Am Fish River Canyon
Am Fish River Canyon

Lage

Etwa 73 % des 590.000 Hektar großen Transfrontier Parks liegen in Namibia im Bereich des Ai-Ais Springs Garne Parks und des Hunsberg Naturschutzgebietes im Westen. Eingekeilt in eine 100 km lange Schleife des Oranje Fluss liegt flussabwärts von Noordoewer der andere Teil des Transfrontier Parks, der Richtersveld Nationalpark in Südafrika. Der 162.445 Hektar große Park schützt die einzige Bergwüste Südafrikas – eine abgeschiedene, öde Welt wilder Berge, vereinzelter Ebenen und tiefer Flusstäler, die von unglaublicher Schönheit ist. Raue Berge mit faszinierenden Namen wie Gorgon’s Head, Mount Terror, Rosyntjieberge und Seven Sisters dominieren die Landschaft.

Ai-Ais / Richtersveld Transfrontier Park wird vom namibischen Ministerium für Umwelt und Tourismus in Zusammenarbeit mit der südafrikanischen Nationalparkbehörde verwaltet. Um den freien Zugang für Touristen in den Transfrontier Park zu gewährleisten, ist geplant, die Fähre bei Sendelingsdrif wieder in Betrieb zu nehmen. Seit 2007 ist diese Fähre wieder in Betrieb und kann mit einem kleinen Pontoon maximal 2 Fahrzeuge bzw. 1 Fahrzeug mit Anhänger über den Oranje Fluss transportieren. Weiterhin können Besucher aus Namibia den Park über Noordoewer, den Helskloof Pass und einige der schlimmsten Wellblechpisten nach Eksteenfontein und weiter nach Sendelingsdrif anfahren. Die Gesamtstrecke von Noordoewer bis Sendelinsdrif beträgt etwa 170 km.

Das südafrikanische Parkgebiet kann auf einem Netz von Schotterpisten erkundet werden, von denen die meisten in der Trockenzeit mit einem normalen Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit befahren werden können. Allerdings sind einige der Bergpässe schwierig zu überqueren, weshalb es doch ratsam ist, das Gebiet mit einem Geländewagen zu besuchen.

Geschichte

Der Ai-Ais / Richtersveld Transfrontier Park verwirklichte sich am 1. August 2003, als der namibische Präsident Sam Nujoma und der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki einen Vertrag unterschrieben, in dem sie den Park offiziell anerkannten.
Auf der 31. Tagung des UNESCO Welterbe-Komitees in Christchurch, Neuseeland, wurde die Kulturlandschaft Richtersveld in die Liste der Welterbestätten aufgenommen und ist somit das achte von der UNESCO deklarierte Welterbe in Südafrika.

Flora und Fauna

Botanisch liegt der Transfrontier Park in einem der artenreichsten Gebiete der Welt. Über ein Drittel der 1.600 Pflanzenarten, die im Richtersveld und in der Umgebung bis heute ausgezeichnet wurden, sind Sukkulenten. Auf beiden Seiten des Flusses wächst der Dickfuß, Pachypodium namaquanum, der eng mit dem Flaschenbaum des Damaralands verwandt ist. Die sukkulente Vegetation schließt außerdem mehrere seltene Aloen ein, wie etwa den Riesenköcherbaum (Aloe pillansii), Meyers Aloe (A. meyeri) und Pearsons Aloe (A. pearsoni). Ebenfalls sehr auffallend sind verschiedene Arten des Butterblumenbaums (Tylecodon), die Lebenden Steine (Lithops) und die große Vielfalt an Mittagsblumen. Zwischen Mitte August und September verwandelt die kurzlebige Pracht der blühenden Pflanzen, die allgemein als Tagetes oder Studentenblumen, Gänseblümchen und Ringelblumen bezeichnet werden, die Landschaft in ein Farbenmeer und bietet ein einzigartiges Schauspiel.

In dieser rauen Wildnis leben nur wenige große Säugetiere, doch mit etwas Glück entdeckt man Klippspringer, große Kudus, Steinböckchen, Hartmanns Bergzebras, Felsenratten und Smiths Felsenhasen. Den Besuchern, die das Gebiet gerne zu Fuß erkunden, zeigt sich eine Vielfalt von Reptilien, bis heute wurden über 50 Arten aufgezeichnet, sowie anderer Lebewesen.

Auch können interessante Vogelbeobachtungen gemacht werden. Unter den Arten die entlang des Oranje Fluss heimisch sind, finden sich Schreiseeadler, Riedscharbe, Weißbrustkormoran, Schlangenhalsvogel, Schwarzkopfreiher, Goliathreiher, Nachtreiher und Nilgans. Unter den Raubvögeln sind Felsenbussard, Augurbussard. Felsenadler. Kampfadler, Schwarzbrust-Schlangenadler und Turmfalken zu sehen. Auch wurden bereits Ludwigstrappen, Namatrappen, Narnaflughühner, Bokmakiris, sechs Lerchenarten und Rußnektarvögel gesichtet.

Bevölkerung

Die raue, trockene Landschaft ist der Lebensraum des halbnomadischen Volksstammes der Nama, die sich seit mehr als zwei Jahrtausenden an die harten Bedingungen mit extremen Temperaturschwankungen anpassen. Es ist das einzige Gebiet, in dem die Nama noch ihre transportablen Häuser, die “haru oms”, aufbauen. Die Nama sind Nachkommen der Khoi-Khoi, die einst das südliche Namibia und weite Teile der heutigen südafrikanischen Provinzen Western Cape und Northern Cape bevölkerten.

Aktivitäten

Der Ehrfurcht gebietende Fish River Canyon und die Ai-Ais Hot Spring sind die Hauptattraktionen des Ai-Ais Hot Springs Garne Parks. Hier befindet sich der 85 km lange Fish River Canyon Hiking Trail, der als eine der besten Wanderrouten im südlichen Afrika gilt. Obgleich das raue Gebiet der Hunsberge im Jahre 1988 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, ist es relativ unbekannt. Der Transfrontier Park eröffnet so neue Möglichkeiten zum Wandern und für 4×4 Routen in diesem Gebiet. Die Kanufahrten auf dem Oranje Fluss sind schon lange unter Abenteuerfans bekannt und beliebt.

Reisezeit

Die beste Reisezeit für die heißen Quellen von Ais Ais sind die Monate März bis Oktober. Nur in diesen Monaten sind die Quellen zugänglich. In den anderen Monaten des Jahres macht die Flutgefahr des Fish River Canyons und die Hitze ein Bad unmöglich.

Wanderungen durch den Fish River Canyon sind nur in den kühleren Wintermonaten von Mai bis August gestattet. Diese Monate eigenen sich auch sehr gut für Tierbeobachtungen.

Unterkünfte

Der namibische Teil des Transfrontier Parks bietet die meisten Unterkunftsmöglichkeiten und zieht jährlich etwa 68.000 Besucher an. Das Ai-Ais Hot Springs Resort hat Campingplätze, Hütten mit sanitären Gemeinschaftsräumen, Standard- und Luxuswohnungen, einen Mineralquellenkomplex und ein Thermalbad im Freien. Hobas, das 65 km weiter nördlich in der Nähe des grandiosen Aussichtspunktes des Fish River Canyons liegt, bietet hübsche beschattete Campingplätze und einen Swimmingpool.

Die Übernachtungsmöglichkeiten im südafrikanischen Teil des Transfrontier Parks sind auf drei Gästehäuser und fünf nicht bewirtschaftete Campingplätze beschränkt. Um den Tourismus, der sich derzeit auf 5.000 Besucher pro Jahr beläuft, anzukurbeln, stellt die südafrikanische Regierung 27 Millionen Rand für den Ausbau der touristischen Infrastruktur und den Bau neuer Besucher Unterkünfte zur Verfügung.