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Reiseberichte 2006
Reisebericht von Evelyn Kürz
1. Tag, Freitag, 02.06.2006:
Am frühen Morgen landete ich mit Air Namibia auf dem Hosea Kutako Flughafen in Windhoek und wurde dort bereits von meiner "Reisebegleitung" - Janine Knoetze von Palmwag Lodge & Travel Shop - erwartet und begrüßt. Mit unserem Mietwagen, einem Nissan Double Cab von ASCO Car Hire, machten wir uns gleich auf den Weg. Nach einem kleinen Einkaufsstopp in Windhoek ging es in Richtung Süden über Rehoboth und Kalkrand zu unserer ersten Unterkunft, der Bagatelle Kalahari Game Ranch, wo wir nach etwa 3 1/2 Stunden Fahrt ankamen.

Nach einer kleinen Ruhepause, die ich zur Erholung von dem langen Flug und zur Akklimatisierung nutzte, wurde uns Kaffee und Kuchen im Garten serviert. Anschließend nahmen wir an einer Panoramafahrt über das Gelände teil. Höhepunkt dieser Tour war die Auffahrt auf eine Düne, von wo aus wir bei einem Gläschen Wein einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten konnten.

2. Tag, Samstag, 03.06.2006:
Nach dem Frühstück ging unsere Reise weiter. Nach der Besichtigung der Kalahari Anib Lodge fuhren wir weiter in Richtung Osten über Mariental und Maltahöhe in die Gegend von Sesriem. Unser erstes Ziel war Le Mirage Desert Lodge & Spa, eine im nordafrikanischen Stil erbaute Burg ca. 20 km südlich von Sesriem an der Straße C 27 gelegen. Hier wurden wir durch die Räumlichkeiten geführt, anschließend ging es weiter zum Kulala Reserve, wo wir die nächsten beiden Nächte verbrachten.

Nachdem wir unsere Zimmer in der Kulala Desert Lodge bezogen hatten, nahm uns unser Guide Lesley mit auf eine Panoramafahrt über das Kulala Reserve, ein 21 000 Hektar großes privates Reservat, das an den Namib Naukluft Park angrenzt.

Aufgrund des heftigen und guten Regens, den diese Region - und auch das ganze Land - in den Monaten Januar bis April heimsuchte, konnten wir eine unglaublich schöne und untypisch grüne Landschaft erleben. Während unserer Fahrt gab es neben der vielfältigen Vogelwelt auch einige Tiere wie zum Beispiel Springbock, Oryx und Strauße zu sehen. Absolutes Highlight war ein Straußenpärchen, das mit Mühe und Not versuchte, die ca. 60 Jungtiere zusammenzuhalten und zu hüten.

Wie es in Namibia typisch ist, ließen wir auch diesen Tag gemütlich mit einem "Sundowner" ausklingen: bei einem Gläschen Wein beobachteten wir, wie die Sonne hinter den Hügeln verschwand und den Horizont in herrlichen Farben erleuchten ließ. Bereits nach Einbruch der Dunkelheit kehrten wir dann wieder zur Lodge zurück.

3. Tag, Sonntag, 04.06.2006:
Um 05:00 Uhr wurden wir geweckt, nach einem leichten Frühstück war gegen 06:00 Uhr Abfahrt. Durch das private Eingangstor erreichten wir den Namib Naukluft Park. Ein einzigartiges Erlebnis war der Sonnenaufgang in dem weitläufigen Dünengebiet, der die Dünen rot färbte und ein atemberaubendes Spiel von Licht und Schatten bewirkte.
Nach ca. 1 Stunde Fahrt erreichten wir den Parkplatz beim "Dead Vlei" und machten uns dann zu Fuß auf den Weg, um die ausgetrocknete Lehmsenke zu erkunden. Dank unseres Guides Lesley erfuhren wir mehr über die Entstehung und Entwicklung der Wüste und lernten Lebewesen kennen, die sich den trostlosen und schwierigen Bedingungen der Wüste angepasst haben und dort überleben.

Während wir es uns auf den Überresten eines abgestorbenen Kameldornbaumes gemütlich machten und die wunderschöne Szenerie genossen, erklommen die Aktiven unter uns die Dünen.

Anschließend ging es zu Fuß zurück zu unserem Fahrzeug. Eine abenteuerreiche Fahrt durch tiefsandiges Gelände führte uns dann letztendlich in das Sossusvlei. Hier konnten wir sehen, dass ein Teil des Vleis immer noch unter Wasser stand; ein sehr seltener Anblick. An einem schattigen Plätzchen wurde unser Auto geparkt und der Mittagstisch mit kalten Platten, frisch gebackenem Brot und erfrischenden Getränken gerichtet. Nach einem ausgiebigen Brunch fuhren wir dann wieder zurück zur Lodge, wo wir gegen 12:30 Uhr ankamen.

Am Nachmittag besichtigten wir das Little Kulala Camp, welches ca. 5 km von der Kulala Desert Lodge entfernt liegt und erst kürzlich als "Premium Camp" wieder eröffnet wurde. Danach fuhren wir nach Sesriem und besuchten den Sesriem Canyon, wo wir eine kleine Wanderung unternahmen und uns bei Sonnenuntergang wieder auf den Weg zurück "nach Hause" machten.

4. Tag, Montag, 05.06.06:
Nach dem Frühstück mussten wir Kulala leider verlassen. Wir fuhren nach Sesriem und besichtigten dort die Sossusvlei Lodge, welche direkt am Eingangstor zum Namib Naukluft Park liegt. Dort erfuhren wir auch, dass im Juli / August das Desert Camp - eine Unterkunft für Selbstversorger etwa 3 km östlich der Sossusvlei Lodge und im gleichen Stil gebaut - eröffnet werden soll.

Danach ging es auf der C 19 weiter in Richtung Süden. Wir besuchten die beiden anderen Camps von Wilderness Safaris - das Sossusvlei Wilderness Camp und das Kulala Tented Camp - die sich ebenfalls auf dem Kulala Reserve befinden, aber durch eine separate Zufahrt erreichbar sind.

Außerdem stand die Besichtigung von Betesda und A Little Sossus Lodge auf unserem Programm, bevor wir letzten Endes unsere nächste Unterkunft, das Desert Homestead & Horse Trails, erreichten. Nachdem wir uns auf der Terrasse bei Kaffee und Kuchen ein wenig erholt hatten, hatten wir die Wahl, entweder einen Ausritt oder eine Panoramafahrt zu unternehmen. Da wir beide keine begeisterten Reiter sind, entschieden wir uns letztendlich für die Panoramafahrt und hatten so die Gelegenheit, einen weiteren wunderschönen Sonnenuntergang mitzuerleben.

5. Tag, Dienstag, 06.06.06:
Heute ging es weiter zur Küste Namibias. Ein Zwischenstopp in Solitaire sowie ein Stückchen frisch gebackenen Apfelkuchen, den es dort zu kaufen gibt, durften in unserem Programm natürlich nicht fehlen! Nach dem Besuch der Solitaire Gästefarm und der Rostock Ritz Desert Lodge erreichten wir am Nachmittag endlich Swakopmund. Nachdem ich mein Zimmer im Secret Garden Gästehaus bezogen hatte, hatte ich den Rest des Tages zur freien Verfügung und konnte das glücklicherweise traumhafte Wetter genießen. Am Abend lernte ich dann den Rest des Teams von "Palmwag Lodge & Travel Shop" kennen.

6. Tag, Mittwoch, 07.06.06:
Am frühen Morgen startete meine 4tägige "Skeleton Coast Safari" - leider ohne Janine. Gegen 10:00 Uhr wurde ich zum Flughafen von Swakopmund gebracht, von wo aus es in einer Cessna Caravan in Richtung Skelettküste ging. Der ca. 2 1/2 stündige Flug führte uns vorbei am Brandberg, über die wunderschöne Landschaft des Damaralandes und entlang der Küste zum Khumib Rivier, wo sich das Skeleton Coast Camp befindet. Von der Landebahn bis zum Camp sind es ca. 5 Minuten Fahrt.

Die Gäste des Skeleton Coast Camps werden in 6 geräumigen Zelten untergebracht, jedes mit eigener Veranda, Schlafzimmer und Badezimmer mit Dusche / WC ausgestattet. Im Hauptgebäude befinden sich der Essbereich sowie eine Bar und gemütliche Sitzgelegenheiten, eine kleine Bibliothek und ein Bereich, wo Souvenirs ausgestellt sind.

Nach Ankunft im Camp erhielten wir eine ausführliche Einführung für die kommenden Tage im Skeleton Coast Park, wichtige Verhaltensregeln sowie Sicherheitsmaßnahmen wurden erläutert. Da das Skeleton Coast Camp die einzige Unterkunft weit und breit in dem ca. 175 000 Hektar großen privaten Konzessionsgebiet ist, stellt diese Flugsafari ein einmaliges und exklusives Erlebnis dar - maximal 12 Personen können sich zugleich in diesem riesigen Gebiet aufhalten.
Nach dem Mittagessen und einer kurzen Ruhepause trafen wir uns wieder, um unsere erste Ausfahrt im privaten Konzessionsgebiet, das sich im Süden bis nach Möwe Bay und im Norden bis Kap Fria erstreckt, zu unternehmen und einen ersten Eindruck dieser atemberaubend schönen und einsamen Wüstenlandschaft zu erhalten.

Auf einer kleinen Erhebung wurde von unseren Guides eine "mobile Bar" aufgebaut, bei einem Gin & Tonic konnten wir zusehen, wie die Sonne langsam am Horizont verschwand. Anschließend ging es zurück zum Camp, das wir bei Dunkelheit erreichten und wo uns ein leckeres Abendessen erwartete.

7. Tag, Donnerstag, 08.06.06:
Heute stand ein ganztägiger Ausflug an die Küste auf dem Programm. Um 06:00 Uhr wurden wir geweckt, nach dem Frühstück war gegen 07:00 Uhr Abfahrt in Richtung Norden. Alle Aktivitäten werden mit zwei speziell umgebauten Safarifahrzeugen unternommen. Um die schönen Aussichten besser bestaunen zu können, kann das Fahrzeugdach hochgeklappt werden; außerdem befinden sich auf dem Dach des Fahrzeugs drei weitere Sitzplätze.

Unsere Fahrt führte uns zu den "musical dunes". Die Sandkörner dieser Dünen haben eine einzigartige Form, so dass beim Aneinanderreiben der Körner Töne entstehen. Läuft oder springt man nun auf diesen Dünen auf und ab, hat man den Eindruck, dass die Dünen singen.

Weiter ging es zu den "stone circle villages". An einer kleinen Erhöhung sind reihenartig Steine in mehreren Kreisen angeordnet. Es wird angenommen, dass diese Kreise vor 200 bis 300 Jahren von den Bewohnern dieser Gegend genutzt wurden, um zu jagen.

Unterwegs sahen wir immer wieder in der Ferne Springböcke, Oryxantilopen und Strauße, die sich dem unwirtlichen Klima dieser Region auf besondere Weise angepasst haben. Aber nicht nur die großen Lebewesen sind faszinierend, sondern auch die kleinen wie zum Beispiel verschiedene Käfer, Skorpione und auch Schlangen. Auch verschiedene Flechtenarten und Pflanzen gibt es in dieser Gegend, die sich von dem Nebel, der oft über der Skelettküste aufzieht, ernähren.

Weiter über Sanddünen und an Salzfeldern vorbei fahrend erreichten wir um die Mittagszeit die Küste in der Nähe von Cape Fria. Während wir auf Erkundungstour gingen und unsere Füße im eiskalten Atlantischen Ozean badeten, wurde von unseren Guides das Mittagessen direkt am Strand vorbereitet.

Nach einem Besuch der Pelzrobbenkolonie bei Cape Fria machen wir uns wieder auf den Heimweg in Richtung Süden. Wir fuhren an der Küste entlang und stoppten immer wieder, um letzte Überbleibsel gestrandeter Schiffe und Wale zu begutachten und zu fotografieren. Gegen 18:00 Uhr erreichten wir das Skeleton Coast Camp, wo bereits ein ausgiebiges Abendessen auf uns und unsere hungrigen Bäuche wartete.

8. Tag, Freitag, 09.06.06:
Für diesen Tag war eine Tour in das Inland geplant. Geweckt wurden wir wieder um 06:00 Uhr. Nach dem Frühstück ging es durch das Khumib Rivier und über endlos erscheinende Flächen zum Hoarusib Rivier. Wegen der guten Regenfälle Anfang des Jahres führte der sonst trockene Flusslauf immer noch Wasser, was für uns alle natürlich ein einmalig schönes Erlebnis war.

Ca. 2 Stunden lang fuhren wir durch das Hoarusib Rivier in Richtung Purros, immer wieder auf der Suche nach den seltenen Wüstenelefanten, deren Heimat die in der Regel trockenen Flussbette im Damaraland sind. Kurz vor Purros hatten wir dann Glück und stießen auf eine Herde von 16 Wüstenelefanten!

Nachdem wir einige Zeit damit verbracht hatten, diese gemütlichen Riesen beim Trinken und beim Suhlen im Matsch zu beobachten, wurde es auch für uns höchste Zeit, etwas Nahrhaftes zu uns zu nehmen. So suchten wir uns einen ruhigen und sicheren Platz in einem Seitenarm des Hoarusib Riviers, wo wir unseren Mittagstisch aufbauten.

Anschließend ging es weiter über Purros zu einem Ovahimba Dorf - einem der letzten ursprünglich lebenden Nomadenvölker Namibias. Wir lernten den Alltag sowie die Traditionen und Sitten dieses Volkes kennen. Besonderes Merkmal der Himba Frauen ist ihre rötliche Haut. Sie cremen ihre Körper mit einer Paste aus Fett und Ockerfarbe, die aus bestimmten Steinen gewonnen wird, ein, um die Haut vor dem Austrocknen durch die Sonne und durch das extrem heiße und trockene Klima zu schützen. Außerdem besuchten wir eine Schule in Purros, die von Wilderness Safaris unterstützt und gefördert wird, bevor es durch das Hoarusib Rivier wieder zurück zum Camp ging.

Bei der Rückkehr im Camp wartete dann eine kleine Überraschung auf uns. An dieser Stelle möchte ich aber nicht zu viel verraten...

9. Tag, Samstag, 10.06.06:
Heute durften wir ein wenig länger schlafen. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit allem, was das Herz begehrt - Müsli, Früchte, Käse- und Wurstplatten sowie warmen Speisen - begaben wir uns auf einen Halbtagesausflug zu den sogenannten "Lehmschlössern". Vor vielen Tausenden von Jahren lagerten sich in den Seitenarmen des Hoarusib Lehmschichten ab, die mit etwas Fantasie wie prunkvolle Schlösser aussehen. Nachdem wir ausreichend Zeit hatten, die Schlösser genauer unter die Lupe zu nehmen, kehrten wir wieder zum Camp zurück.

Hier warteten bereits schon Lunchpakete auf uns und nach kurzer Wartezeit traf dann auch unser Flugzeug - eine Cessna Caravan - ein, das uns in die Zivilisation zurück brachte und diesem tollen, 4tägigen Erlebnis leider ein Ende setzte. Nach ca. 2 1/2 Stunden Flugzeit mit Zwischenstopp bei der Palmwag Lodge erreichte ich Swakopmund.

10. Tag, Sonntag, 11.06.06:
Am Morgen standen einige Hotelbesichtigungen auf dem Tagesplan - Hotel Eberwein, Hansa Hotel, SamŽs Giardino, The Stiltz und Rossmund Lodge. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Ich nutzte die Zeit, um ein wenig durch das kleine Städtchen zu bummeln und alte, bekannte Gesichter wieder zu sehen, die ich aus meiner Praktikumszeit kenne.

11. Tag, Montag, 12.06.06:
An diesem Tag hatten wir eine lange Strecke vor uns. Am frühen Morgen wurde ich von Janine im Secret Garden Gästehaus abgeholt und gemeinsam machten wir uns in unserem Mietwagen auf den Weg in Richtung Norden. Zuerst fuhren wir entlang der Atlantikküste bis Henties Bay, von dort aus ging es weiter ins Inland in die Gegend vom Brandberg. Die Landschaft ändert sich ständig. Je weiter man ins Landesinnere kommt, desto hügeliger, farbenfroher und fruchtbarer wird sie.

Nach einem kurzen Zwischenstopp bei der Brandberg White Lady Lodge und einer kleinen Mittagspause unter einem schattigen Baum erreichten wir am Nachmittag das Mowani Mountain Camp, das auf künstlerische Weise in die Berge hineingebaut wurde. Wir erhielten eine Führung durch die Räumlichkeiten, anschließend ging es weiter zur Doro !Nawas Lodge, die ebenfalls in dieser Gegend liegt.

Leider kamen wir erst so spät an, dass wir nichts mehr unternehmen konnten, sondern gleich unsere Zimmer bezogen und uns zu einem Drink auf der großen, einladenden Terrasse trafen. Nach dem Abendessen wollten wir mit Hilfe des professionellen Teleskops auf dem Dach der Lodge Sterne beobachten, leider war es aber aufgrund des Vollmondes hierzu viel zu hell.

12. Tag, Dienstag, 13.06.06:
Bevor wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Unterkunft machten, besuchten wir noch das Camp Xaragu, das vor allem für Campingfreunde durch seine großen, schattigen Stellplätze sehr gut geeignet ist, aber auch für Preis bewusste Kunden Unterkunft bietet.

Da die Strecke zur nächsten Unterkunft - der Palmwag Lodge - nicht sehr weit war, kamen wir dort rechtzeitig zum Mittagessen an und hatten den Nachmittag für uns. Wir beschlossen, mehr von der Landschaft um Palmwag sehen zu wollen, zur Auswahl standen Wanderungen auf verschiedenen, markierten Wanderwegen oder eine ca. 3stündige Pirschfahrt durch das Palmwag Konzessionsgebiet. Wir entschieden uns letztendlich für die Pirschfahrt und sahen nicht nur Kudus, Springböcke, Zebras und Strauße, sondern konnten auch die traumhaft schöne Landschaft des Damaralandes bestaunen.


Reisebericht Namibia Rundreise 2006
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13. Tag, Mittwoch, 14.06.06:
Unsere Reise ging weiter in Richtung Etoscha Nationalpark. Wir fuhren über den Grootberg Pass mit traumhaften Ausblicken nach Kamanjab. Wieder änderte sich die Landschaft, wir kamen auf Farmland, entlang der Straße verlaufen Zäune, die die jeweiligen Farmen ab- und eingrenzen. Die Büsche wurden dichter, die Hügellandschaft verschwand und es wurde immer flacher. Kurz vor Outjo bogen wir in Richtung Norden zum Etoscha Nationalpark ab.

Bevor wir bei unserer nächsten Station eincheckten, besuchten wir die Epacha Game Lodge und die Eagle Tented Lodge, die beide auf dem privaten Epacha Reserve liegen, das zwar an den Etoscha Nationalpark angrenzt, jedoch ca. 55 km vom Eingang zum Etoscha Nationalpark entfernt ist.

Rechtzeitig für Kaffee und Kuchen erreichten wir schließlich die Ongava Lodge im Ongava Reserve. Dieses ca. 30 000 Hektar große Reservat grenzt ebenfalls an den Etoscha Nationalpark an, die Eingänge beider Naturschutzgebiete liegen direkt nebeneinander. Wir bezogen schnell unsere Zimmer und unternahmen zusammen mit unserem Guide Riaan und anderen Gästen eine Pirschfahrt auf dem Ongava Reserve.

Tiere wie Zebra, Springbock, Oryx, Wildebeest, Wasserbock, Giraffe, Kudu sowie verschiedene Vogelarten zählten zu unseren Sichtungen. Dann kamen wir in ein Gebiet, das nach Aussage unseres Guides ein beliebter Lebensraum für Nashörner ist. Aufgeregt hielten wir alle Ausschau nach diesen seltenen Tieren und wurden letztendlich auch belohnt: wir trafen auf eine kleine Nashornfamilie, Vater und Mutter mit Kind. Nach langer Beobachtung und vielen Fotos erreichte die Sonne langsam aber sicher den Horizont und wir beschlossen daher, an dieser Stelle einen "Sundowner" zu machen, was aufgrund unserer tierischen Gesellschaft sehr aufregend und einzigartig war.

Bei Dunkelheit machten wir uns dann wieder zurück auf den Weg zur Lodge, was uns ermöglichte, auch einige nachtaktive Tiere zu sehen und kennen zu lernen. Nach dem hervorragenden Abendessen ließen wir diesen erlebnisreichen Tag bei einem Glas Wein in einer gemütlichen Sitzecke mit Blick auf die beleuchtete Wasserstelle ausklingen.

14. Tag, Donnerstag, 15.06.06:
Um 6 Uhr wurden wir geweckt, nach dem Frühstück war um 7 Uhr Abfahrt in den Etoscha Nationalpark. Gleich an der ersten Wasserstelle Ombiku sahen wir bereits auch schon unseren ersten Löwen und verweilten somit einige Minuten dort! Weiter ging es dann nach Okaukuejo, wo wir Zeit hatten, unsere Beine ein wenig zu vertreten. Anschließend fuhren wir zur Springbokvlakte, einer weiteren Wasserstelle, wo wir einem turbulenten Treiben zuschauen durften.

Hier tummelten sich Springböcke, Oryx und Zebras. Als plötzlich ein Springbock unvorsichtigerweise ins Wasser fiel, wurden wir Zeuge eines Angriffs von etwa fünf Schakalen, die auf Nahrungssuche waren. Zum Glück konnte sich der Springbock noch rechtzeitig retten und so seinen Jägern entgehen. Nach einer Weile kamen aus der Ferne fünf Elefanten zum Trinken an die Wasserstelle. Sehr interessant zu beobachten war das Verhalten der anderen Tiere, die sich ein Stückchen von der Wasserstelle entfernten, so dass die Elefanten ungestört trinken konnten, später sich jedoch wieder zögerlich näherten.Landkarte Waterberg Region

Die Stunden vergingen und leider mussten wir uns bald auch wieder auf den Rückweg machen, so dass wir rechtzeitig zum Mittagessen wieder in der Lodge waren.

Den Nachmittag nutzten wir, um das Ongava Tented Camp zu inspizieren, das im Gegensatz zur Lodge - die etwas erhöht auf einem kleinen Hügel liegt - sich mitten im Busch befindet und so Wildnis pur bietet. Außerdem durften wir noch einen Blick in das Hauptgebäude und die riesigen, luxuriösen Bungalows der Little Ongava Lodge werfen, die oberhalb der Ongava Lodge liegt.

15. Tag, Freitag, 16.06.06:
Leider mussten wir heute wieder Abschied von Ongava nehmen. Bevor wir quer durch den Etoscha Nationalpark fuhren, besuchten wir noch das Etoscha Safari Camp, das ca. 15 km südlich vom Anderson Tor liegt und eine schöne Alternative zum Okaukuejo Restcamp ist.

Vorbei an der Etoscha Pfanne und an vielen Wasserstellen suchten wir uns unseren Weg nach Halali, wo wir zum Mittagessen kurz Pause machten, und weiter nach Namutoni und zum östlichen Ausgang des Etoscha Nationalparks fuhren.

Unser erstes Ziel war das Onguma Reserve, direkt an den Etoscha Nationalpark angrenzend, wo wir uns das einfache Onguma Bush Camp sowie das relativ neue und sehr moderne Onguma Tented Camp anschauten. Nach einem weiteren Besuch der Mokuti Lodge erreichten wir die Mushara Lodge, wo wir die kommende Nacht verbrachten.

Um uns von der anstrengenden Autofahrt in unserem Double Cab ein wenig zu erholen, nahmen wir das Angebot der Mushara Lodge dankend an und unternahmen eine Fahrt im offenen Fahrzeug über das Gelände der Lodge zu einem Deck, von wo aus wir das letzte Tageslicht und einen weiteren, tollen Sonnenuntergang genießen konnten.

Zurück in der Lodge wartete eine Überraschung auf mich: ich durfte die Nacht in der Villa Mushara verbringen! Nachdem ich "meine" Villa bezogen hatte und das riesige Gebäude bis auf das kleinste Detail erkundigt hatte, traf ich mich mit Janine im Hauptgebäude der Lodge, wo uns zum Abendessen ein ausgezeichnetes 3 Gänge Menü serviert wurde.

16. Tag, Samstag, 17.06.06:
Nach dem Frühstück und einer Führung durch die Mushara Lodge brachen wir auf und fuhren über Tsumeb und Otavi in Richtung Otjiwarongo zur Frans Indongo Lodge in der Nähe des Waterberg Plateaus. Über Okahandja ging es weiter nach Windhoek, unterwegs besuchten wir noch die Düsternbrook Gästefarm.

In Windhoek checkte ich für meine letzte Nacht in Namibia im Olive Grove Gästehaus ein, einer sehr modern und mit viel Stil eingerichtete Unterkunft, die in dem ruhigen Stadtteil Klein Windhoek liegt. Da wir erst zum Sonnenuntergang in der Stadt ankamen, blieb uns nicht viel Zeit für Besichtigungen oder sonstige Unternehmungen in Windhoek.

Unseren letzten Tag und unsere gemeinsame Reise durch Namibia ließen wir im "JoeŽs Beerhouse" ausklingen - einem urigen Lokal, das in keinem Reiseplan fehlen darf und zu dessen Spezialitäten Wildgerichte jeglicher Art gehören.

17. Tag, Sonntag, 18.06.06:
Am Morgen besuchten wir noch verschiedene Unterkünfte wie die Pension Casa Piccolo, die Pension Palmquell und die Villa Verdi. Da Sonntag war und die Geschäfte nur bis 13 Uhr geöffnet haben, blieb uns nicht viel Zeit für einen Stadtbummel. Am Nachmittag verabschiedete ich mich von Janine, die mit Air Namibia zurück nach Swakopmund flog. Ich gab den Mietwagen im Depot von ASCO Car Hire in Windhoek ab und wurde anschließend zum Flughafen gebracht. Eine traumhaft schöne, erlebnisreiche und informative Reise durch Namibia ging zu Ende...
geschrieben am 22.04.2011 um 09:37 Uhr.