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Selinda Spillway

Der Selinda Spillway stellt die Verbindung zwischen Okavango Delta sowie Linyanti und Kwando Gebiet bis zum Chobe und Zambezi Flusssystem dar. Bei sehr hohen Wasserständen ist es eine Art Überlaufkanal, durch den Wasser abfließen kann. Allerdings führt der Wasserweg, der durch das Selinda Reserve verläuft, nur recht selten wirklich Wasser. Ende 2009 war das nach etwa 30 Jahren zum ersten Male wieder der Fall. Dabei muss das Wasser, wie es scheint, auch sein Stück bergauf fließen, denn die beiden großen Becken, Okavango Delta einerseits und Linyant/Kwando Fluss- und Sumpfsystem, sind durch einen leicht erhöhten Erdrücken voneinander getrennt.

Selinda Spillway, Botswana, Okavango Delta

Geologischer Hintergrund

Der afrikanische Kontinent wird von geologischen Veränderungen entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruchs, der in Äthiopien beginnend über Kenia und Uganda bis nach Tanzania und weiter südlich verläuft.

Dieser Grabenbruch wird als Great African Rift Valley bezeichnet. Die Bezeichnung kommt vom englischen Verb „to rift“ = „reißen, auseinanderreißen“.  So heißt denn beispielsweise auch der Oberrheingraben „Upper Rhine Rift“.

Dieser Grabenbruch wird als Great African Rift Valley bezeichnet. Die Bezeichnung kommt vom englischen Verb „to rift“ = „reißen, auseinanderreißen“.  So heißt denn beispielsweise auch der Oberrheingraben „Upper Rhine Rift“.

In Tanzania spaltet sich der Graben in einen östlichen Teil, der durch Malawi und Mozambique verläuft, sowie einen südwestlichen Graben durch Zambias Luangwa Valley und das Kariba Valley bis Victoria Falls. Von Victoria Falls erstreckt sich der Graben in südwestlicher Richtung durch das Chobe-Linyanti Gebiet bis zum Okavango Delta.
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Afrikanischer Grabenbruch - Great Rift Valley



http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Afrikanischer_Grabenbruch


In Tanzania spaltet sich der Graben in einen östlichen Teil, der durch Malawi und Mozambique verläuft, sowie einen südwestlichen Graben durch Zambias Luangwa Valley und das Kariba Valley bis Victoria Falls. Von Victoria Falls erstreckt sich der Graben in südwestlicher Richtung durch das Chobe-Linyanti Gebiet bis zum Okavango Delta.

Das Okavango Delta bildete sich innerhalb etwa der letzten 3 Millionen Jahre dort, wo der Graben die Kalahari in südwestlicher Richtung durchschnitt. Der Okavango Graben liegt zwischen zwei parallel verlaufenden Bruchlinien (engl.: fault lines). Die eine Bruchlinie, "Thamalakane Fault“ genannt, am südlichen Ende des Okavango Deltas verläuft etwa durch Maun. Die andere Bruchlinie, „Gomare Fault" genannt, befindet sich am nördlichen Ende des Deltas entlang des Selinda Spillway. Das Land zwischen diesen beiden südwestlichen Bruchlinien hat sich im Laufe der Zeit um etwa 300 m gesenkt.

Bevor sich diese Grabenbrüche bildeten, hatte sich hier einer der größten Binnenseen Afrikas gebildet, dessen Wasser nicht wie das Wasser des Okavango heute im Sand versickert, sondern wahrscheinlich über den Limpopo River in den Indischen Ozean floss. Denn als sich der Thamalakane Bruch aufwölbte, wurde der Okavango blockiert und das Delta entstand. Die so entstandene Senke füllte sich mit Sand und Sedimenten und schuf das Delta, wie wir es heute kennen.
Durch die seismischen Aktivitäten waren der Okavango River und die östlichen Fluss- und Sumpfgebiete voneinander abgeschnitten. Nur bei besonders hohen Niederschlägen in seinem angolanischen Ursprungsgebiet überwindet der Okavango River über den Selinda Spillway, der die Verbindung in den Osten darstellt, den Höhenunterschied. Dieser Höhenunterschied ist äußerst gering; zwischen dem nördlichen Ende des Deltas am Pfannenstiel, dem Panhandle, und dem südlichen Ende bei Maun beträgt der Höhenunterschied bei einer Entfernung von etwa 250 km nur etwa 60 m.

Das Okavango Delta ist geologische sehr dynamisch und ändert sich je nach Wassermenge, Regenfällen und Vegetation beständig. Dank dieser Dynamik haben sich abwechslungsreiche Lebensräume für Pflanzen und Tiere gebildet.