Schakal in Namibia
Am Rande des Diamanten-Sperrgebiets

Lage

Majestätisch erheben sie sich aus den weiten Ebenen der Wüste: die Granitberge der Großen Randstufe, die das Hochland im Inneren Namibias vom Küstentiefland trennt.

Geschichte

1883 verkaufte Oorlam Kaptein Joseph Fredericks den Küstenstreifen vom Gariep bis Angra Pequena an den Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz – dies war die Keimzelle der 1884 proklamierten deutschen Kolonie. War der Transportweg für Ochsenwagen zunächst bei Kubub südlich von Aus, wurde die Bahnlinie 1906 wegen des sanfteren Anstiegs durch Aus gelegt. Im Ersten Weltkrieg trafen bei Aus Südafrikaner und Deutsche aufeinander. In den Wirren des Krieges gingen viele Pferde verloren, die die Grundherde der heutigen Wilden Pferde bildeten. Die Apartheid der Südafrikaner, ab den 60er Jahren, prägte den Ort ebenso wie Blüte und Niedergang der Karakulschafzucht. Seit der Unabhängigkeit Namibias 1990 nahm der Tourismus stark zu.

Willem Swiegers Senior erwarb die Farm Klein-Aus im Jahre 1983. Seine Söhne Willem und Piet begannen in den 90er Jahren mit dem Gästebetrieb, gründeten Klein-Aus Vista und bauten das Angebot an Unterkünften, Wanderwegen und Touren schrittweise aus. Auch die Initiative des Aus Info Centres stammt von ihnen. Anfang 2004 stieg der älteste Bruder Johann in das Familienunternehmen ein. Als sie sich Ende 2004 der Gondwana Desert Collection anschlossen, wurde das 510 km² große Gebiet in den Gondwana Sperrgebiet Rand Park umgetauft.

Flora und Fauna

Die Hänge am Westrand bieten einen grandiosen Blick auf die Wüste, die sich nach sanftem Winterregen in ein Blütenmeer verwandelt. Und geheimnisvoll ragt der ‘Dikke Willem’ aus jener Fläche, die die Wilden Pferde der Namib beheimatet. Das Besondere des 510 km² großen Sperrgebiet Rand Parks besteht jedoch darin, dass man hier das Namaqualand Namibias erleben kann. Das Wüstensystem der Sukkulenten Karoo, weltberühmt für seine Blütenpracht nach Regenfällen in den Wintermonaten August und September, nimmt den Westen und Südwesten und damit den größten Teil des Parks ein. Die Sukkulenten Karoo trifft in diesem Gebiet aber noch mit zwei weiteren Wüstensystemen zusammen: Der Norden des Parks wird von der Dünen Namib geprägt, der Osten von der Nama Karoo. Kein Wunder, dass Botaniker von einem Hotspot sprechen: Im Raum Aus gibt es mehr als 400 bekannte Pflanzenarten; viele davon sind endemisch, kommen also nur hier vor. Die Gewächse haben vielfach faszinierende Überlebensstrategien entwickelt, vor allem in Bezug auf den Wasserhaushalt. Das kostbare Nass wird gespeichert, in Knollen, im Stamm und in den Blättern. Dabei spricht man auch von Sukkulenz. So verdankt die Sukkulenten Karoo ihren Namen den hier dominierenden Gewächsen, den Sukkulenten. Diese allein machen rund 1.700 der insgesamt über 6.000 Pflanzenarten dieser Wüste aus.
Dazu zählen auch die „Lebenden Steine“, die ihre Blätter zum Schutz vor Sandsturm und Fraß durch Tiere in den Boden versenkt und im Aussehen als Steine getarnt haben.

Typisches Wild in der Gegend umfasst Klippspringer, Springbock, Gemsbock, Strauß und Schakal.

Auch geologisch ist die Gegend äußerst interessant, ja im wahrsten Sinne des Wortes wertvoll. Die Aus Berge formen einen Teil der Großen Randstufe, die nach dem Bruch des Ur-Kontinents Gondwana vor etwa 120 Mio. Jahren entstand: Die Ränder des Südlichen Afrika hoben sich und wurden von der Küste her abgetragen. Dadurch verschob sich die Randstufe ins Landesinnere und bildete sich die Küstenebenen. Der Gariep (Oranje) trug Diamanten aus der Gegend von Kimberley an die Küste, wo sie vom Benguela Strom nordwärts getragen wurden. Als der Meeresspiegel sank, wurden die Lagerstätten frei gelegt und der Wind blies einen Teil der Edelsteine landeinwärts – wo sie ab 1908 vom Menschen gefunden und systematisch gefördert wurden. Zwei etwa 100 km breite Sperrgebiete entlang der Küste wurden eingerichtet, um die illegale Suche nach und den Schmuggel mit Diamanten zu unterbinden.

Bevölkerung

Der Mensch hat in dieser Gegend übrigens bereits seit 70.000 Jahren seine Spuren hinterlassen. In der „Apollo 11“ Grotte am Fuße der Hunsberge südöstlich von Aus stieß man auf insgesamt sieben „Kultur-Schichten“. 1969 wurden dort zudem Tonschieferplatten mit 27.000 Jahre alten Felsbildern gefunden – die bisher älteste Felskunst Afrikas.

Das Gebiet wurde auch lange von Jägern und Sammlern durchstreift. Ab dem 17. Jahrhundert wanderten Nama Gruppen ein und verdrängten die San, Buschleute, später kamen Oorlam-Gruppen, die mit den Nama verwandt sind, hinzu und ließen sich in der Gegend von Bethanien nieder.

Reisezeit

Vor allem nach der Regenzeit in den Wintermonaten August und September lohnt sich der Besuch dieser Region Namibias. Denn dann verwandelt sich die karge Landschaft in ein wahres Blütenmeer aus Wildblumen.

Aktivitäten

Zu unternehmen gibt es mehr als genug: Fahrten mit Guides ins Gebiet der Wilden Pferde, Wanderungen und Rundfahrten durch den Park und geführte Allrad-Touren für Selbstfahrer oder Nicht-Selbstfahrer zum Dünengürtel des Koichab Riviers, ein Trockenfluss. Außerdem kann man das Aus Info Centre besuchen, die verlassene Diamantensiedlung Kolmanskuppe besichtigen und sich den Hafenort Lüderitz anschauen.

Unterkünfte

Gäste des Gondwana Sperrgebiet Rand Parks haben die Wahl zwischen vier Unterkünften – das Desert Horse Inn, vor allem für Reisegruppen; die Eagle’s Nest Lodge, für Individualgäste, die Gruppenunterkunft „Geisterschlucht“, für Selbstversorger und ein Campingplatz.

Wir möchten Ihnen die Übernachtung in folgenden Unterkünften empfehlen: