Mapungubwe Nationalpark Limpopo Vhembe Dongola

Mapungubwe Nationalpark

Mapungubwe Nationalpark

(ehemals Vhembe Dongola Nationalpark)
Mapungubwe war, so sagen Archäologen, das Zentrum eines Königreiches im südlichen Afrika. Das Königreich gilt heute als die bedeutendste mittelalterliche Kultur des südlichen Afrikas. Funde weisen darauf hin, dass die Bewohner Teil eines weit verzweigten Handelsnetzes waren. Die Funde sind so bedeutend, dass Mapungubwe im Juli 2003 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte wurde.

Der Mapungubwe Nationalpark liegt im nördlichsten Teil Südafrikas, in der Provinz Limpopo, zwischen Musina und Pondrift, dem Grenzübergang nach Botswana. Seine nördliche Grenze bildet der Limpopo, im Süden grenzt er unmittelbar an die Hauptstraße R572, die von Musina (vormals Messina) nach Pondrif führt. Auf der Landkarte sehen Sie die genaue Lage. Der Autor von AST hat diesen nördlichen Teil Südafrikas und das Vendaland anlässlich einer Tour selbst besucht.

Mapungubwe Nationalpark

Gegenwärtig besteht der Park noch aus zwei getrennten Teilgebieten, dem östlichen Teil mit den archäologischen Fundstätten Mapungubwe Plateau und K2 und dem westlichen Teil mit seiner seltenen Flussvegetation. Das Land zwischen den beiden Parkabschnitten ist Farmland und befindet sich noch in Privatbesitz. Die Verhandlungen über einen Kauf durch SANParks befinden sich auf gutem Weg. In seiner endgültigen Größe wird der Nationalpark 28 000 qkm umfassen. Geplant ist seine spätere Einbindung in einen grenzüberschreitenden Park, der Mapungubwe mit Parks in Botswana und Zimbabwe verbinden soll. Für Elefanten ist schon jetzt die Grenze kaum noch ein Hindernis.
Das Interesse der Öffentlichkeit am Mapungubwe Nationalpark ist in den letzten Jahren aufgrund der Ausgrabungsstätte, die im Juli 2003 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, gestiegen.

Geschichte:Mapungubwe Nationalpark
In der Zeit zwischen etwa 950 bis gegen 1250 war, so fanden Wissenschaftler der Universität von Pretoria heraus, Mapungubwe das Zentrum eines Königreiches im südlichen Afrika. Obwohl die Ruinen bereits 1932 gefunden wurden, blieb die Ausgrabung in offiziellen Büchern Südafrikas unerwähnt, passte sie doch nicht in die verbreitete offizielle Geschichtsschreibung des Apartheid-Regimes.
Das Königreich gilt heute als die bedeutendste mittelalterliche Kultur des südlichen Afrikas. Funde weisen darauf hin, dass die Bewohner Teil eines weit verzweigten Handelsnetzes waren. Sie trieben besonders regen Handel mit den Menschen der Ostküste und des arabischen Raums. Afrikanisches Gold, Elfenbein und Felle wurden getauscht gegen Perlen, Keramik und andere Waren, die teilweise aus Indien, Indonesien und China stammten. Das Verschwinden dieser afrikanischen Hochkultur wird auf klimatische Veränderungen zurückgeführt. Die späteren Königreiche von Zimbabwe und Thulamela gelten als Nachfolgereiche.
Zu Beginn des 13. Jahrhundert erstarkte die Konkurrenz im weiter nördlich gelegenen Great Zimbabwe, der Handel mit den fremden Kaufleuten ging zurück und führte vermutlich zum Niedergang Mapungubwes.
Die Funde sind so bedeutend, dass Mapungubwe im Juli 2003 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte wurde. Gleichzeitig ist der Park ein Schutzgebiet für einige besonders bedrohte Arten, wie den afrikanischen Wildhund und das weiße und schwarze Nashorn.
Er beherbergt die "Big Five" und außerdem eine Flora, wie sie nur in diesem Landschaftsgürtel zwischen den Flüssen Limpopo und Sashi anzutreffen ist.
Neben den historischen Fundstätten machen zwei weitere Dinge Mapungubwe interessant.

Da sind zum einen die atemberaubende landschaftliche Schönheit des Ostteils mit seinen Mapungubwe NationalparkFelsformationen, den Schluchten und Tälern und einer einmaligen Konzentration an alten Baobab Bäumen ( Affenbrotbäume) und Akazien und seine Lage am Zusammenfluss von Limpopo und Sashe.
Von günstig gelegenen Aussichtspunkten bietet sich ein großartiger Blick weit in die Flussebenen von Sashe und Limpopo bis hinüber nach Botswana und Zimbabwe.
Des weiteren steht Besuchern heute ein sehr gutes Angebot an geführten Touren, so dass man die Möglichkeit hat, auch die Stellen zu besuchen, die man auf eigene Faust sonst nicht zu sehen bekommt. Diese Möglichkeiten gab es während des Besuchs des Autors noch nicht.
Ein Besuch Mapungubwes eignet sich nur für Selbstfahrer und Kleingruppen. Das liegt an den begrenzten Unterbringungsmöglichkeiten und daran, dass es in Mapungubwe nur Selbstversorgung gibt. Ein Restaurant existiert nicht.

Folgende Unterkünfte bieten sich an:
Mopane Bush Lodge
Klein Bolayi Game Lodge
Leokwe-Camp im Ostteil
Limpopo Forest Tented Camp im Westteil
Tshugulu Lodge
Leokwe Camp

Das Leokwe-Camp für Selbstversorger und liegt im im Ostteil des Mapungubwe Nationalparks in den spektakulären Sandsteinhügeln. Im Camp stehen 14 Cottages als Unterkünfte zur Verfügung. Die Bungalows haben zwei Einzelbetten und eine Schlafcouch. Sie sind mit Klimaanlage und Ventilatoren und vorzüglich eingerichteter Küche ausgestattet. Im Bad sind WC und Dusche. Jedes Cottage hat außerdem ein Sonnendeck und einen Grillbereich.
Im Camp ist ebenfalls ein Swimming Pool vorhanden.

Limpopo Forest Tented Camp
Das Limpopo Forest Tented Camp ist für Selbstversorger liegt in einem Waldgürtel im Westteil des Mapungubwe Nationalparks. Gästen stehen 8 Zelträume zur Verfügung. Außerdem gibt es 7 bequemere Zelträume mit einem Schlafraum, einer Küche, Dusche und Toilette. Es empfiehlt sich Besuchern, die es abenteuerlicher in der freien Natur mögen, um u. a. Vögel zu beobachten. Das Camp liegt in der Nähe des Maloutswa Pan hide -Unterstands.

Tshugulu Lodge
Die Tshugulu Lodge ist für Selbstversorger und liegt im Mapungubwe Nationalpark und bietet Unterkunft für 14 Gäste in 7 klimatisierten Zimmern. Fünf Zimmer befinden sich im Hauptgebäude, zwei wenige Meter entfernt. Diese beiden Zimmer haben zudem ein eigene Küche. 6 Zimmer haben ein eigenes Bad.
Das Hauptgebäude verfügt über eine Küche, eine offenen Veranda und eine klimatisierte Lounge. Vorhanden ist auch ein Swimming Pool.
Da Tshugulu in einem Wildpark liegt, dürfen sich Gäste nur in Begleitung eines Rangers auf dem Gelände bewegen.

Empfehlung
Um die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten Mapungubwes kennen zu lernen und zu genießen, empfiehlt es sich, drei volle Besuchstage mit mindestens drei Übernachtungen einzuplanen, sonst lohnt sich auch die Anreise nicht; entweder alle drei Übernachtungen im Leokwe- Camp oder zwei Nächte in Leokwe und eine Nacht im Limpopo Forest Tented Camp. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Fahrzeit zwischen dem Ostteil und dem Westteil eine gute halbe Stunde mit dem PKW dauert. Da die nächste Tankstelle 80 km entfernt liegt, entweder man fährt nach Musina oder nach Alldays, muss mit Benzin sparsam umgegangen werden oder es ist extra Benzin mitzuführen.
Besucher, die sich besonders für die Geschichte und die Ausgrabungen von Mapungubwe interessieren, sollten entweder vor oder nach einem Besuch des Nationalparks das Mapungubwe Museum in Pretoria besuchen.
Das Museum ist der Universität von Pretoria angeschlossen. Es beherbergt sämtliche Ausgrabungsgegenstände, die seit 1933 in Mapungubwe gefunden wurden. Dazu zählen auch das berühmte goldene Nashorn und das königliche Zepter.

Hinweis
Wer sich für den afrikanischen Wildhund (Hyänenhund - Wild Dog) interessiert und einen zusätzlichen Tag im Nationalpark zur Verfügung hat, kann an einem wissenschaftlichen Projekt teilnehmen. Die zum De Beers Konzern gehörende "Venetia Mine" besitzt unmittelbar neben dem Nationalpark ein eigenes Naturschutzgebiet, in dem Studien an dem vom Aussterben bedrohten Wildhund durchgeführt werden. Besucher haben die Möglichkeit, Wissenschaftler bei der Beobachtung und der Aufzeichnung von Beobachtungsergebnissen an einem frei umherziehen Rudel von 16 Wildhunden zu begleiten. Die Teilnehmerzahl für diese hochinteressanten und aufregenden Expeditionen ist begrenzt. Buchungen können sowohl im Nationalpark als auch bei Unterkunft in der Lodge von Paul Hatty durch letzteren vorgenommen werden. Es ist auf jeden Fall ratsam, im Voraus zu buchen.

Straßen im Nationalpark
Fast alle Strecken in beiden Teilen des Nationalparks, die für Besucher zugänglich sind, lassen sich mit dem PKW befahren. Allerdings gibt es im Ostteil des Parks einige wunderschöne Gebiete, für die ein Geländewagen erforderlich ist. Anstatt aber einen Geländewagen für die Gesamtreise zu mieten, ist es praktischer und kostengünstiger, den Park mit dem PKW zu besuchen und für die Geländewagenstrecken ein oder zwei geführte Game Drives im Park zu buchen. Obwohl Anlieger und Parkangestellte stets betonen, dass es im Mapungubwe keine Malaria gibt, wird eine Prophylaxe für einen Besuch in den südafrikanischen Sommermonaten doch empfohlen. In den Monaten Mai bis August erscheint dies nicht erforderlich. In dieser Zeit führt auch der Limpopo meist kein Wasser. Moskito-Repellents sollte man jedoch stets dabei haben.
Eine andere Variante ist die Verbindung von Mapungubwe mit Botswana. Der Grenzübertritt bei Pondrift ist unkompliziert. Gleich hinter der Grenze in Botswana beginnt das Mashatu Game Reserve.