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Reiseberichte 2008
Die Organisation durch Sie und Wilderness Safaris war, ich kann schon sagen wie gewohnt, perfekt und absolut problemlos - danke!
Doris und Rüdiger Köppel

Hier nun eine Rückmeldung zu unserer diesjährigen Reise ins Okavango-Delta.

Die Organisation durch Sie und Wilderness Safaris war, ich kann schon sagen wie gewohnt, perfekt und absolut problemlos - danke!

Alle Transfers klappten wie am Schnürchen und so kamen wir in den Genuss, nach einem Abendessen zu Hause, kurzer Fahrt zum Frankfurter Flughafen, Nachtflug nach Windhuk und passendem Anschluss via Maun bereits am nächsten Tag mittags mitten im Delta zu sitzen und uns für einen ersten Gamedrive vorzubereiten. Und das alles ohne Zeitverschiebung!

Diesmal hatten wir vier Camps á vier Nächte im Programm (Tubu Tree, Duba Plains, Chitabe, Duma Tau) und fanden persönlich diesen Rhythmus sehr angenehm, also immer genug Zeit um die teilweise völlig unterschiedlichen Umgebungen und Camps selber auch in Ruhe genießen zu können. Unsere Empfehlung wäre immer wieder: Weniger ist manchmal mehr, was die Anzahl der Camps und Transfers angeht.

Selbst ein Aufenthalt von ca. einer Woche ist für uns pro Camp im Delta absolut vorstellbar, man bekommt vielmehr Gefühl für die Atmosphäre dort, lernt die Menschen besser kennen und hat nicht permanent Angst eventuell tolle Gelegenheiten bei Gamedrives zu verpassen. Die Seele will schließlich auch ankommen.

Erlebnisreise ins Okavango Delta, Botswana
Lechwe
Tubu Tree: Wunderschön vor einer großen Überschwemmungsebene auf Hunda Island gelegen, mit "der" rustikalen Open Air Bar im Delta als sozialem Treffpunkt des Camps, klein, damit überschaubar und persönlich. Momentan wird es von einem sehr netten, jungen Schweizer Paar geführt. Ganz frisch jetzt auch eins der letzten Camps, wo die Reissverschlüße der Verandatüren gegen feste Türen ausgetauscht wurden, ist doch wesentlich komfortabler so. Ungefragt gab's auch mal als Überraschung eine abendliches Candlelight Dinner zu zweit am kleinen Pool, unter diesem sensationellen Sternenhimmel einfach ein Erlebnis.

Die recht große Insel selber bietet auch bei sehr hohem Wasserstand (wie wir ihn im Vorjahr hatten, Rekordhöhe seit 25 Jahren) immer viele Möglichkeiten für Gamedrives mit dem Land Rover und zusätzlich z.b. auch schöne Mokoro Ausflüge an, das Programm ist also sehr vielseitig.

Der allgemeine Tierbestand ist sehr vielfältig, Leoparden hatten wir täglich (sozusagen bis zum abwinken) und da diese sehr territorial sind, gibt es fast immer sehr schöne Verhaltensweisen zu beobachten. Auch Vogelliebhaber kommen hier garantiert auf ihre Kosten.

Duba Plains: Es fing mit dem Transfer dorthin schon mal gut an: Zu unserer Überraschung wurde dieser mit einem Helikopter durchgeführt (was in dieser Region schon mal häufiger vorkommen kann), wodurch sich noch mal ein ganz anderes Flugerlebnis mit wesentlich niedrigerer Flughöhe wie bei einer Cessna ergab.

Schon klar was hier unser eigentliches Ziel war: Die Interaktion von Löwen und Büffeln. Das hat diesmal nicht ganz hingehauen, die Tierwelt hat sich einfach nicht an unseren Reiseplan gehalten und der Hauptteil der Büffelherde (ca. 1000 Tiere) hatte sich just vor unserer Ankunft in eine benachbarte Region verzogen, die im Mai bei diesem Wasserstand nicht mehr für die Land Rover zugänglich war. Da die Büffel hier die Hauptnahrungsquelle für die Löwen darstellen ist die bekannte Skimmer Gruppe gleich mitgegangen und die noch vorhandene Tsaro Gruppe hatte sich vorübergehend zusagen in ihre Einzelteile zerlegt, da eine Reihe von Weibchen trächtig waren und erstmal einzeln und geschützt sich um den Nachwuchs kümmern will. Nichtsdestotrotz wurden wir Zeuge, wie eine Löwin ein Warzenschwein für ihre zwei Jungen erbeutete, war zwar kein Büffel aber auch schwarz und sehr eindrucksvoll, wie die Kleinfamilie dann beim Festmahl wirklich auch untereinander keine Freunde mehr kannte.

Ansonsten ist die hier eher etwas als eintönig zu bezeichnende Landschaft voller Überraschungen was die Tierwelt angeht. Wo sieht man schon mal schwimmende Löwen, fast regelmäßig Erdwölfe, Löffelhunde, Kap-Fischotter und natürlich auch wieder eine fantastische Vogelwelt, u.a. die stark gefährdeten Pinkthroated Longclaw (=Rotkehlgroßsporn) und Klunkerkraniche.

Das Campmanagement und -personal ist äußerst freundlich und warmherzig und wir hatten mit Carlton einen fantastischen Guide, der sich alle Zeit der Welt nahm; so mit uns auch mal den ganzen Tag "draußen" blieb und den Brunch als Picknick im Busch nachkommen lässt, ohne mit der Wimper zu zucken Service vom Feinsten.

Erlebnisreise ins Okavango Delta, Botswana
Leopardenportrait
Chitabe: Unser nächstes Camp liegt eher in den Ausläufern des Deltas und die Landschaft wirkt entsprechend trocken, ist aber mit der gesamten Tierwelt der afrikanischen Savanne gesegnet. Auch hier wieder sahen wir fast mehr Leoparden wie Löwen, insgesamt sehr "lohnend" sind immer "Schnittstellen" vom Busch zu wasserführenden Kanälen wie hier dem Gomoti.

Das Camp selber mit zehn Zelten/Hütten für zwanzig Gäste und dem unmittelbar benachbarten Schwestercamp Chitabe Lediba ist doch recht groß und vermittelt insgesamt mehr einen sehr geschäftigen Eindruck, auch das komplett männliche (Jung)Management lässt eher weniger eine familiär/persönliche Atmosphäre aufkommen. Dafür gibt´s auch abends mal Gitarrenmusik am Lagerfeuer, also alles eine Frage des persönlichen Geschmacks.

DumaTau: Nicht ungern zogen wir weiter in unser geliebtes Duma Tau, auch mit zehn Hütten eher größer, trotzdem mit einer wunderbaren Atmosphäre. Hier galt es nun einige mittlerweile fast schon alte Bekannte mit großem Hallo zu begrüßen, zumal viele Manager und Guides auch im Laufe der Jahre zwischen den Camps mal wechseln und sich immer wieder überraschende Treffen ergeben. Einmal Candlelight Dinner war fast schon Pflicht und das Management bemüht sich auch permanent neue Ideen in den Tagesablauf zu integrieren, momentan gab es große gemeinsame Überraschungsdinner im abendlichen Busch statt im Camp - wirklich ein Erlebnis.

Wir hatten das große Glück mit Mr.T (alias Theba) und seinem wie einem Staatsgeheimnis gehüteten Alter (man munkelt was von um die 60) so etwas wie eine Legende der Guides im Delta zugeteilt bekommen zu haben. Das was er mit nachlassender Sehkraft vielleicht manchmal nicht mehr so direkt sieht macht er mit allen anderen Sinnen und seiner ganzen Erfahrungen von Jahrzehnten im Busch mehr als wett. Ganztägige Ausfahrten wurden von ihm gerne durchgeführt und ermöglichten so manches mal noch interessantere Beobachtungen, da man auch mal stundenlang bei vielversprechenden Szenen stehen bleiben konnte, bis sich wieder etwas tat - entscheidend ist eben manchmal der kleine Moment, wenn der Leopard z.B. vom Baum klettert um zu trinken. Aber Geduld ist eine Grundtugend für Afrika.

Wir hatten hier mehr und eindrucksvollere Erlebnisse wie z.B. vor Jahren im hochgelobten Mombo. Es ist natürlich auch immer etwas Glückssache, aber vieles steht und fällt mit dem Guide und was natürlich grundsätzlich momentan in der Region so von der anwesenden Tierwelt "geboten" ist.

An einem einzigen Tag (zugegebenermaßen der Höhepunkt) hatten wir je zwei verschiedene Leoparden (einer davon mit zwei Jungen) und zwei Geparden (die "Savuti Boys", einer von beiden ist mittlerweile wohl getötet worden) am Riss, und weil es damit immer noch nicht genug war, kamen zu dem Leo mit Jungen des Abends dann die Hyänen um ihnen das frisch erlegte Impale abzujagen, welches noch nicht auf einem Baum hing (dafür aber sehr schnell unversehrt die zwei Kleinen), während die Rabenmutter das weite suchte und die Hyänen in Minuten den Kadaver des Impalas regelrecht in der Luft zerrissen und rückstandsfrei beseitigten.
Das landschaftliche Großereignis war der wieder voll laufende Savutikanal, der Anfang Juni bereits ca. ein Drittel der Gesamtstrecke ( von ca. 80 km) bis zur Savuti Marsch wieder gefüllt war, mittlerweile fast die Hälfte hinter sich gebracht hat und das Savuti Camp bereits passierte. Dies ist seit 1984 das erste mal, das der Kanal von der Zibadianja Lagune aus mehr als drei oder vier km Wasser führt und kann nicht mehr alleine mit den eminenten Zuflüssen aus Angola vom letzten Jahr und den heftigen Regenfällen zu Jahresbeginn erklärt werden. Man spekuliert bereits wieder über eine kleine tektonische Verschiebung, die auch vor über einem Vierteljahrhundert zum Austrocknen des Kanals und der Savuti geführt hat.
Randvoll bis zum überlaufen mit so vielen Eindrücken ging es es dann leider bereits schon wieder aus unserem absoluten "Reiseziels des Herzens", dem Okavango Delta, zurück nach Frankfurt und wir lassen lieber noch ein paar Bilder sprechen.
 Wer Erlebnisse und Stimmungen der beschriebenen Art sucht, wird im Delta nie enttäuscht werden und auch immer wieder Neues entdecken.

Schöne Grüße

Doris und Rüdiger Köppel
Erlebnisreise ins Okavango Delta, Botswana
Zusammenfluss Savuti Linyanti
Erlebnisreise ins Okavango Delta, Botswana
Erlebnisreise ins Okavango Delta, Botswana
Erlebnisreise ins Okavango Delta, Botswana
Erlebnisreise ins Okavango Delta, Botswana
Erlebnisreise ins Okavango Delta, Botswana
geschrieben am 20.04.2011 um 21:21 Uhr.