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Reiseberichte 2011
von Patrick O'Brien

Kings Camp, Timbavati Private Game Reserve, Südafrika

Zu dieser Jahreszeit im Winter zeigt sich die Schönheit, die uns umgibt, auf ganz besondere Weise.

Morgens ist es kühl, die Abende sind frisch. Während der Tierbeobachtungsfahrten kann man leicht die Häsle der Giraffen über den dornigen Akazienbäumen sehen, die Sonne wirft ein goldenes, seidenes Licht über den Busch. Das alles wirkt beruhigend und friedvoll für die Seele.

Leopardin, Kings Camp, Timbavati Game Reserve
An einem solchen wunderbaren Nachmittag entdeckte mein Fährtenleser Albert die frischen Spuren einer Leopardin, die erst vor kurzem entlang des Weges gegangen war. Langsam folgten wir den Spuren auf dem kurvenreichen und holprigen Weg, als uns plötzlich ein mächtiges Hindernis blockierte, eine Menge dicker Beine, so groß wie Baumstämme, ließ die Erde um uns herum erzittern: Eine Herde von mehr als 40 Elefanten stürmte aus dem Busch und auf den Weg vor unserem Fahrzeug. Jeder auf dem Landrover war sehr erfreut über diese großartige Überraschung, nein, fast jeder! Tracker Albert war weniger beeindruckt, eher sogar verärgert. Denn die Elefanten hatten die Spuren der Leopardin zertrampeln, und wie sollte er der Leopardin jetzt folgen?

Es waren die Spuren der eleganten und schönen Leopardin Ntombi. Sie ist eine bemerkenswert attraktive und entspannte Leopardin von etwa 5 Jahren. Sie ist zum ersten Mal Mutter geworden und hat es prima geschafft, ihren jetzt 18 Monate alten Sohn aufzuziehen. Er verbringt viel Zeit vor dem Camp im trockenen Flussbett, wo er Schutz vor größeren Raubtieren und seinem Erzfeind, der Tüpfelhyäne, findet. Ich glaube, dass seine Mutter ihn noch mit Futter versorgt, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis er völlig selbständig sein wird und für sich selbst sorgen kann. Wir haben ihn und seine Mutter Ntombi drei Tage lang an einer Beute direkt vor der Lodge gesehen.

Unsere bekannteste und meist gesuchte und von tausenden Besuchern fotografierte Leopardin, Rockfig Junior, wurde diesen Monat nur unregelmäßig gesichtet und es gibt wohl einen guten Grund. Ich nehme an, dass sie am Ende des Monats Nachwuchs zur Welt gebracht hat. Höchstwahrscheinlich dauert es noch mindestens acht Wochen, bis sie ihren Nachwuchs aus dem Versteck bringt. Sobald wir mehr wissen, informieren wir Sie.

Weisse Löwin, Kings Camp, Timbavati Game Reserve
Die Löwensichtungen waren in diesem Monat ausgezeichnet. Wir haben nicht nur mehrere größere Kills gesehen, sondern auch die Rückkehr des Kubasa Rudels - wenn auch nur für wenige Tage. Die Gäste, die diese weißen Löwen sahen, hatten viel Glück. Die beiden weißen Löwinnen haben sich zu endrucksvollen, schönen Löwinnen entwickelt. An dem Nachmittag, an dem wir sie sichteten, schliefen sie friedlich am Ufer des Nharalumi River, wurden aber von einer etwa 50köpfigen Elefantenherde vertrieben. Das Löwenrudel bewegt sich sehr sporadisch und wenig vorhersagbar, so dass es kaum möglich zu sagen, wohin sie sich begeben. Im Augenblick sieht es so aus, als würde das Rudel es vorziehen, sich in der nordwestlichen Ecke des benachbarten Klaserie Private Nature Reserve aufzuhalten. Ich vermute auch, dass die ständige Anwesenheit der dominanten Timbavati und Mahlatini Löwen in unserem Gebiet verantwortlich für die Abwesenheit des Kubasa Rudels sein kann. Wir hoffen aber, das das Kubasa Rudel bald wieder zum Kings Camp zurückkehrt.

Hyäne, Giraffe, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Hyäne, Giraffe, Kings Camp, Timbavati Game Reserve
Dem Machaton Rudel geht es gut, und ich freue mich, Ihnen sagen zu können, dass es auch den neun Welpen gut geht. Ich schaue immer wieder nach dem kleinsten und jüngsten Tier, der einzigen Löwin unter dem Nachwuchs. Sie ist schmächtig im Vergleich zu den männlichen Welpen, aber sie hat einen starken Charakter und setzt tapfer gegen ihre Geschwister zur Wehr. Ich habe sie aufmerksam beobachtet und mehrere Male gesehen, dass sie sich nicht von ihren Brüdern oder ausgewachsenen Löwinnen herumschubsen lässt. Die männlichen Löwen des Timbavati Rudels haben sich den Welpen gegenüber sehr nachsichtig verhalten und ihnen erlaubt, an derselben Beute zu fressen, ohne Aggressionen oder Verärgerung zu zeigen.

Welpe mit Giraffenbulle, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Anfang dieses Monats hatte das Rudel unerwartetes Glück, denn ein großer Giraffenbulle starb eines natürlichen Todes im dichten Mopane Buschwerk. Die Löwinnen fanden den Körper drei Tage später, aber ein kleines Rudel Hyänen hatte ihn bereits vorher entdeckt. Es war erstaunlich zuzusehen, wie sie sich bemühten, den großen Magen der Giraffe zu öffnen; als das Ziel erreicht war, war es einige Tage lang ein großer Festschmaus. Zahlreiche größere Hyänen taten sich eine Zeitlang gütlich am Kadaver, dann machten sie einer kleinen Gruppe Schwarzrückenschakale Platz und eineigen hundert Geiern. Dann kamen die Hyänen zurück, ohne aber zu fressen; stattdessen verjagten sie alle anderen kleineren Raubtiere.
Das ging so zwei Tage lang so. Dann, am dritten Tag, übernahm das Machaton Rudel mit der Hilfe der männlichen Timbavati Löwen die Kontrolle am Kadaver. Sie fraßen sich voll, bis sie sich kaum noch bewegen konnten und es aussah, als würden sie gleich platzen. Man könnte denken, so viel zu fressen, sich zu überfressen, sei unvernünftig, aber sie wissen einfach nicht, wann sie das nächste Mal etwas zu fressen finden. Wenn sich ihnen also eine gute Gelegenheit bietet wie der Giraffenbulle, dann nutzen sie sie so gut wie möglich.

Nachdem sich die Löwen die Bäuche gefüllt hatten, verließen sie die Reste des Kadavers, gingen in das nahe ausgetrocknete Flussbett und verdauten ihr Mahl einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang, bis eine Herde von etwa 300 Büffel am nächsten Morgen direkt vor den in der Sonne dösenden Löwen vorbeikam. Die erwachsenen Löwinnen traten sofort in Aktion. Die Welpen brachten sich im dichten Buschwerk an der Uferböschung in Sicherheit und beobachteten ihre Mütter. Beim Überqueren des trockenen Flussbetts sanken die schweren Büffel tief in den Sand ein. Dann stützte eine der Löwinnen aus ihrer Deckung und scheuchte die Herde in die Richtung, aus der die Büffel gekommen waren. Die Büffel rannten Schutz suchend instinktiv auf das dichte Buschwerk am Nhlaralumi River zu, wo sie allerdings bereits von einer zweiten Löwin erwartet wurden, die im Hinterhalt lag. Diese Löwin stürzte sich die Böschung hinab und verbiss sich in der Schnauze einer Büffelkuh und verhinderte so, dass die Kuh blökte und den Rest der Herde zur Hilfe rief. Die Herde rannt in wilder Panik davon, um sich vor den Löwen in Sicherheit zu bringen.
Die Löwen töteten die Büffelkuh in wenigen Augenblicken, die Welpen hielten sich noch versteckt. Aber einige Minuten später signalisierten leise Rufe den Welpen, dass es nun für sie sicher war zu kommen. Alle Löwen fraßen drei Tage lang. Zwar kam am vierten Tag einer der männlichen Timbavati Löwen und übernahm sofort die Beute. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich alle anderen Löwen aber bereits die Bäuche bis zum Platzen gefüllt.

Löwen, Büffel, Kings Camp, Timbavati Game Reserve
Löwen, Büffel, Kings Camp, Timbavati Game Reserve
Löwen, Büffel, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Während fast allen Tierbeobachtungsfahrten in Kings Camp wurden große Elefantenherden gesichtet. Die Herden der Muttertiere haben die offenen Grasebenen verlassen und verbringen die meiste Zeit an den Uferböschungen des Nhlaralumi River, wo sie in dieser Jahreszeit noch genügend Futter finden. Auch einige große Elefantenbullen wurden gesichtet; ein besonders mächtiger Bulle, vom Elefantenforschungsteam im Timbavati "Battle" genannt, hielt sich eine Woche lang hier auf. Er verbrachte sogar einen ganzen Tag direkt vor dem Camp. Majestätisch und mächtig ist er der wahre König im Busch.

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Junge Elefanten, Kings Camp, Timbavati Game Reserve

Das ist alles für diesen Monat. Ich hoffe, dass Sie den Game Report mit ebensoviel Freude gelesen haben wie ich ihn mit Freude geschrieben habe.

Mit besten Grüßen

Patrick O'Brien and das Team

Hier kommen Sie zur Webseite des Kings Camp.

geschrieben am 25.07.2011 um 22:13 Uhr.