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Reiseberichte 2007
Gruppenreise mit Helmut Schreckenbach vom 30.08. - 14.09.2007
Do 30.08. Abflug
Nach einer etwas aufregenden Bahnfahrt, einem Zugausfall wegen Sicherheitsmängeln in Fulda, wurde die Gruppe am Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens von der Geschäftsführerin von AST-Reisen Christl Nennstiel persönlich empfangen und zum Einchecken begleitet.

FR 31.08. Windhoek
Nach einem reibungslosen Flug landeten wir pünktlich auf dem Flughafen Hosea Kutako in Windhuk.
Dort wartete bereits Tom mit seinem Safaribus, der uns nun die ganze Reise begleiten sollte. Wir waren also in Namibia angekommen, das eine Fläche umfasst, die 2,5 x der Größe der BRD entspricht und nur etwa 1,8 Mill. Einwohner hat.
Nach etwa 40 km vom Flughafen erreichten wir die Hauptstadt Windhuk mit ihren 250 000 Einwohnern, die sich auf einem weiten Hochplateau über eine Hügellandschaft in 1 600 m über dem Meeresspiegel ausbreitet.
Bevor wir nun zum Hotel kamen, gab es in der Stadt Gelegenheit zum Währungstausch und kurzem Shopping. Die sich anschließende Stadt-rundfahrt öffnete uns den Blick für das einladend freundliche Bild von Windhuk.
Die historische Christuskirche konnten wir von außen und innen in Augenschein nehmen. Nach einem Blick auf den Park und auf das Gebäude der Regierung, dem sog. Tintenpalast, gingen wir auf den Hügel mit dem Südwester-Reiter-Denkmal, von dem aus sich ein schönes Stadtbild zeigt. Dem historischen und auch heute noch in Betrieb befindlichen Bahnhof konnten wir uns wegen eines Rohrbruchs nur vorsichtig nähern. Wir fanden eine halbwegs trockene Furt, um auch zu Fuß den Bahnhof zu erreichen. Liebevoll sind das Gebäude und alte Einrichtungsgegenstände restauriert worden. Auch ziert das Gelände vor dem Bahnhof eine ganze Reihe alter Zugteile.
Eine kleine Lok aus dem Jahre 1908 ist wohl als ganzer Stolz mitten auf dem Platz vor dem Haupteingang aufgestellt worden. Heute wird mit der Bahn hauptsächlich Güterverkehr abgewickelt.
Namibia, das erst 1989 von Südafrika in die Unabhängigkeit entlassen wurde, pflegte gute Beziehungen mit Fidel Castro und Robert Mugabe. Nach ihnen sind deshalb Straßen in Windhuk benannt. Auf unserer Rundfahrt kamen wir auch zu dem neu errichteten Staatspräsidenten-Palast, der wohl etwas zu pompös ausgefallen ist. Kurz vor Mittag erreichten wir dann das Safari Court Hotel. Am Nachmittag nahmen wir dann den Shuttle-Bus zu einem Ausflug in die Stadt, um auf eigene Faust die Stadt zu erkunden. Im Hotel zurück gab es die Überraschung: ZDF Empfang super.

Sa 01.09. Windhoek - Sandüne Lodge
Bevor wir uns mit dem grünen SWA Safari-Bus auf den Trans-Kalahari-Highway in Richtung Gobabis begaben, ging es noch kurz in die Stadt zur Apotheke und zum Firmensitz von SWA, um noch Eis zu bunkern für die Getränke. Auf dem Weg dorthin lasen wir Straßenschilder mit deutschen Namen: Nachtigallenstraße, Talstraße, Gartenstraße, Post-Ausspannplatz. "Die alten Deutschen" haben Grund gelegt für die positive Entwicklung im Land. Wir fuhren dann die Ausfahrtsstrasse am Flughafen vorbei und bekamen erste Eindrücke vom Land, das sich im beginnenden Frühling noch recht grau zeigte, obgleich schon erste Blüten an den Bäumen und Sträuchern zu erkennen waren. Kameldornbäume säumen Straßenränder und zeigten erstes Grün, da sie 6 x so tief in den Boden reichen wie sie über dem Boden sichtbar sind und so zum Grundwasser gelangen. Da sie sehr langsam wachsen, gehören sie zu den Harthölzern. Ein fürchterliches Unkraut sind die weit verbreiteten Dornakazien. Tom, unser Reiseführer und Busfahrer, erzählte von seiner Farm, einer Bergfarm, die etwa 70 km von Windhuk entfernt liegt. Sie erstreckt sich auf eine Fläche von ca. 55 qkm und gehört zu den kleineren Farmen.

Zurzeit hält er dort 480 Rinder zur Fleisch-Produktion. Sein Vater, der aus Westfalen stammte, habe diese Farm gekauft. Von den Erträgen der Farm allein könne er nicht leben, weshalb er als Nebenberuf sich schon seit Jahren in der Tourismusbranche ein Zubrot verdiene. Zum Glück habe er gute Farmarbeiter, auf die er sich verlassen könne. Er selber arbeite hart und verlange auch ihren Einsatz. Dafür sorge er auch für ihr Wohlbefinden, bringe sie wenn nötig zum Arzt und die Kinder in die 30 km entfernte Internatsschule.
Nach Gobabis, eine Stadt mit auffallend vielen Kirchen, erreichen wir über eine Sandpiste die Sandüne Lodge (San = Buschmann). Sie liegt auf einer Wildfarm, deren Besitzer ein Bure aus Südafrika ist. Seit 11 Jahren werden dort keine Rinder mehr gehalten, das Wild aber auch nicht gejagt. Sind Tiere verletzt, werden Buschmänner gerufen, um sie mit Pfeil und Bogen zu erlösen.
Bei unserer Ankunft standen schon zwei afrikanische Schönheiten mit Drinks zum Empfang bereit. Um 15.30 Uhr wurden wir zur Pirschfahrt eingeladen. Der bereit gestellte Geländewagen reichte nicht aus, so dass einige von uns auf dem Dach eines geschlossenen Wagens Platz fanden. Wir fuhren durch den Busch und erblickten gleich Gnus und Kudus. In den Bäumen saßen Geier, ein Hinweis für Aas. Einige von uns pirschten mit dem schwarzafrikanischen Lodge Manager Andrew durch den Busch und fanden einen toten Kudubock, der dort wohl schon drei Tage lag. Die Geier hatten sich bereits über die Weichteile her gemacht. Bei Einbruch der Dunkelheit kreuzte ein stolzer Straußen-Hahn auf, der neugierig die Autos umstreifte. Beim Abendessen im Restaurant der Lodge war neben Lammfleisch, das viel milder und feiner schmeckte als sonst irgendwo auf der Welt, Elandfleisch die bevorzugte Speise.

So 02.09. - Sandüne Lodge - Tautona Lodge
Am Sonntag endete in Namibia die Winterzeit. Die Uhren wurden eine Stunde vorgestellt. Nun gab es keinen Zeitunterschied mehr zwischen Namibia, Deutschland und Botswana. Zum Abschied von Sandüne wurden noch Gruppenfotos gemacht.
An der Ausfahrt hatten wir gleich Kudu-Weibchen und Steinböckchen vor uns. Zurück auf dem Trans-Kalahari-Highway geht es über recht trostloses Land bis zur Grenze nach Botswana. Der Grenzübertritt gestaltete sich trotz vieler Formalitäten problemlos. Die Kalahari breitete sich vor uns aus und auffällig waren gleich Warnschilder, die auf die Gefahr von Wildwechseln hinwiesen. Strauße, Wildesel, Ziegen wechselten gemächlich die Straße.
1970 begann der Industrie-Aufbau. Heute ist Botswana das einzige Land in Afrika ohne Auslands- Verschuldung. 37 % des Staatsgebietes sind als Nationalparks ausgewiesen. Über Botswana erfahren wir, dass es, als es 1966 unabhängig wurde, ein armes Land war, bis in der Kalahari Diamantenminen gefunden wurden.
Wir kamen nach Ghanzi und sahen doch am Stadtrand Armut. Hinter dem Flughafen bogen wir nach rechts zur Tautona Lodge ab und wurden die letzten zwei Kilometer Schotterstraße noch tüchtig durchgeschüttelt. Bei der Ankunft in der Lodge um 14 Uhr hatten wir erste Berührung mit Botswanern. "Nur keine Hektik, bitte Geduld", war Toms Devise. Für Haus Nr. 3 wurde der Schlüssel 213 überreicht mit dem Hinweis, er gelte für Raum 103. Vor dem Haus wachte eine Eland Familie, die schließlich ruhig von dannen zog.
Am Nachmittag trafen wir einige Schritte von der Lodge entfernt eine eigens für uns bestellte Gruppe von Buschmännern (auch Frauen und Kinder). Sie zeigten und erzählten vom täglichen Leben und Überleben in der Natur. Wurzeln gruben sie aus, die ihnen als Medizin dienten, von Fasern aus einem Zweig drehten sie Schnüre, entfachten durch Reibung von zwei Stöcken Feuer und gruben aus der Erde eine Wasserknolle aus. Daraus pressten sie Wasser zum Waschen und Trinken.
Zum Abendessen wurden wir zu einer offenen Halle im Busch gefahren. Der Koch grillte Hähnchen, Rippchen vom Schwein und Eland Fleisch-
würste. Dazu gab es Salat, Gemüse, Reis und Maisbrei. Nach dem opulenten Mahl erschien die Buschmann-Gruppe wieder und führte Tänze auf. Sie sangen und tanzten Jagd-Themen.

Mo 03.09. Tautona Lodge - Maun, Maun Lodge
Um 9 Uhr war Abfahrt und gleich sprang über unseren Weg ein Wasser-
bock. Hinter einem Gatterzaun erblickten wir plötzlich ein Rudel Hyänen-
hunde, wie Tom uns sagte, habe er diese noch nie gesehen. Sie brauchen einen Lebensraum von 450 qkm. Auf dem Weg nach Maun veränderte sich die Landschaft kaum.
Tom erzählte uns während der Fahrt: " Botswana hat einen Geburtenüber-
schuss von 3,5 %. Das bedeutet, durchschnittlich bekommt jede Frau 3,5 Kinder. So ist es auch in Namibia. Botswana hat stabile politische Ver-
hältnisse. Ein großes Problem beider Staaten ist Aids. Aids und Alkohol-
missbrauch stehen in engem Zusammenhang. Wegen der vorwiegenden Ignoranz ist Aufklärung wenig erfolgreich. Auch sonst spielt Ignoranz eine entscheidende Rolle, warum Vieles nicht vorangeht. "Wer motiviert ist, verdient auch Geld!" Einige wenige Schwarze in gehobenen Positionen beweisen es.
In Maun angekommen überqueren wir den Thamalakane, ein Fluss, der seine Strömungsrichtung je nach Wassereinspeisung ändert. Unser Tagesziel, die Maun Lodge, gleicht eher einem Hotel. Kurzer Stadt-Trip mit Pula Erwerb und relaxen am Swimming Pool standen zur Auswahl.

Di 04.09. Flug ins Okavango Delta
Um 7 Uhr hieß es, Abfahrt zum Flughafen. Auf der Fahrt frühstückten wir aus den mitgegebenen Lunch-Paketen. Die nicht verzehrten unberührten Lebensmittel wurden gesammelt und von Tom später einer Gruppe Arbeitsloser übergeben. Diese Gruppe war an diesem Tag zu einer Beschäftigungsmaßnahme mit Besen, Eimern und Putzlappen vor dem Flughafengebäude angetreten und sangen religiöse Lieder, ihre Morgenandacht vor der Arbeit.
Um 8 Uhr flogen wir mit der 14 Personen aufnehmenden Cessna über das Okawango Delta in 25 Minuten zum Flugfeld Khwai, auf dessen holpriger Lehmpiste wir doch noch recht sanft gelandet waren. Hier wurden wir von dem Tagesguide "Cowboy" mit einem sehr praktisch umgebauten Gelände-
wagen zur Safari erwartet. Schon auf der Fahrt zum Moremi Game Reserve erblickten wir ein Krokodil, Impalas und 4 Kudus bei der Tränke am Fluss. Im Wildpark machten wir nach einer ersten Begegnung mit Zebras und verschieden Antilopen an einer weiten Weidefläche Halt, auf der eine große Zebraherde graste. Nach einer Tee- und Kaffeepause ging die Safari weiter bis zum Hippo-Pool. Zunächst lagen die Flusspferde faul im seichten Wasser, bis plötzlich in die Masse Bewegung kam, weil man sich um Liegeplätze unter lautem Geblöke stritt. Von einem Hochstand aus hatten wir einen herrlichen Blick über den See und konnten auch die vielfältige Vogelwelt beobachten. Unser einheimischer Guide holte aus mehreren Metallkisten eine reichhaltige Mittagsmahlzeit hervor. Sogleich kamen Sandhühner, Rotschnabeltoku und Glanzstare heran, um auch etwas abzubekommen. Auf der Rückfahrt trafen wir auf die seltene Pferdeantilope, die laut Tom einen Ersteigerungswert von 150 000 N$ (etwa 15 000 Euro) hat. Ein riesiger Elefantenbulle kam bedrohlich auf uns zu, ging aber schließlich doch ruhig seiner Wege. Waldpaviane bevölkerten einen kleinen Busch. Auf dem Rückflug sahen wir eine endlos lange schnurgerade straßenähnliche Schneise, die uns als Veterinär-Kontrollzaun erklärt wurde, der die Verbreitung von Tierseuchen verhindern soll.

Mi 05.09. Maun - Nata Lodge
Um 8.30 Uhr verließen wir die Maun Lodge und begaben uns zunächst ins Stadtzentrum zu dem neu errichteten SPAR Markt. Uns fielen die intensiven Bemühungen um Sauberkeit auf dem Gelände auf. Möbelhäuser südafrikanischer Konzerne weisen auf wachsenden Wohlstand hin. Einige machten auch einen Bummel über den Straßenmarkt und erstanden afrikanische Bonbons, die später durch den Bus gereicht wurden.
Auf einer Höhe von 1 000 m ü. M. erstreckte sich vor uns ein ziemlich eintöniges Land, das in Stadtnähe deutlich überweidet war. Über weite Strecken wurden neue Strom- und Telefonleitungen verlegt.
Nach langer Fahrt durch unbewohntes Gebiet tauchen vermehrt kleine Ansiedlungen mit den typischen Rundhäusern in Lehmbauweise mit Reetdächern am Straßenrand auf.
Um 12.30 Uhr erreichen wir die Nata Lodge und bezogen unsere Zeltquartiere. Unter altem Baumbestand wurde uns ein reichhaltiges Mittagsmahl serviert. Die Makalani Palmen wurden zum beliebten Motiv der Fotografen. Nach Siesta und Swimmingpoolbesuch ging um 16.30 Uhr die Fahrt mit den Geländewagen zur großen Salzpfanne Sua Pan, einem Teil der großen Makgadikgadi Salzpfanne. Ein paar Springböcke, Schlangen-
adler, Hippospuren und Flamingofedern waren die Spuren der in der Regenzeit hier verweilenden reichen Tierwelt. Reizvoll war es, dem Eindruck von Wasser in der Ferne nachzugehen. Man erreichte lediglich ein durchfeuchtetes Gebiet, Wasseransammlungen gab es nicht. Beeindruckend war die absolute Stille in der großen Weite. Glutrot näherte sich der Feuerball der untergehenden Sonne dem Horizont. Der Tag klang aus mit einem stimmungsvollen Abendessen unter dem afrikanischen Nachthimmel.

Do 06.09. Nata Lodge - Kasane, Chobe Marina Lodge
Wir fahren auf der Süd-Nord-Strecke, die von Johannesburg nach Zambia hinaufführt.
Am Straßenrand begleiten uns bizarre Termitenhügel und Kameldornbäume. Auch die Bewaldung nimmt zu. Die alte Teerstraße weist Löcher auf, die durch die überdimensionierten LKWs (6 Achsen je 8 t) verursacht wurden. Toms plötzliches Bremsmanöver konnte nicht verhindern, dass ein Gelbschnabeltoku an der Windschutzscheibe unseres Busses sein Leben lassen musste. Weiter nach Norden beginnt die landwirtschaftliche Nutzung des Bodens. Große Mais- und Sonnenblumenfelder sind angelegt. Wir kommen durch den Grenzort Pandamatenga und sehen große Getreidesilos. Die Straße führt weiter durch das Kazuma Forst Reserve, wo sich am Straßenrand Paviane und Elefanten zeigen. Hier nimmt die frische Belaubung der Bäume zu. Ein Stück der Straße ist als Landebahn für Flugzeuge ausgebaut, wie früher auch bereits gesehen.
Mitten in Kasane liegt am Ufer des Chobe die Chobe Marina Lodge, in der wir für zwei Nächte Quartier beziehen. Zum Mittag wurde uns gleich ein warmes Büffet angeboten. Am Nachmittag unternahmen wir eine Bootssafari auf dem Chobe. Überwältigt von der Vielfalt und Anzahl der Tiere (Kormorane, Hippos, Wasserleguane, Graufischervogel, Wasserbüffel, Elefanten, Krokodile, Affen, Zwergbienenfresser, Leierantilopen, Wasserböcke Schwarzkopfreiher usw.) blieben wir bis nach dem beeindruckenden Sonnenuntergang mit dem Boot draußen.

Fr 07.09. Ausflug Chobe Nationalpark - Victoria Falls
Um 6 Uhr schon beginnt unsere Wildbeobachtungsfahrt. Zunächst begegnet uns eine Elefantenfamilie. Als dann die Morgensonne ihre Strahlen durch die Baumkronen schickte, waren wir angetan von der Vogelwelt. Auf der großen Sandfläche am Ufer des Chobe tummelte sich eine große Gruppe Löwinnen mit ihrem Nachwuchs. Diese Beobachtungsstelle war offenbar allseits bekannt, mehr als zehn Fahrzeuge waren ebenfalls zur Stelle. Impalaherden, Giraffen und Hippos am Fluss grasend zeigten sich uns auf der weiteren Fahrt.

spielende Löwen
Um 9 Uhr zurück in der Lodge wartete das Frühstück auf uns.
Um 10 Uhr hieß es dann: Auf nach Simbabwe zu den Victoria Fällen! Die schon gewohnten umfangreichen Formalitäten an der Grenze ließen sich relativ zügig abwickeln, da jeder schon 30 US$ für das Visum bereithielt. Artur stand als Driver schon mit einem Kleinbus in Simbabwe für uns bereit. Er brachte uns zu den Falls.
20 US$ kostete der Eintritt. Von der Lodge hatten wir ein Lunchpaket mitbekommen, da war zunächst Picknick im Schatten angesagt. Mit dem Übriggebliebenen konnten später noch Schulkinder erfreut werden. Ein erster Blick auf die weltberühmten Wasserfälle bewegte uns alle tief. Wie mag es da erst Livingstone ergangen sein, der dieses Naturschauspiel als Erster 1855 entdeckte. Ein Denkmal erinnert dort an ihn. Dem Wanderweg entlang der Fälle folgend versprühte die Gischt der herabstürzenden Wassermassen leichten Regen über uns. Regenbögen erschienen. Und da auch immer wieder auch einige Wolken am Himmel vorbeizogen, sorgten die durchscheinenden Sonnenstrahlen für immer wechselfarbige Lichtbilder.

Victoria Fälle Regenbogen
Natürlich mussten auch Andenkenfotos (Bürgerbüro Uslar!) für die Dokumentation unseres Besuches in verschiedensten Positionen gemacht werden. Auf dem östlichen Plateau führten Paviane zur allgemeinen Erheiterung ihre Spiele vor. Schließlich kamen wir nach drei Stunden intensiver Erlebnisse wieder zu unserem Bus zurück, der uns in 40 Minuten zur Grenze zurück brachte. Auf botswanischer Seite kreuzte noch eine Elefantenherde die Straße. Der Tag klang dann mit einem festlichen Dinner auf der Terrassenempore des Lodge Restaurants aus.

Sa 08.09. Kasane - Caprivi - Lianshulu Lodge
Schon aus der Frühe klangen rhythmische Musik und Gesänge an unser Ohr. Jugendliche fuhren mit einem Wagen durch die Stadt und kündeten eine Demo an. Bei unserer Ausfahrt um 9 Uhr fuhren wir dann an einem etwa zwei km langen, geordneten Demonstrationszug vorbei. Es waren junge Leute, die gegen Aids einen friedlichen Marsch aus der Stadt heraus über die Landstraßen machten.
Wir durchfuhren den nicht eingezäunten Chobe Nationalpark. In dem roten Kalahari Sand waren beidseitig der Straße die Trampelpfade der Elefanten zu erkennen. Außer Elefanten waren Rappenantilopen die Attraktion auf dieser Fahrt, die uns zur Grenzstation nach Namibia führte. "Drüben ist meine Heimat", hörten wir Tom fröhlich rufen. Vor der Ngoma Bridge liegt der Grenzübergang an einem kleinen Berghang umgeben von einigen imposanten Baobab Bäumen. Vom Baobab wird erzählt, er habe sich beim Herrgott über sein Aussehen beklagt, das ihm nicht gefiel. Daraufhin steckte ihn Gott anders herum in die Erde.
1410 km hatten wir in Botswana zurückgelegt und nun lag eine wunder-
schöne namibische Landschaft vor uns. Wir durchfuhren die Caprivi Provinz. Überall an der Strecke liegen Ansiedlungen von Einheimischen in traditionellem Stil (Lehmhäuser mit Reetdächern und teils auch eingezäunten Wohneinheiten). An der Straße wurde Reet und Brennholz zum Kauf angeboten.

So 09.09. Lianshulu Lodge
Am Morgen berichteten uns Lodge Mitarbeiter vom Einbruch der Elefanten in der Nacht auf dem Lodge Gelände. Auch Hippos waren in der Nacht gekommen.
Einige unserer Gruppe nahmen an diesem Sonntagmorgen an einer fakultativen Safari teil und berichteten von dem herausragenden Erlebnis mitten in einer Herde von 50 Elefanten gestanden zu haben. Der Rest der Gruppe genoss die Ruhe auf der wunderschönen Lodge. Wir trafen wieder zusammen um 16 Uhr zur Teatime am Bootssteg. Auch an diesem Abend war wieder eine Bootsfahrt angesagt. Ein Elefant durchquerte vor unseren Augen den Fluss und dann trafen zwei Dickhäuter in einem spielerischen Zweikampf aufeinander. Am Steilufer unter den Nistlöchern der Bienen-fresser entdeckten wir ein Krokodil. Bienenfresser flogen hin und her, rote waren zurzeit nicht zu sehen. Unsere Fahrt ging bis zu einem Camp des Umweltministeriums nahe dem Flussufer: "In der nächsten Woche kommen dort zur Ansiedlung im Mudumu Nationalpark Giraffen, Pferdeantilopen und Rappenantilopen an", hieß es. Die Sonne ging unter und auf der Rückfahrt kamen wir noch an einem Krokodil vorbei, das in der Flussmitte zwischen Grünzeug sich treiben ließ. Der Tag klang nach dem Dinner auch wieder am Lagerfeuer aus.

Kwando Sonnenuntergang
Mo 10.09. Lianshulu Lodge - Ndhovu Safari lodge
Kurz nach der Abfahrt besuchten wir Lizauli Traditional Village, ein Museumsdorf, in dem die ortansässigen Caprivianer den Touristen ihre Lebensweise nahe bringen wollen. Über den Trans Caprivi Highway erreichten wir Bagani und kamen zu den Popa Falls, Stromschnellen des Okavango. Zwei Jungen in einem Einbaum = Mokoro zeigten uns einen Tigerfisch. Die Mittagssonne brannte glühend heiß und wir waren froh, einen klimatisierten Bus zu haben. Um 14.30 Uhr kamen wir zur Ndhovu Safari Lodge und sahen gleich vor uns im Wasser des Okavango eine Herde Hippos liegen, die sich von Zeit zu Zeit immer mal wieder mit ihren lauten Tönen bemerkbar machten. Wir konnten gleich die Zelte beziehen. deren sanitäre Anlagen um 18 und 6 Uhr warmes Wasser hatten. Zu diesen Zeiten wurden die Boiler mit Holz beheizt. Zum Abend hin lud uns Tom mit dem Bus zu einer Pirschfahrt in das Mahango Garne Reserve ein. Neben Impalas, Elefanten, Giraffen, Rappenantilopen, Adler, Geier konnten wir besonders ausgefallen schöne Baobab Bäume bewundern. Dazu verließen wir den Bus mit der Mahnung Toms, bitte auf Löwen zu achten. Als wir bei Sonnenuntergang das Gelände verließen, hatten wir zwar keine Löwen gesehen, doch begegneten uns noch Herden von Gnus und Zebras.
Das abendliche Dinner auf der Ndhovu Safari Lodge wurde uns von den Frauen aus der Küche serviert. Sehr herzhaft schmeckte uns das selbstgebackene Graubrot. An dem Geschirr aus Zimbabwe hatten einige ihre besondere Freude, da nicht nur das Design ausgefallen war, sondern einige Schalen beim leichten Anklicken herrliche Klänge durch den Raum schwingen ließen. Nach der Mahlzeit trat eine Gruppe Kawandos mit Trommelmusik und Gesang auf.
Rhythmisch tanzend zogen sie in die Halle ein. Es war die bisher schönste Vorführung, die wir erlebt hatten. In der Nacht dachten wohl Einige, sie träumten noch vom Trommelwirbel der Abendveranstaltung, aber es war das Trommeln eines Medizinmannes in der Ferne, der die Krankheit eines Menschen zu heilen gedachte.

Tanzaufführung
Di 11.09. Ndhovu Lodge - Kaisosi Lodge
Nach dem Bewundern eines Leberwurstbaumes, dessen Früchte beim Herabfallen sicher einen Menschen erschlagen können, verließen wir die Lodge.
Noch bevor wir auf die Hauptstraße kamen, sahen wir links von uns eine römisch-katholische Kirche, die der Kreuzerhöhung geweiht war, und fuhren nach Andara zu einem Kurzbesuch auf die ausgebaute katholische Missionsstation (Backsteinkirche, Internatsschulen, Krankenhaus). Einen polnischen Priester hatten wir offenbar in seiner Ruhe gestört, er war recht wortkarg.
Auf der Weiterfahrt gab Tom uns einen Bericht über die Wirtschaft Namibias: Bergbau, Landwirtschaft und Fischindustrie sind die drei Säulen. Exportiert werden Diamanten, Uran, Zink, Salz, Marmor, Granit und vor allem Fleisch in die EU.
An der Abzweigung nach Nyondo bogen wir ab auf die alte Schotterstraße und fuhren an den Dörfern nahe des Okavango entlang. Unser Ziel, die Kaisosi Lodge, erreichten wir um 12.30 Uhr. Von dort unternahmen wir zum Sonnenuntergang noch eine Bootsfahrt auf dem Okavango, der mit seiner weiten, ruhigen Wasserfläche den Fotografen herrliche Motive bei abendlicher Stimmung bot.



Windhoek - Flughafen
Windhoek
Begrüßungsgetränk
Windhoek - Boungainvilleas
Windhoek - Restaurant
Flug über das Okavango Delta
Flug über das Okavango Delta
Flug über das Okavango Delta
Okavango
Mittagspause
Krokodil
Einfahrt Moremi
Beim Einkaufen
Markt
Marktstand
Nata Lodge
Nata Lodge -Termitenhügel
Chobe Marina Lodge
Chobe Elefanten
Chobe Warzenschweine
Elefanten am Wasser
Elefanten
Etoscha Nationalpark - spielende Löwen
Mutter mit ihren Jungen
Löwin mit Jungen
Victoria Fälle Schlucht
Victoria Fälle
Victoria- Main Falls
Victoria Fälle - Gischt
Victoria Fälle
Caprivi
Caprivi Dorf
Caprivi Dorf
Caprivi Kühe
Baobab Baum
Kwando Elefanten
Geier
Tanzaufführung
Tanzaufführung
Tanzaufführung
Tanzaufführung
Kirche
Kaisosi Lodge
Kaisosi Lodge
Guide Tom mit Hoba Meteorit
Waterberg - zwei neugierige Nashörner
Waterberg - Nashorn
Waterberg - Giraffe
Waterberg - Anlage
Waterberg - Duiker
Okahandja Friedhof
Okahandja Grab Kutako
Okahandja Grab Ndisiro
Okahandja Gräber
Katatura
Katatura
Katatura Verkaufsstände
Francipani
Früchte
Hererofrauen
Sorbet
Bar
Abschied
Mi 12.09. Kaisosi Lodge - Frans Indongo Lodge
Die rasselnden Schoten des Flamboyantbaumes hatten es Einigen von uns angetan und wurden als Souvenir mitgenommen. Wir wandten uns noch einmal der üppig blühenden Bougainvillea am Eingang zu und fuhren dann nach Rundu zur Post. Auf der Straße nach Grootfontein machten wir noch einen Markt Stopp, um wenigstens einige Tiere aus Holz mit nach Europa nehmen zu können. Neben der Straße begegneten uns zwei kleine Jungen mit einem Vierergespann Ochsen, die einen für Sandwege gebräuchlichen traditionellen Schlitten zogen. Am Veterinärkontrollzaun Mururani überschritten wir die "Rote Linie" mit desinfizierten Schuhen, verließen das Kavango Gebiet und kamen in das Farmgebiet. Dort ist das Weidegebiet eingezäunt. In Namibia gibt es etwa 5000 Farmen, die bis auf wenige Ausnahmen den Weißen gehören. Eine Landreform wird von der schwarz-
afrikanischen Regierung sehr vorsichtig angegangen. Die Regierung hat das Vorkaufsrecht.
Über Grootfontein kamen wir zum Hoba Meteoriten, dem größten der Welt. Nach 500 km Tagesfahrt erreichten wir kurz vor 17 Uhr die Frans Indongo Lodge. Sie ist wohl eine der stilvollsten im ganzen Land und gehört dem reichsten Mann Namibias. Frans Indongo. Er ist ein Ovambo Mann von bestem Ruf. Auf seinen persönlichen Wunsch hin wurden alle Gegenstände in der Lodge in Namibia hergestellt. Im Ovambostil eines Kraals ist die Lodge mit Holzstämmen eingezäunt. Von der erhöhten Holzterrasse und vor allem von einem Aussichtsturm in der Mitte der Lodge sieht man auf einer Wiese mit Wasserloch die Tiere sich frei bewegen. Ausgezeichnet wie das ganze Anwesen war auch das reichhaltige geschmackvolle Dinner (135 N§ = 13,50 Euro)

Do 13.09. Frans Indongo Lodge - Okahandja - Windhoek
Perlhühner, Steinböckchen und Oryx ließen sich draußen bei unserer Abfahrt sehen. Wir passierten die freundlich blühende Stadt Otjiwarongo mit ihren Kirchen verschiedenster Konfessionen, lasen auf einem Straßen-
schild: Hindenburgstraße und erfuhren, dass in dieser Stadt viele Deutsche den Karneval pflegen.
"25 km gerade Straße", ruft Tom, als wir wieder auf der Landstraße sind. Ausgefallene Bergformationen tun sich vor unserem Auge auf. Der Früh-
lingsanfang zeigt sich mit frischem Grün in den Baumkronen, den gelb blühenden Kameldornbäumen und den weißen Blüten des Hagedorns.
Okahandja mit seinen 6 000 Einwohnern ist bekannt wegen der Gräber berühmter Herero Chiefs. Nach deren Besuch gingen wir auch hinüber zum Friedhof der deutschen Schutztruppen Soldaten und Missionaren der Rheinischen Mission.
Auf dem Weg nach Windhuk liegt an der linken Seite das Erosgebirge. Es ist nicht nach der griechischen Göttin benannt, sondern ein eigener afrikanischer Name. Nach ihm ist auch das Eroscenter benannt, ein Stadtteil von Windhuk, in dem wir am Abend dann auch das Lokal zum Essen fanden. In Windhuk fuhr Tom uns noch durch Stadtteile, die wir am ersten Tag unserer Reise noch nicht gesehen hatten. Das durch Zwangumsied-
lung der schwarzen Bevölkerung 1959-1968 entstandene Katatura machte einen sauberen geordneten Eindruck im Gegensatz zu den Gebieten des unkontrollierten Zuzugs.
Gegen Mittag kamen wir schließlich im Safari Court Hotel an. Den Nachmittag hatte jeder zur freien Verfügung bis Tom mit uns zu einem gemütlichen Abschiedsabend zu Joes Biergarten fuhr. Auf dem Weg dorthin tauchten Namen auf: Kruppstraße, Christianstraße, Talstraße, Bauerstraße, Kochstraße. Waren wir vielleicht schon wieder in Deutschland? In Joes Biergarten lasen wir an allen Ecken: Jägermeister. Mit Hansa Bier vom Fass für 11.90 N$ (1.90 Euro) und einer Essensauswahl, die von Gemsfilet, Strauß, Zebra, Krokodil bis zu internationalen Speisen reichte, klang bei Lampionbeleuchtung und angenehmen Temperaturen unsere gemeinsame Reise aus.

Fr 14.09. Windhoek - Abflug
An diesem Morgen teilte sich die Gruppe. Einige wollten noch eine Woche Verlängerung und ließen sich mit einem Mietwagen vom Hotel abholen. Die anderen fuhren mit Tom über das Hochplateau vorbei am Falkenstein und den Auasbergen in der Ferne zur Auas Garne Lodge. Dort verbrachten wir noch einige erholsame Stunden, mit einem guten Essen (Oryxsteak), Schwimmen, Beobachten eines Straußbesuchs und dem Leoparden im Freilandgehege. Schließlich brachte Tom uns zum Flughafen, wobei er uns auf der Fahrt noch von Weitem seine Farm zeigte.

Waterberg - Sonnenuntergang
geschrieben am 20.04.2011 um 20:57 Uhr.