Nashornpirsch zu Fuss
Die unberührte Landschaft Namibias

Lage

Das Kaokoveld mit der Distriktstadt Opuwo ist ein etwa 50.000 km² großes trockenes Gebiet im Nordwesten von Namibia und zählt zu den eindrucksvollsten Regionen des Landes. Es erstreckt sich ungefähr vom Ugab nördlich des Brandbergs bis zum Kunene an der Grenze zu Angola. Das Wort „Kaokoveld“ selbst, wie auch der Begriff „Damaraland“, geht auf die Apartheidpolitik Südafrikas zurück.

Geschichte

Im 16. Jahrhundert zogen die Herero in das Gebiet des Kaokoveld. Sie haben sich an das Leben in der kargen Landschaft angepasst und wohnen in Hütten mit reetgedeckten Dächern. Heute leben in dem Gebiet auch ca. 6.000 Himba. Den Unterschied der beiden Völker erkennen auch Sie ganz einfach an der Lebensweise. Die Himbas bauen die kleinen Rundhütten aus Lehm und Schlamm und ziehen weiter, wenn ihr Vieh nichts mehr zum Fressen findet.

Flora und Fauna

Die Pflanzen- und Tierwelt haben sich in dieser Region Namibias perfekt an die klimatischen Bedingungen angepasst. Zu den in der Region lebenden größeren Tierarten gehören Wüstenelefanten, Wüstenlöwen, Spitzmaulnashorn, Strauß und Springbock. Allerdings sind keine Tiere in größerer Anzahl und auch nicht leicht zu sehen.

Die Fauna wechselt von steppenartigen Hochflächen zu trockenen Tälern. Der Kunene ist die Lebensader dieser Region und seine Ufer bieten eine vielseitige Flora. Die wenigen Quellen abseits des Kunene sind lebensnotwenig für Mensch und Tier. Die Vegetation in diesem Gebiet ist sehr sporadisch, jedoch gibt es viele Baobabs, afrikanische Affenbrotbäume, zu sehen. Auf Schwimmen im Fluss sollten Sie auf Grund der Krokodile verzichten.

Bevölkerung

Das Kaokoveld ist die Heimat der Himba, auch als Ovahimba bezeichnet, eines der letzten Nomadenvölker der Welt. Die Himba sind traditionelle Hirten, deren Lebensgrundlage an Trockenheit gewöhnte Rinder sind und die als Sammler und Jäger ums Überleben kämpfen. Die auffälligsten Merkmale der Himbas sind ihre Hautfarbe, ihre Haartracht und ihre Kleidung. Die Himba reiben ihren Körper mit einer Mischung aus Rinderfett, Asche und Ocker ein, um die Haut vor dem rauen Wüstenklima und der Sonne zu schützen. Ocker gibt der Haut einen rötlichen Glanz, der bei Himba sehr beliebt ist. Die Frauen tragen kurze Röcke aus Ziegenleder, die mit Muscheln und Schmuck aus Eisen oder Kupfer geschmückt sind. Männer und Knaben tragen Lendentücher aus Ziegenleder. Die Häuser der Himba sind einfache, kegelförmige Hütten, die aus Stangen gebaut und mit Schlamm und Lehm bedeckt werden.

Bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts nutzten die Himba der Region fast ausschließlich Steinwerkzeuge und lebten als Jäger und Sammler. Das hat sich in der Zwischenzeit zwar bis zu einem gewissen Maße geändert, aber dennoch sind die Himba immer noch eins der faszinierendsten Völker der Welt. Um die Himba in ihrem täglichen Leben so wenig wie möglich zu stören, Gästen aber dennoch die Möglichkeit zu bieten, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen, werden verschiedene Ansiedlungen besucht. Die Auswahl richtet sich nach den jahreszeitlich bedingten Wanderungen der Himba und ihrem jeweiligen Aufenthaltsort.

Reisezeit

Januar bis März ist eine schöne Jahreszeit mit relativ wenigen Besuchern. Mit dem Regen sprießt neues Leben, Pflanzen blühen, Wild und Vögel sind zahlreich vetreten. Die Tage beginnen normalerweise mit Sonne, bringen willkommene Wolken und Regen am Nachmittag.

Die Monate April, Mai und Juni sind der Spätsommer und der früher Herbst mit angenehmen Tages- und Nachttemperaturen. Der Kunene führt nun viel Wasser und die Popa Falls sind einfach großartig. Die Gischt der Fälle hüllt die umgebende Landschaft ein und schafft zauberhafte Stimmungen. Dies ist eine gute Zeit für Fotografen. Grüne und blühende Bäume kontrastieren mit der goldfarbenen Wüstenlandschaft.

Juli, August und September sind der Winter und der beginnende Frühling in dieser Region Namibias. Es ist jedoch sonnig und warm mit milden Nächten und sternenklarem Himmel. Der Himmel ist blau und wolkenlos, das Land ausgedörrt und eine Wüste außer in einem schmalen Streifen entlang des Kunene Fluss. Hier finden sich auch zu dieser Zeit die meisten Himba ein, um Futter für ihre Rinder zu finden.

Oktober bis November sind die Hauptreisezeit für Touristen. Die Temperaturen steigen nun wieder an, es ist heiß aber trocken, so dass die Hitze gut verträglich ist. Viele Zugvögel kehren zurück und bauen ihre Nester. Morgens und abends badet die Sonne die Landschaft in goldenes Licht. Tagsüber ist der Himmel strahlend blau, der Nachthimmel ist klar und voller Sterne.

Aktivitäten

Während Ihres Besuchs im Kaokoveld lohnt sich ein Besuch der Epupa Falls, des Ovahimba Living Museums oder anderer traditioneller Dörfer.

Nutzen Sie ihre Zeit in dieser abgeschiedenen Region Namibias auch für einen Ausflug an die Skelettküste.

Auf Pirschfahrten können Sie mit etwas Glück Wüstenelefanten und Wüstenlöwen aufspüren.

Unterkünfte

Eine Reise in das Kaokoveld empfiehlt sich nur für Reisende, die bereits umfangreiche Erfahrungen in so anspruchsvollen und schwierigen Regionen gemacht haben. Eine solche Reise stellt hohe Anforderungen an Reisenden und an Fahrzeuge. Unbedingt notwendig sind ein zuverlässiges Fahrzeug und am besten ein Reiseleiter mit genauer Ortskenntnis. Die Wege sind extrem steinig oder tief sandig. Zudem gibt es gar keine Tankstellen. Auch Unterkünfte sind in dieser Region sehr wenige vorhanden. Wir möchten Ihnen dennoch die folgenden empfehlen: