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Reiseberichte 2007
von Wilderness Safaris. Ein Reisebericht von Evelyn Kürz.
Donnerstag, 03.05.07:
Ort des Geschehens: Maun / Botswana. Da ich bereits schon am Vortag anreiste, ließ ich mich gegen 12 Uhr zum Flughafen von Maun bringen, um dort auf den Rest der Reisegruppe zu treffen. Dort wartete allerdings nur unser Reiseleiter Andy auf mich. Die Air Botswana Maschine aus Johannesburg, die gegen 12 Uhr landen sollte und einen Teil der Reiseteilnehmer an Bord hatte, hatte Verspätung und so mussten wir uns noch ein wenig gedulden. Nach ca. drei Stunden Wartezeit im Büro von Wilderness Safaris sowie am Flughafen war es dann endlich so weit und unser Abenteuer konnte beginnen.

Unsere Reisegruppe bestand aus einem Schweizer, zwei Damen aus den USA, einem deutschen Ehepaar, unserem Reiseleiter Andy und meiner Wenigkeit. Nachdem wir alle unsere "Flugscheine" für die kommenden Tage erhalten hatten, machten wir uns auf den Weg durch die Gepäckkontrolle zu unserem Flugzeug - einer Cessna Caravan - die uns in das Herzen des Okavango Deltas brachte.

Nach ca. 20 Minuten Flug landeten wir auf der Xigera Landebahn, wo bereits ein Fahrzeug auf uns wartete und uns zur Mokorostation brachte. Unser Gepäck wurde auf die Mokoros verladen und wir selbst machten es uns in diesen aus Fieberglas gebauten und mit zwei gepolsterten Sitzschalen ausgestatteten Einbäumen gemütlich.

Da wir durch die Flugverspätung bereits schon viel Zeit verloren hatten, mussten wir uns ein wenig sputen, um noch vor Sonnenuntergang im Camp anzukommen. Unsere "Poler" Cedrick, Richard und Oskar chauffierten uns gekonnt durch die schmalen, von Schilf und Tausenden von Wasserlilien gesäumten Wasserwege des Okavango Deltas. Immer wieder lauschten und beobachteten wir verschiedene Vogelarten, stellten Fragen, die geduldig beantwortet wurden und genossen die Ruhe und die Schönheit dieser Gegend. Gerade rechtzeitig erreichten wir dann nach ca. 1 œ Stunden Fahrt das Xigera Mokoro Trails Camp.

Das Xigera Mokoro Trails Camp liegt auf einer kleinen Insel mitten im Okavango Delta. Wie auch die anderen Zeltcamps, in denen wir während der "Migration Routes" Tour übernachteten, besteht es aus 4 Gästezelten (3 m x 3 m), die jeweils je nach Zimmerbelegung mit einem bzw. zwei Feldbetten mit Matratze und Bettzeug ausgestattet sind. Handtücher und Seife werden zur Verfügung gestellt, ein kleiner Nachttisch ist ebenfalls vorhanden. Jedes Zelt ist außerdem mit Moskitospray, Insekten Vernichtungsmittel, einer Alarmhupe, die in äußersten Notfällen benutzt werden kann, einem Nachttopf und einem Mülleimer versehen. Vor den Zelten stehen Handwaschbecken, die am Morgen mit warmem Wasser zum Waschen und Frischmachen gefüllt werden. Ein Wäscheservice wird angeboten - Unterwäsche ausgenommen.

Die einzelnen Zelte mit Blick auf das Delta stehen recht weit voneinander entfernt, so dass jeder Gast seine eigene Privatsphäre genießen kann.

Außerdem verfügt das Camp über zwei Toiletten sowie zwei Duschen, die von den Gästen geteilt werden müssen. Für die Toilette wird ein großes Loch im Boden ausgehoben und mit einer richtigen Kloschüssel versehen, die Dusche besteht aus einem Eimer, der in angemessener Höhe angebracht wird und an dessen Boden sich ein Duschkopf befindet. Der Wasserfluss kann manuell geregelt werden. Wer duschen möchte, muss rechtzeitig einen der Mitarbeiter darüber informieren, so dass der Eimer mit warmem Wasser gefüllt werden kann. Als Sichtschutz für die "sanitären Anlagen" dienen Matten aus Riet.

Am Abend wird vor dem Zelt eine Parafinlampe aufgehängt, die für Licht sorgt, die Wege sind ebenfalls mit Parafinlampen ausgeleuchtet. Dennoch sollte man keinesfalls vergessen, eine Taschenlampe mitzubringen! Sehr gut eignen sich Kopflampen, da man beide Hände frei hat.

Im "Hauptbereich" des Camps befindet sich der Essbereich. An einem großen Tisch wird unter freiem Himmel sowohl Frühstück, Mittagessen als auch Abendessen (Buffet) serviert. Bei schlechtem Wetter wird der Tisch unter einem großen Zeltdach aufgebaut. Eine Bar ist vorhanden, hier können sich die Gäste nach Lust und Laune selbst bedienen oder bedienen lassen, alle Getränke sind im Reisepreis eingeschlossen. Eine kleine Ansammlung von Büchern, Reiseführern und Bildbänden dient als Informationsbasis. Das Lagerfeuer - hierzulande auch "Buschfernseher" genannt - sorgt für Unterhaltung, die gemütlichen Stühle für Entspannung.

Nachdem wir unsere Zelte bezogen und uns ein wenig frisch gemacht hatten, trafen wir uns am Lagerfeuer, um die Reisegruppe ein wenig kennen zu lernen. Nachdem sich jeder vorgestellt hatte, wir über die Sicherheitsvorkehrungen während der Reise aufgeklärt wurden und mehr über den Ablauf des nächsten Tages erfuhren, wurde uns ein herrliches zweigängiges Abendessen serviert.

Bald verabschiedeten sich alle, um für den kommenden, aufregenden Tag ausgeruht zu sein.

Freitag, 04.05.07:
Um 06:00 Uhr wurden wir noch vor Sonnenaufgang durch Trommeln geweckt. Warmes Wasser wurde zum Zelt gebracht und nachdem die Morgentoilette erledigt war, trafen wir uns zu einem leichten Frühstück mit frischem Obst, Müsli, Joghurt, Toast, Marmelade, Honig und frisch gebrühtem Kaffee bzw. Tee.

Anschließend unternahmen wir eine Wanderung über die Insel. Wir sahen nicht nur eine Gruppe von Giraffen, etliche Warzenschweine und Impalas, sondern lernten auch vieles über die Vogelwelt, Termiten, Baumarten und die verschiedenen Arten und Formen der Inseln im Okavango Delta. Gegen 11:00 Uhr kehrten wir zum Brunch ins Camp zurück.

Die Mittagszeit stand uns zur freien Verfügung. Einige von uns nutzen die Zeit, um in den Hängematten zu entspannen oder zu lesen, andere hielten ein kleines Mittagsschläfchen oder nahmen eine Dusche.

Gegen 16:00 Uhr trafen wir uns erneut zu Kaffee und Kuchen, bevor wir unsere Mokoros bestiegen. Wir erkundeten die Wasser- und Tierwelt des Okavango Deltas und hielten zu einem typisch afrikanischen "Sundowner" auf einer kleinen Insel. Die Mutigen unter uns hatten die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen und unter fachmännischer Anleitung selbst ein Mokoro zu steuern und zu lenken.

Nach Rückkehr im Camp blieb uns ein wenig Zeit, uns fürs Abendessen frisch zu machen, bevor wir uns wieder am Lagerfeuer trafen. Nach einer Einführung in die Entstehung des Okavango Deltas und der Schilderung des Tagesablaufes für den kommenden Tag bei einem Glas Wein oder Gin & Tonic wurden wir von den Mitarbeitern des Xigera Mokoro Trails Camps überrascht: traditionelle Tänze und Lieder wurden uns dargeboten und ein traditionelles Abendessen erwartete uns. Was genau unter einem "traditionellen Essen" zu verstehen ist, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, sondern es soll eine Überraschung bleiben..

Samstag, 05.05.07:
Um 06:30 Uhr wurden wir geweckt. Nachdem wir unsere sieben Sachen zusammen gepackt und gefrühstückt hatten, ging es mit den Mokoros zurück in Richtung Xigera Landebahn. Da unser Guide wusste, dass ich für AST arbeite, machten wir beim Xigera Camp Halt, damit ich mir diese Unterkunft anschauen konnte. Während mir die Räumlichkeiten gezeigt wurden, machte es sich der Rest der Gruppe an der Bar gemütlich.

Von hier aus wurden wir in ca. 15 Minuten per Fahrzeug zur Landebahn gebracht. Es blieb uns noch etwas Zeit, unser Mittagessen zu vertilgen, das wir vom Xigera Mokoro Trails Camp mitbekommen hatten, bevor unsere Maschine - eine Cessna Caravan - landete. Unser Gepäck wurde zuerst verstaut, dann durften auch wir einsteigen.

Nach ca. 45 Minuten Flugzeit landeten wir im Selinda Konzessionsgebiet, wo unser Fahrzeug für die kommenden Tage auch schon bereit stand. Ein Toyota Landcruiser wurde speziell umgebaut, im hinteren Teil des Fahrzeugs befinden sich 8 Sitzplätze in 4 Reihen, zwischen den letzten beiden Sitzen ist ein Kühlschrank fest montiert, der für kühle Getränke während der Fahrt sorgt. Die Seitenfenster sowie das Dach können aufgerollt werden, um eine gute Rundumsicht zu ermöglichen. Akkus für Fotoapparate oder Videokameras können über den Zigarettenanzünder aufgeladen werden, ein entsprechender Adapter sollte mitgebracht werden.

Nach kurzer Fahrt, auf der wir eine Büffel- und Zebraherde beobachten konnten, erreichten wir das Lechwe Camp, das am "Selinda Spillway" liegt, eine seit vielen Jahren zum größten Teil trockene Wasserrinne, die das Okavango Delta mit dem Sumpfgebiet des Linyanti verbindet. Seit ca. 2 Jahren gibt es in diesem Gebiet wieder Wasser und lockt so immer mehr Tiere an.

Das Lechwe Camp ist vom Prinzip her ähnlich wie das Xigera Mokoro Trails Camp, jedoch bietet es etwas mehr Komfort. Die Gästezelte sind zusätzlich mit einer Batterielampe ausgestattet, so dass man bei Dunkelheit auch im Zeltinneren ohne Taschenlampe zurecht kommt. Außerdem haben sie ein Vordach und Sitzgelegenheiten vor dem Zelt, damit man es sich während der Mittagspause gemütlich machen kann.

Cessna Caravan
Flug über das Okavango Delta
Mokoro Fahrt
Sonnenuntergang im Delta
Xigera Mokoro Trails Camp
Xigera MokoroTrails Camp
Giraffen im Okavango Delta
Termitenhügel
Anfänger bei der Arbeit
Palmenlandschaft im Delta
Fahrzeug für das Linyanti Gebiet
Büffelherde im Selinda Gebiet
Lechwe Camp
Lechwe Camp - Zelt innen
Lechwe Camp - Toilette
Lechwe Camp - Dusche
Selinda
Selinda - Leopard

Duschen und Toiletten sind von einer Zeltwand ohne Dach umgeben, richtige Spültoiletten sind vorhanden.

Wie auch schon am Vortag stand uns die Mittagszeit zur freien Verfügung. Um 16 Uhr trafen wir uns wieder und nachdem wir uns mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, ging es auf Pirschfahrt. Unser erstes Highlight waren zwei Löwen, die Andy in weiter Entfernung entdeckte. Als wir näher herankamen, mussten wir leider feststellen, dass sie sich auf der anderen Seite des Flusslaufes befanden und wir nicht näher an sie herankommen konnten. Als kleine "Entschädigung" führte er uns ganz nahe an Elefanten heran. Des Weiteren sahen wir viele Paviane und eine Herde Impalas.

Plötzlich stoppte Andy und hielt angestrengt Ausschau. Nachdem er sich mit dem Fernglas vergewissert hatte, teilte er uns mit einem breiten Grinsen mit: "There is a leopard over there!" - sein erster Leopard seit zwei Jahren in dieser Gegend! Ganz gespannt griffen wir nach unseren Ferngläsern und konnten unseren Augen nicht trauen! Nach ausgiebiger Beobachtungszeit erreichte die Sonne langsam aber sicher den Horizont. So beschlossen wir, auf einer offenen Fläche ganz in der Nähe den Sonnenuntergang bei einem Glas Gin & Tonic zu genießen und hofften darauf, dass der Leopard einen Angriff auf die Impalaherde vornehmen würde, was allerdings nicht geschah.

Nach Sonnenuntergang machten wir uns auf den Heimweg. Mit Hilfe eines Handscheinwerfers versuchte Andy, uns nachtaktive Tiere zu zeigen. Plötzlich tauchte vor uns der Leopard auf! Er ließ sich durch uns nicht aus der Ruhe bringen und folgte ganz gemütlich dem Wegverlauf, bis er dann irgendwann im Gebüsch verschwand.

Außerdem sahen wir dank des Handscheinwerfers Eulen und Steinböcke, bevor wir letzten Endes das Camp erreichten, wo schon ein leckeres Abendessen auf unsere hungrigen Bäuche wartete.

Sonntag, 06.06.07:
An diesem Tag wurden wir bereits schon um 05:30 Uhr geweckt, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf Pirschfahrt zu sein und möglichst viel zu sehen, was uns auch gelang. Kaum waren wir aus dem Camp draußen, entdeckte Andy die ersten frischen Löwenspuren mitten auf dem Weg und eine aufregende Löwensuche nahm ihren Lauf.

Wir verfolgten die Spur, die immer wieder abbrach, wir umkehren und uns einen neuen Weg suchen mussten. Letztendlich wurden wir dann fündig: eine Löwendame und ein junger, männlicher Löwe hatten es sich im hohen Gras gemütlich gemacht. Nachdem sie sich lange genug ausgeruht hatten, zogen sie langsam weiter und wir zogen mit ihnen mit.


Auf unserer Pirschfahrt sahen wir außerdem Zebras, Gnus, Steinböcke, Impalas, Giraffen und einen Schreiseeadler. Unterwegs machten wir eine kleine Pause, um uns mit Kaffee / Tee und Gebäck ein wenig zu stärken. Gegen 11:00 Uhr erreichten wir wieder das Camp.

Nach dem Mittagessen hatte ich Gelegenheit, mir das Khetumetse Discovery Camp anzuschauen, das ganz in der Nähe liegt und in den "Discovery Touren" von Wilderness Safaris eingebaut ist.

Am Nachmittag gingen wir erneut auf Pirschfahrt. Leider sahen wir nur einen einzigen Elefanten, dafür durften wir aber einen traumhaft schönen Sonnenuntergang miterleben! Auf dem Rückweg zum Camp entdeckte Andy ein Bushbaby, das sich in einem Baum aufhielt, sowie Steinböcke und Springhasen.

Während wir am Abend gemütlich um das Lagerfeuer herum saßen, wurde das Abendessen vor unseren Augen über dem offenen Feuer - im südlichen Afrika auch "Braai" genannt - zubereitet.

Montag, 07.05.07:
Da heute eine sehr lange Strecke vor uns lag, wurden wir wieder um 05:30 Uhr geweckt. Eine Stunde später war auch schon Abfahrt in Richtung Savuti. Unterwegs trafen wir immer wieder auf Tiere wie Schakale, Tsessebe Antilopen, Streifengnus und Giraffen. Strauße, Sattelstörche und Hornraben zählten ebenfalls zu unseren Sichtungen.

Wir verließen das Selinda Gebiet und erreichten durch Mopanewälder fahrend zur Mittagszeit das Linyanti Konzessionsgebiet, das von Wilderness Safaris betrieben wird. Gegen 11:30 Uhr stoppten wir bei einer aus Holz erbauten Aussichtsterrasse mit Blick auf den Fluss und konnten während dem Mittagessen Flusspferde beobachten, die sich im erfrischenden Nass sichtlich wohlfühlten. Anschließend ging es weiter in Richtung Nordosten.

Auf unserer Fahrt sahen wir Krokodile, Streifengnus, eine Schar von Geiern, Warzenschweine, Red Lechwe, Giraffen, Kudus, Paviane und zwei Löwenmännchen, die ganz gemütlich am Wegesrand lagen und sich von uns nicht stören ließen. Da das Linyanti Konzessionsgebiet sehr bekannt für seine hohe Elefantenpopulation ist, stießen wir immer wieder auf große Elefantenherden sowie auf einzelne Elefantenbullen. Absolutes Highlight des Tages war die Aufspürung einer Gruppe von insgesamt elf Hyänenhunden (Wild dogs), die sich in der Mittagshitze im Schatten von Mopanebäumen mit vollgeschlagenen Bäuchen ausruhten.

Wir erreichten die Grenze des Linyanti Konzessionsgebietes und fuhren in den Chobe Nationalpark ein bis zur Linyanti Campsite, wo wir eine kleine Toilettenpause einlegten. Danach ging es weiter auf schlechten, tief sandigen Pisten nach Savuti. Immer wieder mussten wir auf Äste aufpassen, die in den Weg hinein ragten und durch die offenen Fenster peitschten.

Gegen 17:30 Uhr erreichten wir zum Sonnenuntergang endlich unser Camp im Savuti Gebiet und die anstrengende und lange Fahrt fand ein glückliches Ende. Während die ersten schon eine heiße Dusche nahmen, genossen die anderen ihre wohlverdienten Drinks am Lagerfeuer.

Da die Gegend von Savuti Teil des Chobe Nationalparks ist, ist das Savuti Adventurer Camp nicht permanent, sondern wird immer wieder für die einzelnen Gruppen auf- und abgebaut. Neben den öffentlichen Campingplätzen für selbstfahrende Touristen gibt es spezielle Campingplätze für Reiseveranstalter, die entsprechend zugeteilt werden. So wird sichergestellt, dass die eigene Privatsphäre geschützt wird und andere Touristen nicht stören können.

Der Aufbau des Savuti Adventurer Camps und die Ausstattung der Zelte sowie der "sanitären Anlagen" ähneln dem Lechwe Camp, allerdings befinden sich in den Zelten keine Lampen und ein "Plumpsklo" dient als Toilette.

Dienstag, 08.05.07:
Um 06:00 Uhr wurden wir geweckt. Nach einem leichten Frühstück ging es dann gleich auf Pirschfahrt. Nach kurzer Zeit kamen wir an eine Wasserstelle, an der sich bereits schon einige Autos versammelt hatten und eine Leopardin beobachteten, die langsam durch das Gras streifte, sich auf einem abgestorbenen Baumstamm ausruhte und dann im Dickicht verschwand. Unsere Fahrt ging weiter und wir sahen Riesentrappen, einen Sekretär, Adler, Zebras, Tsessebe und Giraffen. An einer Wasserstelle machten wir eine Kaffeepause.

Wir erkundeten weiterhin die Gegend des Savuti March auf der Suche nach Geparden, wurden aber leider nicht fündig. Auf dem Weg zurück zum Camp stießen wir auf eine Löwin, die sich im Schatten eines Busches ausruhte. Andy erkannte sofort, dass es sich bei der Löwin um die Mutter von drei Löwenbabies handelte, die sich seit geraumer Zeit in diesem Gebiet aufhielt. Plötzlich stand die Löwenmutter auf, pirschte sich an und verschwand im Gebüsch. Wie wir später feststellten, hielt sich dort ein Kudu auf, der die Gefahr allerdings rechtzeitig erkannte und Alarm schlug.
Da es für uns langsam aber sicher auch an der Zeit war, etwas Nahrhaftes in unsere Bäuche zu bekommen, machten wir uns auf den Rückweg. Nach dem Mittagessen verweilten wir noch am Mittagstisch und hatten ein weiteres, unvergessliches Erlebnis: hinter uns auf dem Hügel tauchte ein Elefantenbulle auf, der sich an einem Baum neben unserem Camp zu schaffen machte. Er reckte seinen Rüssel am Baumstamm empor und schüttelte so lange, bis die Früchte auf den Boden fielen und er sie genüsslich verspeisen konnte. Schließlich wurde er von unseren Handtüchern, die zum Trocknen über einen abgestorbenen Baumstamm aufgehängt wurden, irritiert und zog weiter.

Gegen 16 Uhr unternahmen wir eine weitere Pirschfahrt. An einer der ersten Wasserstellen, die wir anfuhren, entdeckten wir die Leopardin, die wir bereits am Morgen gesehen hatten, wie sie im Schatten der Bäume lag, sich ausruhte und immer wieder putzte. Da Andy vermutete, dass sie ein Junges hatte, weil sie sich schon seit geraumer Zeit in dieser Gegend aufhielt, verfolgten wir die Leopardin so lange wie möglich, konnten allerdings leider nicht Zeugen ihrer Mutterschaft werden.

Wir versuchten, die Babies der Löwenmutter, die wir am Vormittag gesehen hatten, ausfindig zu machen. Andy führte uns zu dem Hügel, wo er sie während seiner letzten Touren gesehen hatte, jedoch blieb der Erfolg aus. Stattdessen sahen wir eine kleine Gruppe von Hyänenhunden und Elefanten beim Trinken.

Wie jeden Abend hielten wir für einen "Sundowner" an einer schönen Stelle. Heute mussten wir uns allerdings sputen und sofort ins Camp zurückfahren, da im Nationalpark keine Nachtfahrten erlaubt sind.

Mittwoch, 09.05.07:
Um 06:00 Uhr wurden wir wieder geweckt. Nachdem das Auto beladen war und wir eine Kleinigkeit gefrühstückt hatten, gingen wir auf eine letzte Pirschfahrt im Savuti Gebiet. Wir begaben uns erneut auf die Suche nach der Löwin mit ihren Jungtieren und nach Geparden, wurden aber leider nicht fündig.

Nach einer Kaffeepause an einer Wasserstelle, die von Elefanten heimgesucht wurde, verließen wir den Chobe Nationalpark in Richtung Linyanti Konzessionsgebiet. Diesmal wählten wir eine andere Strecke und fuhren durch das Chobe Forest Reserve und entlang der Grenze zum Nationalpark zur Linyanti Campsite und weiter zum Linyanti Adventurer Camp, unserer Unterkunft für die kommende Nacht, wo wir rechtzeitig zum Mittagessen ankamen. Unterwegs sahen wir immer wieder unzählige Elefanten, Warzenschweine, Streifengnus, Giraffen, Strauße und andere verschiedene Vogelarten.

Das Linyanti Adventurer Camp liegt direkt am Linyanti Fluss, die Zelte blicken auf den Fluss und das Sumpfgebiet. Zelte und "sanitäre Anlagen" sind die selben wie im Lechwe Camp. Bis 16:00 Uhr hatten wir Zeit, uns auszuruhen oder uns frisch zu machen, dann ging es auf Pirschfahrt.

Unser erster Stopp war beim Linyanti Tented Camp, damit ich einen Eindruck bekommen konnte, wie die Unterkunft der "Discovery Touren" im Linyanti Gebiet aussieht. Anschließend fuhren wir entlang des Linyanti zu einem "Hippo Pool", wo wir bei einem "Sundowner" die Flusspferde, die sich hier im Wasser tollten, beobachteten. Nach einer weiteren Nachtpirschfahrt erreichten wir das Camp, wo ein letztes Abendessen im afrikanischen Busch auf uns wartete.

Donnerstag, 10.05.07:
Um 06:00 Uhr wurden wir geweckt und das gleiche Prozedere wie jeden Morgen nahm - fast wie von selbst - seinen Lauf: aufstehen, anziehen, Morgentoilette erledigen, Sachen zusammenpacken, frühstücken, noch ein letztes Mal zur Toilette gehen und Abfahrt. Auf unserem Weg zur Landebahn machten wir beim Kings Pool Camp, einem der Premier Camps von Wilderness Safaris, Halt und erhielten eine Führung durch die Räumlichkeiten.

Um 10:00 Uhr startete dann unser ca. 40minütiger Flug mit einer Cessna Caravan in Richtung Nordosten nach Kasane. Dort angekommen, wurden wir von einem Mitarbeiter von "Kalahari Holidays Safaris" begrüßt. In einem offenen Safarifahrzeug wurden wir zu einer Anlegestelle am Chobe Fluss gebracht, von wo aus wir eine Bootsfahrt in den Chobe Nationalpark hinein unternahmen, die definitiv eines der Highlights dieser Tour war.

Unser Boot hatte die Form eines Floßes, im hinteren Teil befand sich der Steuerungstisch, der von unserem Bootsführer bedient wurde, im vorderen Teil waren rechts und links Stühle für uns aufgestellt. Ein Dach sorgte für Schatten und Schutz vor der brennenden Sonne.

Während unserer Fahrt beobachteten wir unter anderem Elefanten, wie sie zum Trinken an den Fluss kamen und im Wasser miteinander spielten oder sich im Matsch suhlten. Andere schwammen durch den Fluss, um von der nahrhaften, grünen Insel inmitten des Chobe zu fressen. Außerdem sahen wir ein Büffelpärchen, Vögel wie Schreiseeadler, Graufischer, Bienenfresser und Schlangenhalsvögel und natürlich Flusspferde, die immer wieder auf- und abtauchten und teilweise sogar an Land verweilten. Krokodile, eine Gruppe von weiblichen Kudus, Impalas, Red Lechwe, Wasserböcke sowie auch die seltene und anmutende Rappenantilope in der Ferne zählten zu unseren Sichtungen.

Unterwegs wurden uns kühle Getränke sowie kalte Platten mit Sandwiches, Rohkost und anderen Leckereien serviert und wir fühlten uns wie im Paradies! Leider hatte dieser Ausflug nach ca. 3 Stunden ein Ende.

Wir legten wieder am Festland an, wo wir bereits erwartet und zur Grenzstation gebracht wurden. Hier erledigten wir die Ausreiseformalitäten und fuhren weiter zum Zambezi Fluss, an dem vier Länder - Botswana, Namibia, Zambia und Zimbabwe - aufeinandertreffen. In einem Schnellboot überquerten wir den Zambezi und erreichten zambischen Boden. Die Einreiseformalitäten wurden erledigt, in einem Kleinbus ging es in ca. 1 Stunde zur Shakletons Lodge.

Die Shakletons Lodge liegt 130 km flussaufwärts von Livingstone entfernt direkt am Ufer des mächtigen Zambezi. Sie wurde vor drei Jahren fertiggestellt und die meisten Leute kommen hierher, um ihre Angelkünste unter Beweis zu stellen. Anfang 2007 wurde sie von Wilderness Safari in das Programm der "Migration Routes" Tour aufgenommen.

Als Unterkunft stehen 6 Chalets zur Verfügung, die eine Terrasse mit Flussblick haben. Zur Ausstattung gehören zwei Einzelbetten bzw. ein Doppelbett mit Moskitonetz, Ablageflächen und ein Regal, ein Deckenventilator und ein Badezimmer mit Dusche/ WC. Strom wird durch einen Generator erzeugt, der nur am Morgen und am Abend für einige Stunden läuft. Während den Zeiten ohne Strom sorgt eine batteriebetriebene Lampe für Licht.

Im offenen Hauptgebäude befindet sich ein Wohnzimmer mit offenem Kamin, Fernseher und einer kleinen Bibliothek, der Essbereich, eine Bar sowie eine Feuerstelle mit Blick auf den Zambezi. Eine Holzveranda direkt am Flussufer lädt zum Verweilen ein. Ein Swimming Pool ist ebenfalls vorhanden. Die moderne Einrichtung in Kombination mit Fischerbildern aus alten Zeiten sowie "fischigen" Accessoires stahlt ein besonderes Flair aus.

Um 16:00 Uhr wurde uns Kaffee und Kuchen serviert, der Rest des Tages stand zur freien Verfügung. Einige von uns entschlossen sich dazu, eine einstündige Bootsfahrt auf dem Zambezi zu unternehmen. Wir sahen immer wieder Einheimische, die von ihrem Mokoro aus im Fluss fischten und wurden Zeuge eines unvergesslichen Sonnenuntergangs.

Am Abend trafen wir uns zu einem letzten, gemeinsamen Abendessen und ließen die Erlebnisse der vergangenen Tage gemeinsam Revue passieren.

Freitag, 11.05.07:
Ein letztes Mal wurden wir früh geweckt. Im Hauptgebäude erwartete uns ein ausgiebiges, warmes Frühstück. Gegen 08:00 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Livingstone. Unterwegs hielten wir bei der Grenzstation, um uns dort von unserem Reiseleiter Andy zu verabschieden, der so schnell wie möglich wieder nach Maun zurück musste, um seine nächste Reisegruppe in Empfang zu nehmen.

Zusammen mit Howard, dem Besitzer der Shakletons Lodge, ging es weiter nach Livingstone und zu den Victoria Wasserfällen, die wir nach ca. 2 Stunden Fahrzeit endlich erreichten. Ein Mitarbeiter von Howard führte uns entlang der 1,7 km langen Wasserfälle, die mehr als 100 m in die Tiefe stürzen. Da es in den vergangenen Monaten gute Regenfälle gab und der Zambezi viel Wasser führte, bot sich uns ein Spektakel der besonderen Art.

Nach dem Besuch der Wasserfälle hatten wir noch etwas Zeit, uns auf dem Holzschnitzermarkt, der sich direkt beim Eingang zu den Victoria Wasserfällen befindet, umzuschauen, zu stöbern und einen guten Preis für die handgefertigten Souvenirs auszuhandeln. Anschließend wurden wir zum Flughafen gebracht, wo wir für unseren Rückflug eincheckten. Eine wundervolle und unvergessliche Reise ging zu Ende.

Kommentar:
Die Tour "Migration Routes" beinhaltet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Botswanas: das wasserreiche Okavango Delta mit seinen vielen Wasserkanälen; unberührte Gegenden am "Selinda Spillway"; das Linyanti Gebiet, das bekannt ist für seine dichte Elefantenpopulation; das Savuti Gebiet, Heimat vieler Raubkatzen, und den Chobe Fluss, der vielen Tieren als Wasserquelle dient. Die mächtigen Victoria Wasserfälle in Zambia stellen einen gelungenen Abschluss bzw. einen unvergesslichen Einstieg in eine Rundreise dar.

Unser Reiseleiter Andy ist ein ausgezeichneter Guide und mit Herz und Seele bei der Arbeit. Er versucht, seinen Gästen so viel wie nur möglich von seinem Land zu zeigen und sie für die einzigartige, ursprüngliche Umgebung sowie Flora und Fauna zu begeistern, das ihm auch gelingt. Sein umfassendes Wissen sowie sein Erklärungsvermögen tragen einen großen Teil dazu bei. Im Umgang mit den Gästen ist er sehr geduldig, immer hilfsbereit und umsorgend.

Die Adventurer Camps sind einfach ausgestattet, aber bieten dennoch allen nötigen Komfort und vor allem die Möglichkeit, Botswana in seiner ursprünglichen Art und Wildnis pur zu erleben.

Allerdings muss man beachten, dass Feldbetten nicht jedermanns Sache sind. Ich beispielsweise schlafe gerne auf dem Bauch und da Feldbetten in der Regel ein wenig durchhängen, bevorzugte ich es, mit meiner Matratze auf dem Boden zu schlafen. Für Menschen, die nachts auf die Toilette müssen, kann die ein oder andere Nacht sehr aufregend werden. Da die Camps nicht eingezäunt sind und wilde Tiere mitten durch die Camps spazieren können, sollte man auf dem Weg zur Toilette sehr vorsichtig und aufmerksam sein. Zur Sicherheit sind aber alle Zelte auch mit einem Nachttopf versehen.

Zu beachten ist, dass sich die Reisepläne im Sommer und im Winter unterscheiden. Im Sommer (von Dezember bis Mai) werden zwei Nächte im Savuti Gebiet verbracht, da hier der Tierreichtum aufgrund des Wasservorkommens groß ist. Ab Juni trocknen viele Wasserstellen aus, die Tiere ziehen in Richtung Norden an den Linyanti Fluss, der ganzjährig Wasser führt. Durch die Trockenheit verlieren die Mopanebäume, die die Linyanti Region prägen, ihre Blätter und ermöglichen so bessere Tierbeobachtungen. Deshalb wird von Juni bis November eine Nacht im Savuti Gebiet gekürzt und dafür werden zwei Nächte im Linyanti Adventurer Camp verbracht.

Was mir an dem Reiseverlauf nicht gefiel, war die lange Fahrt vom Lechwe Camp in das Savuti Gebiet. Ich möchte die Fahrt zwar nicht missen, da wir unterwegs sehr aufregende und unvergessliche Tierbeobachtungen erlebten, jedoch verbrachten wir den ganzen Tag im Fahrzeug. Da Andy genau wusste, wie lange die Fahrt dauert, hetzte er an manchen Stellen, so dass wir noch vor Sonnenuntergang im Savuti Adventurer Camp ankamen, wir die Fahrt jedoch nicht richtig genießen konnten.

Das Savuti Gebiet unterscheidet sich grundlegend von den anderen Gebieten, die während der Safari besucht werden. Da Savuti Teil des Chobe Nationalparks ist, trifft man nicht nur auf selbstfahrende und in Reisegruppen reisende Touristen, sondern auch auf Gäste der Savuti Safari Lodge und des Savute Elephant Camps. Da die Fahrzeuge der jeweiligen Lodges / Camps durch Funk miteinander verbunden sind, kommt es nicht selten vor, dass an einer Wasserstelle plötzlich weitere Autos ankommen und bis zu 10 Fahrzeuge sich um den besten Platz zur Beobachtung der Tiere bemühen.

Für das Jahr 2008 wird der Reiseverlauf umgestellt: die Übernachtung bei Savuti soll ganz aus dem Reiseprogramm heraus genommen werden, dafür werden drei Nächte beim Linyanti Adventurer Camp oder beim Lechwe Camp (je nach Jahreszeit) eingeplant. Tagesausflüge nach Savuti können nach Bedarf dennoch von Linyanti aus unternommen werden. Außerdem wird ab 2008 die Tour nur noch von Livingstone bis Maun stattfinden.

Der krönende Abschluss unserer Reise war die Übernachtung in der Shakletons Lodge. Nach 7 Nächten Camping war jeder von uns froh, eine richtige Dusche nehmen und in einem richtigen Bett schlafen zu können. Die Lodge liegt zwar weit von den Victoria Wasserfällen entfernt, dennoch lohnt es sich aufgrund der stilvollen Einrichtung, des freundlichen Personals und der tollen Lage direkt am Zambezi dort zu übernachten und am nächsten Morgen die lange Fahrt bis zu den Victoria Wasserfällen in Kauf zu nehmen.

Evelyn Kürz
geschrieben am 20.04.2011 um 16:06 Uhr.