Wildhund Wild Dog Hyänenhund  Tiere Afrikas Säugetiere Vögel Wale deutsch-englische Bezeichnungen

Wildhund - Afrikanischer WildhundWild Dog, Wildhunde

Beschreibung

auch Hyänenhund genannt
Engl.: Wild Dog - Painted Dog
Lycaon pictus
Körperlänge 75 - 100 cm
Schulterhöhe 60 - 75 cm
Gewicht 15 - 30 kg
Beschreibung
Der wissenschaftliche Name des afrikanischen Wildhundes "lycaon pictus" bedeutet "gemalter Wolf" und beschreibt das Tier aufs Treffendste. Die Bezeichnung "Hyänenhund" verdankt er seiner Ähnlichkeit in Körpergröße und Färbung mit der Hyäne, eine Verwandtschaft gibt es aber nicht zwischen den beiden.
Wild Dog, Wildhunde

Vorkommen
Der Wildhund kommt, wenn auch eher selten, in Afrika südlich der Sahara vor. Trotz zahlreicher Nationalparks sind die afrikanischen Wildhunde heute äußerst stark vom Aussterben bedroht.

Verhalten und Ernährung
Afrikanische Wildhunde leben sehr harmonisch in Rudeln von mehreren Tieren zusammen. Auf der Jagd legen sie teilweise sehr große Strecken in großer Geschwindigkeit zurück. Sie sind ausgezeichnete Langstrecken- und Dauerläufer. Da sich afrikanische Wildhunde ausschließlich von frischem Fleisch ernähren, müssen sie täglich jagen. Beim Fressen verhalten sie sich anders als Hyänen oder Löwen, denn Futterneid kommt bei ihnen nicht vor. Alle Rudelmitglieder fressen friedlich neben einander. Sie lassen auch Welpen zuerst ihren Hunger stillen.

Wildhund Wild Dog, African Dog
Fortpflanzung
Nur die Leithündin darf Junge zur Welt bringen. Der Vater ist dabei immer der Leitrüde. Nach einer Tragezeit von 11 Wochen kommen durchschnittlich sieben bis zehn, gelegentlich bis zu 16 Junge zur Welt. Wie bei den Löwen werden die Jungen von allen Rudelmitgliedern versorgt.

Sichtungen
Auf den zahlreichen Reisen in Länder des östlichen und südlichen Afrika haben wir erst wenige Male Wildhunde gesehen, und diese Sichtungen waren auch rein zufälliger Art.
Im Kafue Nationalpark, Zambia, waren wir auf dem Weg zu den Busanga Plains, als wir plötzlich auf ein sehr großes Rudel mitten auf dem Weg stießen. Nach etwa einer halben Stunde verschwanden díe Tiere im Busch.
Im Krüger Nationalpark, Südafrika, lief ein Rudel etwa 200 m weit eine Teerstraße entlang und verschwand dann zwischen Büschen und Bäumen.
Im Mana Pools Nationalpark, Zimbabwe, sahen wir am Ende einer Sundownerbootsfahrt auf dem Zambezi und während einer Fußsafari Wildhunde. Allerdings war es einmal bereits zu dunkel für Aufnahmen, das andere Mal waren die Tiere zu weit weg.

Sichtungen

Wild Dogs zu sehen ist ein außergewöhnliches Erlebnis und man nur selten das notwendige Glück. In manchen Gebieten ist aber die Wahrscheinlichkeit, ein Rudel zu sehen etwas größer. So im Gebiet der Camps von Kwando Safaris in Botswana. Die Camps sind Kwando Lebala Camp, Linyanti Gebiet, und Kwando Lagoon Camp, ebenfalls iminyanti Gebiet

Wildhund Wild Dog, African Dog
Die Monate Juli bis September sinddie Zeit für Hyänenhunde - wild dog - bei Kwando Safaris
Im 7. aufeinander folgenden Jahr hat das Rudel Wildhunde seine Höhle zwischen Lebala und Lagoon Camp bezogen. Damit sind wieder hervorragende Sichtungen von Hyänenhunden möglich, mit Glück sind vielleicht sogar Jagdszenen zu sehen. Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass sich die Tiere wahrscheinlich bis Ende September hier aufhalten.
Wenn das Alpha-Weibchen Junge zur Welt gebracht, bleiben die Babys für etwa 6 Wochen in der Höhle, bevor sie dem Rest des Rudels und schließlich auch den Gästen von Kwando vorgestellt werden.
Die Tatsache jedenfalls, dass es Nachwuchs gibt, bedeutet, dass das Rudel jeden Tag leicht zu finden ist, denn die meisten erwachsenen Tiere gehen jeden Morgen und späten Nachmittag auf die Jag und kehren dann zur Höhle zurück, um das Alpha-Weibchen zu füttern und sich auszuruhen. Die Tiere verändern ihr Verhalten nur, wenn sie sich in Gefahr fühlen, zum Beispiel wegen Löwen.

Ebenfalls Chancen, Wildhunde zu sehen, hat man im Gebiet der Mapula Lodge, Okavango Delta. Auf der Webseite von The Wild Source finden Sie einen Link zu einem PDF-Artikel "Pack of surprises".

Auch im Gebiet von Chitabe & Sandibe (NG31 Reserve) im Okavango Delta bieten sich gute Möglichkeiten.
In Kenya leben Wildhunde im Gebiet der Sosian Ranch, Laikipia.

Fortpflanzung

Obwohl Wildhunde in Rudeln von sieben bis acht Erwachsenen und einigen Jungtieren leben, ist es nur die Leithündin, welche Junge zur Welt bringen darf. Der Vater ist dabei immer der Leitrüde. Nach einer Tragezeit von 11 Wochen kommen durchschnittlich sieben bis zehn, gelegentlich bis zu 16 Junge zur Welt. Geboren werden die Kleinen in einer verlassenen Erdferkel- oder Warzenschweinhöhle, die von den Wildhunden für ihre Zwecke etwas ausgebaut wird. Nach etwa drei bis vier Wochen beginnt der Nachwuchs mit den ersten Erkundungsgängen vor die schützende Wohnhöhle. Die Jungen werden nicht nur von ihren direkten Eltern, sondern von allen Familienangehörigen des Rudels betreut. Geht das Rudel etwa zur Jagd, so bleiben immer zwei oder drei Tiere als "Babysitter" zurück. Im Alter von 10 bis 12 Wochen trinken die Jungen keine Milch mehr, sondern ernähren sich nur noch vom Fleisch, das die Erwachsenen nach Hause bringen. Nach rund drei Monaten sind die neuen Familienmitglieder bereit, das Rudel auf seinem nun beginnenden Nomadenleben zu begleiten.

Andere Quelle sind teilweise anderer Auffassung und sagen: Wenn Weibchen des selben Rudel gleichzeitig geworfen haben, gibt es manchmal Schwierigkeiten. Die Sitten sind hier zwar ähnlich geordnet, aber nicht so streng wie bei den Wölfen, bei denen sich nur die Alpha-Tiere paaren dürfen. Zuwiderhandlungen werden rabiat bestraft.

Die Schwierigkeiten: Ein Alpha-Muttertier betrachtet sämtliche Würfe in einem Rudel als eigene, also kann es vorkommen, dass die Alpha-Hündin ihren Wurf zu dem der Beta-Hündin legt. Die nachrangige Hündin muss weichen. Deren Welpen werden natürlich mitversorgt. Mit der Einschränkung, dass die Alpha-Welpen sich ihren Platz an den 14 Zitzen der Alpha-Hündin zuerst sichern. Der Wurf der Beta-Hündin hat dabei zunächst das Nachsehen. Sie kommen später zu ihrem Recht. Dabei erweist es sich als Auslese, dass nur die stärksten des Beta-Wurfs überleben. Bei den Wildhunde-Welpen ist es besonders gut zu beobachten: das Betteln als Vorbildung zur rituellen Begrüßung, wenn die erwachsenen Jäger mit Beute nach Hause kommen.

Der wissenschaftliche Name der afrikanischen Wildhunde, lycaon pictus, bedeutet "Gemalter Wolf". Eine äußerst treffende Bezeichnung für diese bunt gefleckten Mitglieder der Familie der Hunde. Tatsächlich besetzen die Wildhunde die gleiche biologische Nische, wie der Wolf in anderen Teilen der Welt. Den Beinamen Hyänenhunde verdanken die Tiere ihrer Ähnlichkeit mit Hyänen in Körpergröße und Färbung. Verwandtschaftlich gibt es aber keine Verbindung zwischen Wildhund und Hyäne, denn Hyänen gehören zu den Schleichkatzen.
Afrikanische Wildhunde leben sehr harmonisch zusammen. Obwohl es innerhalb der Gruppe eine feste Rangordnung gibt und das Rudel von einer Leithündin geführt wird, ist es selbst für Wissenschaftler oft nur nach langen Beobachtungen möglich, die Stellung eines Tieres innerhalb des Rudels zu bestimmen.

Zur Jagd gehen Wildhunde nur in den kühlen Morgen- oder Abendstunden. Sie traben dabei oftmals über Strecken von 20 - 30 Kilometer. Bei der anschließenden Hetzjagd bringen die Hunde dann noch die Kraft auf, ihr Beutetier auch über mehrere Kilometer hinweg mit bis zu 50 Stundenkilometer Geschwindigkeit zu verfolgen. Ihr Ruf als erfolgreichste Jäger der afrikanischen Savanne beruht nicht zuletzt auf dieser hervorragenden Fähigkeit zum Langstreckenlauf. Als Beutetiere nehmen die Hyänenhunde Tiere jeglicher Größe an. Von Hasen über Warzenschweine und Gazellen bis hin zu ausgewachsenen Zebras stehen je nach Lebensraum auf dem Speiseplan der Wildhunde.

Natürlich hat ein erfolgreiches Jagdverhalten auch so seine Nachteile. Lange Zeit wurden über die Wildhunde, auch hier ähnlich wie bei unseren Wolf, regelrechte Schauergeschichten verbreitet. So ging das Märchen um, dass Hyänenhunde blutrünstige Tiere seien, die weit mehr Beutetiere töten, als sie verzehren können. Sie würden die Antilopen aus ganzen Landstrichen vertreiben und würden auch dem Menschen gefährlich. Das meiste davon ist schlichtweg frei erfunden. Leider hat so ein schlechter Ruf den Nachteil, vor menschlicher Verfolgung nicht mehr sicher zu sein. Zusammen mit der "Kultivierung" größerer Savannenflächen zur Verwendung als Viehweiden hat dies die Tiere an den Rand der Ausrottung gebracht. Trotz zahlreicher Nationalparks sind die afrikanischen Wildhunde heute äußerst stark vom Aussterben bedroht.

Auf der Webseite von Zimbabwe Wild Dogs können Sie einige gute Bilder sehen,
Interessante Informationen finden Sie auf der Webseite von Save the African Wild Dog sowie auf der deutsch sprachigen Webseite von Lars Gorschlüter, Save African Animals - Afrikanischer Wildhund. Weitere Bilder sind auf der Wikimedia Commons-Seite zum Lycaon pictus zu sehen.
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Vorkommen von Wild Dogs, Widhunden