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Reiseberichte 2009

Hallo Steffi,
zunächst möchten wir uns mal ganz herzlich bedanken für deinen Beitrag, der zu unserer Safari mit Didi führte. Wir haben damit wirklich das große Los gezogen/ es war weit mehr, als wir erwartet hatten. Didi bat uns, dir von uns eine Rückmeldung zu geben, was wir hiermit gerne machen. Wir sind jetzt noch die nächsten Monate hier in Sambia, weil wir an zwei verschiedenen Schulen unterrichten... Für uns war es die erste Safari mit Didi, aber mit Sicherheit nicht die letzte.
Herzliche Grüße
Inge & Horst

Die Safari 

Freitag, 31.08.2009
Es ist der Tag vor Beginn der Camping-Safari. Wir wollen noch einige Einkäufe erledigen und fahren dazu von der Gossner Mission nach Lusaka Stadtmitte zum Manda Hill Shopping Center mit Minibussen (3000KW pro Person bis Citymarket, d.h. ca.0,43€). Der Toyota-Bus füllt sich bis dahin mit 19! Leuten inklusive Fahrer und Kassierer. Ein bisschen Aufschlag gibt es meistens bei Touristen, aber Einheimische achten offenbar darauf, dass er nicht zu hoch wird. Der boy (Menschen-Einsammler und Kassierer) will uns am Citymarket herauslassen. Der Stau beginnt jedoch schon weit vorher: Die Minibusse wechseln abenteuerlich die Fahrspur und die Richtung ! Irgendwann werden wir an einer Tankstelle rausgeschmissen. Ein freundlicher, gut gekleideter Sambianer lotst uns durch eine quirlige Busstation zum richtigen Bus zum Shopping-Center. Den hätten wir alleine nur unter viel Mühe gefunden. Übrigens, in die Minibusse drängen sowohl Sakko-Tragende wie auch ärmlich gekleidete. Ein Bus-System scheint es nicht zt geben, zumindest nicht nach Fahrplan.

Die nächste Strecke zu unserem eigentlichen Ziel kostet noch mal2800KW. Insgesamt sind es bestimmt 16km. Manda Hill ist ein riesiges Shopping-Center mit Shoprite Supermarkt, Kaufhaus, Boutiquen und einer Foodmeile. Nach dem Einkauf wollen wir auf dem Rückweg nicht wieder durch die Stadt fahren, sondern versuchen auf einer Abkürzung einen Minibus zu bekommen, was uns nicht gelingt, sondern zu einem ziemlich langen Fußmarsch führt. Also,es gibt Straßen, auf denen keine Minibusse verkehren, eigentlich geht alles über die ständig verstopfte Stadtmitte.

Noch mal zu den Temperaturen: Tagsüber angenehm warm, in der Sonne fast zu warrn (26"C), nachts kalt (ca. um die 10"C) - ohne lange Kleidung ist an Schlafen nicht zu denken. Da es spätestens um l8.30Uhr dunkel wird, geht man auch früh schlafen (spätestens 22.00Uhr - meistens früher, da man das Gefühl hat, es sei schon lange tiefe Nacht).

Samstag, 01.08.09 (1.Tag) 
Didi t holt uns mit seinem Toyota Landcruiser von der Gossner Mission ab und führt mit uns zum Pioneers Camp östlich von Lusaka. Das ist ein richtiger Campingplatz außerhalb der Stadt im Busch mit Cottages und Zeltplatz, uriger Bar und Restaurant und sauberen Duschen/Toiletten. Es gibt sogar einen Mini-Pool und jederzeit kostenlosem Tee und Kaffee.

Horst und Inge machen noch einen Spaziergang die Piste hinunter bis zu einem Tor: keine Tiere - zumindest keine großen. Auf dem Camping-Platz werden wir in Auf- und Abbau des Zeltes eingewiesen (ein Hemingway- Zelt, in dem man stehen kann), essen einen Mittags-Snack und quatschen. Am Abend gibt es im Restaurant ein flirstliches Steak mit Salat, Gemüse und selbstgemachten Pommes und viel Bier (Gesamtkosten 175.000KW, davon pro Steak 50.000KW : ca.7€). Zweimal gibt es einen kurzen Stromausfall. Einige andere Safari-Touristen sind auf dem Platz, aber z. T. in Cottages untergebracht. Die Nacht ist kalt, aber wir haben warme Schlafsäcke und Wolldecken.

* Didi: Dietmar Reimold, Tour-Guide und Chef von www.shamisotours.com ist ein von der Sonne gegerbter Naturbursche, 49 Jahre alt, im Safari-Look, mit interessant geschnittenem Schnauz- und Kinnbart und kleinem Zopf, im Gelände mit Mütze und hohen Büffellederschuhen.

Was wir aus den vielen Erzählungen über sein Leben behalten haben: Ist in den 80er Jahren drei Jahre lang mit Bettina durch Afrika gereist, seit 1990 lebt er auf einer Farm in Zimbabwe und organisiert Safaris im südlichen Afrika, am liebsten (wieder) in Zimbabwe, aber auch in Namibia, Botswana, Sambia, Malawi, Tansania. Am Malawi-See hat er ein kleines Haus mit Campground. 2005 wurde seine Farm in Zimbabwe enteignet, Didi und seine Familie lebten 4 Monate in Malawi, nachdem zwei seiner Nachbarn erschossen worden waren. Inzwischen leben er und Bettina wieder ,,illegal" in ihrem Haus - die Kinder sind im Internat in der Nähe - und alle hoffen ihr Eigentum rechtlich wiederzubekommen, sobald Mugabe weg ist.
Didi findet, Afrika ist der schönste und abwechselungsreichste Kontinent der Welt und er erfreut sich immer wieder an dessen Natur und Tierwelt.

Seine Safaris können ganz individuell zusammengestellt werden, je nachdem, wie viele Teilnehmer mitfahren und was diese sehen wollen. Didi kennt die afrikanische Mentalität (und die Gesetze) ausgesprochen gut, was

sich besonders im Umgang mit den Polizisten in den immer wiederkehrenden Kontrollen zeigt.

Außerdem ist er ein begnadeter Automechaniker und kennt sich sehr gut in Flora und Fauna Afrikas aus. Nicht zu vergessen, er ist ein ideenreicher Buschkoch, der seinen Gästen gesunde und abwechselungsreiche Vollverpflegung anbietet, und er weiß genau, wo es sauberes Trinkwasser und frisches Gemüse und Fleisch gibt.

Last, but not least, der zuverlässige Kühlschrank bietet ftir alle Gelegenheiten gekühlte Getränke - besonders Bier; und für den südafrikanischen Rot- und Weißwein gibt es sogar stilvolle Weingläser. Am Feuer ist er ein toller Gesprächspartner, egal, ob es um politische, soziale und wirtschaftliche Themen oder um den Austausch interessanter Erlebnisse geht. Nach und nach wird klar, dass seine abenteuerlichen (Reise-)Geschichten wirklich wahr sind! Wir haben das Glück von diesem interessanten Menschen die nächsten 3 Wochen begleitet zu werden, sozusagen in einer Privat-Safari.

Sonntag, 02.08.09 (2.Tag)
Aufstehen um 7.00h, die Sonne kommt über die Hügel, aber es ist noch kalt. Didi hat für uns ein englisches Frühsttick bestellt. Nachdem wir das erste Mal das Zelt abgebaut und alles im Auto verstaut haben, fahren wir noch ins Manda-Hill und kaufen im Shoprite frische Lebensmittel ein - es ist Sonntag und ein Riesenandrang. Wir umfahren dann die Stadt nördlich durch ärmere Handwerkersiedlungen: auf der Straße werden Möbel, Metallwaren, Baustoffe u.v.m angeboten. Wir sehen Menschen größere Steine in kleinere hauen, die dann als Schotter verkauft werden. Über die Great North fahren wir bis in die Nähe der Grenze zum Kongo nach Kapiri Mposchi, tanken am Abzweig und Didi klärt uns über die Gefahren beim Tanken auf: darauf achten, dass die Tanksäule auf Null steht, zwischendurch kein Kanister von irgendwem gefüllt wird und auf die Tankkappe aufpassen - die werden gern geklaut und weiter verkauft.

Je mehr wir über Land fahren, desto mehr typische sambianische Siedlungen sehen wir: Rundhütten, die Toilettenhütten mit Elefantengras abgeteilt. Die Dörfer liegen mehr oder weniger nah oder versteckt entlang der Straßen. Und wo immer sich eine Möglichkeit bietet, etwas zu verkaufen, liegt oder steht etwas am Straßenrand: Holzkohle, Honig, Gemüse, Obst (2.8. Orangen, Papayas). Wir kaufen an dem Stand einer Kooperative, die Gemüsefelder bewirtschaftet und eine Wasserpumpe hat (Didi: bei Frauen - die bescheißen uns nicht) Gemüse: Zambia-Spinat, Brokkoli, Möhren, Knobi und an einem anderen Tomaten (2 kg für 1500KW: ca. 20ct). Viele Menschen sind wieder zu Fuß unterwegs - oft kilometerweit, oder manche transportieren z.T . große Gegenstände wie Säcke oder auch lebende Tiere auf dem Gepäckträger eines Fahrrades.

Wir steuern ein Farm-Camp zwischen Mpulo und Mkushi an: Forest Inn. Vorher haben wir noch Feuerholz gesammelt. Auf dem Campingplatz stehen wir allein, allerdings scheinen mehrere Cottages belegt zu sein. Hier haben wir das letzte Mal bis gegen Ende der Tour Strom. Nach einer tollen Dusche trinken wir erst mal einen Wein aus Didis unerschöpflichen Vorräten und schnibbeln dabei Gemüse. Es gibt Hackfleisch- /Gemüsesoße mit Spaghetti auf dem Feuer gekocht.

Montag. 03.08.09 
Als wir um 7.00h nach l0 Stunden Schlaf im Forest Inn aufstehen, ist die Sonne seit einer halben Stunde aufgegangen, das Thermometer zeigt 8,4 Grad C und Didi bereitet gerade das Frühstück vor. Um ca. 9.00h geht's weiter auf der Great North Road Richtung Mkushi. Dort fahren wir nach links in den Ort, es sind viele

Menschen unterwegs. Didi möchte im Immigration Office sein Visum, das am 07.08. abläuft, verlängern. Leider ist das nicht möglich, da heute Feiertag ist (Farmers Day- jeden ersten Montag im August). Didi möchte daher wenigstens Geld am Bankautomat ziehen. Er schiebt seine EC-Karte ein (bei bestimmten Banken geht das) und tippt den Höchstbetrag: 2.000.000KW. Der Automat rattert, es kommt die EC-Karte heraus, was nicht kommt, ist das Geld! Nach einem kurzen Gespräch mit dem (bewaffneten!)Wachmann der Bank, meint dieser, man dürfe höchstens 1.000.000KW ziehen. Nach einem Blick auf den Beleg stellt sich Erleichterung ein,,No account debited", d.h. Didis Konto wird also nicht belastet.

Auf der Weiterfahrt auf der Great North kommen wir an vielen Ständen vorbei. Didi hält an einem und wir kaufen Bohnen und Süßkartoffeln. An dem Stand sieht man nur Frauen, die Didi gern untersüitzt, weil das Geld dann den Kindern und Familien zugute kommt - Männer neigen oft dazu das Geld in Alkohol umzusetzen und versuchen überhöhte Preise zu verlangen, während Frauen nach Didis Aussage auch von Touristen/Weißen faire Preise verlangen. Bei der Weiterfahrt kommen wir nahe an der Grenze zum Kongo vorbei, man sieht Hochspannungsmasten und Leitungen. Sambia importiert Strom vom Kongo, obwohl das Land genügend eigene Energie durch Wasser erzeugen könnte.

Nach 5 Stunden Fahrt biegen wir in die D 235 nach Norden ab, von hier sind es noch ca. 50km bis zu unserem Ziel: dem Kasanka Nationalpark. Nach der Anmeldung am Parkeingang fahren wir im Park zunächst durch dichten Wald mit kleinen Bäumen.

Plötzlich an einer Lichtung bekommen wir unsere ersten Tiere zu sehen: es sind Hippos (Flusspferde) in ca. 1,5 km Entfernung, die sich am Flussufer tummeln und laut hörbare Rufe von sich geben. Wir fahren weiter zu einem der beiden Campingplätze innerhalb des Parks und sind völlig alleine. Der Platz ist relativ klein, er bietet Raum für 2-3 Camper. Später um ca. 16.00h kommt noch eine Familie mit 2 Töchtern aus Johannisburg dazu.

Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser, ein sehr sauberes Plumpsklo und eine ,,Buschdusche". Letztere besteht aus einer mit Gras umhüllten Betonplatte und einem Kanister, der am Seil an einer Astgabel hängt. Am Kanister ist ein Duschkopf mit Hahn angebracht. Dieser Kanister wird auf Wunsch von 2 Boys mit warrnem Wasser aufgefüllt und reicht bei ausgiebigem Verbrauch für eine Person, bei einer Schnelldusche für 2. Zwei Feuerstellen und bereitliegendes Brennholz sind vorhanden. Ein Eimer mit Brauchwasser aus dem nahegelegenen Flussarm (ca. 100m entfernt) steht bereit, Trinkwasser haben wir vorher genügend gebunkert. Dies ist eines von mehreren Community-Camps, das von Bewohnern der Dorfgemeinschaft bewirtschaftet wird und deren Einnahmen direkt zurück ins Dorf fließen.

Didi bereitet wie immer ein warmes Abendessen, und wir helfen dabei. Ein mitgebrachter Grillrost steht über dem ständig brennenden Feuer, so dass immer genügend heißes Wasser für Kaffee und Tee zur Verfügung steht. Nach einem sehr schönen Sonnenuntergang über flachem Buschland essen wir zu Abend, trinken dabei Rotwein und setzen dieses anschließend bis ca. 23.00h mit vielen interessanten Diskussionen am Lagerfeuer fort. Danach legen wir uns, für afrikanische Verhältnisse zu sehr später Nacht, völlig ermüdet ins Zelt und schlafen wie gewohnt bis zum nächsten Morgen um 7.00h.

Dienstag, 04.08.09  
Didi hat am Vortag einen Ranger als Guide (Führer) bestellt, mit dem wir ab 8.30h eine Wander-Safari machen wollen (Game-Walk: Wildbeobachtung zu Fuß). Bevor wir unser Camp verlassen, räumen wir noch alle unsere Campingsachen gut weg, da dort häufig Paviane (Baboons) auftauchen, die alles durcheinander wirbeln oder klauen.

Unsere Wanderung geht kilometerweit durch Gras- und Sumpflandschaften, die von kleinen Termitenhügeln und einzelnen Bäumen bzw. Baumgruppen und Elefantengras unterbrochen werden. Unser Guide zeigt uns viele Vogelarten, u. a. auch mehrere Adler. Unterwegs sehen wir ständig eine große Anzahl Puku-Antilopen, die immer einen Mindestabstand von 200-300 m zu uns halten.

Einmal rennt eine ganze Herde von der gegenüberliegenden Flussseite zu uns herüber, plötzlich stoppt die Herde - bei einem Blick durchs Fernglas wird klar, warum: am Ufer, ca. 1 km von uns entfernt, liegt ein ca. 3-4m langes Krokodil. Wir versuchen uns leise zu nähern, aber plötzlich taucht es ab und ist weg.

Plötzlich bleibt der Guide stehen und zeigt zum ca. 1km entfernten Flussufer. Auf der gegenüberliegenden Flussseite befindet sich eine Gruppe von 5-8 Elefanten, die dicht zusammen laufen. Ein Blick durchs Fernglas bzw. durchs Teleobjektiv der Kamera zeigen, dass Jungtiere, Kühe und Elefantenbullen mit langen Stoßzähnen

dabei sind. Didi und unser Guide meinen, dass die Gruppe mit den Jungtieren unberechenbar ist. Sie kommen uns am gegenüberliegenden Ufer entgegen, so dass wir einen Sicherheitsabstand von etwa einem Kilometer halten können. Ein Elefantenbulle bleibt plötzlich stehen und streckt den Rüssel hoch in unsere Richtung, er riecht und sieht uns, dann geht die Gruppe fressend langsam weiter. Am Ende der Gruppe sehen wir plötzlich hinter einer Baumgruppe große Staubwolken aufwirbeln. Offensichtlich kämpfen zwei Jungbullen gegeneinander.

Gleichzeitig steigt eine große Anzahl von Vögeln auf und kreist über der Stelle.

Wir gehen ein Stück weiter und sehen dann die beiden Elefanten, deren Kampf beendet scheint. Einer der beiden läuft nach rechts am gegenüberliegenden Flussufer entlang, um Anschluss an seine Gruppe zu finden, der andere geht durch den Fluss und kommt direkt auf uns zu. Inge rutscht das Herz in die Hose, aber auch unsere beiden Führer schätzen die Situation nicht mehr als ungefährlich ein.

Wir gehen einfach etwas schneller des Weges und sehen dann, wie der Einzelkämpfer unseren Weg in ca. 200m Entfernung kreuzt und weiter in Richtung Wald läuft. Der Guide stößt, unterstützt von Horst, laute Ruf- und Pfeiftöne aus, die den Elefanten vertreiben sollen.

Offenbar mögen Elefanten keinen Lärm. Danach kommt kein Elefant mehr in unser Blickfeld. Nach weiteren 1-2 km sehen wir dann 3-4 Hippos in ca. 300m Entfernung am Flussufer auf unserer Seite in der Sonne liegen. Unser Guide will uns noch näher heranführen, aber Didi meint, das sei zu gefährlich. Falls sie aufgeschreckt auf uns zulaufen, bietet die Graslandschaft an dieser Stelle wegen fehlender Bäume wenig Schutz. Und Inge hat eigentlich auch schon genug Wildbegegnung... Ab nun treten wir den Rückweg an. Unser Guide schlägt vor,

nicht durch den Wald zu gehen, da sich möglicherweise dort die Gruppe der Elefanten getroffen hat und im Wald die Sichtweite zu gering ist. Unser Rückweg geht dann über das gleiche offene Gelände wie auf dem Hinweg, so dass wir wieder eine Sichtweite von mehreren Kilometern haben. Unser Camp ist schon von weitem zu sehen, da es von hohen, ca. 300 Jahre alten Mahagoni-Bäumen umgeben ist. Nach 4 Stunden Game-Walk sind wir gegen Mittag wieder zurück. Didi prägt den Begriff des Survival-Beer (Überlebensbier), das es nun zu genießen gilt. Er sagt uns, dass er selbst überrascht ist, wie viele Tiere wi zl sehen bekommen haben. Er hat schon häufiger Gruppen durch diesen Park geführt, dabei jedoch nur in Ausnahmefällen Elefanten und Hippos zu sehen bekommen.

Mittwoch. 05.08.09 
Wir machen noch eine kleine Runde mit dem Auto durch den Kasanka-Park zu einem Aussichtspunkt, den Didi und Horst allein erklimmen, da er 18 m hoch im Baum ist. Dort sehen sie kurz zwei seltene Sitatonga-Antilopen. Aus dem Park heraus biegen wir bald in einen Track nach Norden ein. Es geht stundenlang über einen schmalen unbefestigten Weg durch Wälder und Buschlandschaften, und gegen Mittag taucht der Waka-Waka-Lake auf, ein Krokodil- und Bilharziose-freier See, den Horst zu einem kleinen Bad nutzt (Didi und Inge warten lieber auf die heißen Quellen). Dort machen wir ein Mittags-Picknick. Dann geht's weiter durch einen kleinen Fluss und teils über schlechte Pisten Richtung Norden zu den Bangweulu- Sümpfen. Wir fahren durch eine nicht enden wollende Kette von Bisa-Dörfem (eine Volksgruppe, die teils in den Sümpfen vom Fischfang, teils in den Dörfern vom Cassava (: Maniok-) Anbau lebt. Wenn man an den Dörfern vorbeiführt, kann man gar nicht aufhören, den um Süßigkeiten bettelnden Kindern (woher haben die das bloß?) und Menschen – an ihren Hütten sitzend oder auch arbeitend (eher die Frauen) zuzuwinken. Manche Häuser sind schön verziert und bemalt, mit verschiedenen Mustem und Farben, teils blühen Bougainvilea - die Dörfer sehen blitzsauber aus. Es wachsen Orangen, Mangos und eben Cassava. Wir sehen viele Schulen, insbesondere Basic-Schools (Grundschulen). Uns kommen Unmengen an Menschen entgegen, oft voll beladen auf Fahrrädern (sie brauchen teils mehrere Tage, um ihr Verkaufsgut in den nächsten Ort zl transportieren) oder von A nach B zu Fuß gehend, Frauen oft ihre Last auf dem Kopf transportierend. Die letzte Wegstrecke der langen Fahrt zu den Sümpfen hin ist sehr schlecht, und wir kommen nur langsam voran, aber Didi meistert dies und so manche Fluss- und Bachpassage mit Geduld und fahrsicherem Können. Die letzte Strecke vor den Sümpfen endet in einer riesigen Ebene, die mehr Staub als Gräser enthält.

Von weitem erkennen wir Luftspiegelungen und viele Erhebungen, die Termitenhügel sein könnten. Plötzlich hält Didi an einer Ansammlung dieser „Erhebungen" an, und wir sehen, dass dies tausende von schwarzen Moorantilopen (Black Lechwe) sind, die sich friedlich grasend über diese Ebene verteilen - ein überwältigendes Bild. Dann verlässt Didi mit einem Lenkausschlag die schlechte Wegstrecke und düst - Staubwolken hinter sich lassend - über die harte Savanne. Schließlich kommen wir am Rand der Sümpfe an und müssen für das letzte Stück eine halbe Stunde Bootsfahrt in Kauf nehmen, um zum Shoebill-Camp zu gelangen, da die Autozufahrt noch unter Wasser steht. Wir packen die wichtigsten Gepäckstücke ins Boot, Didi lässt den Jeep unter Bewachung stehen, und zwei Ranger bringen uns, durch die Sümpfe stakend, ins Camp. An der Anlegestelle sind wir schnell von Männern und Kindern umringt, die neugierig zusehen, was wir alles ins Boot packen. Viele der Männer sehen versoffen aus, und wir erkennen, dass sie billigen Fusel aus Plastiktütchen in irgendein Getränk kippen. Die Kinder sehen schmutzig aus und haben zerrissene Kleider.

Im Camp sind wir fast die Einzigen, lediglich in einem der Zelt-Lodge Unterkünfte scheint jemand zu sein. Diese sehen sehr ungepflegt und schmuddelig aus. Man versucht, Luxus vorzugaukeln, indem man ein WC installiert hat (mit angeschlossener Wassertonne, die nach wenigen Spülungen wieder gefüllt werden muss), das aber nicht funktioniert. Die Dusche ist eine Busch-Dusche, die genauso funktioniert, wie die im Kasanka NP. (Ein Vollpensionspreis von 230 pro Nacht und Person steht jedoch in keinem vernünftigen Verhältnis zum gebotenen Service).

Der Ausblick von unserem Zeltplatz aus ist spektakulär: In der Abenddämmerung sehen und hören wir Herden von Moorantilopen durch den Fluss ziehen. Hippos grunzen aus dem Schilf und immer wieder rauscht das Wasser vom Springen der Antilopen (oder vom Kampf eines der Krokodile?)

Donnerstag, 06.08.09 (6. Tag):
Für den Vormittag hat Didi für uns eine Bootsfahrt durch die Sümpfe organisiert. Wir sehen unendlich viele Vögel, mehrere Storcharten, Moorhühner, Pelikane und viele andere, die wir nicht kennen oder deren Namen wir vergessen haben. Auf eine Pirsch zu dem berühmten Schuhschnabelstorch (Shoebill) verzichten wir, weil wir hören, dass man u. U. stundenlang durch knietiefes Wasser waten muss und nachher überall Blutegel an den Beinen hat, um einen Blick auf ihn zu erhaschen. Wir unterhalten uns nett mit unseren beiden Rangern. Unterwegs sehen wir viele Fischer in ihren unglaublich schmalen Einbäumen, die ihre Reusen und Haken kontrollieren.

Schon im Morgengrauen hat Inge die Silhouetten der Einbäume mit ihren stakenden Fahrern gesehen. Als ein vollbesetzter Einbaum uns entgegenkommt, fotografieren wir die Familie im Boot. Bei der Vorbeifahrt schaut uns der Fischer des Bootes böse an und sagt etwas zu unseren Rangern. Aus dem kurzen Wortwechsel geht hervor, dass der Fischer die Herausgabe des Fotos verlangt. Horst bietet an, es zu löschen, aber er besteht auf eine Herausgabe (als wenn damit das Bild für uns nicht mehr da wäre!). Wir lösen das Problem, indem wir anbieten, das Foto an die Ranger in Shoebill zu schicken, sobald wir es in Lusaka ausdrucken können. Didi hat nachher die Idee, dass sein Partner Damian es vor der nächsten Tour im September von der Gossner Mission abholen kann, um es später zu überbringen. Zurück im Camp bringt man uns noch Wasser für eine heiße (d.h. lauwarme) Dusche, danach bringt uns das Boot samt Gepäck zum Auto zurück.

Es geht auf schlechter Piste viele Kilometer durch endlose Dörfer, und wieder müssen wir winken und grüßen. Radfahrer (zumeist ohne Bremse) landen oft mehr oder weniger rasant in der Böschung, wenn sie ein Auto sehen: Das Recht des Stärkeren!

Didi hat die Idee, unsere Wasservorräte an einem der Brunnen mit Pumpe in einem der Dörfer aufzufüllen. Wir halten am lersten Brunnen an - das halbe Dorf kommt zusammengelaufen, und einige Männer erklären, die Pumpe sei kaputt. Nach näherer Untersuchung meinen Horst und Didi fachmännisch: Die Verbindung zwischen dem Pumpgestänge und dem Pleuel des Pumpzylinders fehlt - eine kleine, einfache Sache, wenn man sich nur darum kümmert. Wir erklären, was zu tun ist, die einheimischen Männer lachen und bedanken sich, dann fahren wir weiter. Am nächsten Brunnen: Das gleiche Problem, die gleiche Kommunikation. Als wir den dritten Brunnen sehen, denken wir, der muss doch jetzt wohl endlich mal funktionieren - aber: Fehlanzeige!

Diesmal erklären Didi und Horst ihnen ganz genau. wie sie ihn reparieren könnten. Didi anschließend bei der Weiterfahrt: ,,Das machen die sowieso nicht. Sie schicken die Frauen lieber kilometerweit Wasser holen, oder sie trinken das schlechtere Wasser aus ihren traditionellen Brunnen. (Die vorigen kaputten Brunnen waren alle von gleicher Bauart und durch Entwicklungsgelder finanziert. Was hier fehlt: Maintenance: Instandhaltung, Pflege - unser Schlagwort der ganzen Tour) Wir haben uns entschlossen, nur eine Nacht im Shoebill-Camp zu verbringen und dann nach der Bootsfahrt in Richtung Great North zu fahren, dort im Busch zu übernachten, um am nächsten Morgen aufjeden Fall Didi's ,,Extension", also die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung im Immigration Office in Mpika vorzunehmen. Dies muss man trotz eines 3-Monatsvisums alle 4 Wochen in einer District-Hauptstadt machen, um keine Schwierigkeiten zu bekommen.

Unterwegs füllen wir an einem klaren Fluss unsere Trinkwasserflaschen aul Didi sucht dann eine Stelle, um (verbotenerweise) im Lawshi Manda NP ein Busch-Campingzu machen. Auf dem Weg taucht plötzlich ein Schakal auf, der aber schnell wieder verschwindet, als er uns bemerkt. Dann fahren wir ca. 200 Meter ins Buschgelände - kleine Bäume werden plattgefahren - und verbergen unser Camp hinter einem großen Termitenhügel, so dass es von der Piste aus nicht zu sehen ist. Wir bauen unsere Zelte auf, machen Feuer und Essen und einmal am Tag: Zähneputzen - das reicht auch!

Freitag, 07.08.09 (7. Tag):
Morgens suchen wir wieder den Weg zur Piste, kommen bald auf die Great North, die teilweise mit Schlaglöchern übersät ist, so dass mancher Fahrer, der sie zu spät sieht (besonders nachts), sich einen Achsbruch einhandelt. Wir erreichen am Vormittag Mpika, eine schwarze Kleinstadt, tanken erst mal (vielleicht gibt es später keinen Diesel mehr), Horst wagt bei der Barclays Bank (nur Geldautomat) Geld zu ziehen, und tatsächlich kommen die georderten 500 O0O Kwatchas sowie Kreditkarte und Quittung heraus.

Didi setzt uns am Markt ab und besorgt in der Zwischenzeit seinen Visumsstempel.

Auf dem belebten Markt gibt es fast alles: Fahrradersatzteile, Töpfe, Öl, Hülsenfrüchte, Cassava, Hirse, Gemüse und Obst. Einige junge Männer spielen „Draft": Dame mit Kornkorken und einem einfachen selbstgezeichneten Brett - Arbeitslose? So ein bisschen unwohl fühlt man sich schon, wenn alle einen anstarren - als Exoten. Wir kaufen für 1000KW (ca. 0,14€) 10 kleine Bananen und Inge ersteht für 12000KW (keine 2) einen traditionellen Chitenga, den die Frauen hier um die Hüfte wickeln, eigentlich ein Stück Stoff, das nicht einmal gesäumt ist.

Dann geht es zurück nach Süden, und wir sehen ein Phänomen, das Didi uns schon angekündigt hatte: An einem der zahlreichen Schlaglöcher taucht, sobald ein Motorengeräusch hörbar wird, ein Boy auf, schippt 2 Schüppen Dreck in das riesige Schlagloch und hält danach die Hand auf. Im Rückspiegel können wir nach der Weiterfahrt beobachten, wie der Bursche wieder im Busch verschwindet und auf das nächste Auto wartet, ohne dass das vorhandene Schlagloch wesentlich dezimiert wird: afrikanische Bauernschläue!

Nach etwa 80km in Richtung Süden biegen wir dann östlich in eine Piste, die nach Mutinondo Wildemess führt. Die gut instand gehaltene Piste führt uns in ein wildes Gebiet, das aus Gebirgsgestein und Wald besteht. Der höchste Berg ist ca. 1600m, und das Camp selber liegt auf 1400m: ein Kleinod eines Paares, das dieses Gebiet gepachtet hat und darauf mit viel Liebe und ökologischem Bewusstsein einen Campingplatz, Chalets, eine Bar und ein Restaurant aufgebaut hat. Der Campingplatz ist mit viel Liebe zum Detail gebaut worden: offene Spülstellen, ein Becken zum Wäschewaschen, Duschen, die mit einem ausgeklügelten System warmes Wasser erhalten und Mülltrennung. Jeder Stellplatz hat Tische und Bänke, eine Art Theke mit Feuerstelle zum Kochen und viel Platz. Horst und lnge machen noch einen ,,Waschtag", einen Spaziergang zum Fluss, der sich als Kombination aus See, relativ breitem Fluss und Wasserfall entpuppt. Das Wasser für die Anlage wird von hier per Solarstrom nach oben gepumpt. In dem See kann man baden, wenn einem die ca. 18'C nicht zu kalt sind und man kann Kanu fahren.

Das Tollste aber ist die Bar, die am höchsten Punkt der Anlage steht, wo man Sonnenauf- und -untergang beobachten kann. Hier stehen Holzstühle, die von Einheimischen gebaut sind, eine Feuerstelle ist vorhanden, und man kann sich mit Getränken (Spirituosen und Kühlgetränken) selbst versorgen und trägt die Menge in ein Buch ein. Wir nehmen unseren ersten (und zweiten) African Classic zu uns: Gin-Tonic und genießen den Sonnenuntergang.

Man nennt dies in Afrika: ,,Sundowner". Dazu gibt's kostenlos selbstgeröstete Erdnüsse. Didi hat unterdessen sein hervorragendes Chicken-Curry vorbereitet, und so folgt wieder ein tolles Abendessen. Frisch geduscht und mit frisch gewaschener Wäsche bekleidet haben wir eine ruhige Nacht von ca. 22.00 bis 7.00Uhr. Es gibt viele kleine Fliegen, die aber wohl nicht stechen, dafür keine Moskitos, denen ist es zu kalt.

Samstag, 08.08.09 (8. Tag):
Nach einem Frühstück bei nur 12-13"C gehen wir um ca. 8.30Uhr wandern und machen einen großen Bogen um das Camp, durch dichte Wälder und in die Nähe des höchsten Berges. Wir treffen auf Ausscheidungen vieler Klein- und Großkatzen sowie auf ,,Ausgrabungen" von Wildschweinen. Didi zeigt uns eine ,,Protea", einen Baum, der wunderschön blüht und dessen getrocknete Blüten nach Europa exportiert werden, um dann in ,,Allerheiligen-Gestecken" Verwendung zu finden. Wir sehen eine ,,Affen-Orange", deren Frucht zwar Gift (Arsen) enthält, aber von Pavianen (Baboons) geliebt und gegessen wird. Am Schluss der Wanderung kommen wir wieder an den Mutinondo-River, der mindestens 4 Wasserfälle und einige wunderschöne Badeseen enthält (der schönste: ,,Paradise Pool" ist ca. 1 Stunde vom Camp entfernt), die wir aber wegen des relativ kühlen Windes nicht getestet haben.

Nach der Wanderung folgt ein Relax-Nachmittag, den wir zum Tagebuchschreiben, Lesen und Rumhängen genutzt haben. Horst hat in dieser Zeit einige Fachgespräche mit dem Pächter Mike (einem gebürtigen Schotten von über 70 Jahren) über die technische Anlage geführt:

Am höchsten Punkt der Anlage, in der Nähe der Bar für den Sundowner, hat Mike sein Büro. Von dort aus hat er einen wunderbaren Rundumblick auf die benachbarten Berge. Vor seinem Haus befindet sich ein ca. 1,5 Quadratmeter großer Solarpanel, dessen Sonnenstrom vier l2Volt-Bleiakkus mit je 105Ah im Haus auflädt. An diese Akkus ist ein sogenannter Power-Converter angeschlossen, der die 12V Gleichspannung in 230Y Wechselspannung mit 50Hz (wahlweise auch 110V mit 60Hz ftir USA) umwandelt. Mike betreibt damit seine Geräte im Büro: zwei Laptops und einen Drucker. Horst erkundigt sich bei ihm über die näheren Einzelheiten des Power-Converters, der eventuell auch für die Schule in Mapanza interessant wäre. Mike gibt bereitwillig Auskunft: Das Gerät liefert eine Leistung von 500W, kostet 180US$ und kann in Lusaka bei der Firma Suntech gekauft werden. Mike zeichnet noch einen Teilauszug des Straßenplans von Lusaka auf ein Blatt, damit wir die Firma finden können.

Schon am Vortag waren Inge und Horst auf ihrem Rückweg von der Wanderung zum Wasserfall auf halber Berghöhe ein Solarpanel mit ca. 3 Quadratmetern Fläche aufgefallen. Daneben führte ein armdicker Schlauch (Kunststoffrohr) vorbei. Nach Mike's Angaben wird hier mit Solarenergie der gesamte Wasserbedarf der Anlage gedeckt, d.h. je nach Bewölkung werden pro Tag ca. 1000 bis 2000 Liter Wasser vom Fluss um 55 Meter hochgepumpt und in zwei Vorratsbehältem gelagert. Unter einem der Behälter befindet sich ein Holzkohleofen, so dass die Anlage stets mit kaltem und warmem Wasser versorgt werden kann.

Sonntag. 09.08.09 (9. Tag):
Nach einer dunklen, später monderhellten Nacht bauen wir ab, kaufen im Shop noch einige von Dorfbewohnern geschickt und mit günstigem, teils kostenlosen Material wie Kronkorken und Holz hergestellte Souvenirs, bezahlen und verabschieden uns freundlich von Mike.

Mutinondo ist wirklich ein Kleinod. Wir begeben uns wieder auf die Great North in Richtung Mpika. Bevor wir hineinfahren, kommt wieder die Polizeikontrolle, die wir nun zum dritten Mal passieren. Beim ersten Mal, als wir mit Didi zum Immigration Office gefahren sind, kam ein äußerst arrogant wirkender Polizist mit Stockchen (!?) ans Fahrerfenster, fragte, wohin wir fahren, woher wir kommen, wollte die drei vorgeschriebenen Warndreiecke, Feuerlöscher, Versicherungspapiere und schließlich Didis internationalen Führerschein sehen. Er nuschelte derart, dass selbst Didi ihn kaum verstand. Die letzte Frage überstieg Didis Geduld. Er sagte ihm, Zimbabwe sei Mitglied des SADC und es sei nicht nötig einen internationalen Führerschein zu haben, und - ,,you should know that my friend". Der Polizist grinste dümmlich und machte die Schranke auf.

Didi: ,,Der hat was gesucht, womit er uns Geld abnehmen kann." Bei der Rückfahrt wurden wir von einem anderen Polizisten einfach durchgewunken. Heute befürchtet Didi, der,,Dicke" sei da - der sei noch schlimmer, aber nein, eine Polizistin stoppt uns. Didi beginnt mit seinem üblichen Smalltalk, sie verlangt dann seinen Führerschein, fragt, woher wir kommen und wohin wir fahren und erkundigt sich, ob wir Wasser (!) für sie hätten. Wir suchen ein bisschen herum, finden keine kleine Flasche und bieten ihr an, etwas in eine Tasse abzufüllen. Darauf öffnet sie wortlos die Schranke (!?).

Didi meint, das sei nur eine Einleitung gewesen, um nach irgendeinem ,,Geschenk" zu fragen, sie hätte selbstverständlich genug Wasser bei sich. Wir können es einfach nicht fassen und glauben Didi immer mehr seine Schilderungen von korrupten Polizisten. Zu unserer Überraschung ist auch bei der Ausfahrt aus Mpika eine Polizeikontrolle, durch die wir aber problemlos durchgewunken werden. Wir fahren weiter auf der Great North Richtung Tansania, die nur von wenigen Fahrzeugen, vornehmlich Lastern fahren wird. Wieder einmal sehen wir einen liegen gebliebenen Laster am Straßenrand, der statt der Warndreiecke die hier üblichen Warnhinweise gelegt hat: Drei Baumzweige mit Blättern in gewissem Abstand vor und nach dem liegen gebliebenen Fahrzeug. Diese werden zu diesem Zweck mit einem Buschmesser frisch abgeschlagen. In diesem Zusammenhang erzählt uns Didi, dass ein grüner Zweig vor und ein grüner Zweig nach einer Zufahrt oder einem gewissen Grundstücksteil bedeutet, dass hier jemand gestorben ist.

Irgendwann biegen wir westlich von der Great North ab in Richtung Shiwa Ngandu. Dies ist ein Herrensitz am „See der königlichen Krokodile" (Lake of the Holy Crocodiles), den ein britischer Visionär 1920 hier in den Busch gebaut hat.

Umfangreiche Ländereien mit Rind-, Pferde- und Schweinehaltung umgeben den Landsitz. Das Herrenhaus werden wir uns auf dem Rückweg ansehen. Wieder laufen viele Menschen über den Weg zu ihren Häusem, die der Besitzer für seine Arbeitskräfte im europäischen Stil aus Ziegeln hat bauen lassen. Sogar eine Schule und ein Gesundheitszentrum gibt es. Alte Dampfmaschinen und sogar einen mit Dampf angetriebenen Trecker gibt es im Umfeld zu entdecken. Nach einem kurzen Stopp fahren wir weiter Richtung Kapislya Hot Springs, die auch dem gleichen Besitzer gehören.

Die Landschaft ist sehr vielfältig: In der Nähe des Landsitzes wachsen hohe Eukalyptusbäume, aus denen der Besitzer damals ätherische Öle gewonnen und vertrieben hat. Dann gibt es wieder sumpfige Ebenen, viele Palmen und sanfte Hügel mit Steinformationen. Im Camp ist Didis Lieblingsplatz am Fluss leider belegt und ein leerer Overlander-Bus (mindestens 15 Spanier, die wohl unterwegs zu einer Safari sind) nebst schwarzen Betreuern steht in der Mitte des Platzes. Wir campieren etwas abseits des Flusses, der wunderschön klar (und krokodilfrei) über kleine Stromschnellen fließt. Nach der Ankunft zieht es uns schnell in die warmen Quellen: Ein kleiner Teich, ca.37"C warm, die Quelle sprudelt aus mehreren Löchern aus dem sandigen Grund. Dort droht man einzusinken, wenn man stehen bleibt. Ein kleiner Damm staut das Wasser, lässt aber soviel abfließen, dass ein Wasseraustausch gewährleitstet ist. Herrlich ! Fast ist die (ohnehin eher kalte) Süßwasserdusche überflüssig.

Abendessen: Rindergeschnetzeltes mit frischem Gemüse, viel Sansibar-Curry und Pfeffer, dazu Nudeln - wie immer köstlich und scharf ! Ein einzigartiger Sternenhimmel mit Kreuz des Südens und Milchstraße ist vor Mondaufgang zu sehen.

Montag. 10.08.09 (10. Tag - Halbzeit der Safari)
Unser Umfeld:
6.30Uhr- 10,4oC
10.00Uhr -24oC

Die drei Fahrzeuge direkt am Fluss packen ein, und wir beschließen, umzuziehen. Vorher macht Didi zum Frühstück ein fürstliches Omelett, und es ergibt sich ein strategisches Gespräch mit dem Südafrikaner, der uns seit einigen Tagen mit seiner Familie folgt. Später wird auch der Österreicher mit Frau und Kind noch kommen.

Didi hat ihm versprochen, nach seinem Auto zu sehen, das Anspringprobleme bereitet. Sie sind auf einem einjährigen Tripp durch Afrika. Seine Arbeit in Südafrika ist beendet, und sie wollen auf dem Landweg nach Österreich fahren, auch durch den Sudan und den Jemen. Dies hat bei uns zu Diskussionen über die Sicherheit geflihrt. Nach dem Frühstück verlagern wir unser Camp direkt an den Fluss - ein herrliches Plätzchen ! Wir verbringen die Zeit mit Schreiben, Lesen, Sonnen, Baden (wohl zum letzten Mal in Sambia), Didi wäscht seine Wäsche und wartet das Auto.

Der Österreicher Gernot, seine südafrikanische Frau Lenka sowie der 4-jährige Sohn Oskar campen etwas oberhalb vom Fluss, dessen Uferplatz wir nun belegt haben. Von unserem Zelt sind es etwa 1,5m bis zum Flussufer, so dass wir uns nachts vorsehen müssen, nicht ins Wasser zu fallen. Gernot und Familie hatten wir schon vorher auf dem Campingplatz in Mutinondo kennen gelernt. Dort bemerkten wir, dass der Startvorgang seines Diesel-Toyotas ungewöhnlich lange dauerte. Didi als technischer Allround-Fuchs stellt nun mit seinem Vielfachmessgerät schnell fest, was die Ursache ist: Alle 6 Glühkerzen sind defekt, d.h. der Motor kann stets nur kalt gestartet werden. Ersatz dafür gibt es aber erst in Mfuwe - einige 100 km weiter. Ein weiteres Problem lösen Didi und Horst gemeinsam: Die Verbindung der Zweitbatterie zum Kühlschrank ist unterbrochen. Diese Unterbrechung muss irgendwo unter der Karosserieverkleidung liegen. Gernot betreibt daher den Kühlschrank (unerwünschterweise) mit der Starterbatterie über einen Power-Inverter (von 12 Volt Gleichspannung auf 230V Wechselspannung). Diese Lösung hat neben elektrischen Verlusten den Nachteil, dass bei durchlaufendem Kühlschrank die Starterbatterie geleert werden kann.

Als Ausweg wird eine Steckverbindung von der Zweitbatterie zum Kühlschrank hergestellt, so dass Gernot die Möglichkeit bekommt, den Kühlschrank während der Fahrt direkt mit der Starterbatterie und während des Stillstandes durch Umstöpseln mit der Zweitbatterie zu versorgen. Danach (ca. 16.00Uhr) spendiert Gernot zur Belohnung erst mal eiskaltes Dosenbier.

Danach gehen Didi, Inge und Horst in die Bar der Lodge, die zum Campingplatz gehört und trinken (ein weiteres) Bier. Die Lodge-Anlage ist sehr geschmackvoll angelegt: grasbedeckte Häuser mit einem vorgelagerten Garten am Fluss. Der Rasen ist satt grün infolge der unsichtbaren Dauerbewässerung. Den Abschluss des Tages bildet mal wieder ein köstliches Mahl von Didi: gebratenes Gehacktes, Zwiebeln, Knoblauch, Möhren, Spinat sowie viel Curry und Chili. Dazu gibt es Didi-Spezial: Faya-Reis in gerösteten Zwiebeln angebraten, dann mit Wasser aufgekocht --- lecker!!!

Als wir noch in der Lodge beim Bier sitzen, kommen die Spanier wieder, deren Bus schon in der Nacht zuvor verwaist auf dem Campingplatz stand. Wir befürchten eine unruhige Nacht, aber nach einem gemeinsamen Bad im Fluss sitzen alle relaxt hinter ihrem Bus am Feuer.

Unser Zelt steht so nahe am Fluss, dass wir nur noch das Wasserrauschen hören.

Dienstag. 11.08.09 (11. Tag)
Am nächsten Morgen fahren wir ca. 20km zurück zum Herrenhaus Shiwa Ngandu. Wir drei nehmen an einer Führung durch einen Teil des Hauses teil, der für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Neben vielen Sammelsti.icken und schönen Möbeln sowie einer umfangreichen Bibliothek können wir ein ,,Zimmer à la Kolonialzeit" besichtigen, das auch zu mieten ist. Es gibt einen wunderschönen Park um das Haus herum, unter anderem können wir einen Flammenbaum bewundern, der vor 50 Jahren von Elisabeth II gepflanzt wurde. Danach machen wir mit Didi einen Spaziergang zu den Gräbern des Hausherrn Steward Gore Brown und einiger seiner Verwandten. Die Gräber liegen auf einer Anhöhe und sind mit Blick zum See der königlichen Krokodile ausgerichtet.

Nachdem wir wieder beim Auto sind, nimmt Didi einen ,,Game-Drive" zurück zur Piste, und wir halten Ausschau nach Tieren. Zuerst sehen wir im Dickicht Springböcke, eine scheue Antilopenart und wieder Pukus. Später treffen wir auf eine Herde Gnus, die ca. 300m entfernt grasen. Horst geht etwas näher heran und kann einige gute Fotos schießen. Etwas später sehen wir von weitem Zebras zwischen den Bäumen und wieder Gnus als Begleitung. Didi schlägt eine frühzeitige Mittagspause an dieser Stelle vor, um zu warten, ob die Tiere näher kommen.

Und tatsächlich, erst nähern sich die Gnus und dann zögernd die Zebras. Ein tolles Erlebnis: Picknick mit Blick auf diese Tiere. Gegenüber steht auf einem Berg ein Sendemast, und wir ereichen Mirja (in Kroatien) und Inges Eltern per Handy.

Gegen 12.30Uhr sind wir wieder auf der Piste und fahren die Great North ein Stück südlich, um dann östlich auf die Piste zum North Luangwa National Park abzubiegen. Wir versinken immer wieder in tiefen Sandspuren - alles roter Sand - aber Didi bewältigt die Piste ohne Allradantrieb. Es geht wieder durch abwechselungsreiche Landschaften: Wälder, Dörfer, Felder wechseln sich ab. Wir passieren schließlich das Tor (Gate) zum North Luangwa NP, sehen auf dem Weg eine umfangreiche Siedlung, die flir die Ranger gebaut wurde, und kurz darauf erreichen wir das Mano-Camp, wieder ein Community-Camp. Unser Platz liegt wieder direkt am Fluss, mit Privatdusche und WC (!) sowie einem Feuer- und Kochblock. Auf einmal besucht uns ein Pärchen aus Deutschland, das unsere Namen im Gästebuch des Rangers gesehen hat. Wir laden sie ein, später auf ein Bier vorbei zu kommen. Didi kocht ein Menü: Süßkartoffeln mit dem Rest Soße von gestern, Tomatensalat mit viel Knoblauch und gegrillte Schweinekoteletts. Es wird wieder schnell dunkel und kühl, der Mond ist abnehmend und geht erst spät auf. Die beiden Deutschen, Torsten und Maren, kommen noch im Dunklen zu uns rüber. Sie haben ihr eigens Auto hier (mit Kasseler Kennzeichen) und machen eine Afrika-Durchquerung von Nord nach Süd, immer etappenweise zweimal im Jahr für 3 Wochen. Ihr Auto stellen sie jeweils bewacht an den erreichten Zielpunkten unter. Eine interessante Alternative zu einem Gesamtausstieg aus dem Job für ein Jahr. Es entwickelt sich (mal wieder) eine Diskussion ,,über den Schwarzen an sich", durchaus kontrovers. Die beiden und Didi fachsimpeln über Allradfahrzeuge. Wir gehen kurz nach 21.00uhr schlafen, und es wird schnell bitterkalt.

Mittwoch, 12.08.09 (12. Tag):
Morgens um 6.30Uhr zeigt unser digitales Thermometer 6,7oC an - der kälteste Morgen, seit wir hier angekommen sind. Wir frosteln um das Feuer herum, das Didi bereits angefacht hat.

Er macht uns ein hervorragendes Omelett mit Speck und Süßkartoffeln. Nach dem Frühstück geht unsere Fahrt vom Mano-Camp quer durch den North Luangwa Park zum Chifunda Busch-Camp. Dabei geht es von einer Höhe von ca. 1400m bis auf etwa 500m auf die Höhe des Luangwa-Flusses hinab. Wir fahren durch Wälder, und es geht stufenförmig zum Teil sehr steil abwärts. Didi muss seine ganze Fahrkunst aufbieten, um die steilen Abstiege zu meistem, die häufig von der vorangegangenen Regenzeit tiefe Querrillen und Brüche aufweisen. Leider bekommen wir von der schönen Landschaft nicht allzu viel mit, da wir durch ein Gebiet fahren, das von Tsetse-Fliegen verseucht ist, die schmerzhafte Stiche verursachen. Wir sind also vorwiegend damit beschäftigt, uns schlagenderweise von den Biestern zu befreien, aber für jede erschlagene Fliege kommen drei neue herein. Die Fenster müssen wir wegen der ständig steigenden Temperaturen offen lassen. Nach etwa 3 Stunden haben wir den Norlh Luangwa Park endlich durchquert und erreichen das breite, zum Teil ausgetrocknete Flussbett des Luangwa-Rivers. Die letzten Kilometer führt unser Weg durch ein flaches Gelände, in dem nur noch abgestorbene Rümpfe von Mopane-Bäumen stehen. Gleichzeitig hat der Schwarm der Tsetse-Fliegen deutlich abgenommen, es treten im Fahrzeug noch vereinzelt welche auf, die sich bis dahin im Gepäckraum versteckt haben. Diese werden dann von Inge mit unserem elektronischen Tennisschläger zur Strecke gebracht.

In der weit einsehbaren Ebene der Mopane-Rümpfe entdecken wir plötzlich den Schädelknochen eines Büffels, seine Wirbelsäule und Rippen liegen im Umkreis von 20m verstreut: Ein Löwenriss, den Rest des Fleisches haben sich dann wohl Hyänen und Geier geteilt. Dann ist es endlich soweit: Wir haben den Luangwa-River erreicht. Ein sehr großer Baum in Ufernähe wird von einer Horde Baboons (Paviane) bewohnt, die vereinzelt durch die Landschaft laufen und dann den Baum hoch klettern. Im Wasser sehen wir aus einer Entfernung von ca. 50m eine Horde Hippos (Flusspferde) faul in den Seerosen liegen. Torsten und Maren, die wir auf dem letzten Campingplatz kennen gelernt haben, sind bereits vorgefahren und durchqueren gerade mit ihrem Landrover den Fluss. Auf Didis Vorschlag steigt Horst aus und knipst den Beginn unserer Durchfahrt. Nach wenigen Minuten erreichen wir unser Ziel: Das Chifunda Busch-Camp. Didi produziert mal wieder ein super Gericht: Hühnerfleisch mit viel Knoblauch, Curry und Reis. Wir sitzen nach dem Abendessen noch lange bis 22.00 Uhr mit Torsten, Maren und Didi am Feuer zusammen und beobachten von der Anhöhe, auf der sich der Campingplatz befindet, das Treiben der Hippo-Herden im Luangwa-River. Kurz bevor wir schlafen gehen, hören wir Löwengebrüll, das aber nach Didis Aussagen von sehr weit herkommt. Nachts um 1.00Uhr werden wir durch laute Knack- und Rupfgeräusche geweckt. Am nächsten Morgen ist klar, was passierte: Ein Elefant hat sich an einem Baum gelabt, der ca. 10m vor unserem Zelteingang steht.

Donnerstag, 13.08.09 (13. Tag): 
Am nächsten Morgen geht es dann weiter mit dem Ziel Luangwa Wildemess, ein Camp, das zunächst von einem Deutschen aus Köln geführt wurde. Es liegt wieder direkt am Luangwa River im Luambe National Park, ftir uns ist hier die vorerst letzte Gelegenheit, unsere Trinkwasservorräte aufzufüllen. Unser Weg führt 20km parallel zum Luangwa in Richtung Südwesten. Auf dem Weg kommen wir an einigen Baumwollfeldern vorbei, die von Bewohnern angrenzender Siedlungen bewirtschaftet werden. Einmal sehen wir, wie in einem Dorf ein Laster mit dicken Baumwollsäcken beladen wird. Später wird die Piste so eng, dass man Fetzen von Baumwolle in den Sträuchern hängen sieht. Als wir im Camp ankommen, sind alle unsere Weggefährten schon da und haben die schönsten Plätze am Fluss belegt, aber man setzt einen Wagen nx Seite, so dass wir wenigstens einen Sitzplatz für uns am Ufer schaffen können. Es gibt für jeden Wagen 30 Liter Trinkwasser sowie heiße Duschen und WC, letztere in Strohmatten eingehüllt. Didi fragt die Managerin nach der Bar, und man macht deutlich, dass Campinggäste nur zwischen 16 und 20.00Uh erwünscht seien, während die Lodge-Gäste auf einem Game-Drive sind.

Außerdem weist uns die Managerin auf einen brünftigen Elefanten hin, der in der Gegend ziemlich aggressives Verhalten zeigt. Wir gehen auf einen Sundowner und ein Bier in die Bar, die wirklich sehr schön liegt und bezahlen 5,-US$ für einen Gin-Tonic. Didi ,,streckt" das Hühner-Curry mit frischem Kohl, und wir haben ein prima Reste-Essen. Vom Camp aus sehen wir wieder jede Menge Hippos, Elefanten von links und rechts am anderen Ufer, Pukus sowie einige Meter lange Krokodile.

Freitag, der 14.08.09 (14. Tag):
Morgens um 6.00Uhr hören wir als Erstes Oskars Stimme, die Erwachsenen murmeln leiser, aber gegen 6.15Uhr erwacht das Camp langsam zum Leben. Nach einem Frühstück machen wir uns gegen 8.00Uhr auf die Piste. Torsten und Maren sind ca. l5Minuten vor uns abgefahren, unser nächstes gemeinsames Ziel ist der Platz ,,Croc Valley“ nahe dem Örtchen Mfuwe - wieder direkt am Luangwa-River. Nach einer kurzen Strecke biegt Didi von der Piste nach rechts ab. Wir fahren nun auf einer inoffiziellen Piste weiter, direkt am Ufer des Luangwa entlang, das jetzt in der Trockenzeit um ca. 3 bis 4 Meter höher als der Wasserspiegel liegt. Um den Pfad nicht zu verlieren, ist ein hohes Maß an Konzentration gepaart mit der Fähigkeit des Spurenlesens gefragt. Plötzlich sehen wir links von der Piste durch mehrere Bäume und Büsche verdeckt einen Elefantenbullen in etwa 100m Entfernung.

Didi führt zügig weiter, bevor das Tier auf die Idee kommt, unsere Piste zu überqueren. Weit kommen wir nicht, nach ein paar Kurven sehen wir bereits durchs Gebüsch ein weißes Safari-Fahrzeug, es sind Torsten und Maren. Ihr Fahrzeug steht quer zur Piste, die Vorderachse liegt auf zwei kleinen Baumstümpfen auf. Sie erzählen, dass der Elefantenbulle auf sie zukam und sie in aller Eile zu wenden versuchten, dabei haben sie offensichtlich in der Aufregung die beiden Stümpfe übersehen. Torsten und Horst schlagen dann mit Didis langstieliger Axt die  beiden Stümpfe weg - der Wagen ist wieder frei, so dass wir unsere gemeinsame Fahrt fortsetzen können. Aber weit kommen wir auch diesmal wieder nicht, ein mittelgroßer Baum liegt nach ein paar Biegungen quer zur Piste, der Elefantenbulle hat ihn kurz zuvor niedergerissen. Didi nimmt sein Buschmesser und schlägt die stacheligen Aste vom Stamm.

Die drei Männer versuchen nun den Stamm herum zu schieben, so dass er parallel zur Piste liegen soll - es gelingt nicht, da er zu schwer ist. Inge und Maren halten Ausschau nach Wildtieren, besonders nach dem besagten Elefanten, der sich noch irgendwo in nächster Nähe befinden muss, und sie halten die ganze Aktion mit der Kamera fest. Die Männer wechseln sich wieder mit Axthieben ab und teilen den Stamm in zwei Hälften, nun kann er weggeräumt und die Fahrt endlich fortgesetzt werden. Torsten und Maren fahren vor, wir hinterher. Nach zwei Biegungen kreuzt der Elefantenbulle von links kommend wieder unsere Piste, dreht sich um 90 Grad und geht sofort auf Torstens Wagen zu. Beide Fahrzeuge legen ihre Rückwärtsgänge ein und treten auf der kurvenreichen Strecke die Flucht nach hinten an.

Gott sei Dank folgt uns der Elefant nun nicht weiter. Wir beschließen, etwa 10 Minuten zu warten. Diese Zeit nutzen wir, indem Didi unseren linken Vorderreifen von schlappen 1,3 bar wieder auf 2,6 bar bringt. Dazunutzt er Torstens Elektropumpe, die an den Zigarettenanzünder angeschlossen wird - unser vorderer „Beinaheplattfuß" ist uns schon am Tag zuvor aufgefallen. Anschließend können wir nun endgültig unseren geplanten Weg fortsetzen. Nach ca. 5km biegen wir dann wieder auf die offizielle Hauptpiste ab, nachdem wir zuvor den Elefantenbullen nochmals ca. 100m links von der Piste zu sehen bekommen haben, er ist mit Fressen beschäftigt und bedroht uns nicht mehr. Wir fahren weiter durch den Luambe NP, durch eine Vielzahl ausgetrockneter Flussbetten und eine abwechselungsreiche Landschaft.

Schließlich erreichen wir weiter südlich einen weiteren kleineren National Park, den Nsefu-Sektor. Nach dichten Waldabschnitten durchfahren wir riesige flache Gebiete, in denen nur noch die Stümpfe abgestorbener Mopane-Bäume stehen. Diese Holzart ist sehr schwer und verwitterungsbeständig, d.h. diese Stümpfe können schon viele Jahrzehnte alt sein. Das Holz ist schwer entflammbar, hat aber, nachdem es einmal brennt, einen sehr hohen Energiegehalt.

Wir nutzen es mit Vorliebe für unsere Lagerfeuer, auf denen Didi die hervorragenden Mahlzeiten zubereitet. Innerhalb des Luambe NP nahe des Dörfchens Yakobe fallen uns die etwas eigenartigen Hütten der hier lebenden Menschen auf. Sie stehen auf Stelzen, haben schirmartige Strohdächer und können ihre Strohwände ringsherum vollständig schließen. Geschlafen wird im ,,Obergeschoss", dicht unter dem Dach. Der Grund: In dieser Gegend gibt es sehr viele Löwen, in früheren Zeiten sind etliche Menschen in ihren traditionellen Lehmhütten diesen Raubtieren zu Opfer gefallen. Es gibt eine goldene Regel: Geschlossene Behausungen (auch Zelte) stellen flir Löwen, Leoparden und auch Elefanten eine echte Hürde dar. Für Elefanten stellt ein Zelt offensichtlich einen Felsblock dar, der umgangen wird. Um etwa 14.00Uhr erreichen wir unser Ziel-Camp: Croc Valley.

Zuvor durchfahren wir die 2km entfernt liegende Ortschaft Mfuwe, Didi fährt mit uns zu seiner Stammkneipe, wie er sagt, und spendiert uns dort ein eisgekühltes Überlebensbier. Auf dem Camp Croc Valley treffen wir dann alle bis dahin gemachten Reisebekanntschaften wieder: Torsten und Maren, Gernot (der Österreicher) und Lenka (seine Frau aus Südafrika) und Sohn Oskar (knapp 4 Jahre alt und äußerst redselig - Inge hat er besonders in sein Herz geschlossen, aber auch Didi als ,,The man with the little hammer"). Unser Zelt steht wieder 10m von der Abbruchkante zum Luangwa-River entfernt. Mal wieder gibt es African-TV pur: Hippos, Krokodile in Massen, Paviane und natürlich Elefanten. Kurz bevor wir den Campingplatz erreichen, wird uns berichtet, sei eine ganze Herde davon durchgezogen. Die frisch abgebrochenen Aste an den Bäumen sind Zeugen dieser Wanderung der Tiere zum Fluss hin und von ihm zurück.

Das Croc Valley Camp ist eine wunderschöne Anlage mit einigen Chalets im Hintergrund und Campsites direkt am Fluss sowie einer tollen Bar, die auch direkt am Fluss liegt. Hier dürfen auch Camper zusammen mit Chalets-Gästen etwas trinken O Die Toiletten und Duschen sind wunderschön gestaltet, ebenso wie die Gartenanlage. Es gibt einen kleinen Pool, eine Tischtennisplatte und Badminton-Schläger. Außerdem haben wir zum dritten Mal während unserer Tour Strom und fließendes Wasser, jedoch nur Brauchwasser, was abgekocht für uns kein Problem ist.

Zum Abendessen gibt es Spaghetti mit Resten vom Vortag, die Didi liebevoll mit angebratenen Zwiebeln sowie einer ganzen Knoblauchknolle (!) und Thunfisch aus der Dose streckt. Das Ganze wird über dem Grillfeuer wieder mal zu einem Gaumenschmaus vollendet.

Ein paar gekühlte Bier am Lagerfeuer beschließen den Tag. Der nächste soll noch spannender werden. Auf dem Plan steht eine Fahrt im offenen Geländewagen in die Mitte des Nationalparks. Zeit: Von 6.00 bis 10.00Uhr, d.h. Aufstehen um 5.00Uhr.

Samstag, der 15.08.09 (15. Tag):
Wir haben etwas unruhig geschlagen - das erste Mal seit 3 Wochen mit Wecker. Leise stehen wir auf, frühstücken Müsli + Kaffee und Didi begleitet uns zum Game Walk am Morgen.

Wir sind 5 Leute: Maren, Torsten, Lenka, Horst und Inge. Fred, seit 30 Jahren Ranger und ein bewaffneter Kollege erwarten uns. Wir fahren mit einem offenen Wagen in den Park, der kurz vor der Brücke über den Luangwa beginnt. Auf der Brücke sehen wir die glutrot aufgehende Sonne. Per Handy informiert sich Fred bei seinen Kollegen über bereits gesichtete Tiere - offenbar sind heute morgen Löwen entdeckt worden. Fred führt sofort hin, und tatsächlich zählen wir 14 Löwen: Männchen (ohne Mähne), Weibchen und Junge. Sie liegen unter Bäumen und auf einem Wiesenstück, teilweise schlafen sie, teilweise schauen sie die nach und nach eintrudelnden Fahrzeuge mit ihren stechenden Augen an. Fred führt von beiden Seiten an sie heran, für Inges Empfinden eher zu nah. Wir können sie im Abstand von ca.2 bis 3 Metern fotografieren. Zwei Löwinnen balgen sich mit ihren Jungen - ein bewegendes Bild! Schließlich geht es weiter in ein Areal, wo wir das Auto parken, und zu Fuß weiter gehen. Fred erklärt uns Verhaltensregeln: Immer im Gänsemarsch laufen und als Gruppe zusammenbleiben. Auf diese Weise scheinen wir für Löwen unangreifbar. Er zeigt uns viele Fußspuren von verschiedenen Tieren, deren Kot und dessen Bedeutung für Revierabgrenzungen und erklärt uns viele Zusammenhänge im Kreislauf der Natur. Wir sehen verschiedene Mopane-Bäume, Ebenholz-Bäume und Symbiosen von Gehölzen und Sträuchern und erfahren deren Bedeutung flir die Tiere, z.B. zum Schutz von gebärenden Tieren. Wir sehen Zebras, Kudus, Pukus und Perlhühner aus nächster Nähe. Nach einer Teepause geht es zurück zum Camp, wo wir uns ausruhen und mit Didis Spezialomelette brunchen. Didi repariert anschließend Torstens Stoßdämpfer und verhandelt mit Mechanikern über Gernots Glühkerzen. Nach Wäschewaschen und Duschen müssen wir um 16.00Uhr zur Nachtpirschfahrt bereit sein. Leider erwartet uns der „Laster", der mit 20 Leuten vollgestopft wird. Wie sich herausstellt, ist ein Teil der Leute, meist Südafrikaner (Buren), äußerst unsympathisch: laut, großkotzig, sensationsgeil, mit Zigarette im Busch usw. - Schade!
Wir fahren zunächst natürlich noch mal zu den Löwen, die immer noch von einer Menge Autos bedrängt werden. Im Verlauf der Fahrt sehen wir noch Störche, eine Büffelherde und verschiedene Tiere, die wir schon kennen gelernt haben. Wir kommen auch näher an Elefanten heran, als wir es vorher gewohnt waren. Offenbar sind im Nationalpark die Tiere fahrende Autos schon gewöhnt. Zum Sundowner gibt's Sirup, Wasser und geröstete Erdnüsse. Dabei drehen die Südafrikaner noch mal richtig auf. Als es dunkel wird, baut der Begleiter einen Scheinwerfer auf, mit dem er sich auf das Fahrerdach setzt und die Gegend auf nachtaktive Tiere ausleuchtet. Wir sehen die Büffelherde wieder, die sich zu einem Seitenarm des Luangwa zum Trinken begibt, verschiedene Antilopenarten, eine Mungo-Art und wirklich: einen Leoparden. Hier tickt eine laute Südafrikanerin wirklich aus, indem sie dauernd fragt: ,,Is he on his kill?" Uns tut er eher leid, weil er minutenlang von großen

Scheinwerfern angestrahlt wird. Insgesamt können wir der Nachtpirschfahrt nicht besonders viel abgewinnen - sie greift unserer Meinung nach besonders stark in die natürlichen Abläufe in der Wildnis ein. Gegen 20.00uhr kommen wir ins Camp zurück, und Didi erwartet uns mit einem köstlichen Fisch-Curry und Reis.

Sonntag, 16.08.09 (16. Tag):
Wir wachen auf, als ein Elefant bereits nahe unserem Zelt steht und sich nur noch der Toyota zwischen uns befindet. Er scheint Interesse an einem Nachbarzelt zu haben, dessen Besitzer offenbar Lebensmittel dort zurückgelassen hat. So nah sind wir einem Elefanten (ca. 4 m hoher Bulle) noch nie gekommen. Zwischen Vorsicht und Spannung schwankend, schießen wir natürlich einige Fotos. Später erscheinen im Camp-Umfeld einige Paviane. Als Inge vom Waschhaus zurückkommt, berichtet Didi, dass die Affen in einem kurzen Moment, als er abgelenkt ist, unser Brot aus dem offenen Auto geklaut haben. Er konnte gerade noch verhindern, dass die Affen in das offene Zelt gingen Es handelte sich um eine Horde von etwa 30 bis 40 Pavianen, die bereits aus der Küche der Anlage Obst und Gemüse dabei hatten, bevor sie Didi überrumpelten. Torsten und Maren sind losgefahren, um den Tag in ihrem eigenen Wagen im Nationalpark zu verbringen. Wir machen uns einen gemütlichen Tag im Camp und verbringen ihn mit Schreiben, Lesen und auf-den-Fluss-schauen.

Zwischendurch beobachten wir, wie zwei Pavian-Horden aufeinander losgehen und einen Riesenkrach veranstalten. Sie werden vom Manager und seinen Leuten mit Steinschleudem vertrieben. Horst macht einen Spaziergang durchs Camp (hinausgehen ist wegen der Wildtiere verboten) und weicht respektvoll einem Leberwurstbaum aus, dessen wurstartige Früchte 8 bis 1O kg schwer sein können - eine ulkige Spielart der Natur! Später fahren wir kurz nach Mfuwe rein, um neues Brot zu kaufen. Als wir in Didis Stammkneipe noch ein Bier trinken, kommen auch Maren und Torsten dazu, die ihren morgendlichen Ausflug in den Nationalpark beendet haben. Später spielen Inge und Horst eine Runde Badminton und duschen danach ausgiebig. Um 17.00Uhr haben wir uns zum Sundowner mit Gernot, Lenka und Sohn Oskar verabredet. Wir genießen dort den Sonnenuntergang am Fluss. Später stoßen noch Torsten und Maren dazu. Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege. Wir quatschen noch ein bisschen, dann wenden wir uns dem köstlichen Abendessen zu, das Didi in der Zwischenzeit für uns kreiert hat: Gulasch mit Bohnen und Nudeln.

Montag, 17.08.09 (17. Tag):
Die Nacht wird das ereignisreichste dieses Tages. Zunächst werden wir gegen 1.00 Uhr von leichtem Grasen geweckt. Durch den Fliegendraht in der Zeltkuppel kann man einen Lampenkegel sehen, der Richtung Fluss zeigt. Inge bittet Horst um Begleitung zur Toilette, die etwa 300 Meter vom Zelt entfernt liegt. Auf dem Weg dort hin spricht uns der Nachtwächter an und erzählt von zwei Hippos, die um unser Zelt gegrast haben und sich nun hinter dem Toilettenhaus befinden. Zurückgekehrt ins Zelt, werden Horst und Inge ca. 1 Stunde später von knackenden Zweig-Geräuschen geweckt. Horst stellt sich hin und schaut durch die Zeltkuppel, duckt sich aber sofort wieder. In etwa 4 Meter Entfernung sieht er einen Elefanten, der sofort zu ihm rüber sieht - der Campingplatz ist durch eine Reihe von Strahlern beleuchtet, sonst wäre der gesamte Platz während der Nacht stockdunkel. Kurz danach sieht Inge auf der Zeltwand den Schatten von Elefantenbeinen und Rüssel, die von einem ganz dicht an unserem Zeltvorbeilaufenden Elefanten stammen. Inge bleibt fast das Herz stehen.

Zw gleichen Zeit sieht Horst auf seiner Seite des Zeltes ebenfalls den Schatten von einem anderen Elefanten, der so dicht am Zelt vorbeigeht, dass der spürt, wie der Boden leicht nachgibt. Zu allem Überfluss streicht auf Inges Seite ein schnuppernder Rüssel über die Zeltwand. Inge hat nur noch einen Gedanken: ,,Jetzt aber raus und ins Auto". Sie reißt sich aber zusammen, weil dies in dieser Situation das Falscheste wäre, was man tun kann. Laut Didi und anderen Afrika-Erfahrenen ist man im Zelt sicher, weil Elefanten dies als ein unüberwindliches Hindernis auffassen. Das Streifen des Rüssels über die Zeltwand verunsichert nun auch Horst, da dem Elefanten nun eigentlich die Weichheit des Zeltes aufgefallen sein müsste. Wir versuchen uns ruhig zu verhalten, und bald sind die Geräusche verschwunden. Inge liegt noch sehr lange wach......

Am Morgen hören wir von Didi, dass eine ganze Gruppe von mindestens 5 Elefanten durchs Camp gezogen ist, und Didi mit seinem Minizelt war nicht sicher, ob der junge Elefant, der direkt neben ihm stand und auf ihn herabblickte, schon wusste, dass er nicht auf ein Zelt treten soll?

Torsten berichtet, dass ein Elefant mit seinen Stoßzähnen genau die Höhe des Dachzeltes ereicht hatte, in dem er und Maren schliefen. So hat jeder was von dem Elefantenbesuch gehabt ! Man muss abschließend sagen, dass keiner der Elefanten irgendetwas zerstört hat, z.B. sind sie vorsichtig um Tisch und Stühle sowie um das noch glimmende Feuer und zwischen den Zelten herumgegangen. Aber Inge hat eine echte Feuerprobe bestanden, sie ist mit klopfendem Herzen liegen geblieben und hat außer Angstatmen keinen Laut von sich gegeben. Didis eiseme Regel, nämlich keinerlei Lebensmittel im Zelt aufzubewahren, hat mit Sicherheit die Situation nicht aus dem Ruder laufen lassen. Es gibt eine (wahre) Geschichte von einem Elefanten, der auf diesem Campingplatz zwei Autoscheiben zerstört hat, um an die im Auto liegenden Zitrusfrüchte zu gelangen - er hat sie durch die Scheiben gerochen.

Am Morgen packen wir nach 3 Übernachtungen ein und verabschieden uns von unseren Reisebegleitern. Die Fahrt geht zunächst teilweise über Rüttelpisten nach Chipata, einem lebhaften Ort nahe der Grenze zu Malawi. Didi kauft zunächst eine neue Batterie füs Auto, da der Anlasser sehr langsam dreht. Anschließend wird schichtweise im Supermarkt (Shoprite) eingekauft, weil Didi das Auto nicht alleine lassen will. Es lungern einige zwielichtige Gestalten herum, die sich als Einweiser in die Parkbuchten betätigen. Einer ist ein Albino und bereits von Sonnenverbrennungen gezeichnet. Didi gibt ihm einen Tausender (ca. 0,14 Cent). Als Horst und Inge in den Supermarkt gehen, wird gerade ein Ladendieb in Handschellen abgeführt. A propos: Am Ausgang des Supermarktes muss jeder seine Einkaufsquittung vorweisen, um den Markt verlassen zu dürfen. Wir packen notdürftig die Einkäufe in den Wagen und verlassen schnell diese Stadt. Erst einige Kilometer außerhalb verstauen wir alles und machen Picknick. Den ganzen Nachmittag fahren wir auf der Great East, bis Didi gegen 16.30uhr zu einem Busch-Camp in einen Weg einbiegt. Wir bauen schnell unser Zelt auf, machen Feuer und trinken natürlich wieder unser Überlebensbier (wegen der Elefanten am Morgen) und später eine große Flasche Rotwein zur Feier des Tages: Schulanfang in NRW!

Wir schlafen gut und ruhig - keine Tiere.

Dienstag, 18.08.09 (18. Tag):
Morgens wachen wir auf und trauen uns noch gar nicht so schnell aus dem Zelt zn kriechen - es ist wieder empfindlich frisch geworden (1100m). Nach dem Frühstück geht's auf die Straße Richtung Lusaka. Die Landschaft ist abwechselungsreicher und interessanter als auf der Hinfahrt auf der Great North: Bergige Hügel, teils bewaldet, teils karg, felsige Abschnitte, dann wieder grüne Taleinschnitte, in denen Bananen wachsen, Dörfer, die sich entlang der Straße aneinanderreihen. Wir halten an, als wir die Brücke über den Luangwa passieren. Sie wird vom Militär bewacht, da sie bereits einmal von Partisanen gesprengt wurde. Hier sieht der Luangwa ganz anders aus als im Norden: grüner, klarer und mit höherem Wasserstand. Wir sehen Frauen, die im Fluss Wäsche waschen. Auf der Weiterfahrt hält Didi an einer Dorfmetzgerei, d.h. an einem Holzstand hängen Fleischstücke, die zum Verkauf angeboten werden. Er deckt sich mit Ziegenkeulen für ein Grillfest zu Hause in Zimbabwe ein. Gegen 14.30uhr erreichen wir das Pioneers Camp. Hier schließt sich der Kreis, da wir von diesem Camp aus gestartet waren.  

Mittwoch, 19.08.09 (19. Tag):
Bevor uns Didi wieder in die Gossner Mission zurückbringt, decken wir uns im Einkaufszentrum Manda Hill noch mit Lebensmitteln sowie Computer- und Büroartikeln für unseren weiteren Aufenthalt ein. Der Abschied von Didi füllt uns schwer: Es waren wunderschöne drei gemeinsame Wochen, und wir versprechen, in Verbindung zu bleiben.

Abschluss:
Zurück in der Gossner Mission haben wir jetzt noch 6 Tage Zeit, unsere Wäsche zu waschen, d.h. waschen zu lassen, und noch einige Vorbereitungen und Besorgungen durchzuführen. Ein Anruf des Schulleiters Francis Hawfiti der St. Marks Secondary School in Mapanza klärt, dass er uns persönlich am Mittwoch, den26- August von der Gossner Mission mit dem Auto abholt, insgesamt 350km davon 70km Sandpiste: Damit beginnt das nächste und wohl längste Abenteuer unseres Sambia-Aufenthalts, da geplant ist, dass wir drei Monate, d.h. von

September bis November an zwei verschiedenen Schulen unterrichten sollen: Inge an der Basic-School in den Fächem Kunst, Musik, Naturwissenschaften und Englisch (als pädagogische Zehnkämpferin), Horst an der St. Marks Secondary-School in Mathe (Kl. l0) sowie Physik (Kl. 10 und I 1) - schau'n wir mal....

geschrieben am 26.04.2013 um 20:02 Uhr.