Wild Coast
Die Wild Coast erstreckt sich über eine Distanz von etwa 250 km nördöstlich von East London in Richtung Durban in der östlichen Kapprovinz. Es ist die Heimat der Xhosa und hieß früher Transkei. Die Region war in der Vergangenheit wegen der schlechten Straßen nur schwer zu erreichen. Das hat sich aber langsam geändert. Das Straßennetz wurde ausgebaut. So dass die Region jetzt gut befahrbar ist. Allerdings gibt es keine Straße in nordöstlicher / südwestlicher Richtung parallel zur Küstenlinie, so dass die Orte am Indischen Ozean im Wesentlichen nur über Stichstraßen von der N2 aus erreichbar sind. Das mag, einerseits, längere Fahrtstrecken auch auf ungeteerten Straßen bedeuten, hat aber andererseits den ursprünglichen Charakter des Landes östlich der N2 bewahrt. So sind die kleinen Badeorte bei weitem nicht so überfüllt wie an der Garden Route, wie nördlich oder unmittelbar südlich von Durban.Die Wild Coast gehört mit ihren grünen Hügeln, reizvollen Lagunen, ursprünglichen Siedlungen, imposanten Felsenriffs, Klippen und Flussmündungen zu den schönsten Landschaften und Küsten Südafrikas. Überall auf den grünen Hügeln, an ihren Hängen und den tief eingeschnittenen Tälern stehen die weißen oder bunten Rundhütten der Xhosa, die sehr gastfreundlich sind, und für viele Reisende ist dies ein Teil des "richtigen" Afrika. Kleinen Mais- und Bohnenfelder und Weiden mit Rindern und Ziegenherden bestimmen das Bild. Auf der Straße sind viele Fußgänger, aber nur wenige Autos. Zeichen der Moderne sind da und dort Fernsehantennen und durch Sonnenkollektoren mit Strom versorgte öffentliche Telefonzellen.
Port St. Johns, südlich von Port Edward) und Coffee Bay kann man als die beiden Hauptorte im nördlichen Bereich der Wild Coast bezeichnen.
Port St Johns wird in Beschreibungen als "Juwel an der Wild Coast", als "ein Stück authentisches Afrika" bezeichnet. Die Stadt liegt an der Mündung des mächtigen Umzimvubu Flusses inmitten dichter subtropischer Wälder.
Während der Schulferien in Südafrika ist Port St. Johns ein beliebtes Ferienziel an der Wild Coast, nicht zuletzt wegen der exzellenten Angelmöglichkeiten am Fluss und im Meer. Von den drei Stränden ist der - 5 Kilometer vom Ortskern entfernte - "Second Beach" der schönste, umgeben von immergrünen Regenwäldern und wilden Bananenbäumen.
Coffee Bay ist, auch wenn es eher ein kleiner Ort mit ein paar Häusern und Rundhütten, einem Laden, einem einfachen Campingplatz und zwei Hotels ist, einer der schönsten Flecken an der Wild Coast. Seinen Namen erhielt der Ort, weil hier 1893 ein Schiff strandete, das Kaffeebohnen geladen hatte. Zwar konnten einige der an Land gespülten Kaffeebohnen Wurzeln schlagen und zu kleinen Kaffeesträuchern heranwachsen, aber in dem salzhaltigen Boden konnten die Pflanzen nicht lange überleben. So sucht man heute vergebens in Coffee Bay nach Kaffeesträuchern.
Ganz in der Nähe von Coffee Bay befindet sich "Hole in the Wall", ein mächtiger, dem Strand vorgelagerter Fels, den das Meereswasser in unermüdlicher Arbeit durchbrochen hat, so dass ein riesiges Loch wie ein Tunnel entstand.
Wir haben zwei Reisen an die Wild Coast unternommen und haben dabei natürlich auch Port St. Johns und Coffee Bay besucht und können die Region für Reisende empfehlen, die abseits der bekannteren Wege Südafrika erkunden wollen.
Wir haben allerdings festgestellt, dass die Straßenkarten nicht sonderlich zuverlässig oder genau sind. Zudem erfordern die Schotterstraßen sehr vorsichtiges und teilweise vor allem langsames Fahren, was angesichts der doch ziemlich langen Strecken manchmal schwerfällt. Bezüglich der Sicherheit hatten wir keinerlei Probleme; wir glauben auch, dass man sich deswegen keine Sorgen machen muss.
Insgesamt war unsere Reise das, was man "ein unvergessliches Erlebnis" nennt!






