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Naturpark Tirasberge

Südnamibia - westlich von Helmeringhausen

Lage:
Der ungefähr 125 qkm große Naturpark Tirasberge liegt etwa 20 km westlich von Helmeringhausen zwischen der C13, der C27 und der D707.

Die D707 gilt als eine der schönsten Strecken Namibias und führt von der C13 zwischen den roten Namibdünen und den Tirasbergen nach Norden auf die C27. Die Landschaft und besonders ihre Pastellfarben entlang der D707 sind sehr eindrucksvoll. Von Braun über Ocker bis zum Rot der Sanddünen sieht man hier alles, dazu kommen gelbe Grasbüschel als Tupfen. Rechts der Strasse bilden steinige und schroffe Berge einen schönen Kontrast zur sanften anderen Seite, die meist aus sandigen Hügeln und weiten Ebenen besteht. Zwischendurch wird die Sandfläche auch mal durch pastellgrüne Grasflächen unterbrochen, durch die vereinzelt Tiere ziehen. Man kann hier mit etwas Glück Strauße, Springböcke, Oryx und vielleicht sogar scheue Löffelhunde sehen.

Die D707 ist ohne 4x4 befahrbar und der kürzeste Weg von Aus zum Soussvlei. Die C27 führt von Helmeringhausen nach Sesriem. Es geht durch bergige Landschaften, wo die Tirasberge auf den Roiirand treffen. Als Roiirand, d. h. Rotrand, wird die Große Randstufe bezeichnet,  die vom Orange River über 400 km in Nord-Süd-Richtung nordwärts bis zum Naukluftgebirge verläuft. Die Große Randstufe trennt als Steilanstieg die Küstenebene vom Binnenhochland.

Tirasberge Naturpark Namibia Tirasberge Naturpark Namibia
Tirasberge Naturpark Namibia Tirasberge Naturpark Namibia

Geschichte:
Vier Farmer Gunsbewys, Tiras, Landsberg und Koiimasis haben sich 1998 zusammengetan, dies Gebiet zu schützen, ökologisch zu bewirtschaften und Touristen zugänglich zu machen. Da in dem Gebiet des Naturparks vier Vegetationszonen zusammentreffen, ist auf engstem Raum eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren anzutreffen. Es wird extensive Farmwirtschaft betrieben.

Tirasberge Naturpark Namibia
Farm Gunsbewys
Tirasberge Naturpark Namibia
Farm Koiimasis
Tirasberge Naturpark Namibia
Farm Tiras
Tirasberge Naturpark Namibia
Farm Tiras

Tourismus im Naturpark:
Der Tourismus ist nur eine Nebeneinnahmequelle und es wird auf sanften Tourismus geachtet. Eine Vergrößerung der Bettenkapazitäten und/oder der Campingplätze ist nicht beabsichtigt. 2008 wurde ein Informationszentrum eröffnet. Es war immer ein Anliegen der Farmer, ihr Wissen über Ökologie, Fauna und Flora der Tirasberge auch den Urlaubern nahe zu bringen.

Tirasberge Naturpark Namibia
Farm Landsberg
Tirasberge Naturpark Namibia
Farm Tiras
Tirasberge Naturpark Namibia
Farm Excelsior
Tirasberge Naturpark Namibia
Ausblick vom Informationszentrum

Aktivitäten:
In den Tirasbergen bieten sich zahlreiche Aktivitäten an. Es gibt die Möglichkeit, eine Dünentour oder eine geführte Sukkulententour zu unternehmen, auf einer 4x4 Pad zu fahren, mehrtägige Trekkingtouren zu laufen oder auf Wildpferden zu reiten.

Außerdem findet man hier viele Buschmannzeichnungen und Relikte der ursprünglichen Bewohner dieser Gegend.

Auf allen Farmen werden Rundfahrten angeboten.

Trekkingtouren
Es gibt viele Möglichkeiten in den Tirasbergen zu wandern. Auf individuelle Wünsche wird eingegangen. Vor allem zwei Touren werden angeboten:

Rote Dünen - Jagpan - Köcherbaumwald 

Tag 1:
Am ersten Tag startet man Nachmittag in Gunsbewys zu den Roten Dünen. Auf dem Weg zur höchsten Düne der Umgebung hat man viel Gelegenheit, die Fauna dieses empfindlichen Ökosystems unter sachkundiger Führung zu beobachten.
Das Abendlicht taucht die Tirasberge oft in Purpur. Die Sandwellen der Dünen und die Schattenspiele bieten viele Foto- und Filmmotive. Am höchsten Punkt (150 Höhenmeter) angelangt, genießt man den Sonnenuntergang und den Blick über das Sandmeer.
Mit dem letzten Abendlicht geht es dann rasch die Dünen runter zur Jagpan, wo bereits mit der Vorbereitung des Nachtlagers begonnen wurde. Hierher wird auch das Gepäck gebracht, so dass nur etwas Proviant und ausreichend Flüssigkeit getragen werden muss.

Tag 2:
Nach dem Frühstück geht es über ein paar Vorberge. Von hier aus hat man einen grandiosen Blick zu den Bergen im Norden und über die Koichapdünenzunge hinweg bis nach Aus. Nach der Überquerung von zwei Kämmen geht es dann über die Ebene zur Farm Excelsior, wo die Farmerin schon mit dem Mittagessen wartet. Nach der Mahlzeit wird eine Siesta gehalten, um der Mittagshitze zu entgehen.
Am frühen Nachmittag geht es dann mit dem Pickup in die Tierkloof, einem wildreichen Tal auf der Farm. Der Pickup bringt das Gepäck, Zelte, Verpflegung, etc. zum nächsten Camp. Je nach Kondition wird ein variabler Teil zum Camp zu Fuß zurückgelegt.

Das Camp befindet sich einsam in den Bergen. Hier hat man den Köcherbaumwald für sich. Mit etwas Glück lassen sich die scheuen Bergzebras sehen. 

Tag 3:
Nach dem Frühstück wandert man die Berge hinunter. Es geht in einer Anfangs steilen Schlucht über Geröll. In dieser Schlucht findet sich eine Quelle, die zu Zeiten der Schutztruppe als einzige Wasserversorgung zwischen Aus und Bethanien diente. Nach dem anstrengenden Abstieg kann man ein kühles Bad in einem Wasserreservoir nehmen oder sich nur die Füße kühlen.
Vom Reservoir aus geht es in die Buschmannsecke, wieder auf der Farm Gunsbewys. Hier finden sich einige Felszeichnungen und andere Relikte einer Besiedelung durch die Buschleute.
Die letzen 17 km zurück zur Farm können entweder zu Fuß oder mit dem Pickup bewältigt werden.

Ausrüstung:
Es wird unbedingt gutes Schuhwerk benötigt. Neben Wechselwäsche, Toilettenutensilien und evtl. der Kamera wird das Equipment, Zelt, Rucksack, Feldbett mit Bettdecken, gestellt. Da es im Südsommer nachts sehr kalt werden kann, ist unbedingt warme, windfeste Kleidung nötig.

Und wer schleppt das ganze Zeug?
Außer dem Lunchpaket, kleinen Snacks und dem Trinkwasser für den Tag wird alles andere mit dem Pickup an die Übernachtungsplätze gebracht.

Preis und Buchung (2013)

Preise ab N$ 2450.- p.P (2 Übernachtungen im Zelt)

Dünentour
Bei einer etwa dreistündigen Wanderung durch die roten Dünen erfährt man viel Wissenswertes über dieses extreme und sensible Ökosystem. Hier genießt man Sonnenaufgang und erstes Licht auf der höchsten Düne. Man hat einen phantastischen Blick auf die Tirasberge und den Rooirand.

 

Sukkulententour
In der durch Naturskulpturen geprägten Landschaft führt Frau Koch zu den oft versteckt wachsenden Sukkulenten. Durch Alt-Tiras verlief die alte Straße und die Buschmannspad. Verblassende Buschmannzeichnungen, unter anderen das berühmte Schiff, sind zu bewundern. Kristallisiertes Gestein, schwarz-grün-grau funkelnd, liegt an der Oberfläche. Zum Abschkuss der Blick in die Neisipfläche, die roten Dünen und den Rooirand. Die Tour wurde so ausgearbeitet, das man sich auf Tiras auch auf eigene Faust auf Entdeckungsreise begeben kann.

Buschmannstour
Auf Tiras und Gunsbewys können Buschmannswohnstätten auch auf eigene Faust erkundet werden. für die Touren sind Beschreibungen vorhanden, die die Erkundung auf eigene Faust ermöglichen. Aber auch eine Führung ist möglich.

Aber auch auf den anderen Farmen finden sich zahlreiche Spuren der Besiedelung. So wurde erst vor ein paar Jahren eine schöne Abbildung eines Elefanten aus Weissenborn entdeckt. Auf Numis sind zahlreiche Zeichnungen vorhanden und viele Besucher finden immer noch Perlen, Abschläge und andere Relikte. Auch aus Koiimasis gibt es eine Buschmannshöle mit schönen Zeichnungen.

Geführte 4x4 Gebirgstour
Wilfried Izkos fachkundige Farmführung beinhaltet neben der Farmerei mit Rindern die Hinweise auf Gräser, Sträucher, Büsche, Bäume und ihre Bedeutung für die Ökologie. Hier versteht man, wie diffizil das Farmen vor allem in diesem trockenen Süden ist. Nach einer 4x4 Pad erreicht man das Plateau, die besonderen Sträucher und Sukkulenten hier werden gezeigt – und man genießt einen grandiosen Rundblick über 100 km im Umkreis über die Tirasberge.

Lange 4x4 Gebirgstour
Von der Farm Aubures aus kann man eine über 70 km lange 4x4 Tour durch die Berge des Roiirandes unternehmen. Ein muss für den Offroadfan!

Wilde Pferde reiten
Das Reiten von Wildpferden wird auf der Ranch Koiimasis organisiert. Hier finden auch Reitkurse statt.

Farmrundfahrten
Auf allen Farmen ist es möglich mit den Farmern auf Rundfahrten durch die einzelnen Farmen oder die Conservancy zu gehen. Hier bekommt man Buschmannszeichnungen, Versammlungsplätze, Naturpools und vieles mehr zu sehen. Geführt werden die Fahrten von den Farmern selbst, die sich intensiv mit der heimischen Fauna, Flora, Geologie und Geschichte auseinandersetzen.

Farmrundfahrten durch Weissenborn und Excelsior werden meist von Gunsbewys aus organisiert.

Besuch einer Wildfarm

Auf der Nachbarfarm Nababis werden Rundfahrten durch den privaten Wildpark durchgeführt.

Klettern
Im griffigen Granitfels finden Kletterer ideale Bedingungen. Vor allem auf der Ranch Koiimasis waren schon einige Kletterer, die Touren abgesteckt und beschrieben haben. Im trockenen Klima sind die Bedingungen ideal und es finden sich noch zahlreiche Möglichkeiten neue Felsen zu bezwingen.

Hinweise zum Reisen im Süden Namibias
Wenn sie Namibia bereisen wollen und auch den Süden in ihre Planung mit einbeziehen wollen, sollten sie auf ein paar Besonderheiten achten, da er Süden ist nicht so "dicht" besiedelt wie der Norden Namibias. Daraus ergeben sich ein paar Konsequenzen, die bei der Reiseplanung zu beachten sind:

Die Strecken sind weit, um z.B. vom Soussvlei nach Lüderitz oder gar zum Fishfluß zu kommen sollte man ein oder zwei Zwischenstopps einplanen.

Die Tankstellen sind weit auseinander.

Gerade im Südosten gibt es wenige Unterkünfte und Campsites, in den touristischen Gebieten wie der Region Helmeringhausen, Lüderitz, Keetmanshoop, Fischfluß sind es dagegen wieder zahlreiche Möglichkeiten.

Die Unterkünfte sind oft nicht auf spontane Besucher eingestellt, vor allen Dingen nicht was die Mahlzeiten betrifft. Wenn sie Verpflegung wollen melden Sie sich vorher an! Die Betreiber müssen oft weite Strecken zum Einkaufen zurücklegen

Das der Süden touristisch nicht so erschlossen ist wie andere Gebiete Namibias sind die Unterkünfte zur Hauptreisezeit oft ausgebucht. Auch als Individualreisender können sie mit einem Telefonanruf ein paar Tage zuvor einfach buchen und sich somit Enttäuschung oder gar lange Strecken zur nächsten Unterkunft ersparen. So bleiben sie unabhängig, haben aber dennoch Planungssicherheit.

Es gibt wenige Einkaufsmöglichkeiten.

Auch die Anzahl der Banken und Geldautomaten ist nicht so hoch wie im Norden.

Handys funktionieren auf weiten Strecken nicht.

Viele Farmen hängen (telefontechnisch) noch an einer Farmline, die sind oft beleg und störungsanfällig.

Hier kommen Sie direkt auf fie Webseite von Naturpark Tirasberge.

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