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Reiseberichte 2010
Kings Camp, Timbavati Game Reserve, Südafrika
Morné Hamlyn und das Kings Camp Guide Team

Der Sommer geht nun schnell zu Ende, der Winter steht vor der Tür. Decken und Wärmflaschen gehören wieder zur Standardausrüstung der Safarifahrzeuge.

Das letzte grüne Gras wird nun wieder trocken und braun. Große Herden von Zebras nutzen die verbleibende Zeit bis zum Winter, um sich noch ein bisschen Fett anzufressen. Auch Strausse, die größten, allerdings nicht flugfähigen Vögel der Welt, sind auf den offenen Ebenen zu sehen.

Leoparden
Die Mutter Rockfig Jr. und ihren inzwischen fast 7 Monate alten Jungen geht es sehr gut. Die Mutter hat im letzten Monat viel Beute gemacht, alles große Impalaböcke, soweit festzustellen war. (Impalaböcke sind in dieser Zeit nämlich nicht gerade sehr aufmerksam und vergessen bei ihren Kämpfen um Territorien und paarungsbereite weibliche Tiere die Gefahren, die überall lauern.) Rockfig Jr hat nur ein oder zwei Beutestücke an Hyänen verloren, als es ihr nicht gelang, die Beute rechtzeitig auf einem Baum in Sicherheit zu bringen.

Die Leopardin Ntombi läßt sich wieder häufiger sehen, und es sieht so aus, als habe sie Nachwuchs. Bisher war nicht festzustellen, ob es sich um ein männliches oder weibliches Junges handelt, denn es ist immer noch sehr scheu, wenn sich ein Fahrzeug nähert. Ntombi versteckte ihren Nachwuchs in Felsen im Flussbett, in das kein Fahrzeug vordringen kann.

Argyle, der sehr eindrucksvolle männliche Leopard, konnte diesen Monat zweimal gesichtet werden. Das erste Mal hatte er ein Impala und das zweite Mal ein Warzenschwein getötet. In der Gegenwart von Fahrzeugen ist Argyle sehr entspannt und weiß durchaus sich zu behaupten. Als sich nämlich eine Hyäne näherte, lief er zunächst weg, weil er nicht wusste, um wie viele Hyänen es sich handelte. Als er jedoch sah, dass es nur eine einzige Hyäne war, kam er zurück, um der Hyäne die Beute wieder wegzunehmen. Nach einem kurzen Gerangel, gelang es Argyle, die Beute zu schnappen und sie auf einen Baum zu schleppen, bevor mehr Hyänen auftauchten.

Löwen
Das Xakubasa Rudel scheint sich den zentralen und nördlichen Bereich des Schutzgebiets als Territorium ausgesucht zu haben. Das Rudel wird oft gesichtet und ist in guter Verfassung. Im letzten Monat haben die Löwen Impalas, Kudus und junge Büffel als Beute geschlagen.

Das Machaton Rudel tötete ein paar Impalas, aber ihr Jagderfolg war nicht so gut, dass sich Tiere die ganze Zeit über in ihrem Territorium aufhielten. Sie verbrachten jedoch einige Zeit im Kings Camp Gelände.

Elefanten und Kapbüffel
Größere Herden von Elefanten und Kapbüffeln zeigten sich erst gegen Ende des Monats. Dann hielten sie sich in der Nähe der Wasserlöcher auf.

Breitmaulnashörner
Es gab zahlreiche Sichtungen von Breitmaulnashörnern. Die Gruppe, die aus drei bis sechs Tieren besteht, wurde regelmäßig im südlichen Teil gesehen. Die Tiere wurden bei jeder Sichtung entspannter. Das jüngste Tier im Rudel ist etwa dreieinhalb Jahre alt, was bedeutet, dass seine Mutter entweder bereits wieder trächtig ist oder bald trächtig werden könnte.

Besondere Sichtungen
Als ich vor kurzem abends zu Hause war, hörte ich einen ziemlichen großen Lärm an der Haustür. Ich rief Melissa und wir sahen einen Kampf zwischen den beiden Aasfressern des Camps: Ein Honigdachs (honey badger, Mellivora capensis) kämpfte gegen eine afrikanische Zibetkatze (civet, Civettictis civetta). Die Beiden besuchen das Camp praktisch jede Nacht. In dieser Nacht jedoch kamen sie sich in die Quere. Normalerweise würde man annehmen, dass der Honigdachs den Kampf gewinnen würde. In diesem Fall jedoch schnappte die Zibetkatze den Honigdachs beim Genick und zerrte ihn herum. Der Kampf dauerte etwa 10 Minuten. Dann trennten sich die Tiere und rannten davon.

Morné Hamlyn und das Kings Camp Guide Team.
geschrieben am 23.03.2011 um 15:47 Uhr.