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Lalibela Lalibela, Priester, Äthiopien

Die Felsenkirchen von Lalibela

Die Felsenkirchen von Lalibela entstanden im 12. und 13. Jahrhundert während der Herrschaft von Kaiser Gebra Maskal Lalibela. Nach dem Zusammenbruch des Reichs von Aksum entstand um Lalibela herum im 12. Jahrhundert das Königreich Äthiopien. Wahrscheinlich wurde insgesamt etwa 100 Jahre lang an elf Kirchen gearbeitet. Sie stehen für die Blüte des christlichen Glaubens und wurden in anstrengender Arbeit aus dem roten Basaltlava gemeiselt.

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Besonders eindrucksvoll ist die in Kreuzform aus dem Fels gehauene Kirche des Hl. Georg. Die größte Kirche ist Bet Amanuel oder Emmanuelskirche. Sie ist 33 m lang, 23 m breit und 12 m hoch. Sie diente der königlichen Familie als Kirche. Die meisten Kirchen sind untereinander durch Gänge verbunden, die Anlage gleicht einem Labyrinth. Ihre originale Ausstattung mit Gemälden, Fresken und Handschriften ist noch in vielen Teilen erhalten.
Lalibela wurde als Neu-Jerusalem verstanden, das die Gläubigen auf Pilgerreisen besuchten. Besonders eindrucksvoll ist ein Besuch Lalibelas an einem der vielen äthiopischen Festtage, z.B. zum äthiopischen Weihnachtsfest am 7. Januar oder zu Ostern, wenn sich die orthodoxen Christen aus allen Teilen des Landes hier versammeln.

Heute sind die Felsenkirchen von Lalibela ein Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Frage, warum die Kirchen in den Fels hinein gebaut wurden, ist offensichtlich nicht eindeutig beantwortet. Ob die Tatsache, dass sie erst aus nächster Nähe zu sehen, also nicht wie christliche Kirchen in Europa weithin sichtbar sind, und so vor den Augen möglicher Feinde in einem gewissen Maße verborgen blieben, ein überzeugender Grund ist, wird bezweifelt. Man könnte ja auch annehmen, dass die Erbauer es nicht verstanden, große Bauwerke mit offenen Hallen aus den vorhandenen Materialien zu errichten.
Viel wichtiger aber ist heute wohl die Frage, wie diese einzigartigen Monumente vor dem Zerfall bewahrt werden können.

Lalibela Felsenkirche Blick in Ausgrabung Eingang Felsoberfläche Lalibela-05
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