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Reiseberichte 2008
Tanzania
Reisebericht von Evelyn Kürz und Yasmine Traboulsi

1. Tag, 15. November 2007: Flug Frankfurt - Kilimanjaro
Um 5 Uhr morgens treffe ich mich mit meiner Kollegin Yasmine am Frankfurter Flughafen, um gemeinsam mit ihr unsere Erkundungstour durch Tanzania zu starten. Da wir bereits am Tag zuvor online eingecheckt hatten, dauert die Prozedur am KLM-Schalter nicht allzu lange und wir können uns in aller Ruhe zu unserem Gate begeben. Um kurz vor 7 Uhr startet dann unsere Maschine nach Amsterdam, wo wir umsteigen müssen, um dann endlich gegen 21 Uhr Ortszeit in Kilimanjaro/ Tanzania anzukommen. Leider ist es schon stockdunkel, so dass wir keinen Blick auf den Kilimanjaro erhaschen können.

KLM - Royal Dutch Airlines
Gemeinsam mit vielen anderen Touristen beantragen und erhalten wir unser Visum direkt bei Einreise am Flughafen gegen eine Gebühr von USD 50 pro Person, trotz großem Andrang läuft alles reibungslos und für afrikanische Verhältnisse recht schnell. Nachdem wir unser Gepäck wieder bei uns haben, werden wir von Björn von Renaissance Photographic Safaris bereits erwartet und herzlich willkommen geheißen.

Ngare Sero Mountain Lodge
Wir beide sind von dem langen Flug relativ erschöpft und freuen uns, dass Björn uns auf direktem Weg zu unserer Unterkunft für die erste Nacht, der Ngare Sero Mountain Lodge, bringt. Vom Flughafen fahren wir in Richtung Arusha, nach ca. 30 Minuten Fahrt biegen wir nach rechts auf einen kleinen, unbefestigten und streckenweise sehr holprigen Weg ab und erreichen nach weiteren ca. 10 Minuten die Lodge. Da das Abendessen im Flugzeug etwas spärlich ausgefallen war, wird uns dort noch ein leichtes Abendessen, bestehend aus leckerer Suppe, buntem Salat, Käse und frischem Brot serviert.

Danach fallen wir ins Bett und schlafen sofort ein. Selbst die quakenden Frösche am nahe gelegenen Fluss können uns davon nicht abhalten.

2. Tag, 16. November 2007: Arusha - Tarangire Nationalpark
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischen Früchten, Müsli, Toast und Marmelade sowie Eierspeisen in den verschiedensten Variationen steht erst einmal ein Rundgang auf unserem Programm.

Ngare Sero Mountain Lodge
Die Anlage besteht aus 2 Gebäuden. Zum einen gibt es das Hauptgebäude ganz in der Nähe des Flusses mit Rezeption, Speisesaal und Küche, gemütlicher Lounge und großer Terrasse mit Blick auf den Fluss. Der erste Stock besteht aus Gästezimmern. Im Gästekomplex hinter den Hauptgebäude befinden sich in Reih und Glied angeordnet die weiteren Zimmer. Umgeben ist die Anlage von einem wunderschönen, gepflegten Garten mit großen Bäumen und bunten Blumen, ein Swimming Pool ist ebenfalls vorhanden. Einzustufen ist diese Lodge in die gute Mittelklasse, die Zimmer sind gemütlich mit allen nötigen Annehmlichkeiten ausgestattet. Sollte man die Ngare Sero Mountain Lodge als Unterkunft vor oder nach einer Safari wählen, muss man beachten, dass durch die Lage am Fluss und die dort lebenden Frösche es nachts auch etwas laut werden kann.

Ngare Sero Mountain Lodge
Entlang des Flussufers und über eine Holzbrücke erreichen wir den Parkplatz, wo Björn mit unserem Fahrzeug, einem Toyota Landrcuiser, auf uns wartet.

Insgesamt verfügt Renaissance Photographic Safaris über 3 solcher Fahrzeuge. Da man während einer Safari die meiste Zeit im Fahrzeug verbringt, wurden diese Toyota Landcruiser so umgebaut, dass sie den größtmöglichen Komfort bieten und so bequem wie möglich sind. Im hinteren Teil des Fahrzeugs befinden sich nur 4 einzelstehende Sitze, welche mit einem Schutzbezug überzogen sind, die aus hygienischen Gründen nach jeder Safari gewaschen werden. Ausreichend Beinfreiheit ist garantiert! An der Rückenlehne des Vordermanns befinden sich Taschen, in denen man die wichtigsten Dinge verstauen kann, die während einer Safari ständig benötigt werden, z.B. Wasserflasche, Fernglas, Landkarten etc. Ferngläser werden von Renaissance Photographic Safaris zur Verfügung gestellt. Zwischen den beiden hinteren Sitzen befindet sich ein Kühlschrank, der während der Fahrt für kalte Getränke sorgt. Die großen Fenster können zur Seite hin aufgeschoben werden. Außerdem besteht das Dach des Fahrzeugs aus einer Plane, die komplett aufgerollt werden kann und den Safarigästen somit ein Rundumblick geboten wird, so dass optimal fotografiert werden kann. An den Seitenwänden befinden sich Steckdosen, damit während der Fahrt leere Akkus wieder aufgeladen werden können. Um einen ausgezeichneten Zustand der Fahrzeuge garantieren zu können, werden diese alle 5.000 km gewartet. Zu beachten ist außerdem, dass die Anzahl der Tageskilometer nicht begrenzt ist, Pirschfahrten können individuell gestaltet und je nach Sichtung ausgedehnt werden.

Kigongoni Lodge
Wir fahren nach Arusha und stoppen zuerst bei der Kigongoni Lodge, die wunderschön auf einem Hügel liegt und einen tollen Blick in die Umgebung bietet. Die komplette Anlage ist im afrikanischen Stil und mit Liebe zum Detail eingerichtet. Unterkunft besteht aus einzelnen Bungalows mit eigener Terrasse. Selbst vom Swimming Pool aus kann man einen schönen Blick genießen.

Onsea House, Arusha
Danach geht es weiter zum Onsea House. Am Stadtrand von Arusha an einem Hügel gelegen ist dieses moderne und stilvoll eingerichtete Gästehaus optimaler Anlaufpunkt für anspruchsvolle Reisende vor oder nach einer Safari. Das Haupthaus beherbergt neben Rezeption, Restaurant, Lounge und Aufenthaltsraum und großer Terrasse auch mehrere Gästezimmer. Achtung: Abends kann es hier im Restaurant oder auf der Terrasse etwas lauter werden! Wer eine ruhigere Atmosphäre bevorzugt, kann im Gästehaus unterhalb des Haupthauses gelegen übernachten. Dieses Gästehaus besteht aus einem großen Aufenthaltsbereich mit Küche und zwei separaten Schlafzimmern mit eigenem Badezimmer. Es eignet sich hervorragend für Familien oder kleine Gruppen von 4 Personen. Wer nicht im Haupthaus essen möchte, kann sich auch hier verwöhnen lassen. Unterhalb des Gästehauses befindet sich ein Swimming Pool, der für alle Gästehausbesucher zugänglich ist. Außerdem gibt es eine Jaccuzi im Freien, die privat gemietet werden kann.

Arusha, Tanzania
Nach einem weiteren Stopp in Arusha und letzten Einkäufen verlassen wir endlich die Stadt gen Süden. In einem kleinen Dorf außerhalb Arushas steigt unser Fahrer Soldja hinzu, der uns in den nächsten 7 Tagen durch den Norden Tanzanias chauffieren wird. Auf Teerstraße fahren wir durch Militärsperrgebiet und schließlich durch Masailand. Unterwegs legen wir abseits der Straße an einem schattigen Plätzchen zum Mittagessen eine kurze Pause ein. Ein Campingtisch und bequeme Campingstühle werden aufgebaut, im Picknick-Korb befinden sich Teller und Besteck und kleine Leckereien, die uns satt werden lassen.

Nach insgesamt zwei Stunden Fahrt erreichen wir dann endlich den Eingang zum Tarangire Nationalpark. Das Ziel des heutigen Tages ist das Oliver's Camp, welches im zentralen Teil des Nationalparks liegt.

Oliver's Camp, Tarangire Nationalpark
Die Fahrt vom Parkeingang bis zum Camp dauert auf direktem Weg ca. 2 Stunden, da wir während der Fahrt jedoch immer wieder stoppen, um Tiere zu beobachten, dauert es bei uns etwas länger. Wir sehen Elefanten, Zebras, Warzenschweine, Gnus, Impalas, Giraffen, Gabelracken und andere Vögel und genießen die tolle Landschaft. Kurz vor Sonnenuntergang gelangen wir an das Ufer des Sumpfgebietes, wo uns eine Elefantenherde den Weg versperrt. Uns bleibt nichts anderes übrig als auszuharren und zu warten, bis wir weiterfahren können. In der Zwischenzeit schießen wir schöne Aufnahmen, das Licht der untergehenden Sonne schafft eine wunderschöne Atmosphäre: der dunkle, wolkenverhangene Himmel, die rote Erde, das trockene, braune Gras, das Grün des Sumpfgebietes und mittendrin die grauen Riesen.

Tarangire Nationalpark, Elefanten
Da in Afrika die Dämmerung nicht sehr lange andauert, erreichen wir das Oliver's Camp nicht mehr bei Tageslicht. Vom Personal werden wir sehr herzlich begrüßt und nach einer kurzen Einführung in die Campregeln dürfen wir unsere Zelte beziehen. Trotz Dunkelheit strahlt dieses kleine Buschcamp eine einzigartige Atmosphäre aus. Die übergroßen Zelte sind geschmackvoll mit afrikanischen Möbeln sowie weißen und naturfarbenen Stoffen eingerichtet, das halb gemauerte, halb offene Badezimmer schließt an das Zelt an. Geduscht wird unter freiem Sternenhimmel, die Toilette ist chemisch, da es kein fließendes Wasser gibt. Als Waschbecken dient eine nach unten hin offene Schüssel, Wasser kommt aus einem gefüllten Behälter, der mit einem Wasserhahn versehen ist.

Tarangire Nationalpark, Elefant Tarangire Nationalpark, Baobab


Nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht haben, treffen wir uns an der Feuerstelle. Bei einem kalten Drink gucken wir "Buschfernsehen" und lauschen den Geräuschen der Nacht, anschließend werden wir zum Abendessen in den Hauptbereich gerufen, der aus zwei großen Pavillons besteht und zum einen ein "Wohnzimmer" und zum anderen ein "Esszimmer" beherbergt. An einem großen Tisch zusammen mit den anderen Gästen und dem Campmanager werden wir mit einem Drei-Gänge-Menü verwöhnt und tauschen die Erlebnisse des Tages aus.

Tarangire Nationalpark, Picknick Mittagessen

3. Tag:, 17. November 2007: Tarangire - Karatu
Nach einem gemütlichen und ausgiebigen Frühstück bepacken wir unser Auto und verabschieden uns von diesem herrlichen Ort. Anschließend geht es weiter in Richtung Süden zum Swala Camp, das wohl hochwertigste Camp im Park. Vom Hauptgebäude schaut man auf eine Wasserstelle, die Gästezelte schließen im Halbkreis daran an und liegen unter schattenspendenden Bäumen. Sie sind mit fließendem Wasser, Spültoilette und Steckdosen bestens ausgestattet.

Auf dem Weg zum Parkausgang beobachten wir immer wieder Tiere und Vögel wie zum Beispiel Giraffen, Hornraben, eine Büffelherde, Zebras, Mangusten, Wasserböcke, Kudus und Leopardenschildkröten. Wieder einmal versperrt uns eine Herde ausgewachsener Elefantenbullen den Weg, uns bleibt nichts anders übrig als abzuwarten. Uns wird es etwas mulmig im Bauch, da die Elefanten bis auf wenige Meter an unser Auto herankommen, aber dann doch friedlich davonziehen.

Nach dem Picknick-Mittagessen unter einem großen Baobabbaum machen wir uns auf den Weg zum Parkausgang. Bevor wir jedoch den Tarangire Nationalpark verlassen, stoppen wir noch beim Mawe Ninga Camp, welches im Nordwesten des Parks auf einer Anhöhe liegt und auf den Bogoria See blickt. Dieses Camp ist einfacher eingerichtet als die beiden anderen Camps, aber dennoch sehr schön. Die Zelte sind auf Holzplattformen errichtet, die über Holztreppen erreichbar und zum See hin ausgerichtet sind. Das offene Hauptgebäude und die danebenliegende Feuerstelle sind auf einem Felsvorsprung erbaut worden, am Abend kann man hier einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem See miterleben.

Beim Parkausgang legen wir eine kurze Toiletten- und Kaffeepause ein, bevor es weiter über Mto Wa Mbu nach Karatu geht, wo wir nach ca. 2 Stunden Fahrt ankommen. Nach unserer ersten Nacht im Busch erwartet uns ein kleines Paradies: die Plantation Lodge inmitten eines großen, blühenden Gartens und umgeben von Kaffeeplantagen. Unsere Gruppe ist in einem Gästehaus untergebracht, das aus einem großen Wohnzimmer, 4 Schlafzimmern mit eigenem Badezimmer und einer großen Veranda besteht, und wo wir ganz für uns sein können und uns wie zu Hause fühlen.

Beim Abendessen werden wir ein weiteres Mal überrascht. Da das Hauptgebäude aus zwei Esszimmern besteht und die Lodge nicht voll belegt ist, sind wir wieder ganz für uns alleine. Nach und nach wird uns ein 5-Gänge-Menü serviert, das keine Wünsche offen lässt. Nach einem erlebnisreichen Tag und einem wunderbaren Tagesabschluss gehen wir glücklich und zufrieden schlafen.

4. Tag, 18. November 2007: Karatu - Lake Natron
Nach einer sehr erholsamen, angenehm kühlen Nacht werden wir in "unserem" Esszimmer mit einem ausgiebigen Frühstück, das von Fruchtsalat, Müsli und Joghurt über leckere Marmelade und Honig bis hin zu frisch gebackenem Brot und gut bestückten Wurst- und Käseplatten reicht. Natürlich wird auch ein warmes Frühstück auf Wunsch zubereitet. Nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen haben, steht erst einmal ein kleiner Verdauungsspaziergang an, der mit einem Rundgang durch die Lodge kombiniert wird.

Wir werden durch die verschiedenen Gebäude geführt, die im großen Garten verteilt liegen und in denen sich die einzelnen Gästezimmer befinden. Alle Zimmer sind individuell mit schönen Möbeln und afrikanischen Dekorationsgegenständen eingerichtet, so dass man sich hier rundum wohlfühlen kann. Neben den normalen Standardzimmern gibt es auch zwei Suiten, eine dritte befindet sich im Bau. Diese Suiten verfügen neben einem Schlafzimmer und einem geräumigen Badezimmer zudem über eine gemütliche Wohnecke mit Kamin, eine private Veranda und eine gemeinsame Terrasse.

Gibb's Farm
Nach der Besichtigungstour packen wir unsere sieben Sachen zusammen und verlassen schweren Herzens dieses kleine Paradies. Wir fahren nach Karatu, wo wir einen unserer Mitreisenden, der durch das kleine Dörfchen schlendern möchte um Einheimische kennen zu lernen und Fotos zu machen, zusammen mit Soldja absetzen. Wir hingegen machen uns auf den Weg zur Gibb's Farm, um einen Eindruck dieser erst kürzlich renovierten Unterkunft zu bekommen, die auf einem kleinen Hügel liegt und einen traumhaften Ausblick in die Umgebung bietet.

Zimmer, Gibb's Farm
Zunächst werden wir begrüßt und zur Rezeption geführt. Dort sehen wir uns den kleinen Souvenirladen und das Hauptgebäude mit Lounge und Restaurant an, bevor uns die neuen Suiten gezeigt werden. Insgesamt gibt es 14 Stück davon. Durch große Fenster, klassische Möbel und Farben in Grün-, Rot- und Brauntönen wird eine gemütliche Atmosphäre geschaffen. Eine Außendusche neben dem großen Badezimmer lässt die Herzen von Freiluftduscher höher schlagen. Jedoch bietet die Gibb's Farm meiner Meinung nach nicht ganz so viel Privatsphäre wie die Plantation Lodge, da zum einen die Cottages näher beieinander stehen und vor fremden Blicken nicht ganz geschützt sind, und zum anderen die Anlage größer ist. Neben den Suiten gibt es außerdem Standardzimmer, die im Laufe des Jahres 2008 ebenfalls renoviert werden sollen und dies auch etwas nötig haben.

Garten der Gibb's Farm
Anschließend geht unsere Reise weiter, zuerst zurück nach Karatu um unsere beiden "Herumtreiber" wieder aufzusammeln, dann weiter in Richtung Osten. Nach wenigen Kilometern Fahrt erreichen wir den Rand des Ostafrikanischen Grabens, vor uns tut sich ein atemberaubender Blick auf den Lake Manyara mit seinem Nationalpark, der bis zu den Hängen des Ostafrikanischen Grabens reicht, auf.

Flamingos am Lake Natron

Nach einem kurzen Stopp beim Aussichtspunkt fahren wir weiter nach Mto Wa Mbu und der abenteuerliche Teil unserer Reise beginnt. Von der Teerstraße biegen wir nach links ab und fahren auf einer Schotterstraße in Richtung Norden entlang des Grabenbruchs. Dieser Teil des Landes wird von verhältnismäßig wenigen Touristen besucht und ist daher noch ursprünglich, unberührt. Auf unserer Fahrt genießen wir die Landschaft und sehen immer wieder Masais, die in ihre traditionellen roten Tücher gewickelt sind und ihren Aufgaben nachgehen wie z.B. das Wasserholen mit Hilfe von Eseln, das Hüten des Viehs etc. Auch Tiere wie Zebras, Giraffen, Strauße und Thompson Gazellen kreuzen unseren Weg.
Weg zum Lake Natron
Da trotz der ausgiebigen Mahlzeiten der letzten Tage am frühen Nachmittag unsere Mägen zu knurren beginnen, halten wir in einem trockenen Flussbett und schlagen an einem schattigen Plätzchen unter einem großen Baum unseren Mittagstisch auf. Gestärkt geht es dann wieder weiter in Richtung Norden. Der aktive Vulkan Ol Doinyo Lengai, der Teil des Ostafrikanischen Grabenbruchs ist, rückt immer näher, seine Rauchschwaden sind immer deutlicher zu sehen. Die grünen, fruchtbaren Hügel des Ngorongoro Hochlandes lassen wir hinter uns und stoßen in eine steppenartige, weite Graslandschaft vor. Im Laufe des Nachmittags braut sich ein Gewitter zusammen, der Himmel wird plötzlich ganz dunkel, die Stimmung ist beinahe mystisch. Wir kommen glücklicherweise nicht in den Regen. Wir stoppen noch einmal an einem Krater, vor unseren Füßen tut sich ein riesiges Loch auf. Scheinbar aus dem Nichts kommen Masaikinder auf uns zu gerannt, möchten unsere weiße Haut anfassen und sich selbst auf unseren Digitalfotos sehen.

Unsere letzte Reiseetappe führt uns durch Geröll, ausgetrocknete Flussbetten und über Lavagestein. Mittlerweile ist keine Straße mehr zu erkennen, wir alle hoffen, dass Björn und Soldja sich wirklich auskennen und uns sicher an unser Ziel bringen! Kurz vor Sonnenuntergang ist es dann endlich so weit, wir erreichen einen Parkplatz am Fuße des Ol Doinyo Lengai ganz in der Nähe des Lake Natron. Den Rest des Weges legen wir zu Fuß zurück und sind etwas überrascht, das Camp in der Ferne als eine Art Militärlager zu erkennen!

Ngare Sero Natron Camp, Lake Natron
Als wir näher kommen und uns die Zelte gezeigt werden, stellt sich jedoch heraus, dass die armeeartigen Netze nur als Schattenspender für die einzelnen Zelte dienen, da es in dieser Gegend des Landes keine schattenspendenden Bäume gibt und es hier aufgrund der niedrigen Höhe so richtig heiß werden kann.

Ngare Sero Natron Camp, Lake Natron
Die Zelte sind sehr einfach eingerichtet mit bequemen Betten aus Holz, Nachttischen und Nachttischlampen, vor dem Zelt stehen Stühle zum Entspannen, hinter dem Zelt befindet sich das "Badezimmer" bestehend aus einem Waschtisch und zwei kleinen Zelten mit Eimerdusche bzw. Plumpsklo. Alles wird von einem armeeartigen Netz überspannt. Für die Nacht werden Taschenlampen und Funkgeräte ausgegeben, um den Weg zurück zum Zelt sicher finden zu können und im Notfall jemanden verständigen zu können.

Ngare Sero Natron Camp, Lake Natron
Mittlerweile ist die Sonne schon untergegangen, wir gehen dennoch über unseren privaten Zugang zum Bach, der am Camp vorbei bis zum Lake Natron fließt, und kühlen uns in einem kleinen Wasserpool ab. Nach einer kurzen Ruhepause, die wir zum Duschen nutzen, treffen wir uns alle zum Abendessen im Hauptzelt. Immer noch ist es sehr warm, aber glücklicherweise kommt ein Wind auf, der die Wärme erträglicher macht. Nach diesem langen, anstrengenden Tag werden wir alle nicht alt, sondern gehen zeitig ins Bett, um fit zu sein für den nächsten Tag.

5. Tag, 19. November 2007: Lake Natron - Loliondo Gebiet
Heute werden wir um 7 Uhr geweckt, um noch in den kühleren frühen Morgenstunden eine Wanderung zum Seeufer zu unternehmen. Pünktlich um 7:30 Uhr treffen wir uns und sind abmarschbereit. Wir werden von einem Mitarbeiter des Camps, einem Masai, begleitet. Durch Schilf und weiter über glitschigen Untergrund erreichen wir das Seeufer. Manchmal, je nach Wasserstand, wird auch dieser Teil des Sees mit Wasser bedeckt. Die Landschaft ist wunderschön: unter uns der dunkle Untergrund, vor uns der Natron See mit seinen vielen rosafarbenen Flamingos, der von einem Grünstreifen umgeben ist, über uns der blaue Himmel und im Hintergrund eine schöne Hügellandschaft.

Masai Kinder
Trotz der frühen Uhrzeit wird es sehr schnell heiß, so dass wir uns auch bald wieder auf dem Rückweg zum Camp machen. Unterwegs erwartet uns noch eine Überraschung: einige Masaifrauen haben extra für uns einen kleinen Markt aufgebaut mit Souvenirs, Schmuck und anderen selbstgemachten Sachen. Nachdem einige von uns das ein oder andere Andenken erstanden hat, kehren wir zum Camp zurück und stärken uns mit einem leckeren Frühstück.

Anschließend geht unsere Reise weiter, zuerst am Seeufer entlang, dann eine steile, steinige und sehr enge Serpentinenstraße hinauf auf ein Hochplateau des Grabenbruchs. Teilweise wird diese Strecke auch von Lastwagen genutzt, die die Serengeti umfahren und die damit zusammenhängenden Parkgebühren umgehen möchten. Wir können dies zuerst gar nicht glauben, bis wir es selbst miterleben dürfen. Vor uns taucht ein großer, blauer Lastwagen auf und zwängt sich den steilen Weg hinunter. Da die Straße nur einspurig ist, versuchen wir so gut wie möglich, unserem Gegenverkehr Platz zu machen.

Suyan Camp, Serengeti Nationalpark, Tanzania
Oben auf dem Plateau angekommen, können wir einen traumhaften Blick bis hin zum Lake Natron genießen. Weiter geht es dann nach einer kurzen Pause durch eine mondlandschaftartige Gegend und durch kleine Dörfer bis in das Loliondo Gebiet. Unterwegs machen wir am Straßenrand Halt, um in einer kleinen Schlucht zu Mittag zu essen. Schließlich erreichen wir nach ca. 6stündiger Fahrt das Dorf Soitsambu und kurz darauf das Suyan Camp, das nur wenige Kilometer vom Eingang in die Serengeti entfernt liegt. Da wir im Verhältnis zu den letzten Tagen früh im Camp ankommen, wird es von uns zuerst in aller Ruhe inspiziert.

Zelteinrichtung, Suyan Camp, Serengeti Nationalpark, Tanzania
Das Suyan Camp wechselt einmal im Jahr innerhalb des Loliondo Gebiets seinen Standort. Von Juni bis Mitte Dezember befindet es sich in der Nähe von Soitsambu, dann zieht es bis Ende März weiter Richtung Süden nach Piaya. Im April und Mai, während der großen Regenzeit, ist das Camp geschlossen. Grund für den Standortwechsel ist die große Wanderung der riesigen Gnuherden.

Suyan Camp, Serengeti Nationalpark, Tanzania
Die großen Gästezelte sind unterteilt in ein Vorzelt, das mit Couch und Liegestuhl als Wohnbereich dient, im eigentlichen Zelt ist der geräumige Schlafbereich, dahinter - durch eine Zeltwand und Vorhänge auf den Seiten abgetrennt - befindet sich das Badezimmer mit Eimerdusche, Spültoilette und Handwaschbecken. Die Wege zwischen dem Hauptgebäude und den einzelnen Zelten werden am Abend durch Paraffinlampen beleuchtet. Da das Camp mitten im Busch liegt, darf man das Zelt nur in Begleitung eines Mitarbeiters verlassen.

Der Rest des Tages steht uns zur freien Verfügung. Wir beschließen, es uns in der Lounge gemütlich zu machen und es uns bei Spielen und einem leckeren Sundowner-Bier gut gehen zu lassen. Nachdem die Sonne untergegangen ist, wechseln wir von der Lounge zum Lagerfeuer und später zum großen Esstisch, wo wir wieder einmal mit leckerem Essen verwöhnt werden.

Landschaft beim Klein's Camp, nördliche Serengeti

6. Tag, 20. November 2007: Loliondo Gebiet - nördliche Serengeti
Nach einem zeitigen Frühstück brechen wir auf und fahren zuerst zum Klein's Camp, welches in einem privaten Konzessionsgebiet angrenzend an die Serengeti liegt, nur etwa 5 km vom Suyan Camp entfernt. Der Weg schlängelt sich einen kleinen Hügel hinauf, schließlich erreichen wir den Parkplatz und die Rezeption, wo wir schon erwartet werden. Zuerst wird uns das Hauptgebäude - ein rundes Gebäude mit Steinmauern, Rieddach und offenen Seiten mit Restaurant, Lounge, Bar und Feuerstelle - gezeigt. Der Blick von hier oben in die Umgebung ist wunderschön! Hier gibt es auch eine Informationstafel, die die Größe und das Ausmaß des Klein's Konzessionsgebiets deutlich macht.

Klein's Camp an der nördlichen Serengeti
Weiter geht es dann mit einem Abstecher zum Swimmingpool zu einem der insgesamt 10 Gästechalets, die alle an der Kante des Hügels entlang gebaut sind und wunderschön in die Landschaft blicken, die private Terrasse vor dem Chalet lädt zum Verweilen ein. Die Chalets sind wie das Hauptgebäude rund gebaut, lässt man die Tür offen stehen, kann man vom großen Himmelbett aus den Ausblick genießen! Die Einrichtung ist klassisch/ kolonial, alles ist in Weiß-, Beige- und Brauntönen gehalten. Zu den Aktivitäten, die bei Klein's Camp angeboten werden, zählen unter anderem Pirschfahrt und Fußsafaris im privaten Konzessionsgebiet, Überraschungs-Sundowner an besonderen Plätzen sowie Mittag- oder Abendessen im Busch.

Cottage im Klein's Camp, an der nördlichen Serengeti
Anschließend fahren wir weiter zum Klein's Camp Gate und hinein in die Serengeti. Unser Ziel ist der Mara River, in der Hoffnung die großen umherziehenden Gnuherden zu Gesicht zu bekommen. Auf unserer etwa 2,5-stündigen Fahrt in Richtung Nordwesten sehen wir Tiere wie Zebras, Elenantilopen, Herden von Impalas, Thompson Gazellen, Hartebeest, eine Schar von Geiern und Marabus. Unterwegs halten wir an einer Art Lichtung. Nachdem Björn und Soldja sich vergewissert haben, dass uns hier keine Gefahr droht, bauen wir unter einem Baum unseren Mittagstisch auf. Schließlich erreichen wir den Mara Fluss beim Kogatende Ranger Post.

Cottage, Klein's Camp, an der nördlichen Serengeti
Pool im Klein's Camp, an der nördlichen Serengeti
Es ist erst früher Nachmittag, also nutzen wir die Zeit um Pirschfahrten entlang des Flusses zu unternehmen. Unsere Hoffnungen, die "Great Migration" zu sehen, werden allerdings enttäuscht, nur die Spuren im Boden lassen darauf schließen, dass sie erst kürzlich dieses Gebiet durchzogen haben. Hier am Fluss ist es möglich, offroad zu fahren und die Gegend sowie ihre Tierwelt genauer zu erkunden. Zuerst machen wir an einer Uferböschung Halt und beobachten Flusspferde, wie sie immer wieder auf- und abtauchen, miteinander spielen, grunzen und zwischendrin immer mal wieder ihr Maul aufreißen. Vom Dach unseres Autos versuchen wir, nach anderen Tieren Ausschau zu halten, werden aber zuerst nicht fündig. Auf unserer Weiterfahrt entdecken wir dann jedoch einen Löwen, der faul im Schatten eines Busches liegt und sich ausruht. Eine schwangere Hyäne kreuzt unseren Weg, Zebras schlendern über die Grasebenen schließlich treffen wir noch auf eine Löwin die auf einem Felsen liegt und schläft.

Langsam aber sicher nähert sich die Sonne immer mehr dem Horizont, für uns wird es Zeit, zum Camp zu fahren. Da wir den Fluss überqueren müssen, jedoch nicht bis zur Brücke zurückfahren möchten um Zeit einzusparen, versuchen wir es an einer Stelle, die von Weitem nicht so tief zu sein scheint, da mehrere Steinplatten aus dem Fluss herausschauen. Um sich zu vergewissern, steigen Björn uns Soldja aus. Gerade als die beiden vor dem Auto am Flussufer stehen, taucht auf unserer rechten Seite plötzlich eine Elefantenbulle auf, der sich zuvor so gut versteckt hatte, das keiner von uns ihn sehen konnte. Aufgeregt versuchen wir im Auto, die beiden Männer mit leisen Rufen (um den Elefanten nicht zu stören) auf den grauen Riesen aufmerksam zu machen, da sie uns aber kaum verstehen, dauert es eine kurze Weile, bis sie ihn selbst entdecken. Ich habe noch nie jemanden so schnell zum Auto rennen sehen! Glücklicherweise hat sich der Elefant durch uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und wir können beruhigt weiterfahren, jedoch nicht querfeldein sondern über die Brücke! Nach etwa 20 Minuten Fahrt erreichen wir das Sayari Camp, das ganz in der Nähe des Mara Flusses liegt.

Zelt, Sayari Camp, Serengeti Nationalpark, Tanzania
Das Sayari Camp gehört wie das Suyan Camp zu Asilia Camps & Lodges, beide Camps ähneln sich sehr. Der Hauptbereich des Camps besteht aus einem "Wohnzelt" mit gemütlichen Sofas und Sesseln, einer kleinen Sammlung von Büchern, Reiseführern und Spielen sowie einer Kaffee- und Teestation. Nebenan ist das "Speisezelt" mit mehreren Tischen für die einzelnen, kleinen Grüppchen. Im Vordergrund der beiden Zelte ist die Feuerstelle. Die insgesamt 10 Gästezelte sind etwas geräumiger als die Zelte beim Suyan Camp und sind zusätzlich mit einem Schreibtisch ausgestattet.

Löwenpaar am Sayari Camp, Serengeti
Das Lagerfeuer brennt schon, als wir im Camp ankommen und die Sonne geht gerade unter. Wir werden Zeugen eines spektakulären Sonnenuntergangs, der die am Himmel stehenden Wolken in den verschiedensten Gelb- und Orangetönen leuchten lässt. Anschließend beziehen wir unser Zelt und nehmen eine Dusche, was heute allerdings etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt, da unser Duschkopf kaputt ist und erst einmal repariert werden muss.

Sonnenuntergang am Sayari Camp, Serengeti
Anschließend treffen wir uns am Lagerfeuer und tauschen uns mit den anderen Gästen ein wenig aus. Beim Abendessen haben wir einen Tisch für uns alleine und sind unter den letzten, die zu Bett gehen.


7. Tag:, 21. November 2007: nördliche Serengeti - Singita Grumeti Reserves

Singita Grumeti Reserves, Tanzania
Wir stehen gegen 7 Uhr auf und frühstücken, anschließend geht unsere Reise weiter. Nur wenige Kilometer vom Camp entfernt treffen wir auf ein Löwenpaar, das faul im Gras liegt und sich von der Morgensonne wärmen lässt. Wir fahren weiter zu einem Platz, wo ein weiteres Camp von Asilia Lodges & Camps entstehen soll. Leider ist hier eine reine Baustelle, so dass wir uns lediglich ein Bild von der Lage und der Umgebung machen können.

Auf unserer Weiterfahrt sehen wir unter anderem Geier, wie sie sich an einem Tierkadaver die Bäuche vollschlagen, und erreichen schließlich den Tabora Ranger Post im nordwestlichen Teil der Serengeti, wo wir den Nationalpark verlassen. Nach einigen Kilometern sind wir zurück in der Zivilisation, wir durchfahren mehrere Dörfer, in denen reges Treiben herrscht, und die Straße wird wieder besser. Durch das monotone Motorengeräusch und die ruhige Fahrt werde ich müde und schlafe letztendlich ein. Kurz bevor wir die Singita Grumeti Reserves erreichen, werde ich wieder wach.

Löwin im Singita Grumeti Reserves
Die "Hauptstraße", die durch das private Konzessionsgebiet führt, ist bestens ausgebaut. Es ist strikt verboten, andere Wege abseits der Hauptstraße mit dem eigenen Fahrzeug zu befahren. Nach einigen Kilometern erreichen wir Schilder, die uns den Weg zu Sasakwa Lodge weisen. Wir fahren an der Landebahn vorbei und stoßen kurz danach auf eine betonierte Straße, die den Hügel hinauf bis zur Lodge führt. Vor uns liegt ein riesiges Herrenhaus im Kolonialstil. Wir Frauen erkunden auf der Suche nach einer Toilette erst einmal das Hauptgebäude der Lodge. Die hohen Räume sind ausgefüllt mit antiken Möbeln, Kronleuchtern, den verschiedensten Bildern und afrikanischen Kunstgegenstände. Dann werden wir nach draußen in den Garten geführt und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Vor uns liegen wunderschön die Ebenen der Serengeti; ein Blick, den man von überall - sei es von der Terrasse, die um die ganze Vorderseite des Hauptgebäudes herumführt, vom Swimming Pool oder aus dem Garten - bewundern kann! Auf der großen Terrasse ist bereits der Mittagstisch für uns gedeckt und wir lassen uns ein weiteres Mal verwöhnen.

Anschließend werden wir durch die Anlage geführt, die neben dem Hauptgebäude aus einzelnen Cottages mit 1 bis 4 Schlafzimmern besteht sowie einem Souvenirladen mit Schmuck, Kleidern und Schnitzereien, einem Spabereich, einem Fitnessraum, Tennisplätzen, etwas abseits liegt außerdem ein Pferdestall. Und überall dieser einzigartige Blick...

Nachdem wir die Lodge ausführlich besichtigt haben, werden wir in einem offenen Safarifahrzeug von einem Guide von Singita Grumeti zum Sabora Plains Camp gebracht, welches ca. 45 Minuten Fahrt entfernt auf den Ebenen der Serengeti liegt. Die Fahrt dorthin nutzen wir als Pirschfahrt. Wie auch die letzten Tage ist es etwas bewölkt, aber diesmal bekommen wir auch wirklich ein paar - zum Glück nur wenige - Tropfen ab.

Empfang im Sabora Tented Camp
Das Sabora Tented Camp ist - wie der Name schon sagt - ein luxuriöses Zeltcamp, welches sich im Gegensatz zur Sasakwa Lodge auf den für die Serengeti und auch für dieses Gebiet typischen, endlos erscheinenden Grasebenen befindet. Insgesamt gibt es 3 Einheiten bestehend aus je zwei Gästezelten im Beduinenstil, in deren Mitte sich eine Bibliothek, ebenfalls in einem Zelt untergebracht, befindet. Alle drei Zelte stehen auf einer Holzplattform und haben eine gemeinsame, durchgehende Terrasse mit Blick über die flachen Grasebenen. Die Gästezelte selbst sind im Stil früherer Jahre eingerichtet, man fühlt sich dank der vielen kleinen Details in die 1920er Jahre zurückversetzt. Zur Ausstattung gehören große, bequeme Betten mit Moskitonetzen, ein Schreibtisch, eine gemütliche Sitzecke, eine Minibar, Klimaanlage, ein großes Badezimmer mit Badewanne und Außendusche sowie jede Menge Dekorationsgegenstände.

Sabora Tented Camp, Singita Grumeti Reserves
Lounge, Sabora Tented Camp, Singita Grumeti Reserves
Nachdem wir unsere Zelte bezogen haben, machen wir es uns erst einmal auf unserer Veranda gemütlich und genießen den Rest des Nachmittags. Der ein oder die andere von uns kühlen sich im Swimming Pool ab, anschließend machen wir uns für den Abend hübsch. Wir treffen uns zum Sundowner bei der Bar. Sobald es dunkel wird, bekommen wir tierischen Besuch: eine Hyäne versucht, sich uns anzunähern, wird aber immer wieder von uns weggescheucht. Eine Weile spielt sie das Spielchen mit uns, irgendwann gibt sie auf. Mittlerweile ist es Essenszeit und wir werden zu unserem Tisch im Esszelt gebeten. Uns wird ein 3-Gänge-Menü, bei dem mehrere Gerichte zur Auswahl stehen, serviert. So langsam mache ich mir auch Gedanken über meine Diät, die nach dieser Reise definitiv folgen wird!

8. Tag, 22. November 2007: Singita Grumeti Reserves - südliche Serengeti
Nach dem Aufstehen treffen wir uns beim Bogenschießplatz, um unsere Zielgenauigkeit zu testen. Nach einigen mehr und leider auch weniger erfolgreichen Versuchen frühstücken wir auf der großen Terrasse. Bevor wir aufbrechen, schauen wir uns noch im Spabereich und im Souvenirladen um. Anschließend werden wir zur dritten Lodge des Singita Grumeti Reserves - der Faru Faru Lodge gebracht. Die Fahrt dorthin dauert ca. 1,5 Stunden, unterwegs sehen wir viele Zebras, Giraffen, Thompson Gazellen und Impalas. Wir treffen auch auf eine Löwin, die im Schatten eines Baumes damit beschäftigt ist, die blutigen Spuren ihrer letzten Mahlzeit in ihrem Gesicht zu beseitigen. Dabei feuchtet sie mit ihrer Zunge ihre Pfoten an und wischt sich damit durch ihr Gesicht.

Singita Faru Faru River Lodge
Bei der Faru Faru Lodge, die im Gegensatz zu den anderen beiden Unterkünften im Busch liegt, werden wir bereits schon erwartet. Vom Parkplatz geht es zuerst zur Rezeption, wo ein kühler, erfrischender Willkommensdrink auf uns wartet. Wir sehen uns im Hauptbereich der Lodge um, der aus aufeinander getürmten Natursteinen und Zeltdächern konstruiert wurde und Essbereich, Lounge, Bar und eine kleine Bibliothek beherbergt. Die Einrichtung ist sehr modern und in hellen Farben gehalten, nach vorne hin ist alles offen. Eine Steintreppe führt auf eine Terrasse mit Feuerplatz, über Holzstege geht es weiter zu den beiden Swimming Pools und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Von überall aus kann man auf die Wasserstelle, die sich direkt vor dem Hauptbereich befindet, sehen.

Die insgesamt sechs Gästechalets befinden sich rechts und links des Hauptbereichs mit Blick auf noch eine weitere Wasserstelle bzw. mit Blick zum Grumeti Fluss und sind in drei Teilbereiche eingeteilt: ein Umkleidebereich, ein Wohn- und Schlafbereich und das Badezimmer mit separater Toilette. Eine Außendusche sowie ein überdachtes Holzdeck mit Sitzecke und Liegestuhl gehören ebenfalls zur Ausstattung. Die Vorderfront ist komplett verglast und bietet uneingeschränkte Sicht, durch die hellen Farben und den mordernen Einrichtungsstil wirken die Chalets - sowie auch die komplette Anlage - sehr einladend, Wohlgefühl garantiert.

Faru Faru ist unter den drei Singita Lodges mein persönlicher Favorit, was hauptsächlich an der modernen Gestaltung und dem gesamten Ambiente liegt. Alle drei Lodges bieten Luxus pur, jede auf unterschiedlichste Art und Weise, so dass für jeden Gast etwas nach seinem Geschmack dabei ist. Diese drei Lodges mit insgesamt 55 Betten befinden sich verteilt in einem privaten, 140.000 ha großen Konzessionsgebiet, somit ist auch bei den Pirschfahrten Exklusivität garantiert.

Nach unserer Besichtigungstour werden wir von Soldja abgeholt. Unsere Reise geht weiter, wir verlassen die Singita Grumeti Reserves und erreichen nach einer Stunde Fahrt das Ikoma Gate. Während Soldja den Papierkram für unsere Weiterfahrt in die Serengeti erledigt, machen wir es uns mit unserem Picknick-Lunch gemütlich. Auf der "Hauptstraße" zum Seronera Gebiet in der zentralen Serengeti herrscht reger Verkehr, nicht nur Fahrzeuge mit Touristen an Bord kreuzen ständig unseren Weg, sondern auch Busse und Lastwagen. Ich wünsche mich in den Norden der Serengeti zurück, wo wir die meiste Zeit alleine für uns waren und nur selten auf andere Touristen getroffen sind. Die Tierwelt jedoch entschädigt uns: wir sehen eine Herde Zebras, die direkt neben dem Straßenrand steht und sich von dem Verkehr ganz und gar nicht stören lässt. Im Fluss sehen wir Krokodile, auf den Grasebenen spazieren Giraffen umher. Später treffen wir auf eine kleine Löwenfamilie, eine Mutter mit ihren beiden Kleinen. Noch sind wir alleine und können die Raubkatzenfamilie in Ruhe beobachten. Als der Andrang aber größer wird, machen wir uns schleunigst aus dem Staub.

Leopard
Wir kommen an eine Stelle, an der 7 Fahrzeuge am Straßenrand stehen, deren Passagiere ihre Augen auf einen Baum in etwa 200 Metern Entfernung richten. Da muss etwas sein... Bald darauf haben wir es auch entdeckt: in der Baumkrone hat sich ein Leopard zum Ausruhen versteckt. Da es in diesem Gebiet strikt untersagt ist, die Wege zu verlassen, müssen wir uns damit begnügen, den Leoparden in der Ferne mit dem Fernglas zu beobachten. Ständig werden Fahrzeuge gestartet und anders platziert, um seinen Insassen den besten Blick auf das Tier zu bieten. Wir fahren weiter und erreichen das Olakira Camp gegen 4 Uhr nachmittags. Wir haben also ausreichend Zeit, um gemütlich ein Bier zu trinken, uns auszuruhen und zu duschen.

Anlage, Olakira Camp Serengeti, Serengeti Nationalpark
Das Olakira Camp gehört zu Asilia Lodges & Camps und wechselt - ebenso wie das Suyan Camp - seinen Standort einmal pro Jahr zwischen dem Seronera Gebiet und dem Ndutu Gebiet. Da es zusätzlich innerhalb des Seronera Gebiets des Öfteren umziehen muss, ist dieses Zeltcamp etwas einfacher aufgebaut und ausgestattet, jedoch muss auf nichts verzichtet werden. Das Olakira Camp kann sehr gut mit einem Aufenthalt im Sayari Camp oder Suyan Camp kombiniert werden. Jedoch würde ich empfehlen, zuerst im Olakira Camp zu übernachten, um eine Steigerung zu haben was sowohl die Unterkunft betrifft als auch die Lage auf bzw. abseits der üblichen Touristenpfade.

Zelt, Olakira Camp Serengeti, Serengeti Nationalpark
Nach Sonnenuntergang treffen wir uns alle am Lagerfeuer, es ist unser letzter Abend im Norden Tanzanias, und prompt hat das Team von Olakira Camp eine Überraschung für uns: begleitet von einer Gitarre singen und tanzen sie, zuerst etwas zögerlich, dann aber mit großer Begeisterung für uns, wir selbst können uns kaum noch auf unseren Stühlen halten, vom Klatschen tun uns schon die Hände weh. Einige Lieder später wird dieser Vorführung leider ein Ende gesetzt, das Abendessen wird serviert. Wir sitzen ein letztes Mal gemütlich zusammen und lassen die vergangenen Tage Revue passieren.

Aussicht von Olakira Camp
9. Tag, 23. November 2007: südliche Serengeti - Arusha
Auch der letzten Morgen beginnt mit der üblichen Prozedur: aufstehen, Koffer packen, frühstücken. Nachdem wir unser Auto beladen haben, machen wir uns auch schon auf die Socken. Wir fahren auf direktem Weg auf der Hauptstraße in Richtung Süden, für Tierbeobachtungen bleibt heute leider keine Zeit. Beim Naabi Gate und verlassen wir die Serengeti. Bauarbeiter sind gerade damit beschäftigt, die Straße zwischen der Serengeti und dem Ngorongoro Krater zu präparieren, so dass diese zeitweise in einem sehr guten Zustand ist und wir Zeit einsparen können.

Wir fahren die Hänge des Ngorongoro Hochlandes hinauf und erreichen schließlich den Ngorongoro Kraterrand. Dort legen wir einen kleinen Zwischenstopp ein, um den grandiosen Ausblick zu genießen und die Beine ein wenig zu vertreten. Leider haben wir keine Zeit, um in den Krater hinunter zu fahren, da wir zurück nach Arusha müssen. Kaum steigen wir aus, werden wir auch schon von einheimischen Souvenirverkäufern belagert, die uns nicht mehr von der Seite weichen. Wir beschließen weiterzufahren und noch an einem anderen Aussichtspunkt anzuhalten, um dort mehr Zeit zum Fotografieren zu haben.

Beim Loduare Park Gate des Ngorongoro Schutzgebietes erreichen wir die Teerstraße, sowohl für meinen Rücken und meine Gelenke als auch für meine Ohren eine richtige Wohltat! Über Karatu und vorbei am Lake Manyara geht es in Richtung Südosten. Der angenehm kühle Fahrtwind bläst in mein Gesicht, das monotone Motorengeräusch macht mich müde und ich nicke weg. Als ich wieder erwache, hat sich der Himmel zugezogen und verdunkelt, in der Ferne kann man beobachten, wie es regnet. Wir hoffen, nicht in den Regen zu kommen und fahren weiter, müssen dann aber doch anhalten und das Dach zumachen, da aus den einzelnen Regentropfen immer mehr werden und sie schließlich in strömenden Regen übergehen. Gegen 1 Uhr kommen wir in Arusha an und kehren bei der Arusha Coffee Lodge ein um zu Mittag zu essen. Leider bleibt uns keine Zeit, uns Zimmer anzusehen, da wir weiter zum Arusha Flughafen müssen, um unseren Flug nach Zanzibar nicht zu verpassen.

Ngorongoro Krater
Björn und seine Assistentin Angel sind uns beim Einchecken behilflich. Nach einem letzen gemeinsamen Drink wird es Zeit, sich zu verabschieden und für die vergangenen, erlebnisreichen und unvergesslichen Tage Dankeschön zu sagen.
geschrieben am 18.04.2011 um 11:52 Uhr.