Am Fish River Canyon

Lage

Der Fish River Canyon ist eines der großartigsten Naturwunder Namibias. Er ist zwar deutlich kleiner als der Grand Canyon in Amerika, aber durchaus mit ihm vergleichbar und immerhin der zweitgrößte Canyon der Welt. Der Canyon ist etwa 160 km lang und bis zu 550 m tief. Er wurde bereits 1965 unter Naturschutz gestellt und ist heute ein Teil des staatlichen Ai-Ais/Richtersveld Transfontier Park.

Der Eingang zum Canyon bzw. das Gate befindet sich bei dem Restcamp Hobas, nur 10 km von dem berühmten Aussichtspunkt Hell´s Bend, zu Deutsch Höllenbogen, entfernt.

Geschichte

Der Fish River Canyon entstand vermutlich vor rund 500 Millionen Jahren während der Pluvialzeiten – regenreichen Klimaepochen. Die Schlucht entstand jedoch nicht allein durch Wassererosion sondern durch Einbrechen der Talsohle auf Grund von Bewegungen in der Erdkruste. Die an der Talsohle freigelegten Gesteinsschichten sind bis zu eine Milliarde Jahre alt.

Die Erklärung der San Buschmänner für die Entstehung des Canyons ist aber viel anschaulicher; die Kurven und Windungen des Canyons sind, so sagt die Legende, von der Schlange Kouteign Kooru geschaffen worden, als sie versuchte, der Gefangenschaft zu entfliehen.

Exkursion Fish River

Der Fish River selbst ist mit etwa 800 km der längste Fluss im Land. Er entspringt im östlichen Naukluft Gebirge, fließt durch das zerklüftete Koubis Bergmassiv und mündet südwestlich von Ai-Ais in den Oranje.

Da der Fish River bereits in Hardap bei Mariental aufgestaut ist, führt er meist nur geringe Wassermengen mit sich. Im Winter, während der trockenen Jahreszeit, sieht man oft überhaupt kein Wasser oder nur an einzelnen Stellen. Nach Regengüssen im Sommer verwandelt er sich jedoch in einen reißenden Strom.

Flora und Fauna

Der Fish River Canyon beeindruckt in erster Linie mit seiner Landschaft, welche sehr ausgebrannt wirkt. Nur vereinzelt, an dem Grund des Canyon sind grüne Büsche zu finden. Köcherbäume, Kameldorn und Euphorien sowie Weißdorn und Tamarisken bestimmen das Bild der Vegetation.

Die Gelegenheit, Tiere zu sehen, ist recht begrenzt. Wenn Sie das trockene und eigentlich sehr lebensfeindliche Land sehen, verstehen Sie sofort, warum das so ist. Hin und wieder sind Springböcke, Steinböcke, Klippspringer, Oryxe, Kudus und Erdhörnchen zu sehen, aber alle Tiere, wie auch die Leoparden sind sehr scheu. In den Tümpel finden Sie Welse, Karpfen, Barben und Barsche vor. Auch über 60 Vogelarten wurden in dieser Region Namibias bereits gesichtet.

Im Osten schließt sich der private Gondwana Canyon Park an Fish River Canyon an. Hier haben sich dank des Naturschutzes die Tierbestände erholt und Ihnen begegnen Bergzebras, Springböcke, Strauße, Giraffen, Oryxe, Kuhantilopen und Kudus.

Aktivitäten

Mit Erlaubnis der Naturschutzbehörde in Windhoek können in den Wintermonaten geführte Wanderungen durch den Canyon unternommen werden. Die 3 bzw. 5 Tage andauernden Wanderungen auf dem Fish River Hiking Trail, über bis zu 86 km, sind jedoch sehr anstrengend und erfordern nicht nur eine sehr gute Kondition, sondern als Nachweis auch eine entsprechende ärztliche Bescheinigung.

Am östlichen Rand der Schlucht führt eine 25 km lange, gut befahrbare Schotterpiste entlang. Von ihr aus führen Stichstraßen zu mehreren Aussichtspunkten, wo der Blick in die atemberaubende Tiefe und auf eine grandiose Felslandschaft fällt. Noch beeindruckender ist der Canyon natürlich aus der Luft, wie man ihn bei einer Flugsafari sehen kann. Besonders wenn man bei einem der Aussichtspunkte etwa in Richtung Westen über den Rand fliegt, stockt einem der Atem, denn die Hochebene fällt steil ab, in die Tiefe des Canyons.

Reisezeit

Allgemein biete der Besuch des Canyon am frühen Morgen das schönste Farbenspiel. Die Farben reichen von Schwarz über Braun und Orange bis Violett. Da bei Sonnenuntergang leider aufgrund des starken Gegenlichtes Farben und Formen verwischen, ist dies weniger zu empfehlen.

Die beste Reisezeit für den Fish River Canyon liegt zwischen April und September, zu dieser Zeit können auch die herausfordernden Wanderungen durch den Canyon gewagt werden. In der restlichen Zeit des Jahres sind das Durchqueren des Canyons und der Abstieg in diesen nicht gestattet, da die Hitze zu groß ist. Dennoch sollten sich auf Temperaturen im die 40 °C einstellen.

Im März und April befindet sich, nach den starken Regenfällen, Wasser im Flussbett. An einigen Stellen hält dies auch noch bis Juni an, danach sind es nur noch kleine Tümpel bis auch diese versiegen.

Unterkunft

Gleich am Eingang zum Fish River Canyon befindet sich ein Campingplatz, ein Restcamp mit Bungalows und einem weiteren Campingplatz befindet sich in der Nähe von Ai-Ais. Außerhalb des Fish River Canyons finden Sie ein Vielzahl an unterschiedliche Lodges und Gästehäusern vor. Wir möchten Ihnen die folgenden drei empfehlen: