Vorlage 1 · Stichworte · Stichworte

Stellungnahme zu Ebola

Da sich die von AST angebotenen Länder des südlichen und östlichen Afrika weit entfernt von den von Ebola betroffenen Länder befinden und es auch in diesen Ländern keine bestätigten Ebola Fälle gibt, bieten wir Ihnen folgendes an:

Sollte in einem der Länder, in die Sie Ihre Reise gebucht haben, ein Ebola Fall durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell bestätigt werden, fallen für Sie KEINE Stornierungsgebühren an.

Diese Regelung tritt in Kraft, sobald das Auswärtige Amt eine Reisewarnung bezüglich Ebola für das betroffene Land herausgibt.

Hier eine Stellungnahme von Frau Dr. Mazzola vom

Sehr geehrte Frau Nennstiel,

leider greifen  die Medien derzeit täglich die Ebolainfektion auf und erwecken dadurch das Risiko einer globalen Gefährdung.
Dies trifft so nicht zu.
Ebola ist in erster Linie ein Problem  der betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone, vor allem aufgrund ihrer kulturellen Riten und der äußerst schlechten medizinischen Versorgungsmöglichkeiten der Erkrankten.
Nigeria, das ebenfalls betroffen ist, hat aufgrund seiner deutlich besseren medizinischen Möglichkeiten den Ausbruch bereits weitgehend im Griff. Hierzu werden in Nigeria auch Kontrollen an den Flughäfen durchgeführt, so dass es zu Reisebeschränkungen kommen kann.
Der Ausbruch in einem Distrikt der Kongo Demokratische Republik hat mit den Fällen in Guinea, Liberia und Sierra Leone nichts zu tun: es handelt sich um ein anderes Ebola-Virus, wie es regelmäßig im Kongo zu begrenzten Ausbruchs-Episoden führt, diesmal bereits zum siebten Mal in den letzten 40 Jahren.  Die Demokratische Republik Kongo hat Erfahrung im Umgang mit dem Virus und geht davon aus, dass eine Ausbreitung der Krankheit über die Distriktgrenzen verhindert werden kann.

Das Ebola-Virus stammt aus den tropischen Regenwäldern Zentralafrikas und führte 1976 erstmals zu einer Epidemie (in Zaire und nahezu gleichzeitig im Sudan). Es wurde nach dem kongolesischen Fluss Ebola benannt, in dessen Nähe es zum ersten Ausbruch kam. Bis zum jüngsten Ausbruch in Guinea, Liberia und Sierra Leone wurden Epidemien bei Menschen lediglich in den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas beobachtet, so in der Demokratischen Republik Kongo (früher Zaire), Republik Kongo (Kongo-Brazzaville), Uganda, Sudan und in Gabun. 

Durch Reisende importierte Fälle in  westliche Industrieländer wie auch in andere Länder der Welt einschließlich andere afrikanische Länder sind im internationalen Reiseverkehr zwar möglich, aber äußerst selten. Das Ansteckungsrisiko für Reisende ist sehr gering, da die Übertragung nahen Kontakt mit einem kranken Patienten und seinen Ausscheidungen oder Körperflüssigkeiten  oder einem infizierten Tier erfordert.  So lange die infizierte Person nicht erkrankt ist, kann sie auch andere Personen nicht anstecken. Eine Übertragung durch die Luft ist nicht möglich. Die bisherigen Erkrankungsfälle in den Industrieländern, sei es USA, Frankreich, Deutschland, Spanien  etc. waren jeweils Personen, die mit Erkrankten unmittelbaren Kontakt hatten (Ärzte, Pflegepersonal, Angehörige). 
Aus diesem Grund schätzt die WHO auch das Risiko, sich während eines Fluges an einem infizierten Mitreisenden mit Ebola zu infizieren, als sehr gering ein und sieht bisher keine Notwendigkeit für internationale Reisebeschränkungen. Bislang gibt es international keinen Fall, bei dem sich eine Person auf dem Flug angesteckt hat.

Ich hoffe, ich kann durch diese Informationen zur adäquaten Einschätzung von Ebola beitragen.
Es ist zu hoffen, dass die internationale Staatengemeinschaft den betroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia endlich in großem Umfang zu Hilfe kommt, um den Ausbruch möglichst bald zu beenden.
Gerne können Sie Ihre reisenden Kunden an mich verweisen, wenn sie  Fragen zu Ebola haben.

Mit freundlichen Grüße

Dr. Rosemarie Mazzola
Reisemedizinische Beratung Freiburg
Häge 20

79111 Freiburg

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