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Reiseberichte 2006
Tagebuch von Christl Nennstiel
Famtrip vom 6. bis 15. Dezember 2006 mit Air Madagaskar
6. Dezember
Um 11:00 Uhr wollte ich eigentlich meinen Computer schließen, aber wie immer brauche ich noch 45 Minuten länger. Gott sei Dank ist wenig Verkehr und in 25 Minuten sind wir am Flughafen, Terminal 2, Halle D.

Ich fliege zuerst mit Air France bis Paris Charles de Gaulle und dann weiter mit Air Madagaskar. Die Dame am Check-in Schalter der Air France in Frankfurt ist sehr freundlich und checkt mein Gepäck bis Antananarivo durch.

Der Flug Frankfurt - Charles de Gaulle dauert 55 Minuten. Die Maschine landet um 15:00 Uhr, aber bis wir mit dem Bus im Terminal 2 D sind, vergehen noch einmal 10 Minuten. Dann laufe ich vom Terminal 2 D zum Terminal 2 A zu unserem Treffpunkt und das dauert noch einmal 20 Minuten.

Ralph steht schon da und wartet mit zwei anderen Teilnehmern auf mich (die anderen sind schon durch gegangen). Da ich das Ticket erst hier bekomme, muss ich noch einchecken. Unsere Gruppe besteht aus insgesamt 10 Personen (9 Reiseveranstalter und ein Vertreter der Air Madagaskar). Altersmäßig ist die Gruppe gemischt von 20 bis 64 Jahren (ich bin die Älteste).

Es sind 8 756 km bis Antananarivo - kurz Tana genannt. Wir rollen pünktlich vom Flugfeld (16:55 Uhr) und starten dann um 17:10 Uhr.

Wir fliegen mit einer Boeing 767-300. Die Sitzaufteilung ist 2 - 3 - 2 und der Sitzabstand beträgt 84 cm, also sehr angenehm, auch die Sitze sind bequem.

Um 18:30 Uhr wird das Abendessen serviert und um 20:00 Uhr geht das Licht aus - Schlafenszeit. Ich habe Glück und habe 3 Sitze für mich, so dass ich mich hinlegen kann. Meine Augenklappe und Ohrstöpsel habe ich immer dabei.

Der Flug verläuft ruhig ohne Turbulenzen.

7. Dezember
Um 02:15 Uhr werden wir geweckt und es gibt Frühstück. Kann noch nichts essen, nur Joghurt.
Der Zeitunterschied beträgt jetzt in unserem Winter (in Madagaskar ist Sommer, eigentlich Regenzeit) 2 Stunden, im Sommer nur 1 Stunde.

03:35 Uhr deutsche, 05:35 Uhr Madagaskar Zeit landen wir pünktlich auf dem Flughafen "Ivato". Uhr umstellen! Es hat bereits 18 Grad.

Das Visum ist unproblematisch. Man gibt am Visa-Schalter einfach den Pass mit 12 Euro ab (sollte man das Geld nicht passend haben, bekommt man sogar Euro als Wechselgeld zurück) und die Marken werden in den Pass eingeklebt.

Ich hatte Angst, dass mein Koffer nicht mitkommt, weil ich ihn ja von Frankfurt aus durchgecheckt habe. Aber er ist sogar einer der ersten, der ankommt.

Unser Deutsch sprechender Tourguide Julien begrüßt uns und zeigt uns, wo wir Geld tauschen können, und zwar bei "Money Exchange", da hier der beste Kurs gegeben wird. Für 150 Euro erhalte ich 393.000 Ariary.

Das Gepäck wird zum Bus gebracht und um 06:30 Uhr geht es los Richtung Antananarivo. Auf Madagaskar herrscht Rechtsverkehr. Es sind schon so viele Menschen unterwegs und uns kommt es gar nicht so früh vor.

Es sind 12 km und ca. 45 Minuten in die Stadt. Wir frühstücken zuerst im Hotel Tana Plaza, das direkt an der Avenue de l´Independance liegt und besichtigen anschließend das Hotel.

Wir fahren noch durch die Stadt und hoch zu einem Aussichtspunkt. Leider ist es ziemlich diesig und die Aufnahmen werden nicht so klar.

Der Name Antananarivo bedeutet "Stadt der 1000 Krieger". Tana hat
2 Millionen Einwohner, ist sehr hügelig und liegt zwischen 1000 und
1475 m hoch. Die Bewohner sind vom Stamm der Merlin. Es gibt sehr viele R 4 als Taxis. Überhaupt werden viele R 4 und 2 CV in Madagaskar gefahren.

Nun geht es Richtung Süden ins Hochland. Sobald wir halten, werden wir von Kindern umringt. Wir kommen an einem Fluss vorbei, wo Frauen Ihre Wäsche waschen.

Am Straßenrand bieten Frauen ihre selbst hergestellten Dinge an. Es gibt viele Basttiere, meistens Chamäleon in allen Größen und Farben ab 2.500 Ariary aufwärts (das ist ca. 1 Euro), große Giraffen und Baobab Bäume.

Man muss Handeln und schließlich erstehe ich 4 Chamäleon und 3 andere Tierchen für ca. 8 Euro und einen riesigen Baobab Baum für 15.000 Ariary = 6 Euro. Bin schon gespannt, wie ich ihn nach Hause bringe!

Im Hochland stehen die typischen Häuser mit normalerweise vorne 3 Fenster und 1 Tür, die nach Westen schauen und auf der Rückseite keine Fenster haben. Im Haus befinden sich 4 Zimmer. Unten werden meistens die Tiere gehalten und oben schläft man.

Kurz danach halten wir noch einmal kurz bei Verkaufsständen an.
 
Unterwegs wird sehr viel Reis angebaut. Reis ist die Hauptmahlzeit der Madegassen. Sie essen 3 x am Tag Reis, das bedeutet, dass z. B. eine sechsköpfige Familie pro Tag 2 kg Reis braucht, das sind dann pro Jahr pro Person 165 kg.

Reis wird 2 x pro Jahr geerntet - Oktober und April. Auf einem Hektar Boden gedeihen 3 Tonnen Reis.

8. Dezember

Habe gut geschlafen, aber um 05:00 Uhr kräht der Hahn und es ist schon taghell. An Schlafen ist nun nicht mehr zu denken. Um 07:00 Uhr treffen wir uns zum Frühstück, das natürlich nicht so wie im südlichen oder östlichen Afrika ausfällt. Es gibt ein Croissant, Weißbrot, Butter und Marmelade, Tee, Kaffee, Schokolade und Orangensaft.
Um 07:30 Uhr fahren wir los und besuchen zuerst eine Holzschnitzerei.

Reisebericht Madagaskar 2006
 
Reisebericht Madagaskar 2006
Reisebericht Madagaskar 2006
Es ist fürchterlich laut! Ohne Ohrenschutz wird gesägt und gearbeitet!
Natürlich gibt es auch einen Laden, in dem man die Dinge kaufen kann. Der Ort liegt auf einer Anhöhe und man sieht zwischendurch ins Tal und auf die andere Seite. Leier nicht lange genug, dass man fotografieren kann.

Reisebericht Madagaskar 2006
Häuser im Hochland

Es geht ziemlich kurvenreich bergab und man sieht überall viele Reisfelder. Reis ist die Hauptmahlzeit der Madegassen. Sie essen 3 x am Tag Reis, das bedeutet, dass z. B. eine 6köpfige Familie pro Tag 2 kg Reis braucht, das sind dann 165 kg pro Person pro Jahr.
Reis wird 2 x pro Jahr geerntet, im Oktober und April. Auf 1 Hektar Boden gedeihen 3 Tonnen Reis.
Die Häuser erden aus Backsteinen errichtet. 1 Backstein kostet z. B. 50 Ariary und für ein Haus braucht man ca. 5 000 Stück im Hochland.


Es gibt kaum Wald, denn dieser ist abgeholzt. Jetzt gibt es nur noch Eukalyptus, Kiefern und Mimosen.
Dann erreichen wir einen Ort, dessen Name "Stadt des Glücks" bedeutet. Anschließend geht es wieder bergab und es beginnt eine Sandstraße, die durch den vielen Regen zum Teil ganz schön schlammig ist. Rechts und links der Straße sind wieder Reisfelder. Interessant zu sehen ist, wie die Zebus im Kreis marschieren. Dies dient dazu, dass der Boden aufgewühlt wird und sich dann leichter bearbeiten lässt.
Für die 20 km Sandstraße benötigen wir 1 Stunde. Danach beginnt Gott sei Dank wieder eine Teerstraße.
Die Straße führt an dem Fluss Namuruna entlang. Dieser stürzt sich gewaltig in vielen Kaskaden in die Tiefe. Das tosende Wasser verspritzt ganz schön Gischt!
Es geht weiter in vielen Kurven bergab. Die Landschaft ist wunderschön - ein herrlicher Regenwald!
Dann erreichen wir unser Hotel Domaine Nature. Die Anlage ist wirklich sehr natürlich aus Schilf und Grasdach. Die Bungalows sind über die Anlage verteilt. Ich bekomme den Bungalow Nr. 9, der zusammen mit der Nr. 10 am weitesten unten liegt. 165 Stufen bis zu Nr. 9 und 168 Stufen bis zu Nr. 10.
Das Hotel hat 18 Bungalows, jeweils mit 3 Betten (oder Doppel und 1 Einzel) ausgestattet mit Dusche und WC.
Nachdem es den ganzen Vormittag bewölkt war, klart es jetzt auf und die Sonne kommt raus.
Nach dem Mittagessen gegen 14:45 Uhr fahren wir zum Nationalpark Ranomafana. Der Park ist 40 000 Hektar groß und wurde 1986 gegründet, um besonders zwei Lemurenarten zu schützen: Den "Golden Bamboo Lemur" und "The Greater Bamboo Lemur".
Ganz gespannt laufen wir mit zwei Guides los. Ein dritter läuft voraus und sicht die Lemuren. Zuerst geht es viele Stufen bergab, dann über eine Brücke, um den reißenden Namorona Fluss zu überqueren und dann geht es steil bergan. Es ist nur ein kleiner Trampelpfad, der aufgrund der vorangegangenen Regenfälle sehr rutschig ist und man muß sich ständig an den Ästen festhalten. Wir quälen uns durch den Regenwald nach oben und es erinnert mich sehr an unseren Aufstieg zu den Bergorillas in Ruanda. Nur dort war es Vulkanerde und über 3 000 m hoch.
Dann auf einmal Spannung, denn die ersten bleiben stehen, schauen nach oben und foto¬grafieren. Als ich ankomme, sehe ich gerade noch einen braunen Schwanz hoch oben in den Blättern und weg ist der Lemur!
Nun heißt es, den steilen Pfad wieder abwärts zu gehen und unser Guide versucht, in einer anderen Richtung Lemuren aufzuspüren. Auf einmal ertönt wieder der Ruf von dem Guide, der auf der Suche ist. Alles ist wieder gespannt und aufgeregt. Klappt es dieses Mal, werden wir dieses Mal Glück haben?? Nun geht es wieder bergab und die Spannung steigt. Und tatsächlich, es bewegt sich etwas in den Baumwipfeln vor uns. Leider ist der Boden sehr rutschig und die Blätter verdecken die Lemuren. Aber wir haben großes Glück und sehen 3 Greater Bamboo Lemuren. Angeblich gibt es nur noch etwa 100 Exemplare und zwar nur hier in diesem Park.
Einer sitzt ganz gemütlich in den Ästen und frisst und die zwei anderen turnen auf den Bäumen herum. In der Zwischenzeit ist es gleich 17:00 Uhr und in dem Dschungel ist es schon sehr dunkel. Ich wähle 800 als Belichtung und versuche manuell die Lemuren "scharf" zu bekommen. Es ist ein schwieriges Unterfangen. Der Standplatz ist schlecht und ich kann die Kamera bei dieser langen Belichtungszeit kaum ruhig halten. Aber es ist trotzdem unheimlich aufregend, diese seltenen und vom Aussterben bedrohten Tiere zu beobachten.
Als wir aus dem Dschungel auf eine Lichtung kommen, ist es noch verhältnismäßig hell. Zeit für ein Gruppenfoto!
Kurz darauf brechen wir wieder auf, um nun die Nacht aktiven Tiere zu suchen. Und tatsächlich sehen wir eine gestreifte Zibetkatze "striped civet" hier Fossa Fosana von unserem Guide bezeichnet.
In den Bäumen versteckt können wir noch einen Mouse Lemur entdecken, aber nicht fotografieren.
Doch aus unserer "Nachtwanderung" wird es leider nichts, denn es fängt ganz plötzlich in Strömen zu regnen an. Man hat kaum Zeit, das Regencape auszupacken, so schnell und heftig kommt es herunter. Wir hätten nicht gedacht, dass es noch zum Regnen kommt, aber unser Guide Julien hatte uns zur Mitnahme von Regencapes geraten, zum Glück!!!
Da es schon ziemlich dunkel ist und man höllisch aufpassen muss, nicht auszurutschen, kommt man doch nicht so schnell voran.
In kürzester Zeit steht das Wasser auf dem Weg und man bekommt noch nasse Füße!"
Im Bus dampft es richtig, weil jeder sich von den nassen Klamotten befreit.
Im Hotel zurück brauchen wir erst einmal ein Bier, dann eine heiße Dusche, bevor wir uns zum Abendessen wieder treffen.

geschrieben am 21.04.2011 um 07:29 Uhr.