Elefant Addo Elephant Nationalpark
``Big Five``-Park in einem malariafreien Gebiet

Lage

Der Addo Elephant Nationalpark liegt etwa 70 km nördlich von Port Elizabeth zu Füßen der Zuurberg Gebirgskette im Tal des Sundays River. Der frühere Zuurberg Nationalpark wurde in den Addo Elephant Nationalpark eingegliedert. Der Park soll der drittgrößte in Südafrika werden und neben den großen Landtieren auch Wale und den weißen Hai beheimaten, die “Big Seven”!

Geschichte

Die ersten Berichte über Elefanten in der heutigen Kapprovinz stammen aus dem Jahr 1497 vom portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama. Die nächsten Berichte mit Details über die Elefantenpopulation wurden erst im 17. Jahrhundert verfasst, als die Holländisch-Ostindische Handelsgesellschaft 1652 in der Tafelbucht eine Niederlassung gegründet hatte. Zu jener Zeit lebten in der ganzen Kapprovinz Elefanten, man schätzt ihre Zahl auf etwa 100.000 Tiere. 1779 berichtete der Offizier William Paterson von zahlreichen Begegnungen mit Elefanten in der Nähe der heutigen Ostgrenze des Nationalparks. Außer Elefanten sah er Löwen, Nashörner, Büffel und andere Tiere.

Verantwortlich für den ständigen Rückgang der Elefantenpopulation im ganzen Südafrika zwischen 1652 und 1790 sind die Zunahme der Bevölkerung und damit neuer Siedlungen. Die Jagd nach den Stoßzähnen der Elefanten war zu jener Zeit zunächst relativ unbedeutend. Ab Ende des 18. Jahrhunderts jedoch nahm die Zahl der professionellen Jäger, die mit besseren Waffen ausgerüstet waren, deutlich zu. Man schätzt, dass im 19. Jahrhundert Elfenbein von etwa 50.000 Elefanten jährlich alleine nach England exportiert wurde, so dass um 1920 Elefanten in Südafrika praktisch ausgerottet waren.

In Südafrika waren nur noch vier Elefantenpopulation übrig geblieben: in einem Teilgebiet des Krüger Nationalparks, in Tembe (im nördlichen KwaZulu-Natal), in Knysna an der Südküste und in Addo. In Addo gab es 1919 noch etwa 130 Elefanten. Dafür verantwortlich waren die Konflikte zwischen den Addo Elefanten und den ab Mitte des 19. Jahrhunderts in diesem Gebiet siedelnden Farmern. Elefanten zerstörten Teile der Ernten und gefährdeten die wirtschaftliche Existenz der Farmer. So beschloss die Provinzverwaltung, alle Elefanten töten zu lassen und beauftragte mit der Aktion den bekannten Großwildjäger P.J. Pretorius der alle Tiere, bis auf 16, erschoss.

1921 erklärte man zwei Farmen zum Schutzgebiet für diese Elefanten. Da dieses Gebiet jedoch weder eingezäunt war noch über ausreichend Wasser verfügte, lebten die Elefanten weiterhin auf dem Land der Farmer. Als 1931 das Schutzgebiet der Addo Elephant Nationalpark wurde, schuf man eine permanente Wasserversorgung und trieb die verbleibenden Elefanten in den Park. Aufgrund der unzureichenden Einzäunung gelang es jedoch nicht, die Tiere im Park festzuhalten. Es wurden weiterhin Elefanten erschossen, so dass man das Überleben der Elefanten gefährdet sah.

Um die Tiere im Park zu halten, begann man 1933 damit, den Elefanten Futter zu geben. Im Winter lockten Orangen und im Sommer Kürbisse, Weizen und Gerste die Tier aus dem Busch zu einer beleuchteten Futterstelle, die bald zu einer Touristenattraktion wurde. Ende der 70er Jahre waren eine Reihe negativer Auswirkungen der Fütterung sichtbar geworden, so dass man die künstliche Fütterung einstellte. Man hatte an der Futterstelle eine beträchtliche Aggression zwischen den einzelnen Tieren bemerkt und festgestellt, dass die Mehrzahl der Elefanten an Stress litt. Viele Tiere wurden bei Kämpfen um das Futter verletzt, ein Jungtier wurde ganz und gar zu Tode getrampelt. Außerdem hatte sich eine hohe Konzentration von Elefanten im Bereich der Futterstelle ergeben, was dazu geführt hatte, dass die Vegetation in diesem Teil des Parks zu stark beansprucht wurde, während andere Bereiche des Parks überhaupt nicht genutzt wurden.

Selbst elektrische Zäune, mit denen man 1943 zu experimentieren begann, konnten die Tiere nicht zurück halten. Die Elefanten lernten, die Holzpfosten umzustürzen und so einen elektrischen Schlag zu vermeiden. Erst mit eisernen Eisenbahnschwellen und Schienen konnte man von 1952 bis 1954 einen sicheren Zaun bauen. Nur einem einzigen Bullen, “Hapoor”, und einer jungen Elefantenkuh gelang es seitdem, den Zaun zu durchbrechen.

Als der Zaun 1954 fertig war, lebten nur noch 20 Tiere im Park. Seitdem nahm die Zahl der Elefanten jährlich um zu. Außerdem wurde der Park von etwa 7.500 ha auf über 90.000 ha vergrößert.

Nachdem die Elefanten aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen mit Menschen zunächst ziemlich aggressiv waren, haben sie sich im Laufe der Jahre recht gut an Menschen gewöhnt, so dass Besucher heute sogar mit ihrem eigenen Fahrzeug im Park fahren können. Es werden aber auch Tierbeobachtungsfahrten in offenen Safarifahrzeugen angeboten.

Exkursion Greater Addo Elephant Nationalpark

Mit etwa 180.000 ha liegt im Sundays River Valley der Greater Addo Elephant Nationalpark. Er umfasst neben dem Addo Elephant Park auch noch weitere Reservate zwischen der Kleinen Karoo und dem Indischen Ozean. Da sich der Greater Addo Elephant Nationalpark ständig vergrößert ist es schwierig zu sagen, welche Reservate mittlerweile dazu gehören. Zusammengeschlossen wurden bisher der Addo Elephant Park mit dem Woody Cape Nature Reserve sowie mit dem Marine Reserve, mit St. Croix Island und Bird Island. Weitere Reservate wie Lalibela Game Reserve, Alexandria Conservation Area, Groendal Wilderness Area, Stinkhoutberg Nature Reserve und Kariega Game Reserve befinden sich in der näheren Umgebung, Östlich vom Addo Elephant Nationalpark liegen das Shamwari Game Reserve und das Amakhala Game Reserve. Die Einzigartigkeit des Greater Addo Elephant Nationalpark liegt darin, dass Sie die „Big Seven“ sehen können – Elefant, Nashorn. Löwe, Büffel, Leopard, Glattwale und Weißer Hai.

Flora und Fauna

Der Addo Elephant Nationalpark hat die größte Konzentration von Elefanten in Südafrika: Über 400 Dickhäuter leben hier. Außerdem gibt es Spitzmaulnashörner, Büffel und verschiedene Antilopenarten wie Kudu und Impala, Buschbock, Kuh- und Elenantilopen. Eine ganz “große” Besonderheit ist der kleine und fast ausschließlich hier im Park vorkommende flugunfähige Mistkäfer, “flightless dung beetle”. Zu den hier lebenden Vögeln gehören Felsenadler, Knysna Lourie, Kronenadler und Schwarze Sägeflügelschwalbe.

Charakteristisch für den Park ist der dichte immergrüne Addo Busch, ein Gestrüpp aus Sträuchern, Büschen, Kriechpflanzen und kleinen Bäumen. Der rosarot blühende Speckbaum, der dreiviertel der Vegetation bestimmt, gehört zur Familie der Sukkulenten und ist die wichtigste Pflanze für das Überleben der Tierwelt. Sie enthält einen hohen Wasseranteil und viele wichtige Mineralstoffe. Elefanten und Büffel sind von ihr abhängig. Schmackhaft, auch für andere Tiere, sind ihre Blätter und Zweige.

Die Erweiterung des Parks bietet zudem fünf der sieben im südlichen Afrika vorkommenden Vegetationszonen.

Reisezeit

Die Sommer, von November bis März, sind heiß mit Temperaturen über 35° C, im Winter ist es tagsüber meistens angenehm warm. In der Nacht können die Temperaturen auf ca. 0° absinken. Es kann zu jeder Jahreszeit regnen. Die meisten Niederschläge, insgesamt etwa 450 mm, fallen aber im Frühjahr und im Herbst. Wild kann das ganze Jahr über gut beobachtet werden. Nur nach Regenfällen oder an kühlen Tagen kann es sein, dass man weniger Tiere zu Gesicht bekommt.

Aktivitäten

Im Nationalpark können Sie in Ihrem eigenen Auto fahren, müssen sich aber stets auf den meist ungeteerten Wegen halten. Die Fahrwege im Park sind vorwiegend Rundwege. Kartenmaterial bekommt man im Informationszentrum. Nach stärkeren Regenfällen ist auf den unbefestigten Wegen Vorsicht geboten, denn die Pisten verwandeln sich bei Nässe in rote, schmierseifige Rutschbahnen! Die im Addo Elephant Nationalpark lebenden etwas kleineren Elefanten sind ruhiger als im Krüger Nationalpark. So lange Sie Abstand zu den Tieren wahren und sich nicht zwischen eine Elefantengruppe stellen, können Sie hier den Motor ausschalten, um die Tiere zu beobachten. Aber seien Sie trotzdem vorsichtig, vor allem in der Nähe von alten Einzelgängern oder Herden mit Babys!

Die Parkverwaltung bietet aber auch geführte Touren bei Tage und Pirschfahrten bei Nacht an. Frühmorgens und gegen Abend ist die beste Zeit zur Tierbeobachtung. Im Park gibt es 6 künstliche Wasserlöcher, da kein Oberflächenwasser vorkommt. Das beliebteste Wasserloch ist der Domkragdam, 3 km östlich des Parkhauptquartiers.

Unterkünfte

Viele unserer Gäste besuchen den Addo Elephant Nationalpark während ihrer Tour entlang der Garden Route und verbinden ihn mit dem Besuch eines der privaten Tierschutzgebiete, “Private Game Reserve” genannt.
Sie können sowohl in einem Gästehaus außerhalb des Nationalparks übernachten, den Park also als Tagesbesucher aufsuchen, oder auch in einer Unterkunft innerhalb des Parks.

Exkursion Private Game Reserve
In den privaten Tierschutzgebieten werden die Tierbeobachtungsfahrten in offenen Safarifahrzeugen mit einem Ranger unternommen. Gäste dürfen Ihr Fahrzeug nur zur Anfahrt bis zur Lodge oder der Einfahrt zum Game Reserve nutzen, aber nicht für Pirschfahrten. Obgleich die meisten Gäste auch in den Lodges der privaten Game Reserves wohnen, sind einige dieser Tierschutzgebiete auch für Tagesbesucher geöffnet.

Das Amakhala Game Reserve bietet eine River Safari und einen 2-stündigen Game Drive an. Die Safari beginnt am frühen Nachmittag mit einer Bootstour am Reed Valley. Auf der anschließenden Fahrt im offenen Landrover können Sie Giraffen, Zebras und verschiedene Antilopenarten beobachten. Das Programm endet mit einer Sundowner Bootstour auf dem Bushmans River. Im Park bieten das Hillsnek Safari Camp und das Leeuwenbosch Country House ausgezeichnete Unterkünfte an.

Das Lalibela Game Reserve liegt östlich von Shamwari. Es umfasst 4 Ökosysteme, in dem unter anderem Elefanten, Nashörner und Büffel sowie viele Antilopenarten, Giraffen, Zebras und Flusspferde zu sehen sind. Im Reservat gibt es drei Superior-Unterkünfte. Tagesbesucher können eine 3-stündige Safari inkl. Lunch buchen.

Das Schotia Game Reserve grenzt im Osten unmittelbar an den Addo Elephant Nationalpark. Dieses Reservat beherbergt neben verschiedenen Antilopenarten auch Löwen. Sehr zu empfehlen ist die ‘Tooth & Claw’ Safari (Zahn und Klaue Safari). Sie beginnt um 16:00 Uhr und endet mit einem traditionellen südafrikanischen Dinner. Außerdem wird eine etwa 4-stündige Safari angeboten, diese beginnt um 10:00 Uhr, Lunch eingeschlossen.

Das Shamwari Game Reserve ist sicherlich das bekannteste private Game Reserve im Eastern Cape. Hier kann man alle „Big Five“ sehen. Die Unterkünfte sind sehr komfortabel. Shamwari bietet auch Tagestouren an.

Wir von African Special Tours möchten Ihnen die folgenden 3 Unterkünfte für einen Besuch des Addo Elephant Nationalparks empfehlen: