Leopard im Krüger-Nationalpark

Lage

Mit einer Fläche von etwa 20.000 km² ist der Park ungefähr so groß wie Rheinland-Pfalz oder Hessen. Im Westen erweitern eine Reihe von privaten Wild- und Naturschutzgebieten den Nationalpark und bilden zusammen den Greater Kruger National Park. Zu diesen privaten Schutzgebieten zählen u.a. Balule Nature Reserve, Kapama Private Game Reserve, Manyeleti Game Reserve, Sabi Sand Game Reserve, Thornybush Game Reserve und Timbavati Game Reserve.

Geschichte

Die Geschichte des Parks begann 1895 auf Initiative von Präsident Krüger. Bereits 1884 hatte Paul “Ohm” Krüger die triste Situation im Norden des heutigen Südafrikas erkannt. Jagen ohne Beschränkung und die von den Viehherden der Siedler mit eingeschleppte Rinderpest hatten den Wildtierbestand dort fast völlig ausgerottet. Trotzdem sollte es noch lange Jahre dauern, bis er seine Ideen durchsetzen konnte, die ihrer Zeit weit voraus waren, denn wer dachte damals schon an Naturschutz. Übrigens, die Familie Krüger stammte ursprünglich aus Brandenburg.
1713 entschloss sich Jacob Krüger nach Südafrika auszuwandern. Sein Sohn Paul wurde im Jahr 1825 in der 4. Generation am Kap geboren. Doch Paul Krügers Vision schien sich nicht realisieren zu lassen. Zwei Ranger, die ab 1898 nacheinander versuchten, die Idee durchzusetzen, scheiterten. Sie scheiterten an den Interessen von Farmern und Jägern, die das Land weiterhin als Speisekammer betrachteten und an Bergbaugesellschaften, die hier nach ersten erfolgreichen Funden reichhaltige Vorkommen von Bodenschätzen vermuteten.
1902 entschloss man sich, die Angelegenheit mit militärischer Präzision anzugehen. Man stellte einen Major für den Dienst am Game Reserve frei: James Stevenson-Hamilton. Er wurde von den Menschen in seinem Tätigkeitsbereich “Skukuza” genannt: “Der Mann, der alles verändert”. Stevenson-Hamilton legte entschlossen und unermüdlich die Grundlagen für den Park.
1903 wurde das Gebiet um Shingwedzi dem Verantwortungsbereich von Stevenson-Hamilton hinzugefügt. Glücklicherweise erhielt er einen mächtigen Verbündeten: Pieter Gert Wessel Grobler wurde in diesem Jahr zum Minister of Land ernannt. Er erhob das Sabie Game Reserve am 31. Mai 1926 offiziell in den Status des Krüger Nationalparks! James Stevenson-Hamilton hatte es geschafft! Nun konnte er seine Ziele und Aufbauarbeit in aller Ruhe weiter verfolgen, bis er sich zu seinem 80. Geburtstag auf seine im Park gelegene kleine Farm zurückzog und dort noch für weitere zehn Jahre seinen wohlverdienten Ruhestand genoss. Er starb am 10. Dezember 1957. Auf seinen eigenen Wunsch hin verteilte man seine Asche am Shirimantanga Berg in alle Himmelsrichtungen. Das zentrale und heute größte Camp im Park trägt dann auch zu Recht einen großen Name – Skukuza!
Im Jahre 1902 wurde Harry Wolhuter Assistent von Stevenson-Hamilton. Legendär ist Wolhuters Kampf mit einem Löwen. Als er im August 1904 nicht weit von Tshokwane patrouillierte, wurden er und sein Pferd von zwei Löwen angegriffen. Er wurde von seinem Pferd gezerrt und von einem ausgewachsenen männlichen Löwen gepackt. Nur mit einem Taschenmesser bewaffnet, gelang es ihm, dem einen Löwen einen tödlichen Stich zu versetzen und sich auf einen Baum zu flüchten, während sein tapferer Hund den zweiten Löwen einige Stunden lang auf Abstand halten konnte, bis endlich Hilfe kam. Das Messer, mit dem Wolhuter den Löwen erstach, und das Fell des Löwen sind im Stevenson-Hamilton Memorial Museum in Skukusa ausgestellt.

Als der Park 1927 für die Öffentlichkeit zugänglich wurde, kamen gerade einmal drei Fahrzeuge! Heute sieht das ganz anders aus, denn der Park ist zu einer Hauptattraktion des Landes geworden. Er bietet dem Besucher eine Wildpopulation, die als eine der vielfältigsten und interessantesten in Afrika gilt.

Imposante archäologische Fundstätten, wie Masorini und Thulamela, zeigen, dass dieser faszinierende Lebensraum bereits vor Jahrhunderten mit Menschen geteilt wurde; sie werden ebenso geschützt wie die natürlichen Reichtümer des Parks. Der Krüger Nationalpark ist das wichtigste und größte Wildschutzgebiet Südafrikas. Es ist ein einzigartiges Erbe der Menschheit, für das Südafrika eine besondere Verantwortung übernommen hat. Kaum irgendwo sonst in der Welt kann man einen vergleichbaren Park finden, in dem eine reiche Tier- und Pflanzenwelt fast noch so leben kann, wie in der ursprünglichen Natur.

In der Zukunft soll der Krüger Nationalpark nach Mosambik und Simbabwe zum Great Limpopo Transfrontier Park vergrößert werden, der nicht nur Besuchern, sondern auch dem Wild und den Menschen der Region große Vorteile bringen soll. Der Great Limpopo Transfrontier Park wird dann mit über 100.000 km² das weltweit größte Wildschutzgebiet sein. Der Park ist dann etwa so groß wie Irland oder Island und größer als Ungarn. Zum Vergleich: Deutschland ist etwa 360.000 km² groß, die Schweiz etwas über 40.000 km².

Geografie

Der Krüger Nationalpark liegt auf einer Höhe zwischen 200 und 800 m. Zum größten Teil ist das Parkgebiet bis auf den etwas hügeligeren Nordbereich und einigen Erhebungen eher flach. Er bedeckt eine Fläche von fast 20.000 km² und misst 322 km in der Nord-Süd- und durchschnittlich 65 km in der Ost-West-Ausdehnung. Im Süden begrenzt ihn der Crocodile River, im Norden der Luvuvhu Rivers. Im Osten trennt ihn die Lebombo Bergkette von Mosambik und im Westen entstand seine Grenze hauptsächlich durch eine behördliche Festlegung und einen Rinderzaun. Er liegt im Lowveld östlich des Grabenabbruchs der Drakensberg Mountains.

Im nördlichen Teil des Krüger Nationalparks sind weniger Tiere zu sehen als im mittleren und südlichen Teil, Dafür haben Sie eher das Gefühl, in einer unberührten Wildnis zu sein. Obgleich es schwierig ist, Wild in den Mopanewäldern zu entdecken und zu beobachten, entschädigen doch die rauen Landschaften und der Vogelreichtum entlang des Limpopo und des Luvuvhu River.

Der mittlere Teil des Krüger Nationalparks bietet gute Tierbeobachtungen. Hier befinden sich auch zwei der attraktivsten größeren Camps: Olifants und Letaba.

Im südlichen Teil des Parks ist der Wildreichtum am größten, er zieht auch die meisten Besucher an. Hier befindet sich auch die Parkverwaltung in Skukuza, wo sich auch ein Flughafen, eineAutovermietung, Geschäfte und Unterkünfte befinden.

Flora und Fauna

Neben etwa 150 Säugetierarten leben im Krüger Nationalpark 505 Vogelarten, 116 Reptilienarten, 49 Fischarten und 34 amphibische Arten. Weiterhin gedeihen hier unzählige verschiedene Pflanzenarten.

In den ganzjährig wasserführenden Flüssen, die durch den Park führen, leben 3.000 Flusspferde und ebenso viele Krokodile. An Land sind die Impalas mit mehr als 90.000 Exemplaren am häufigsten. Aber auch fast 30.000 Zebras und 15.000 Büffel tummeln sich in der ausgedehnten Savannenlandschaft. 5.000 Giraffen und 8.000 Elefanten leisten ihnen dabei Gesellschaft. Nur die Nashörner erscheinen mit 300 Exemplaren etwas unterrepräsentiert. Dagegen ist die Anzahl der großen Raubkatzen wieder ganz beachtlich. 1.500 Löwen, 900 Leoparden und 300 Geparden sind Teil dieses großartigen Ökosystems.

Die Vegetation im Krüger Nationalpark besteht vorwiegend aus Bushveld, einer Mischung aus Grasland, verschiedensten Büschen und Bäumen. Im nördlichen Teil des Parks ist der Bewuchs, bedingt durch höhere Niederschläge, dichter als im Süden. Hier findet man auch die charakteristischen Baobabs, die afrikanischen Affenbrotbäume.

Exkursion 5 Dinge, die man im Krüger Nationalpark sehen sollte

  1. Die Big Five: Büffel, Elefant, Leopard, Löwe und Nashorn
  2. Die Little Five: Starweber (Buffalo Weaver), Elefantenspitzmaus (Elephant Shrew), Pantherschildkröte (Leopard Tortoise), Ameisenlöwe (Ant Lion), Nashornkäfer (Rhino Beetle).
  3. Die Birding Big Six: Hornrabe (Ground Hornbill), Riesentrappe (Kori Bustard), Ohrengeier (Lappet-faced Vulture), Kampfadler (Martial Eagle), Afrikanische Fischeule – Pel-Fischeule (Pel’s Fishing Owl) Sattelstorch (Saddle-bill Stork)
  4. Fünf Bäume: Baobab, Fever Tree, Knob Thorn, Marula, Mopane
  5. Natürliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten: Letaba Elephant Museum, Jock of the Bushveld Route, Albasini Ruinen, Masorini Ruinen, Stevenson Hamilton Memorial Library, Thulamela.

Reisezeit

Die Tagestemperaturen bewegen sich in den Sommermonaten, von September bis April, um durchschnittlich 30 °C, wobei im Januar bis zu 47 °C erreicht werden können. In den Wintermonaten, von Mai bis Juli, kann es nachts auch schon mal recht frisch sein. Normalerweise bewegen sich die Nachttemperaturen um 7 bis 18 °C, tagsüber kann es dann aber auch im kältesten Monat Juli 35 °C warm werden.

In den Monaten April bis August herrscht sehr trockenes Wetter. Dies ist für die Wildbeobachtung vielleicht die empfehlenswerteste Zeit, da hier das Grün der Büsche und Bäume auch wesentlich spärlicher ist und dadurch die Sicht weniger behindert wird. In den Sommermonaten kann es dann ab und zu plötzliche stärkere Gewitterregen geben, nach denen aber meistens sofort wieder schönes Wetter vorherrscht.

Aktivitäten

Natürlich ist es verboten, von den offiziellen Wegen, die übrigens sehr gut ausgebaut und zum großen Teil sogar asphaltiert sind, abzuweichen oder aus ihrem Auto, außer an erlaubten Stellen, auszusteigen. Im Krüger Nationalpark dürfen Sie auch Ihre Arme nicht aus dem Fenster hängen oder sich aus dem Schiebedach hinauslehnen. Die Parkpolizei, meistens in Zivilfahrzeugen, kontrolliert ständig das Einhalten der Regeln und auch der vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbeschränkungen. Besucher, die gegen die Regeln verstoßen, werden verwarnt oder ganz und gar des Parks verwiesen.

Einer der großen Unterschiede zwischen dem Krüger Nationalpark und den privaten Tierschutzgebieten (Private Game Reserve) besteht darin, dass Sie in den privaten Schutzgebieten nicht in Ihrem Auto, sondern nur in offenen Safarifahrzeugen des Camps oder der Lodge fahren dürfen. Diese Fahrzeuge sind natürlich höher als Ihr PKW und bieten so eine wesentlich bessere Sicht. In den privaten Schutzgebieten fahren die Ranger auch “off-road”, also abseits der Wege, allerdings verständlicherweise nur dann, wenn es etwas Besonderes wie einen “kill” oder ein Nashorn zu sehen gibt und nicht wegen eines Impalas.

Unterkünfte

Im Krüger Nationalpark gibt es 13 Main Camps, die meistens über Restaurants, Geschäfte und Tankstellen verfügen, sowie kleinere Bushveld Camps. Die Main Camps sind: Berg-en-dal, Crocodile Bridge, Letaba, Lower Sabie, Mopani, Olifants, Orpen, Pretoriuskop, Punda Maria, Satara, Shingwedzi und Skukuza.

Die wichtigsten Bushveld Camps, die nur dort übernachtenden Gästen offen stehen sind Balule, Bateleur, Biyamti Bushveld Camp, Malelane, Sirheni und Shimuwini Bushveld Camp.

Außerdem gibt es im Krüger Nationalpark eine Reihe von privaten Camps und Lodges in Konzessionsgebieten, die in der Regel nur Gästen dieser Camps und Lodges zugänglich sind. Diese sind: Camp Shawu, Camp Shonga, Hamiltons Tented Camp, Hoyo Hoyo Tsonga Lodge, Imbali Safari Lodge, Lukimbi Safari Lodge, Pafuri Camp, Plains Camp, Rhino Post Safari Lodge, Shishangeni Private Lodge, Singita Sweni Lodge, Singita Castleton Camp und Singita Lebombo.

Wir möchten Ihnen aus der Vielzahl an Unterkünften die folgenden besonders empfehlen:

Restcamps im Park:

private Konzessionen im Krüger: