Elefanten im Etosha Nationalpark

Großer weißer Platz

Den Namen trägt der Nationalpark durch die sich im Osten befindliche etwa 5.000 km² große Salzpfanne. Diese ist durch die Austrocknung des Binnendeltas des Kunene und dessen Flussbettverlagerung vor etwa 2 Millionen Jahren entstanden. Das Wort Etosha bedeutet in den Sprachen der verschiedenen Ethnien “Platz der Fata Morgana”, “Land des trockenen Wassers”, “Großer weißer Platz” oder “See der Tränen”. Sie alle sprechen von dem gleichen silberweißen Sand, der die Salzpfanne bis an den Horizont bedeckt und über dem die Hitze flirrt.

Lage

Der Etosha Nationalpark gehört zu den größten Schutzgebieten der Welt und ist so groß wie Hessen oder halb so groß wie die Schweiz. Das Naturschutzgebiet liegt im Norden Namibias und umfasst eine Fläche von ca. 22.300 km². Zum Schutz der Tiere ist der Park komplett eingezäunt.

Für die Einfahrt in den Etosha Nationalpark gibt es mehrere Möglichkeiten: In der Mitte des Parks befindet sich das Andersson Gate. Es wurde nach dem Forscher Charles Andersson benannt, der zusammen mit Francis Galton als erster Europäer die Etosha Pfanne sah, als die Beiden 1851 Namutoni erreichten. Die zweite Zufahrt im Osten bietet das Von Lindequist Gate. Es wurde zu Ehren des Gouverneurs des damaligen Deutschsüdwestafrika benannt, der die Weitsicht zeigte, am 22. März 1907 Etosha zu einem Schutzgebiet zu erklären. Das Galton Gate, bei Otjovazondu, ist der westliche Zugang zum Nationalpark und seit Anfang 2014 für alle Besucher des Nationalparks und nicht mehr nur für Gäste des Dolomite Camps geöffnet.

Das Dalton Gate wurde nach dem Forscher Francis Galton benannt, der zusammen mit Charles Andersson als erster Europäer im Jahre 1851 die Etosha Pfanne sah. In der Nähe der Andoni Plains befindet sich die fünfte Zufahrt zum Etosha, nämlich das Nehale Lya Mpingana Gate, das nach einem König des früheren Ovambolandes benannt wurde.

Für den Besuch des Etosha benötigen Sie nicht zwingend einen Geländewagen, da die Straßen im Park befestigt sind. Einzig um die Hauptregenzeit, im Januar, wird es empfohlen einen 4×4 zu benutzen. Das Verlassen des Fahrzeuges ist im Etosha nicht gestattet!

Geschichte

Als erste Europäer besuchten die Südwestafrikaforscher Charles John Andersson und Francis Galton, ein Vetter von Charles Darwin, 1851 die Pfanne. 1876 lebten die Dorslandtrekker vorübergehend an der Quelle Rietfontein. Reste ihrer Häuser und ihre Gräber sind heute noch dort zu sehen.

Gegründet wurde der Park 1907 als „Game Reserve No.2“ mit einer Größe von 99.526 km² vom deutschen Gouverneur Friedrich von Lindequist. Vorher war hier in einer Weise gejagt worden, dass es z. B. keinen Elefanten mehr gab. Erst in den 50er Jahren wurde wieder die erste Herde Elefanten gesichtet, bestehend aus 15 bis 20 Tieren. Der Park, der Anfang des 19. Jahrhunderts viermal so groß war wie heute, umfasste 93.240 km² und schloss den Kunene und das Kaokoveld ein. Dies war allerdings verbunden mit einer Einschränkung der Herero, Nama und San, die hier früher gelebt und gejagt hatten. Ab 1947 begann die Reduzierung der Parkfläche im Zuge der südafrikanischen Homelandpolitik. Der Odendaalplan, der seit 1963 die Homelandpolitik in Südwestafrika realisieren sollte, setzte dem 1970 ein Ende. Der Park wurde um 77 Prozent auf seine heutige Größe reduziert, um im Norden das Owamboland zu schaffen. Um die Wildmigration zu verhindern, wurde ein Zaun rund um die verbliebene Fläche gezogen.

Eine kleine Exkursion zur Etosha Pfanne

Eine Legende erklärt, warum es auch “See der Tränen” hieß: Die Etosha Legende erzählt, dass eine Gruppe Fremder in das Land der Buschmänner kam und sie von Jägern umzingelt wurden. Diese brachten alle Männer und Kinder ums Leben, ließen die Frauen jedoch frei. Von tiefer Trauer erfüllt, setzte sich eine junge Mutter hin und wiegte ihr totes Kind in den Armen. Sie weinte so bitterlich, dass ihre Tränen einen großen See bildeten. Als die Sonne den See ausgetrocknet hatte, war der Boden mit Salz bedeckt. Das war der Ursprung der Etosha Pfanne – ein See von den Tränen einer Mutter.

Das Herzstück des Parks, die besagte Salzpfanne, war ursprünglich einmal ein See, der vor zwei bis zehn Millionen Jahren nach und nach verdunstete. Ursache hierfür waren klimatische Veränderungen und Verschiebungen der Erdkruste, die den Lauf des damals in den See mündenden Fluss Kunene so verschoben, dass er sich anschließend seinen Weg in Richtung Atlantik bahnte. Heute kennzeichnen nur noch die staubtrockenen weißen Ablagerungen den Ort, an dem sich früher der riesige See befand. Die Etosha Pfanne ist eine riesige, fast unendlich erscheinende, weiße und staubtrockene Ebene. Nur ab und zu, in sehr regenreichen Jahren, füllen sich relativ kleine Teile der Pfanne wieder mit Wasser. Dann kann man erahnen, wie es früher hier ausgesehen haben muss. Die Pfanne hat keinen Abfluss, aber 3 Zuflüsse: Oshigambo, Ekuma und Omuramba Owambo. Dies sind Trockenflüsse, die nur bei gutem Regen Wasser führen und bis zur Pfanne gelangen. Es gibt drei Arten von natürlichen Wasserstellen am Rande der Pfanne: artesische Quellen, Grundwasserquellen und Schichtquellen. Außerdem sind 30 künstliche Wasserstellen geschaffen worden. 50 Wasserstellen führen ganzjährig Wasser.

Flora und Fauna

Auf der Weltkarte der Nationalparks nimmt Etosha einen ganz besonderen Platz ein. Der Reiz liegt wie überall in Namibia nicht in der Fülle, sondern gerade in der Leere und Weite. Trotz der trockenen und lebensfeindlich wirkenden Salzpfanne, kann man im Etosha Nationalpark zahlreiche Tierarten beobachten. Im Etosha leben ungefähr 110 Säugetierarten, darunter Elefanten, Nashörner und die großen Raubtiere wie Löwen und Geparden, sowie etwa 340 Vogelarten. Die letzte Zählung fand allerdings bereits 1991 statt und neuere Zahlen stehen nicht zur Verfügung. Der Bestand aller Säugetiere hat seit den fünfziger Jahren zugenommen. Ausnahmen sind die beiden klassischen Migrationstiere, das Streifengnu und das Steppenzebra. Auch wenn diese beiden Tierarten, nach den Springböcken, immer noch am häufigsten vorkommen, hat die Gesamtzahl dramatisch abgenommen. Die Tiere können nur überleben, weil es im Park relativ viele natürliche Wasserquellen gibt, die ihnen das erforderliche Wasser bieten. Die Wasserstellen entstehen durch tief gelegene Kalkschichten, welche das Wasser der Regenzeit speichern und später wieder zu Tage fördern.

An den dann vorhandenen kleinen Seen, finden sich unzählige Vögel ein, um hier zu brüten. In manchen Jahren kommen über eine Million Flamingos her, um ihren Nachwuchs aufzuziehen.

Reisezeit

Die beste Reisezeit für den Besuch des Etosha Nationalparks sind die Wintermonate Mai bis Oktober. Zu dieser Zeit herrscht Trockenzeit und die Tiere versammeln sich auf Grund des Mangels an Wasser an den Wasserlöchern. Zudem ist die Vegetation lichter und das Entdecken der Tiere leichter.

Während der Trockenzeit haben die meisten Länder Europas Sommerferien, was natürlich ideal für die Urlaubsplanung mit Kindern passt. Sie sollten jedoch beachten, dass die Unterkünfte zu dieser Zeit oftmals schon weit im Voraus ausgebucht sind. Hier zählt – der frühe Vogel fängt den Wurm!

In der Regenzeit, den Sommermonaten in Afrika, verwandelt sich der trockene Etosha Nationalpark in ein grünes Paradies. Die Vogelwelt zu dieser Zeit ist beeindruckend, denn nicht nur die heimischen Vögel sind da sondern es kommen auch noch einige Zugvögel von der Nordhalbkugel dazu. Zu dieser Zeit befinden sich die meisten Tiere in der Region um das Camp Namutoni, da die Region regenreicher ist als die um das Camp Okaukuejo. Jedoch sollten Sie wissen, dass im Sommer die Temperaturen von angenehmen 25 °C bis zu heißen 40 °C steigen können.

Unterkünfte

Im Nationalpark befinden sich die drei bekannten Restcamps Okaukuejo, Namutoni und Halalai. Ein 4. Restcamp, das Onkoshi, ist nur per Shuttle von Namutoni aus erreichbar. Das neuste Camp befindet sich im Westteil des Etosha – das Dolomite Camp. Jedes der drei erstgenannten Restcamps verfügt über eine Tankstelle, einen Flugplatz, Kiosk, verschiedene Restaurant und diverse Unterkunftsmöglichkeiten. Weitere Lodges und Camps befinden sich auch außerhalb des Nationalparks. Hier sollten sich beachten, dass die Gates bei Sonnenaufgang öffnen und bei Sonnenuntergang schließen.