Hotel mit einer schönen Terrasse und einem großen Speisesaal, in dem man sich ins 19. Jahrhundert zurück versetzt fühlt.

SWARTBERG PASS
Von Prince Albert fahren Sie zunächst einige Kilometer zurück, um dann nach rechts Richtung Swartberg Pass abzubiegen. Der Swartberg Pass ist ein National Monument. Die Strecke ist nicht geteert und teils sehr kurvenreich. Die zwischen 1881 und 1886 von Thomas Bain, dem bedeutendsten Straßenbaumeister des 18. Jahrhundert in Südafrika, erbaute Straße führt durch eine atemberaubende Berglandschaft hinauf zum 1.536 m hohen Swartberg Pass und dann wieder hinab in Richtung Oudtshoorn. Nehmen Sie sich genügend Zeit für die Fahrt, damit Sie oft genug anhalten und die phantastischen Ausblicke genießen können.

GAMKASKLOOF/DIE HEL
Auf etwa halber Stecke zweigt ein Weg in das Tal von Gamkaskloof, auch Die Hel, die Hölle, genannt, ab. Mehr als 100 Jahre lang lebte hier eine kleine Gemeinschaft in absoluter Abgeschiedenheit. Bis 1962, als eine Straße gebaut wurde, konnte man das Tal nur zu Fuß erreichen. Wenn Sie hier über Nacht bleiben wollen gibt es schön restaurierte alte Farmhäuser für Selbstversorger. Allerdings sollten Sie vorher reservieren. Die meisten Häuser sind unbewohnt.

DIE TOP
Wenn Sie die höchste Stelle der Passstraße erreicht haben, bietet sich noch einmal ein eindrucksvoller Blick über die Swartberge. Von hier geht es fast ausschließlich bergab und bald auch wieder auf eine Teerstraße. Sie führt am Abzweig zu den Cango Caves vorbei und über Schoemanshoek zurück nach Oudtshoorn.

Unterkunft

Oudtshoorn bietet eine Vielzahl an Übernachtungsmöglichkeiten, wir empfehlen diese: