Okahandja Städte Namibia

Okahandja

Die etwa 20.000O Einwohner zählende Kleinstadt Okahandja liegt an der B1, rund 70 Kilometer nördlich von Windhoek an der Kreuzung der Straße von Swakopmund am Meer und der Straße zum Waterberg sowie dem Etoscha Nationalpark im Norden.

Die Rheinische Missionsgesellschaft gründete 1872 eine Missionsstation in Okahandja zur Missionierung und Befriedung der hier siedelnden Hereros. Die Missionskirche wurde 1976 eingeweiht. 1894 wurde Okahandja ein Militärstützpunkt der Deutschen.
Okahandja ist eng mit der Geschichte des Herero Volks in Namibia verknüpft. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts liegt hier eines ihrer wichtigsten Stammeszentren. Auf dem Friedhof in der Nähe der Missionskirche liegen ihre Häuptlinge Tjamuaha, Maharero, Samuel Maharero und Hosea Kutako begraben. Auch das Grab des 1978 ermordeten Herero-Führers Clemens Kapuuo findet man hier.

Alljährlich am letzten Sonntag vor dem 26. August finden umfangreiche Festlichkeiten zum Gedenken an die Ahnen in Okahandja statt. Besonders beeindruckend sind die farbenprächtigen Festumzüge. Die Herero Frauen tragen voluminöse viktorianische Kleider und ihre typischen, an Rinderhörner erinnernden Kopfbedeckungen. Die Männer tragen beigefarbene Militäruniformen.

Einige der wichtigen Anführer der Herero:
Hosea Kutako (1872-1970): Der Herero-Häuptling leistete Widerstand gegen die südafrikanische Besetzung und reichte die erste Petition bei der UNO (1946) ein. Da er sich für die Einheit der Völker Namibias engagierte, wollte er Iieber neben Jonker Afrikaner (1785-1861), Feind des Herero-Volkes, begraben werden als neben Tjamuaha, Maherero und Samuel Maherero. Clemens Kapuuo (1923-78) trat die Nachfolge von Kutako an und wurde 1977 Vorsitzender der Demokratischen Turnhallenallianz. Er wurde am 27. März 1978 in Windhuk Opfer eines Attentats.
Okahandja hat - abgesehen von zwei großen Kunsthandwerksmärkten am Ortseingang und Ortsausgang - nicht viel Interessantes zu bieten. 25 Kilometer südwestlich liegen jedoch die Thermalquellen von "Gross Barmen". Die einstige Missionsstation wurde 1975 zum Thermalbad umgebaut. Aus einer Tiefe von 2500 Metern strömt 65 Grad Celsius heißes Heilwasser in eine Innen- und ein Außenbecken.
Der von-Bach-Stausee
Wenige Kilometer südlich von Okahandja führt eine Abzweigung zum Hauptwasserreservoir Windhuks. Es wurde 1970 fertiggestellt und besitzt eine Speicherkapazität von 54 Mio. m³ Der Von-Bach-Stausee ist beliebt bei Wassersportlern. Angler können Karpfen, Brassen, Barben und Barsche fangen. Die umliegenden Hügel bieten sich für Wanderungen an. An Wild gibt es Pavian, Elenantilope, Hartmann-Bergzebra, Kudu, Strauß und Springbock.