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Geschichte von Lesotho

Das unwegsame, von Südafrika umschlossene Bergland ist in dreierlei Hinsicht reich: an Menschen, (Regen-)Wasser und malerischer Landschaft.

Im übrigen aber ist das einstige "Basutoland" nicht zuletzt aus Mangel an landwirtschaftlicher Anbaufläche (11%) kaum in der Lage, seine Menschen zu ernähren. 60% der männlichen arbeitenden Bevölkerung verdienen ihren Lebensunterhalt als Gast- und Wanderarbeiter in Südafrika, das den Staat am liebsten schon vor Jahrzehnten eingemeindet hätte.

Denn die Briten, 1868 vom Basuto-König Moshoeshoe I. zum Schutz vor den Buren ins Land gerufen, dekretierten 1910, dass ihre drei Protektorate Basutoland, Betschuanaland (heute Botswana) und Swasiland Teil der gerade gegründeten "Union von Südafrika" werden sollten - wenn die einheimische Bevölkerung dem zustimme. Doch deren Häuptlinge wollten zumindest politisch selbständig bleiben und widerstanden allen Verlockungen und Drohungen des reichen Nachbarn.

1966 schließlich wurde ihr Land unter dem Namen Lesotho unabhängig. Der erste Premier, Häuptling Lebua Jonathan, degradierte 1970 König Moshoeshoe II. zur Gallionsfigur und regierte das Land als Alleinherrscher. Als er jedoch begann, die Apartheid zu kritisieren und Nelson Mandelas ANC zu unterstützen, schlugen die Herren vom Kap zurück - erst mit einem Kommandounternehmen in der Hauptstadt Maseru, bei dem etwa 30 ANC-Mitglieder und 12 Zivilisten getötet wurden, dann, am Neujahrstag 1986, mit einer Blockade. In Lesotho gab es keine Nahrungsmittel mehr und keinen Treibstoff - Grund genug fürs Militär, den Premier zu stürzen und 60 ANC-Mitglieder zu deportieren. Die Militärs gaben Moshoeshoe II. einen Zipfel seiner Macht zurück, verbannten ihn dann aber 1990 ins Exil. Ein Rat der 22 Häuptlinge machte seinen ältesten Sohn, Kronprinz Bereng Seeiso, zum König Letsie III., der aber zusichern musste, sich nicht in die Politik einzumischen.

1993, nach Auflösung des Militärrates, Verabschiedung einer neuen Verfassung und freien Wahlen, übernimmt mit Ntsu Mokhele, ein Zivilist die Regierung. Nach gewalttätigen Unruhen entlässt Letsie das Kabinett, setzt es unter dem Druck des In- und Auslandes wieder ein und tritt zugunsten seines heimgekehrten Vaters zurück. Doch der verunglückt auf dem Weg zu einer seiner Rinderfarmen tödlich - sein Fahrer war betrunken. Seither ist wieder Letsie III. dran, der bei seinen Landsleuten als Marionette der Militärs gilt und als "Spielzeugkönig" oder "Disko-König von Maseru" verspottet wird.