Speikobras und Treffersicherheit

Speikobras

Wie gelingt es einer Speikobra, die Augen eines Gegners zu treffen?

Um das herauszufinden, haben Forscher der University of Maryland folgendes Experiment durchgeführt: Ausgestattet mit einem Visier, das die eigenen Kopfbewegungen aufzeichnet, haben sie mit 500 Bildern pro Sekunde Angriffe von Speikobras gefilmt. Dabei fanden die Forscher heraus, dass die Kobras zunächst der Bewegung des Feindes folgten und gleichzeitig berechneten, wo er sich nach 200 Millisekunden befinden würde. Dorthin haben die Kobras dann gezielt - und getroffen.

Die Tiere können über mehrere Meter gezielt spucken. Wird das Gift nicht aus den Augen ausgewaschen, kann die Spuckattacke blind machen.

Zoologen der Universität Bonn haben herausgefunden, wie die Schlangen ihre Trefferquote maximieren.
Während sie das Gift mit hoher Geschwindigkeit aus ihren Fangzähnen herausschießen, bewegen sie den Kopf kreisend oder wippend hin und her. Der ganze Vorgang dauert durchschnittlich nur eine zwanzigstel Sekunde und ist mit bloßem Auge nicht zu sehen.
Die Kopfbewegung bewirkt, dass sich das Gift auf dem Ziel verteilt. Eine Kobraart schaffte es so, bei jedem Spucken mindestens ein Auge zu treffen.

Weitere Versuche zeigten, dass verschiedene Kobraarten unterschiedlich erfolgreich sind. Die Schwarzhals-Speikobras trafen bei acht von zehn Versuchen mindestens ein Auge, die Roten Mosambik-Speikobras waren sogar zu 100 Prozent erfolgreich.

Forscher haben in Kenia die weltweit größte Speikobra entdeckt und als bislang unbekannte Art eingetragen. Die Ashe Speikobra (Naja ashei) wird knapp drei Meter lang und hat in einem Biss genug Gift, um 15 bis 20 Menschen zu töten: