Aufmerksames Erdmännchen

Lage

Die Kalahari, oder “Kgalagadi”, wie sie in Setswana heißt, ist eine riesige Halbwüste, die sich im Süden und Westen Botswanas bis in Südafrika, Namibia und Angola hinein erstreckt. Genau genommen ist es jedoch keine klassische Wüste, sondern eher eine große Sandfläche, die eine “lebende Wüste” bildet.

Die Erwähnung weniger Landschaften in der Welt ruft so viel Geheimnisvolles vor unser inneres Auge wie die Kalahari. Es ist die Weite und Größe des Landes, das Jäger und Sammler durchstreifen, in dem Löwen im goldenen Grasland auf die Jagd gehen unter einem endlos blauen Himmel.

Geschichte

Mit 52.800 km² ist das Central Kalahari Game Reserve im Ghanzi Distrikt eines der größten Schutzgebiete in ganz Afrika. Der Park ist damit fast so groß wie Belgien und die Niederlande zusammen. Als das Gebiet 1961 zum Nationalpark erklärt wurde, geschah dies weniger um die Tiere, die dort lebten, zu schützen, als vielmehr die Menschen, die San.

In der Kalahari gibt es zwei unterschiedliche Schutzgebiete, zum einen das Central Kalahari Game Reserve, das einen großen Teil der Landes im Zentrum Botswanas, einschließlich des Khutse Game Reserve, einnimmt und zum anderen weiter südlich der Kgalagadi Transfrontier Park im Südwesten des Landes.

Der Kgalagadi Transfrontier Park ist aus der Verschmelzung mit dem südafrikanischen Gemsbok Nationalpark entstanden. Der Gemsbok Nationalpark war, als er im Jahre 1937 gegründet wurde, der erste Nationalpark in Botswana. Zusammen mit dem Kalahari Gemsbok Nationalpark auf der südafrikanischen Seite sollte er das Land und die darin lebenden Wildtiere vor Rindern und Übergrasung schützen. Nach mehreren Erweiterungen wurden im Jahre 1999 die beiden Parks zum Kgalagadi Transfrontier Park zusammengeschlossen, der fast 38.000 km² umfasst und damit einer der größten Parks der Welt ist.
Im botswanischen Teil des Kgalagadi Tranfrontier Parks gibt fast keinerlei Infrastruktur und der Besucher kann praktisch nur in einer geführten Tour das Land bereisen, müssen doch alle Vorräte, vor allem Wasser wie auch Ersatzteile für Fahrzeuge mitgeführt werden. Auch ist die genaue Kenntnis des Landes notwendig, denn Hinweis- oder Verkehrsschilder gibt es nicht.

Die Beschreibung des grenzüberschreitenden Parks finden Sie unter Kgalagadi Transfrontier Park unter Südafrika.

Flora und Fauna

Es ist ein Land von unschätzbarem ökologischem Wert, das auf Grund seiner abgelegenen Lage noch gut erhalten ist. Obgleich es in der Kalahari fast kein Oberflächenwasser gibt, zeichnet sie sich doch durch eine große Artenvielfalt in Flora und Fauna aus. Tiere und Pflanzen leben in einer empfindlichen Balance. Jede Pflanze, jedes Tier, Reptil und Insekt ist Bestandteil des komplexen Lebensgefüges der zerbrechlichen Natur der Kalahari.

Das Land ist Lebensraum einer erstaunlichen Artenvielfalt. Herden von Springböcken und Oryxantilopen, Elenantilopen und Rote Kuhantilopen bevölkern die weiten grasbedeckten Ebenen. Die Tiere folgen den spärlichen Regenfällen und dem Gras. Viele der Tiere der Kalahari stillen ihren Durst mit dem Tau, der sich über Nacht auf den Pflanzen bildet, indem sie Wurzeln ausgraben oder Wildgurken und Melonen fressen. Die Antilopen ihrerseits sind Nahrung für die Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Geparden, Hyänen und Wildhunde.
Außerdem leben Giraffen, Strauße, Meerkatzen, Löffelhunde, Stachelschweine, Honigdachse, Schakale und andere Arten im Game Reserve. Wie in anderen wüstenähnlichen Lebensräumen gibt es auch Schlangen und Reptilien und viele Vogelarten.

Die jährliche durchschnittliche Niederschlagsmenge von 60 bis etwa 170 mm sorgt mit etwa 400 Arten für eine bemerkenswerte Pflanzenvielfalt, darunter zahlreiche Bäume, Büsche und großen Grasflächen.

Bevölkerung

Die San der Kalahari waren die letzten Verbleibenden Jäger und Sammler, deren Lebensstil dem von Steinzeitmenschen entspricht. Sie wurden mit dem Khoi Wort “San” bezeichnet, da der ursprüngliche Name “Bushmen” als abwertend betrachtet wurde. Dennoch wurde auch diese Bezeichnung als abwertend gesehen, denn man verstand sie im Sinne von “wilden Menschen, die im Busch leben”, und damit unfähig zu einem anderen als einem primitiven Leben sind. In der Ghanzi Region nennt man diese Menschen daher “Ncoakhoe, das heißt “die roten Leute”. Die San waren die ersten Bewohner des südlichen Afrikas. Der Begriff San geht auf die Bezeichnung der Nama in der Kapregion Südafrikas zurück. San und Khoi Khoi, nomadisch lebende Hirten, werden oft als Khoisan zusammengefasst.

Aber ab Mitte der 80er Jahre hat die Regierung Botswanas Druck auf die San ausgeübt, um sie zum Verlassen des Game Reserve zu zwingen. Damals gab es mehrere San Siedlungen im Nationalpark, wie z.B. Xade, Xaka, Molapo und Metseamononong. Angeblich fürchteten die Behörden um den Wildbestand, außerdem sei die Versorgung der San Gemeinschaften zu aufwändig und man wolle den San gleiche Bildungs- und Entwicklungschancen einräumen. Kritiker vermuteten jedoch, dass dies nur vorgeschobene Argumente sind, um einen Abbau von Diamantenvorkommen in dem Reservat zu ermöglichen. Im Februar 2002 schließlich wurde den letzten San buchstäblich das Wasser abgedreht.

Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Botswanas hat im Dezember 2006 die Zwangsumsiedlungen der San aus dem Naturreservat Kalahari als illegal erklärt und ihnen das Recht zur Rückkehr in ihre alte Heimat und zu ihrem traditionellen Lebensstil eingeräumt.

Reisezeit

Von November bis April herrscht in der Kalahari Regenzeit. Zu dieser Zeit können die Regenfälle sehr heftig und stürmisch ausfallen und binnen Minuten die Sandstraßen überschwemmen.
Die beste Zeit für Tierbeobachtungen ist von Februar bis April. Dann können Sie an den Pfannen des Deception Valley riesige Herden von Springböcken, Oryxe und Gnus antreffen, welche sich an den Wasserstellen einfinden. Diese locken auch die Kalahari-Schwarzmähnenlöwen, Geparden und Schakale an, welche in dem hohen Gras kaum zu entdecken sind. Auch die Vogelwelt ist zu dieser Zeit sehr artenreich.

Ab Mai bis in den Oktober hinein regnet es kaum und es herrscht Trockenzeit. Die Herden ziehen ins Buschland und die Kalahari wird nun vermehrt von den kleinen Tieren, wie Erdmännchen, Erdhörnchen, Löffelhunde und Honigdachse heimgesucht. Im Juni und Juli sollten Sie bedenken, dass es nachts sehr kalt werden kann. Die entsprechende Kleidung sollte mitgeführt werden. Der Oktober wiederum zählt als heißester Monat.

Aktivitäten

Der Besuch des Central Kalahari Game Reserve ist praktisch nur im Rahmen einer geführten mobilen Safari möglich. Es ist nicht nur ein Fahrzeug mit Allradantrieb nötig. Da es keine Versorgungs- und Tankmöglichkeiten gibt, müssen alle Vorräte mitgeführt werden.

Unterkünfte

Wir möchten Ihnen die folgenden 3 Unterkünfte im Central Kalahari Game Reserve (CKGR) empfehlen: