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Reiseberichte 2011
Reisebericht von Gudrun und Lutz Sochorik
Sie waren bisher stets als Selbstfahrer unterwegs, haben sich dieses Mal jedoch für eine geführte Tour entschieden und berichten hier begeistert von ihrer Tour.

In den letzten 20 Jahren haben wir Kenia, Südafrika, mehrmals Namibia und Botswana bereist.
Außer in Kenia waren wir Selbstfahrer und stets mit einem Jeep 4x4 mit Schlafmöglichkeit und Selbstversorgung unterwegs. Jede unserer Reisen war ein tolles Abenteuer.
Vor ein paar Wochen haben wir uns sehr kurzfristig zu einer ganz anderen Art von Afrikareise entschieden. Wir hatten das Land Tanzania gewählt, wo in den Nationalparks in der Regel keine Selbstfahrmöglichkeit besteht und in Lodges mit Vollpension übernachtet wird.

Baobab
Frau Nennstiel stellte eine aufregende Reiseroute zusammen und wir ließen uns auf das für uns neue Abenteuer ein.
Am 11. Oktober starteten wir von Frankfurt mit der Luftfahrtgesellschaft KLM nach Amsterdam. Dort stiegen wir um und landeten nach ca. 8 Stunden auf dem Flughafen Kilimanjaro. Nach einer Autofahrt in das 50 km entfernte Arusha hatten wir unser Ausgangsziel am Fuße des 4565 m hohen Mount Meru erreicht.
Am nächsten Morgen machten wir uns mit unserem Guide namens Laizer bekannt und unsere 10 tägige Safari konnte beginnen.

Grnuherde
Das erste Ziel war der Tarangire Nationalpark.
Wie im Reiseführer von Jörg Gabriel beschrieben,konnten wir die herrlich alten Baobabs und natürlich auch die ersten Tiere bewundern.
Ein Rudel Löwen, das seine Mahlzeit in Ruhe genoss, eine große Herde Elefanten, die im Flussbett des Tarangire tranken und ausgelassen badeten und Giraffen, die uns mit ihren langen Hälsen von oben herab musterten - das war Afrika, wie wir es lieben!
Am späten Nachmittag wurden wir in der Kirurumu Tented Lodge von den einheimischen Maasais sehr freundlich begrüßt. Nach einem leckeren Abendessen saßen wir am Lagerfeuer und tauschten unsere Erlebnisse aus.

Büffel
Den nächsten Tag verbrachten wir nochmals im Tarangire Nationalpark.
Ein besonderes Erlebnis hatten wir am frühen Abend bei einem Walk mit einem Maasai.
Er zeigte uns viele Pflanzen, Bäume und Sträucher und erklärte deren Wirkung und Anwendung bei Krankheiten, wie zum Beispiel Gelbfieber und Malaria.
Dabei konnten wir auch einige kleine aber auch große Tiere in der Abenddämmerung beobachten.
Durch lautes Knacken wurden wir ganz in der Nähe auf eine Herde Elefanten aufmerksam, die uns dann auch im Morgengrauen an unserem Luxus - Zelt überraschend besuchte und uns zum frühen Aufstehen aufforderte.

Maasai
Schön, ein neuer Tag begann und wir fuhren zum ca. 1 Stunde entfernten Lake Manyara Nationalpark.
Zuvor machten wir in der kleinen Stadt Mto Wa Mbu einen kleinen Zwischenstopp.
Wir schlenderten ein wenig durch die engen Gässchen, beobachteten das muntere Markttreiben, wobei es auch zu freundlichen interessanten Gesprächen vor allem über den Gemüse- und Obstanbau kam.

Kaffeeplantage
Nahe des Städtchens liegt das Eingangstor zum Lake Manyara Nationalpark.
Kurz nachdem wir es passiert hatten, begrüßten uns schon die legendären Löwen, die auf Bäumen liegen, was auch wir bisher noch nicht gesehen hatten.
Da der See sehr ausgetrocknet war, konnten wir nur von Weitem, aber von einer sehr schönen Anhöhe aus, die unzähligen Flamingos und viele andere Wasservögel am gegenüberliegenden Ufer nur erahnen.
Im Süßwasserbereich posierten am Ufer die Flusspferde mit ihren massigen Leibern, unzählige Pavianfamilien bevölkerten die üppig bewachsenen Sumpfgebiete und in der Savanne zankten sich unzählige Geier um die besten Stücke eines toten Büffels.

In der, auf einer kleinen Anhöhe gelegenen Rift Valley Photographic Lodge übernachteten wir, von wo aus wir einen fantastischen Blick beim Sonnenuntergang auf die unendliche Weite genießen konnten.
Am nächsten Morgen unternahmen wir nochmals eine Pirschfahrt und setzten danach unsere Reise in Richtung Karatu fort, wo wir zuerst ein bisschen durch die Stadt bummelten.
In der Bouganvillea Safari Lodge angekommen, unternahmen wir mit einem Guide eine kleine Wanderung in die Umgebung und in die nahegelegenen Kaffeeplantagen.
Dort erfuhren wir sehr Interessantes über das Leben und die Arbeitsbedingungen der Plantagenarbeiter, über den Anbau und die Verarbeitung des Kaffees.
Auf einer gemütlichen Veranda genossen wir dann frisch gerösteten Kaffee.
Vom Geschmack und verführerischen Duft angeregt, entschlossen wir uns, eine Kostprobe mit nach Deutschland zu nehmen.
Zufällig konnten wir in der Lodge eine afrikanische Hochzeit bewundern.
Zu unserem Erstaunen ermunterte uns der Brautvater das Ereignis zu filmen und bat sehr herzlich, dem Brautpaar auch persönlich zu gratulieren. Gern haben wir alles erdenklich Gute für den gemeinsamen Lebensweg und natürlich auch Nachwuchs gewünscht, was die große Hochzeitsgesellschaft sehr erheiterte.
Bis nach Karatu hatten wir so richtig Glück mit dem Wetter.

Marabu
Gerade aber am 6.Tag unserer Reise, wo wir den Ngorongoro Krater besuchen wollten, regnete es in Strömen.
Am Kraterrand angekommen auf ca. 2300 m Höhe, begrüßte uns nichts anderes als dichter Nebel und Kälte.
Unser Guide Laizer beruhigte uns und versprach mit 100 % Sicherheit schönes Wetter im Inneren des Kraters. Er sollte zu unserer großen Freude recht behalten.
Wir waren überwältigt von der großen Tiervielfalt und den einzigartigen, vielfältigen Vegetationszonen auf so engem Raum.
Eine besondere Überraschung waren zwei in unmittelbarer Nähe grasende Nashörner. Wie wir lesen konnten, gibt es nur noch 13 Tiere im Krater. Staunend, konnten wir unser unglaubliches Glück kaum begreifen !
Auf der Rückfahrt zeigte sich der Kraterrand von seiner besten Seite. Bei herrlichem Sonnenschein wurden wir mit einem grandiosen Blick in das 16x20 km Kraterinnere belohnt.

Am nächsten Tag wollten wir das nächstes Ziel, die Serengeti erreichen.
Unser Weg führte uns nochmals zum Kraterrand und weiter durch das Ngorongoro Schutzgebiet, wo wir an vielen kleinen Maasai - Dörfern vorbeikamen. Das Gebiet ist sehr fruchtbar und es gibt genügend Weideland auch für die Ziegen- und Rinderherden der Maasais.

Wir fuhren weiter hinab in die endlose Savanne der Serengeti, wo uns immer wieder, scheinbar das ganze Tierreich willkommen hieß.
Im Eingangsbereich zum Serengeti Nationalpark angekommen, begrüßten uns Elefanten auf dem Picknickplatz, die anscheinend das Lunch-Paket mit uns teilen wollten.
Auch die Weiterfahrt zum Mapito Tentend Camp war sehr erlebnisreich, wo wir u. a. auch durch das sichere Auge unseres Guides Laizer, den ersten Leoparden auf dem Baum liegend, Hyänen versteckt hinter kleinen Büschen und ein Sekretärenpärchen entdeckten.

Mapito Tented Camp
Das Camp war sehr idyllisch gelegen und wird uns durch die familiäre Atmosphäre, seine Gastfreundlichkeit, Hilfsbereitschaft und das leckere Essen in sehr guter Erinnerung bleiben.
Nur hier war es möglich mit unserem Guide gemeinsam das Essen einzunehmen, was wir als sehr angenehm empfunden haben.
Auf die weiteren Tage in der Serengeti freuten wir uns und waren sehr gespannt, denn wir hatten in unserer Jugendzeit den Film “Die Serengeti darf nicht sterben“ gesehen. In uns waren jede Menge Erinnerungen und wir konnten es kaum fassen, dass diese tollen Filmeindrücke jetzt für uns Realität waren.

Die West - Serengeti hatte sich dieses Jahr durch zeitige Regenfälle schon etwas früher mit einem zarten Grün geschmückt. Dadurch konnten wir einen Teil der großen Tierwanderung miterleben.
Eigentlich ist dieses Erlebnis kaum zu beschreiben, man muss es gesehen haben - diese unendliche Weite der Serengeti, die unzähligen Tiere, der scheinbare Urzustand unserer Erde, ein Wunder das unbedingt weiter erhalten werden muss.
Die letzten zwei Tage verbrachten wir im Mbalageti Serengeti Zeltcamp, das leicht erhöht auf einem Hügel gelegen war. Von da aus hatten wir einen grandiosen Ausblick zu den in der Ebene grasenden Tierherden.
Bei den Ausfahrten konnten wir u. a. riesige Elefanten-, Gnu-, Büffel-, Giraffen- und Zebraherden beobachten.
Aber nicht nur die großen Tiere bekamen unsere Aufmerksamkeit.
Wir erfreuten uns auch an einer kleinen Schildkröte, die unter unser Auto kroch und wir nicht weiterfahren konnten bis sie in Sicherheit war. An einen Pillendreher der am Wegesrand emsig und geschickt seine Kugel berauf rollte, an Perlhühner die uns aufgeregt gackernd begrüßten und an Erdhörnchen die Männchen machten und neugierig nach uns Ausschau hielten. Besonders erinnern wir uns aber an die kleinen Äffchen die eine Wegsperre errichteten und uns scheinbar in Erinnerung bringen wollten, dass wir Menschen in diesem “Garden Eden“ nur Gäste sein können.

Der Abschied viel uns sehr schwer, als wir nach den wunderschönen Safari - Tagen am Seronera Aistrip ins Flugzeug stiegen.

Unsere Safari in den Nationalparks war zu Ende, aber unser Abenteuer Tanzania sollte noch weitergehen. Wir flogen nach Arusha und von dort aus auf die Insel Zanzibar, um am Indischen Ozean noch einen Strandurlaub zu genießen.
Nach ca. 65 km Autofahrt bezogen wir in der Kichanga Lodge ein “Traumhäuschen“ mit Blick auf das Meer.
Das türkisfarbene Wasser des Meeres war atemberaubend, der Strand einsam und mit ein paar wohltuend schattenspendenden Palmen gesäumt. Ein wahres Plätzchen der Erholung und Entspannung.
Am Ende unserer Reise haben wir noch mit einem Guide eine Spice - Tour und eine
Stadtbesichtigung in Stone Town unternommen.
Die Spice -Tour führte uns etwas abseits der Stadt in eine Art kleinen Urwald.
Dort leben und arbeiten kleine Dorfgemeinschaften zusammen auf einer Gewürzfarm.
Die Schätze der Natur, wie zum Beispiel Pfeffer, Cardamon, Nelken, Muskatnüsse, Bananen und vieles mehr, Bewirtschaften, Hegen, Pflegen und Ernten sie und verdienen sich somit ihren Lebensunterhalt. Bei dem Rundgang hatten wir sehr viel Spaß, denn wir sollten mit Hilfe all unsere Sinne das jeweilige Gewürz oder die Pflanze erraten. Das gelang nicht immer, da wir einige Namen noch nie gehört hatten und natürlich auch nicht in unserer Küche verwenden.
Sehr lustig war es, als uns ein junger Mann mit Leichtigkeit eine Kokosnuss zum Verzehr vom Baum holte. Anschließend wurden wir mit Ketten geschmückt, wir bekamen Kronen, die ebenfalls liebevoll aus Palmenblättern geflochten waren auf unseren Kopf gesetzt und sollten uns, mit selbst gebastelten Ringen nochmals das Ja - Wort geben. Eine tolle Idee, die uns in ewiger Erinnerung bleiben wird.
Das Gebastelte haben wir mit nach Hause genommen, getrocknet und nun schmückt es unsere Diele.

Hochzeit
Wir hatten schon viel über Zanzibar gehört und gelesen und waren auf die Stone Town Historical Tour sehr gespannt. Wir besuchten viele historische Stätten unter anderen das House of Wonder, den ehemaligen Sklavenmarkt und die Church of Christ.

Beeindruckend waren auch die kleinen verwinkelten Gässchen mit den wunderbar geschnitzten Holztüren.Ein tolles Erlebnis war der Besuch des Zentralen Marktes, wo wir dem emsigen Treiben der Händler besonders beim Geflügel- und Fischverkauf zusehen konnten. Wir standen zwischen flatternden, gackernden, gerupften und schon im Topf kochenden Geflügel. In der Fischhalle staunten wir über die Vielfalt und einige riesig große Fische.

Die Tour endete mit einem herrlichen Sonnenuntergang an der Uferpromenade des Hafens.

Mitten in der Stadt liegt das Hotel Zanzibar Coffee House, wo wir übernachtet haben.
Am Morgen konnten wir hoch über den Dächern der Stadt den Sonnenaufgang bewundern und unser Frühstück einnehmen. Hier gab es den leckersten Cappuccino, den wir je in unserem Leben getrunken haben, was uns
zum Kauf von einigen Päckchen Kaffee verführte.
Bei jeder Tasse Kaffee, die wir nun im kalten Deutschland genießen, erinnern wir uns gern an die herrlichen Urlaubstage in Tanzania.

geschrieben am 18.11.2011 um 11:08 Uhr.