Giraffe Engl. giraffe Tiere Afrikas Säugetiere Vögel Wale

Giraffe Giraffe, Kopf

Engl. giraffe
Giraffa camelopardialis
Körperhöhe: 4,50 - 5,80 m
Gewicht: 500 - 800kg
Laufgeschwindigkeit: bis maximal 50 km/h.
Siehe auch Netzgiraffe / Rothschildgiraffe.
Das Wort Giraffe stammt aus dem Arabischen: "Serafe" heißt übersetzt die "Liebliche".

Beschreibung
Die Giraffe ist das größte lebende Tier. Ihr Fell hat braune bis dunkelbraune Flecken, die durch ein Netz von heller farbigen Linien voneinander getrennt sind. Auf dem Kopf trägt sie zwei Hörner. Die Männchen haben ein zusätzliches mittleres Horn und 4 kleine Höcker.

Giraffen, Herde
Die vermeintlich stummen Giraffen verständigen sich untereinander durch Infraschall, der für das menschliche Ohr nicht hörbar ist. Durch die tiefen Töne (weniger als 20 Hz) können sie über weite Strecken in der Savanne miteinander Kontakt halten.
Wie bei fast allen Säugetieren besteht auch der Hals der Giraffe aus nur sieben Wirbeln. Ein mittlerer Halswirbel misst etwa 35 Zentimeter.
Der lange Hals stellt das Herz der Giraffe aber auch vor erhebliche Herausforderungen. Das Tier benötigt einen dreimal höheren Blutdruck als der Mensch, damit das Giraffenhirn, zwei Meter über dem Rumpf, ausreichend mit Blut versorgt wird. Was passiert aber, wenn die Giraffe ihren Kopf aus sechs Metern Höhe senkt, um etwa zu trinken? Bei diesem hohen Druck müsste das Blut normalerweise mit solcher Wucht in den Kopf schießen, dass die Giraffe ohnmächtig würde. Das so genannte Wundernetz unterhalb des Gehirns, ein Trick der Evolution, löst das Problem. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk aus fein verzweigten Kopfarterien, welches das anströmende Blut wie ein Schwamm aufnimmt. Außerdem verhindert das Wundernetz, dass das Blut, wenn die Giraffe den Kopf hebt, zu schnell abfließt. Denn auch das könnte zu einer Ohnmacht führen. Zusätzlich sitzen in der Halsvene extrem starke Gefäßklappen, die verhindern, dass das Blut mit zu hoher Geschwindigkeit zum Herzen schießt.
Übrigens,  Giraffen haben das größte Herz aller Landtiere, Es wiegt bis zu 11 kg und pumpt bis zu 75 Liter Blut pro Minute durch den Blutkreislauf. 

Musterung von Giraffen, Saadani Nationalpark, Tanzania
Lebensraum
Die dürre und trockene, baumbestandene Savanne bildet ihren Lebensraum.

Verhalten & Ernährung
Giraffen leben in lockeren, offenen Herden, die aus ausgewachsenen Kühen, Kälbern und Jungbullen bestehen. Erwachsene Bullen sind Einzelgänger.

Giraffen sind fast pausenlos am Fressen, jeden Tag etwa 15 Stunden lang. In dieser Zeit vertilgen sie durchschnittlich 100 Kilogramm Futter. Ein wichtiges Hilfsmittel ist dabei ihre muskulöse Greifzunge. Sie ist ungefähr 45 Zentimeter lang, bläulich-schwarz in der Farbe und umfasst die begehrten Akazienblätter wie eine Schlinge.

Giraffe in Botswana
Die Bäume aber haben Mittel entwickelt, die sie vor den Giraffen schützen sollen. Ihre Zweige haben Dornen, die ihre Blätter wie Stacheldraht umranken. Außerdem füllen die Akazien ihre Blätter mit Tannin, einem hochgiftigen Wirkstoff. Trotzdem, die Giraffen lassen sich davon nicht stören. Unbeeindruckt schlängeln sich ihre langen Zungen an den Stacheln vorbei, um an die begehrten Blätter zu gelangen. Auch das Gift kann den Tieren nichts anhaben. Denn sie haben eine Gegenwaffe entwickelt, ihre Spucke. Mit deren Hilfe schaffen es die Giraffen, das Gift in ihrem Maul zu neutralisieren. Von außen ist das an der Bildung langer Spuckefäden sichtbar.
Als letzte Möglichkeit bleibt den Akazien Hilfe von außen: Ameisen. Sie bewohnen den Baum und verteidigen ihn im Gegenzug gegen Fressfeinde. Sobald eine Giraffe an den Blättern zu fressen beginnt, eilen die Ameisen zum Angriff. Von den Zweig- und Stachelspitzen setzen sie sich auf Kopf und Hals des Tieres über und versuchen es zu beißen. Erst allerdings, wenn es ihnen gelingt, an das empfindliche Zahnfleisch oder die Naseninnenwände zu gelangen, wird es der Giraffe unangenehm und sie wendet sich zum Gehen.

Giraffen
Fortpflanzung
Eine durch die Jahreszeiten bestimmte Paarungszeit gibt es bei Giraffen nicht. Nach einer Tragezeit von 400 - 460 Tagen kommt ein 1,70 - 1,90 m großes Junges zur Welt, dessen Geburtsgewicht bei stattlichen 45 - 70 kg liegt. Weibliche Giraffen werden mit etwa 3,5 Jahren, männliche Tiere mit etwa 4,5 Jahren Geschlechtsreif. Das Junge wird zwar ein ganzes Jahr lang von der Mutter gesäugt, knabbert aber schon nach wenigen Wochen an Blättern und Knospen herum. Ausgewachsen sind Giraffen erst mit etwa 10 Jahren.
Unterarten
Es gibt mehrere Unterarten von Giraffen, deren Überleben zum Teil als kritisch oder gefährdet eingestuft wird. Die Unterscheidung der Unterarten ist in manchen Fällen sehr schwierig und strittig.

Die Thornicroft-Giraffe (Giraffa camelopardalis thornicrofti) kommt im Luangwa Tal in Zambia vor.

Die alten Bullen der Rothschild-Giraffe (Baringo- oder Uganda-Giraffe) (Giraffa camelopardalis rothschildi) haben 5 Knochenzapfen auf der Oberseite des Kopfes. Die Beine sind weiß. Die Linien zwischen den dunklen Flecken sind gelblichweiß. Die Rothschild-Giraffe kommt heute praktisch nur noch in einigen Nationalparks, wie dem Lake Nakuru Nationalpark in Kenya oder dem Murchison Falls Nationalpark in Uganda vor.

Die Netzgiraffe (Giraffa camelopardalis reticulata) ist im nördlichen Kenia, in Südäthiopien und Südsomalia anzutreffen. Ihre Grundfarbe ist rotbraun mit einem weißen netzartigen Linienmuster.

Die Flecken der Massai- oder Weinblattgiraffe (Giraffa camelopardalis tippelskirchi) haben stark zerteilte Ränder und erinnern an Weinblätter. Die Farbe der Flecken reicht von hellbraun bis fast schwarz. Diese Unterart findet sich in Tansania und im südlichen Kenya.
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