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Geschichte von Zimbabwe

Die frühe Geschichte des heutigen Simbabwe ist im Zusammenhang der Geschichte des südlichen Afrika insgesamt zu sehen, ist aber nur wenig dokumentiert. Etwa in der Zeit von 50.000 bis 10.000 vor Christus besiedelten mit den San (Buschmännern) verwandte Jäger und Sammler den Subkontinent. Bis circa zur Zeitenwende entwickelte sich Viehzucht und Töpferei.

Bis etwa 800 nach Christus drangen Bantu sprechende Völker in das Gebiet zwischen Sambesi und Limpopo. Sie betrieben Viehzucht und Wanderhackbau. Um etwa 1.000 nach Christus folgten ihnen das später Shona genannte Volk.

Ab etwa 1250 entwickelte sich das so genannte Groß-Simbabwe, von dem noch Ruinen im heutigen Simbabwe als "Great Zimbabwe Ruins" erhalten sind. Dieses Reich ging im 15. Jahrhundert aus noch nicht vollkommen geklärten Gründen unter.

Im 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts folgten mehrere Reiche aufeinander, bis aus dem Süden Ndebele, den Zulu zugehörig, aufgrund der Ausdehnung des Zulu-Reiches unter dem Herrscher Shaka in den Norden wanderten. Sie wichen auch vor den aus dem Süden vordringenden Buren und britischen Siedlern nach Norden aus und besiedelten das nach ihnen benannte Matabeleland im heutigen Simbabwe.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es dem englischen Minen-Magnat Cecil Rhodes mit skrupellosen und betrügerischen Methoden sowie der Anwendung von Gewalt das Gebiet des heutigen Simbabwe und Malawi 1891 zum britischen Protektorat zu machen. Die sich gegen die weiße Vorherrschaft erhebenden Ndebele und Shona wurden vernichtend besiegt und ihrer wirtschaftlichen Grundlagen beraubt.

1907 wurde das Protektorat in die Kolonie Njassaland umgewandelt.
Im Jahre 1923 entscheiden sich die weißen Siedler dafür, dass das nun Rhodesien genannte Land britische Kolonie wird. In den folgenden Jahren wird das Land in schwarze Reservate und weiße Siedlungsgebiete eingeteilt. Den Schwarzen wird lediglich ein knappes Drittel des Landes, zumeist auf den weniger fruchtbaren Böden, zugewiesen. Anfang der fünfziger Jahre wird die wirtschaftliche Lage der schwarzen Bevölkerung durch die Regierung weiter verschlechtert. So darf jede Familie auf ihrem höchstens 3,2 ha umfassenden Land nur noch Vieh in beschränkter Zahl weiden. Die Rechte der Häuptlinge auf Landzuteilung werden beschnitten. Das Gesetz zwingt viele Schwarze in die Städte, wo sie in den ihnen zugewiesenen Townships ein Proletariat und eine Arbeitsreserve für die weiße Wirtschaft bilden.

Im Jahre 1953 bilden Süd- und Nordrhodesien (das spätere Sambia) sowie das Protektorat Nyassaland (Malawi) die Zentralafrikanische Union, die sich 1963 wieder auflöst.
Nachdem in den Jahren von 1957 mehrer politische Parteien der Opposition und Widerstandsbewegung, denen Joshua Nkomo und Robert Mugabe angehörten, gegründet und prompt verboten worden waren, tritt 1961 die Zimbabwe African People´s Union (ZAPU) auf, von der sich aber bald die Zimbabwe African National Union (ZANU) abspaltet. Die ZANU nennt als ihre Ziele Umverteilung des Landes, freie Bildung für alle, Abschaffung der rassistischen Gesetze und die Verstaatlichung von Schlüsselindustrien.

Im November 1965 erklärt die weiße Regierung der Rhodesian Front ohne Einbeziehung Großbritanniens einseitig die Unabhängigkeit Rhodesiens. Großbritannien und später auch die Vereinten Nationen verhängen Sanktionen. Es gelingt der Regierung, den Guerilla-Verbänden von ZANU und ZAPU, die bereits drei Jahre vorher mit Sabotageakten begonnen hatte, schwere Niederlagen zuzufügen. Nachdem weitere Verhandlungsversuche zwischen Großbritannien und Rhodesien, das sich 1970 zur Republik erklärt hatte, gescheitert waren, u. a. weil die Afrikaner nicht mitwirken durften, begann die ZANU einen Befreiungskrieg von Mozambique aus.
Nach Verhandlungen mit den USA und Südafrika 1976 akzeptiert der rhodesische Regierungschef Smith im Prinzip die Bildung einer Mehrheitsregierung innerhalb von zwei Jahren. Großbritannien beruft alle Parteien zu einer Rhodesien-Konferenz nach Genf ein. Sie scheitert. ZANU und ZAPU schließen sich zur Patriotischen Front (PF) zusammen und verstärken ihre militärischen Operationen. Smith bildet ein Bündnis mit gemäßigten schwarzen Führern wie Bischof Abel Muzorewa, um eine so genannte interne Lösung voranzutreiben.

Bei Wahlen 1979 ohne ZANU und ZAPU wird Muzorewa Ministerpräsident einer Übergangsregierung von Simbabwe-Rhodesien. Sie wird von der britischen Regierung nicht anerkannt.
Der britischen Premierministerin Margaret Thatcher gelingt es Anfang August, alle beteiligten Parteien zu einer Verfassungskonferenz ins Lancaster-House nach London einzuladen. Die Verhandlungen beginnen im September und enden im Dezember mit der Unterzeichnung eines Friedensplanes zur Unabhängigkeit Simbabwes. Die Parteien einigen sich in London auf eine neue Verfassung sowie freie und allgemeine Wahlen. Das Land wird wieder unter britische Verwaltung gestellt.

An den ersten Wahlen im Jahr 1980 nehmen über 93 Prozent der Wahlberechtigten teil. Aufgrund des nie überwundenen Misstrauens treten ZANU und ZAPU wieder getrennt an. Die ZANU gewinnt mit deutlicher Mehrheit und erhält 57 Sitze im 100-köpfigen Parlament (20 Sitze sind nach dem Lancaster-House-Abkommen für Weiße reserviert). Premierminister wird Robert Mugabe von der ZANU. Er beruft auch Joshua Nkomo von der ZAPU sowie zwei Weiße in sein Kabinett. Am 18. April 1980 wird Simbabwe formal unabhängig.

Im April 1995 gewinnt die ZANU/PF in den Parlamentswahlen 118 der 120 Sitze und ein Jahr später wird Mugabe erneut zum Staatspräsidenten gewählt. Im Laufe der folgenden Jahre verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage des Landes zum Teil dramatisch. Die Enteignung von weißen Farmern führt zu einem Einbruch in der Lebensmittelproduktion, Preiserhöhungen führen zu gewaltsamen Protesten in Harare. 1999 bildet sich eine neue Partei, die Bewegung für Demokratischen Wandel - Movement for Democratic Change mit dem Gewerkschaftsführer Morgan Tsvangirai an der Spitze.

Begleitet von zumindest geduldeten Landbesetzungen wird 2000 ein Programm zur Landumverteilung verkündet und mit rechtlich fragwürdigen Mitteln und mit Gewalt durchgesetzt. Neun von zehn kommerziellen Farmen werden konfisziert. Viele dieser Farmen gehen in den Besitz führender Politiker oder einflussreicher einheimischer Geschäftsleute. Diese Politk zerstört praktisch die gesamte kommerzielle Landwirtschaft und führt zu drastischen Verlusten an Devisenerlösen. Die Landfrage hat in Simbabwe - aber auch in den Nachbarländern - eine hohe emotionale Komponente, die von Politikern leicht instrumentalisiert werden kann und in Simbabwe seit Ende der 1990er Jahre instrumentalisiert wurde. Bei den Parlamentswahlen im Juni verliert die MDC nur knapp gegen die ZANU. Im Wahlkampf war es zu massiven Einschüchterungen Oppositioneller und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien gekommen.

Im folgenden Jahr 2001 nimmt der Niedergang der Wirtschaft von Simbabwe weiter dramatische Formen an. Die Auslandsschulden belaufen sich auf 4,5 Mrd. US$, die Inflation steigt über 55%. IWF und Weltbank stellen wegen der fehlenden rechtsstaatlichen Verhältnisse ihre Zahlungen für Simbabwe ein. Augrund der Landbesetzungen fällt die Ernte um ca. 42% geringer aus als im Vorjahr. Obwohl eine Million Menschen an Hunger leiden, verbietet Mugabe im November den Hilfsorganisationen per Dekret, Nahrungsmittelhilfe zu Die Regierung erhöht die Repression.

Das Parlament billigt im Januar 2002 ein umstrittenes Pressegesetz, das alle Medien einer strikten Kontrolle unterwirft. Im Februar verhängt die EU Sanktionen gegen Simbabwe.
Bei den Präsidentschaftswahlen im März setzt sich Robert Mugabe gegen seinen Herausforderer Morgan Tsvangirai von der MDC knapp durch. Der Wahlkampf wird von gewaltsamen Auseinandersetzungen begleitet. Internationale Beobachter erklären die Wahlen als nicht korrekt durchgeführt. Die Opposition erkennt das offizielle Ergebnis nicht an. Morgan Tsvangirai wird mit zwei weiteren MDC-Mitgliedern im April wegen Hochverrats vor Gericht gestellt.

Zu Jahresbeginn 2003 erlebt Simbabwe Hungerrevolten. In Bulawayo und Chitungwiza kommt es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Während der Hochverratsprozess gegen Tsvangirai beginnt, beschließt die EU im Februar die Fortführung der Sanktionen. Auf einen erfolgreichen Generalstreik im März folgt eine Welle von Verhaftungen.

Der regionale und internationale Druck auf die Regierung wächst. Im Mai treffen sich die Staatschefs Südafrikas, Nigerias und Malawis in Harare mit Präsident Mugabe und Oppositionsführer Tsvangirai, um Wege zur Überwindung der andauernden Krise auszuloten. Im Juni wird Tsvangirai erneut verhaftet und des Hochverrats angeklagt.

Die MDC, die nach einem erfolgreichen Generalstreik im März bereits Nachwahlen in Harare gewonnen hatte, erringt im August einen deutlichen Sieg bei Kommunalwahlen in zwölf Städten. Mit Robert Mugabe, der zunächst der Hoffnungsträger Afrikas war, werden nun Korruption, Misswirtschaft und politische Gewalt verbunden.

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