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Reiseberichte 2010
von Patrick O'Brien
Head Guide im Kings Camp

Es ist eine wunderbare Zeit jetzt, um sich im Bush aufzuhalten. Die Wildsichtungen, besonders von Leoparden, waren fantastisch, und so habe ich tausende Bilder von diesen wunderbaren Katzen gemacht. Einige Aufnahmen sehen Sie in meinem Bericht.

Ross Rudel, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Die Löwensichtungen sind etwas zurückgegangen, denn das Kubasa Rudel hat sich weiter westwärts bewegt, um den Kontakt mit drei starken männlichen Ghlathini Löwen, die aus dem Norden kamen, zu vermeiden. So entstand vorübergehend eine neutrale Zone, in die sofort andere Löwen eindrangen.

Ein neues Rudel aus dem Westen des Klaserie Gebiets, bekannt als Ross Rudel, wurde mehrere Male in der Nähe von Kings Camp gesehen. Es ist ein großes Rudel mit mehr als 15 Tieren, neun ausgewachsene Löwinnen und zwei männliche Löwen sowie weiteren halbwüchsigen Löwen.

Serval, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Ich hatte das große Glück, während einer Nachtfahrt  Aufnahmen dieses männlichen Serval machen  zu können. Es sind die ersten Bilder eines Serval, die ich bisher in meiner Zeit als Guide gemacht habe.

Leopardin, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Der Serval ist eine mittelgroße afrikanische Wildkatze. DNA Untersuchungen haben gezeigt, dass sie einen gemeinsamen Stammbaum mit dem Löwen hat. Sevals haben in Relation zu ihrer Körpergröße die längsten Beine aller Katzen, wobei genau genommen die Länge durch eine Verlängerung der Fußknochen zustande gekommen ist. Auch die Zehen sind verlängert und helfen beim Fangen von teilweise im Erdreich verborgener Beute. Mit diesen langen Beinen können Servals nicht nur gut springen, was bei der Jagd sehr wichtig ist, sondern auch bis zu 80 Stundenkilometer schnell laufen. Der Beutesprung von Servals ist ein hoher Sprung steil nach oben und nach vorne auf die Beute. Servals können bis zu etwa 3,6 m weit springen und präzise an der Stelle der Beute und mit so viel Wucht landen, dass sie sie betäuben oder sofort töten.

Zusammen mit dem langen Hals können Servals so auch gut über hohes Gras hinweg schauen.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal sind die großen Ohren, die auf ein außergewöhnlich gutes Gehör hinweisen, mit dem sie sogar Beute unter der Erde entdecken können.

Servals sind nachtaktiv, jagen also meistens bei Dunkelheit. Zwar sind sie auf die Jagd von Nagetieren spezialisiert, sie jagen aber auch Vögel, Hasen und Reptilien. Servals sind erfolgreiche Jäger; tagsüber enden etwa 50 %, nachts sogar etwa 67 % aller Jagden erfolgreich. Andere Katzen sind nur bei etwa jedem zehnten Versuch erfolgreich.

Leopardin & Junges, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Leoparden
Im Mittelpunkt der Katzensichtungen dieses Monats standen Leoparden. Das hängt teilweise mit der Trockenheit zusammen, denn die Vegetation ist eher dünn und spärlich.

Leopardin & Junges, Kings Camp, Timbavati Game Reserve
Rockfig Junior und ihrer einzigen überlebenden Tochter geht es recht gut. Bedauerlicherweise ist ihr Sohn seit einem  Monat nicht mehr gesehen worden; wir sind inzwischen ziemlich sicher, dass er tot ist. Rockfig Junior und ihre Jungen hat eine unglückliche Begegnung mit dem Machattan Löwenrudel eines Nachts. Einer der Ranger beobachtete, wie zwei der drei Leoparden von den Löwinnen des Rudels auf eine große Akazie gejagt. Zwar sahen wir nicht direkt, dass der junge männliche Leopard von den Löwinnen gefangen oder getötet wurde, wir befürchten aber das schlimmste, da er am nächsten Tag nicht mehr gesehen wurde.

Jagdtraining, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Dieser kleine Leopard war ein abenteuerlustiger kleiner Kerl, der mutig meilenweit von seiner Mutter und seiner Schwester entfernt die Welt erkundete.

Jagdtraining, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Dies war aber nicht das erste Mal, dass sich die Wege des Machattan Rudels und von Rockfig Junior kreuzten. Ihre Auseinandersetzungen gehen bis ins Jahr 2004 zurück. Und im letzten Jahr tötete Rockfig Junior ein Junges einer der Machattan Löwinnen. Dies ist Teil des fortwährenden Kampfes ums Überleben und die Vorherrschaft der großen Raubtiere im afrikanischen Busch.

Jagdtraining, Kings Camp, Timbavati Game Reserve
Glücklicherweise hat das kleine Leopardenmädchen bisher alle Gefahren überlebt und entwickelt sich prächtig. Sie wächst gut, hat ein gutes Selbstvertrauen und ist ebenso sehr auf ihre Sicherheit bedacht, wie es ihr die Mutter vorlebt. So hält sie sich auch einige Tage lang versteckt, wenn ihre Mutter auf Jagd ist.  

Jagdtraining, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Ntombi und ihr männlicher Nachwuchs wurden regelmäßig in der Nähe des Camps gesichtet.
Eines Tages, während des Mittagessens, rief ein Gast Warren, um ihm zu sagen, dass ein Leopard mit einem Jungen am Wasserloch am Trinken war. Wie erwartet, war es Ntombi und Junior, die ihren Durst löschten. Ntombi hatte in der Nacht zuvor ein Impala getötet und hatte ihre Beute im Flussbett direkt vor dem Camp versteckt. Drei Tage lang taten sich Mutter und Sohn gütlich an der Beute.

Jagdtraining, Kings Camp, Timbavati Game Reserve
Zwei Tage später tötete sie einen  Steinbock und ließ ihn den ganzen Tag offen herumliegen; sie kam erst bei Sonnenuntergang zum Fressen zurück. Normalerweise verstecken Leoparden ihre Beute unmittelbar, nachdem sie sie erlegt haben; wahrscheinlich aber hatte irgendetwas die Leopardin gestört. Überraschend war außerdem, dass den ganzen Tag über kein einziger Geier den toten Steinbock entdeckte, denn normalerweise entdecken Schmarotzer, „opportunist feeders“, opportunistische Fresser wie sie auf Englisch genannt werden, eine verlassene Beute überaus schnell. Das war gut für Ntombi, denn nachdem sie schließlich die Beute unter einem Baum versteckt hatte, konnte sie zwei Tage lang davon fressen.

Jagdtraining, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Löwen
Das Ross Rudel
Das ist ein mächtiges Rudel mit 15 Löwen. Es ist ein sehr dynamisches Rudel, das sich diesen Monat hier aufhielt. Obgleich man sie natürlich nicht jeden Tag zu sehen bekommt, ist es dennoch ein großartiges Gefühl zu wissen, dass 15 Löwen um das Safarifahrzeug herum sind. Das Rudel besteht aus 9 Löwinnen, 4 Heranwachsenden und 2 mächtigen männlichen Löwen. Die beiden Rudelchefs erinnerten mich an die berüchtigten Shobele Löwen, die vor einigen Jahren dieses Territorium beherrschten. Es gelang mir, zwei gute Fotos der Beiden zu machen, und man kann an den großen Mähnen  deutlich erkennen, dass die Tiere voll ausgewachsen und in der Blüte ihres Lebens sind. Ich frage mich, was wohl geschähe, wenn es zu einem Kampf mit unseren eigenen Timbavati Löwenmännern um das Territorium käme. Im Augenblick würden die Ross Löwen wohl den Kampf gewinnen.

Leopardin & Junges, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Albert verfolgte das Rudel eines Morgen zu Fuß und erzählte mir später, dass das Rudel in der Nacht versucht haben musste, einen alten Büffel zu töten wie Spuren und Blut im Sand des Flussbettes zeigten. Offenbar aber war es dem Büffel doch irgendwie gelungen zu entkommen, denn in der Umgebung war kein toter Büffel zu finden.

Junge Leopardin, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Das ist alles für heute, liebe Freunde, von den Rangers und Trackers des Kings Camp.

Report by Patrick O’Brien Head Guide Kings Camp
© www.mandevo-wildlifephotography.com
Email: mail@mandevo-wildlifephotogpahy.com

Hier kommen Sie direkt zur Beschreibung des Kings Camp im Timbavati Private Game Reserve.

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geschrieben am 28.12.2010 um 10:48 Uhr.