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Fotografieren und Filmen

Wie in anderen Ländern ist es auch in Tanzania strengstens verboten, militärische und sicherheitsrelevante Einrichtungen zu fotografieren. Außerdem ist es untersagt, den Präsidenten und dessen Residenzen, Militär, Polizei, Gefängnisse, Nationalbanken, Flughäfen und Bahnhöfe, Häfen, Rathäuser und andere öffentliche Gebäude sowie die Landes-
fahne zu fotografieren.

Zwar ist es nicht gesetzlich ausdrücklich, aber dennoch praktisch verboten, Einheimische zu fotografieren. Die Aussagen dazu sind nicht immer ganz klar oder übereinstimmend, so dass man zunächst sagen muss, dass es sich auf gar keinen Fall empfiehlt, Einheimische ohne deren Einverständnis zu fotografieren. Das gilt besonders an der Küste, wo etwa 90 % der Menschen Muslime sind. Auf Zanzibar, wo sich ebenfalls die Mehrheit der Menschen zum Islam bekennt, gehen die Menschen aufgrund des langjährigen Tourismus meistens entspannter mit dem Thema Fotografieren um.

Des öfteren wird fürs Fotografieren eine Entlohnung verlangt. Insbesondere die Maasai lassen sich praktisch nur gegen einen Obulus fotografieren und können überaus heftig reagieren, wenn sie ungefragt und unbezahlt fotografiert werden. Mancher Reisende hat die traurige Erfahrung machen müssen, dass selbst für Schnappschüsse aus dem fahrenden Auto heraus Steine flogen.
Fragen Sie also immer erst Ihren Reiseleiter.

Das Fotografieren von Tieren und Landschaften ist natürlich kein Problem.

Unsere eigene Erfahrung mit dem Fotografieren in Tanzania:
Während unserer Reise im Dezember 2007 hörten wir von einem zwar gegenwärtig noch von der Mehrheit der Abgeordneten zurückgewiesenen Gesetzesvorhaben im tanzanischen Parlament, das bei Annahme eine beträchtliche Auswirkung für fotografierende Besucher gehabt hätte. Ob der Gesetzentwurf erneut eingebracht wird, ist zurzeit zwar schwer abzu-
schätzen, Tanzania Kenner halten das aber durchaus für möglich.
Dieses Gesetz hätte das Fotografieren von tanzanischen Staatsbürgern unter Strafe gestellt und somit ein beträchtliches Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung auch von ausländischen Besuchern dargestellt.
Dass man als Gast in einem Land die Empfindungen und die Würde der Menschen respektiert, ihnen nicht mit der Kamera vor der Nase herumfuchtelt und sie gegen ihren Wunsch fotografiert, dürfte wohl als selbstverständlich gelten. Wenn man denn schon einzelne Menschen aufnehmen möchte, dann fragt man selbstverständlich vorher um ihr Einverständnis. Die meisten Menschen lassen sich auch gerne aufnehmen.

Was jedoch dieses Gesetzesvorhaben kompliziert macht, ist die Feststellung, dass Aufnahmen jedweder Art, auf denen Tanzanier zu sehen sind, einen Verstoß darstellen. So kann bereits eine Straßenszene, in der unter anderem auch tanzanische Passanten sozusagen als Beiwerk zu sehen sind, dann strafrechtliche Folgen haben, wenn eine dieser zufällig mitfotografierten Personen daran Anstoß nehmen. Nun ist es natürlich wenig wahrscheinlich, dass sofort die Polizei in Erscheinung tritt, den Fotografen festnimmt und ihn in ein Gefängnis wirft. Wesentlich unberechenbarer und möglicherweise auch fühlbarer könnten für den Fotografen aber der handgreifliche Zorn einer gegen ihren Willen fotografierten Person sein.

Als wir in der Nähe von Pagani mit einer Videokamera und mit einem Fotoapparat aufnahmen, wie unser Guide sein Auto auf eine Fähre fuhr, die auch gleichzeitig zahlreiche Einheimische bestiegen, erschien uns dies zunächst als eine normale und keineswegs irgendwie bemerkenswerte oder mit einer Gefährdung verbundene Szene.
Unsere Einschätzung änderte sich jedoch drastisch, als uns unser Kisuaheli sprechende Guide erklärte, einer der zufällig durchs Bild laufenden Passanten habe gedacht, wir hätten ihn fotografiert und dieser habe versucht, die anderen Einheimischen gegen uns und ihn aufzuwiegeln. Es hätte leicht zu Steinwürfen auf uns, ihn selbst sowie das Fahrzeug und zu tätlichen Angriffen kommen können, sagte unser Reiseleiter.

Später erlebten wir auf der Fahrt noch einen weiteren Zwischenfall, der als Indiz für äußerste Zurückhaltung beim Fotografieren verstanden werden muss. Als wir ein Sisalfeld mit Bergen im Hintergrund fotografierten, stellte sich plötzlich ein Zivil gekleideter Mann, der uns, so hatte es uns zunächst geschienen, nur so zugeschaut hatte, als Polizist mit Ausweis vor und erkundigte sich, was wir denn da fotografierten wollten.
Erst nach dem Zeigen des Sisalfeldes auf der Kamera und nach weiteren langen Erklärungen und der Mitteilung, dass wir Reiseveranstalter aus Deutschland sind, unseren Kunden verschiedene Eindrücke von Landschaften vermitteln möchten und deshalb eine Reise von Dar es Salaam nach Arusha unternehmen, war alles in Ordnung. und er wünschte uns eine gute Reise.

Weniger freundlich war allerdings der Uniformierte, der während einer Reise im Jahre 2006 darauf bestand, die Kamera zu konfiszieren, denn wir sollten die Marschübung einer in Zivilkleidung laufenden militärischen Einheit fotografiert haben. Dabei hatten wir aus dem fahrenden Auto heraus eine Gruppe von Frauen aufgenommen. Die in ziemlicher Entfernung laufenden Männer waren nicht einmal auf dem Bild.

Das ist natürlich auch in anderen Ländern verboten, wie auch das Fotografieren von Regierungsgebäuden, Brücken oder öffentlich überall aushängenden Fotos von Staatspräsidenten. Bei Gebäuden aber irgendwo im Land, die wie alle anderen Bauten entlang irgendeiner Straße aussehen und nicht durch Hinweisschilder für einen ortsunkundigen Reisenden kenntlich gemacht sind, ist es schon eine Überraschung, wenn urplötzlich ein Polizist droht, einem die Kamera wegzunehmen.
Erst als nach längerem Hin und Her um Kamera und Geld der Reiseleiter den Ausweis des Offiziers sehen wollte, ließ er uns weiterfahren. Wahrscheinlich ist die Annahme nicht ganz falsch, dass es ein unformierter Wegelagerer war, der sich ein Nebeneinkommen verschaffen wollte.
Eine ausführlichere Beschreibung dieses Zwischenfalls finden Sie im Reisebericht unter
6. November: The Plantation Lodge - Lake Natron - Serengeti, Olakira Camp = 10 Std. 313 km
Dort finden Sie auch den Hinweis, dass unerlaubtes Fotografieren eines Maasai 50 Dollar Strafe kosten und viele Unannehmlichkeiten mit sich bringen kann.

Empfehlung für Ihre Ausstattung:
Nehmen Sie für Ihre Digitalkamera ausreichend Speicherkarten und Ersatzakkus mit und vergessen Sie Ihr Ladegerät nicht!!! Denken Sie an genügend Filme für Ihren Fotoapparat und an eine Ersatzbatterie. Nehmen Sie auch genügend Videobänder mit. Es macht nichts aus, wenn Sie zwei leere Bänder wieder mit nach Hause nehmen. Sie ärgern sich aber sehr, wenn Sie plötzlich feststellen müssen, dass Sie kein Band mehr haben - gerade dann, wenn es besonders interessant ist.

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