Südafrika Geschichte Riebeeck Hugenotten Mandela De Klerk Botha Apartheid Buren Trekburen Transvaal Oranje

Kurze Geschichte Südafrikas Flagge der Südafrikanischen Republik 1881 - 1902

Die ersten Bewohner des südlichen Afrika sind die San, die als Jäger und Sammler durch das Land ziehen.

Ab dem 12. Jahrhundert dringen

Flagge von Südafrika

Bantuvölker aus Zentralafrika in den Süden vor. Sie sollten später mit den aus dem Süden in den Norden vorstoßenden Buren, holländischen Farmern, zusammenstoßen. Aufgrund des Fehlens schriftlicher Quellen über die Frühgeschichte ist es allerdings schwer, sichere Aussagen über die Zuwanderung der Bantuvölker zu machen. Archäologische Funde im nördlichen und nordöstlichen Südafrika deuten jedoch darauf hin, dass zwischen 1300 und 1600 die Zuwanderung das Highveld erreicht hat.  

Im Jahr 1488 landen Portugiesen unter Bartholomeu Diaz Mossel Bay und 1652 der Holländer Jan van Riebeeck an der Südküste. Die Holländer gründen eine Versorgungsstation der Verenigde Oostindische Compagnie (VOC), des größte Handelsunternehmens der westlichen Welt.

Ab 1653/54 kommen die ersten Sklaven aus Java ans Kap. Nachdem zunächst gute Handelsbeziehungen zwischen den Holländern und den KhoiKhoi bestanden, beginnen bald erste Auseinandersetzungen.
Bereits 1659 wird der erste Wein, der mehr einem Essig ähnelte, produziert.

Von 1666 bis 1679 wird das Castle of Good Hope als Festung, Hauptquartier der VOC, Lager und Gefängnis erbaut. Als Simon van der Stel 1679 neuer  Kommandant am Kap wird, erreicht er einen wirtschaftlichen Aufschwung und eine Ausweitung der Kolonie. So wird auch gegen Ende des 17. Jahrhunderts der erste genießbare Wein hergestellt.
Als 1688 wegen der Aufhebung der Glaubensfreiheit in Frankreich die ersten Hugenotten ans Kap kommen, bringen sie auch ihr Wissen um den Weinanbau mit. Die Hugenotten gründen Franschhoek (das „französische Eck“), Paarl und Stellenbosch.

Um die Jahrhundertwende herum ziehen die ersten so genannten Trekburen, trotz  des Verbotes der VOC, gen Osten. So wird das Gebiet um etwa 30-40 Meilen pro Jahr ausgedehnt. Dabei stoßen die Trekburen 1779 auf das Volk der Nguni, die zu den Xhosa gehören. Die gewalttätigen Auseinandersetzungen, die so genannten „Kaffernkriege“, dauern fast 100 Jahre an und enden mit der Niederlage der Xhosa.


Die in Europa ab 1780 zwischen Frankreich, England und Holland in unterschiedlichen Allianzen geführten Kriege führen 1795 zur Übernahme der Kolonie am Kap durch England. Die VOC verliert damit endgültig ihre Vorherrschaft am Kap. Zwar wird durch einen Friedensvertrag zwischen England und Frankreich die Kolonie zwischenzeitlich wieder an Holland übergeben, 1806 besetzt England das Land jedoch erneut, das 1814 britische Kronkolonie wird.

Im Jahre 1820 kommen die ersten britischen Siedler ins Land und gründen u. a. Port Elizabeth sowie Grahamstown und in den folgenden Jahren Durban. Ab 1825 ist Englisch offizielle Amts- und Gerichtssprache. Die Buren sprechen weiterhin ihr Holländisch, das 1857 in Paarl als Afrikaans den Status einer eigenständigen Sprache erhält.

Als 1833 die Briten die Sklaverei in der Kapkolonie abschaffen, verlassen viele Buren, die so genannten Voortrekker das Kap, um der Bevormundung der Briten zu entfliehen. Die Abschaffung der Sklaverei im Britischen Empire entzieht nämlich vielen Buren die Existenzgrundlage als Farmer, die billige Arbeitskräfte nutzen.

Zwischen 1836 und 1854 ziehen mehr als 16000 Buren vom Kap nach Norden, und lassen sich vor allem in Transvaal und Natal nieder. Sie gründen, nach zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Zulus, die Republiken Natal (1839), Oranjefreistaat (1842) und Transvaal (1852) als eigene Staaten.

Natal wird bereits 1843 von den Briten annektiert. Nach Kämpfen zwischen Buren und Briten werden das Transvaal 1852 und der Oranjefreistaat 1854 unabhängig. Transvaal und Oranjefreistaat erklären sich 1857 zur Südafrikanischen Republik.

Als  1867 bei Kimberley Diamanten gefunden werden, besetzen die Briten die Diamantenfelder, obgleich auch die Buren einen Anspruch erheben.

Nachdem England 1877 die Südafrikanische Republik annektiert, endet der „Erste Burenkrieg“ (First Anglo-Boer War oder auch First Boer War – 1880/81) mit dem Sieg der Buren. Sie werden von Paul Krüger angeführt, der auch erster Präsident von Transvaal wird.

Im Jahre 1886 werden im Transvaal große Goldvorkommen gefunden. 1899 bricht erneut ein Krieg aus, der von den Engländern auch rücksichtslos gegenüber der Zivilbevölkerung, u. a. mit der Festsetzung der burischen Bevölkerung in „concentration camps“, in denen man die Insassen geplant verhungern läßt, geführt wird. Am Ende des "Zweiten Burenkriegs" (Second Boer War oder Second Anglo-Boer War) von 1899 bis 1902 annektierte Großbritannien Transvaal und den Oranjefreistaat. Alle Siedlungen der Buren werden vernichtet.

Im Jahre 1910 vereinigen sich britischen Kolonien in Südafrika zur Südafrikanischen Union. Louis Botha, der vorher Premierminister von Transvaal war, wird Premierminister.

Im Jahre 1912 wird die erste Partei für Schwarze, der ANC (African National Congress) als Protest- und Bürgerrechtsbewegungen der Schwarzen gegründet.

Die Nationale Partei schürt anti-britische Ressentiments und propagiert die Überlegenheit des weißen Afrikaanertums gegenüber den Schwarzen.

Als 1924 die Nationale Partei an die Regierung gewählt wird, schafft sie zusammen mit der Labour Party die gesetzlichen Grundlagen der späteren Rassentrennung, der Apartheid, zwischen Weißen, Coloureds und Schwarzen. Ab 1948 wird unter Malan und Strijdom sowie Verwoerd die Apartheid vorangetrieben. Unter anderem werden folgende gesetzlichen Regelungen geschaffen:
Ehen zwischen Angehörigen verschiedener Rassen werden verboten,
sexuelle Beziehungen zwischen Weißen und Angehörigen aller anderen Rassen werden unter Strafe gestellt,
für jede ethnische Gruppe werden bestimmte Wohngebiete, Homelands, festgelegt und Schwarze zwangsumgesiedelt,
die Möglichkeit einer höheren Bildung für Schwarze wird stark eingeschränkt.

Alle diese gesetzlichen Regelungen, die mit repressiven Maßnahmen gegen jegliche Opposition durchgesetzt werden, haben zur Folge, dass die Apartheid die Rassen im gesamten öffentlichen und privaten Leben trennt.

Ein Wendepunkt für das Apartheidregime ist das Sharpville-Massaker vom 21. März 1960, bei dem 69 demonstrierende Schwarze von der Polizei erschossen werden. Nachdem ANC und die kommunistische Partei von der Politik des gewaltfreien Widerstandes zum bewaffneten Kampf übergegangen sind, werden 1962 Nelson Mandela, Präsident des ANC, und andere Anführer des schwarzen Widerstands festgenommen und später wegen Hochverrats und Sabotage zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe auf Robben Island verurteilt. Mit der Verurteilung wichtiger Führer des ANC oder deren Flucht ins Exil gelang es Pretoria, den Widerstand für mehrere Jahre zum Erliegen zu bringen. 1976 flammt der Widerstand jedoch wieder auf u. a. im Schüleraufstand von Soweto. Im landesweiten Widerstand sterben mehrere hundert Menschen.

In diesen Jahren wachsen jedoch auch die internationale Kritik und der Druck auf die Regierung und das System der Apartheid, so dass der Staatspräsident Willem Botha einzelne Apartheidbestimmungen aufhebt. Ab 1984 erhalten Asiaten und Mischlinge erweiterte politische Rechte, u. a. werden die Passgesetze und das Verbot der Mischehe aufgehoben.

Im Jahre 1989 tritt Präsident Botha zurück und Frederik Willem de Klerk wird sein Nachfolger. De Klerk verkündet im Parlament das Ende der Apartheid, hebt das Verbot des ANC und weiterer Parteien auf und ebnet so den Weg für erste offizielle Gespräche mit der Opposition. 1990 wird Mandela freigelassen. Südafrika bereitete die ersten allgemeinen und freien Wahlen vor.

1993 werden Nelson Mandela und Frederik de Klerk für ihre Bemühungen um ein demokratisches Südafrika mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Im selben Jahr beschließt die UNO-Vollversammlung die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen Südafrika.
In den ersten freien und allgemeinen Wahlen von 1994 gewinnt der ANC mit über 60 % die meisten Stimmen und Mandela wird erster schwarzer Präsident von Südafrika.

1996 tritt eine neue Verfassung für Südafrika in Kraft.

Bei den zweiten freien Wahlen 1996  wird Thabo Mvuyelwa Mbeki Nachfolger von Mandela.

 

Weitergehende Informationen finden Sie im Internet u. a.
- auf Wikipedia 
- auf dem South Africa Info Web

oder im Sachbuch
Geschichte Südafrikas
von Jörg Fisch (Dtv)

oder in dem Roman
Verheißene Erde von James A. Michener (Knauer)