Gondwana Kalahari Park, Gondwana Collection, Namibia

Gondwana Kalahari Park

Gondwana Collection

Der im Jahre 2004 gegründete Gondwana Kalahari Park befindet sich nordöstlich von Mariental. Mariental selbst entstand im Jahre 1894 und wurde nach Maria Brandt, der Ehefrau des ersten deutschen Siedlers der Region, Hermann Brand, benannt.

Gondwana Kalahari Park, Gondwana Collection, Namibia

Nicht nur jeder Fotograf gerät ins Schwärmen: Der Gondwana Kalahari Park wird geprägt von einer malerischen Landschaft aus lang gestreckten Dünen und Tälern, mit ihrem roten Sand, gelben Gras und grünen Akazien. In dem privaten Naturschutzgebiet erlebt man die schönsten Seiten der Kalahari.

Das 100 qkm große Gebiet des Gondwana Kalahari Parks ist Heimat typischer Tiere der Kalahari wie Springbock, Gemsbock, Schakal und Löffelhund sowie Strauß, Riesentrappe und vieler weiterer Vogelarten. Der Park umfasst zwei Vegetationstypen: Die Baum- und Strauchsavanne der Südlichen Kalahari (Gräser und Akazien) und das Karas Zwergstrauchland, das bereits der Nama Karoo zugerechnet wird. Er ist auch deshalb von Bedeutung, weil es in der südlichen Kalahari nur wenige Naturschutzgebiete gibt.

Gondwana Kalahari Park, Gondwana Collection, Namibia

Wer sich für Geologie interessiert, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Das riesige Kalahari-Becken mit seinen gewaltigen Mengen an Sedimenten entstand nach dem Bruch des Ur-Kontinents Gondwana vor etwa 120 Mio. Jahren. Die Hunderte Kilometer langen und bis zu 30 m hohen Längsdünen allerdings bildeten sich erst vor 16 000 bis 20 000 Jahren. Im nahe gelegenen Ort Stampriet kann man übrigens sehen, dass die Kalahari reich an Grundwasser ist: Im Tal des Auob sprudelt es in mehreren artesischen Quellen zutage.

Gondwana Kalahari Park, Gondwana Collection, Namibia
Wo Wasser ist, gibt es auch Menschen. Schon vor Jahrtausenden haben Jäger und Sammler die Gegend durchstreift. Etwa im 16. Jahrhundert siedelten hier Nama der 'Roten Nation'; der Ort Hoachanas galt als ihr Zentrum. Später kamen auch Gruppen der Orlam (mit den Nama verwandt) aus dem Süden. Ende des 19. Jahrhunderts hat Hendrik Witbooi, Kaptein (Führer) der Witbooi Nama, Land in dieser Gegend - darunter auch das Gebiet des heutigen Parks - an europäischstämmige Siedler verkauft.

1937 erwarb der deutsche Fürst Friedrich Hermann zu Solms die fast 50 000 Hektar große Farm Dabib und ließ sie zunächst von einem Verwalter bewirtschaften. Nachdem er als Gegner Hitlers während des Zweiten Weltkrieges all seinen Besitz verlor, zog er 1948 mit seiner Familie nach Dabib. An seinem Lieblingsplatz am 'Solmschen Posten' wurde er begraben. Sein Sohn Friedrich Wilhelm verkaufte später Teile von Dabib, darunter auch ein 10 000 Hektrar großes Stück namens Anib, das weiter zur Schafzucht und ab 1992 auch als Gästefarm genutzt wurde.

Im Dezember 2004 erwarb die Gondwana Desert Collection die Farm Anib und wandelte sie um zum Gondwana Kalahari Park: Die Schafzucht wurde eingestellt, die inneren Zäune demontiert und wildgerechte Wasserstellen eingerichtet, so dass sich die Tiere wieder frei bewegen können. Gäste des Parks sind auf den Rundfahrten nicht nur begeistert vom vielen Wild, sondern wundern sich auch stets über das Kreuz am 'Solmschen Posten'...