Vorlage 1 · Stichworte · Stichworte

Kalahari Predator/Livestock Conflict Project &
Conditioned Taste Aversion (CTA)

In nahezu allen Ländern des südlichen und östlichen Afrika, so auch in Botswana, nehmen die Konflikte zwischen Nutztieren, insbesondere Rindern, und Raubtieren beständig zu. Bisher wurden Raubtiere wie Löwen, Wildhunde, Geparde und Leoparden, die Rinder oder andere Nutztiere getötet hatten, entweder von den Besitzern der Haustiere ihrerseits getötet oder gefangen und in andere Gebiete umgesiedelt. Diese Umsiedlungsaktionen, die sich zwar positiv auf den Genpool des Artenbestandes im Umsiedlungsgebiet auswirkten, lösten das Problem jedoch nur unzureichend, da die frei gewordenen Territorien bald wieder von neuen Tieren besetzt wurden und damit die Nutztierhalter wieder vor dem selben Problem standen.
Auch Zäune und Pufferzonen zwischen Rinderweiden und den Schutzgebieten der Wildtiere stellen keine Lösung dar. Jährlich haben Farmer im Ghanzi Distrikt etwa 500 Rinder im Wert von ungefähr US$ 200.000 durch Raubtiere verloren. Über 50 Löwen und andere Raubtiere wurden von Farmern getötet.

Das Kalahari Predator/Livestock Conflict Project, das vom Besitzer der Grassland Safari Lodge und dem Rinderzüchter, Willie de Graaff, gesponsert wird, versucht nun einen ganz neuen Ansatz.

Der zufällige Besuch des Biologen Bill Given, der sich in Nordamerika mit dem Konflikt zwischen Wölfen und Nutztieren beschäftigt hatte, brachte die Lösung: Conditioned Taste Aversion (CTA) – die konditionierte Geschmacksabschreckung. Man mischt dem Köderfleisch, beispielweise einem Rind, für ein Raubtier, ein Mittel bei, das eine etwa 30minütige Übelkeit im Raubtier auslöst. Das Raubtier verbindet diese Übelkeit mit dem Rind und wird in Zukunft diese Beutetierart meiden. Dieses Verfahren hat sich im Großen und Ganzen, wie Versuche mit Füchsen, Ratten, Habichten, Pumas, Schwarzbären und anderen Spezies gezeigt haben, als durchaus erfolgreich erwiesen.

Die Erfahrungen der Grassland Safari Lodge zeigen, dass das Ekelgefühl bei manchen Raubtieren so stark ist, dass sie Rinder vollständig meiden. Andere Raubtiere töten zwar immer noch das eine oder andere Rind, sie fressen aber wegen des Ekelgefühls und der Furcht vor der Übelkeit das Fleisch nicht mehr; sie lernen so, dass es sinnlos ist, wertvolle Energie dafür zu verschwenden, ein Tier zu jagen und zu töten, das sie dann doch nicht fressen können.   

Deutsche Literatur zum Thema Conditioned Taste Aversion (CTA)  ist im Internet kaum zu finden. Eine lesenwerte Zusammenfassung hat L. K. Nicolaus veröffentlicht.
Eine umfangreiche Darstellung finden Sie auf der Englisch sprachigen Webseite von Dr: Lowell K. Nicolaus.