Bericht zur Erdferkel / Aardvark Foschung im Tswalu Kalahari Game Reserve

Bericht zur Erdferkel / Aardvark Forschung
von Nora Weyer

Tswalu Kalahari Game ReserveTswalu Kalahari Lodge

Die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Erdferkel /Aardvarks

Viele Tierarten werden sich nicht an den rapide zunehmenden Klimawandel anpassen können. Arten mit einer durchschnittlich hohen Lebensspanne, zu denen auch die meisten Säugetiere gehören, vermehren sich einfach nicht schnell genug, um Anpassungseigenschaften an die folgende Generation zu vererben. Wenn diese Tiere überleben wollen, müssen sie sich entweder einen anderen Lebensraum suchen oder ihr Verhalten an die sich ändernden Gegebenheiten  der Umwelt anpassen. Für viele größere Säugetiere, die in einer von Menschen bestimmten oder fragmentierten Landschaft leben, ist es jedoch kaum möglich, sich einen neuen Lebensraum zu suchen. Ihnen bleibt nur übrig, ihre Physiologie und ihr Verhalten anzupassen. Darüber wissen wir aber noch recht wenig.

Erdferkel - Aardvark, Tswalu Kalahari Game Reserve

Eines der langlebigeren afrikanischen Säugetiere, das vom Klimawandel negativ betroffen ist. Ist das Erdferkel (aardvark). „Erdferkel leben bis zu 25 Jahre und vermehren sich nur sehr langsam,“ sagt Astrid Parys, die seit vielen Jahren für Erdferkel im Zoo von Frankfurt zuständig ist. Auch als Ameisenbär bekannt, ist das rätselhafte Erdferkel weit verbreitet im Afrika südlich der Sahara, bemerkenswerterweise jedoch kaum in heißen und trockenen Wüstengebieten beheimatet. Erdferkel sind Einzelgänger und leben in unterirdischen Höhlen, die sie nur nachts zur Nahrungssuche verlassen.

Erdferkel - Aardvark, Tswalu Kalahari Game Reserve

Da Erdferkel nur ein dünnes Haarkleid haben, sind sie offenbar sehr empfindlich gegenüber Schwankungen der Umgebungstemperatur. Die meiste Zeit des Jahres vermeiden Erdferkel die Hitze des Tages und verlassen ihre Höhle nur bei Dunkelheit, wenn die Temperaturen niedriger sind. Wenn jedoch die Nachttemperaturen im Winter stark fallen, ändert sich das Verhaltensmuster der Erdferkel und sie gehen bereits am späten Nachmittag auf Futtersuche. Erdferkel müssen nämlich viel Zeit mit der Futtersuche verbringen, denn das Nahrungsangebot ist in ihrem Lebensraum nur knapp und wenig energiereich.

Erdferkel - Aardvark, Tswalu Kalahari Game Reserve

Erdferkel in der Kalahari ernähren sich fast ausschließlich von Ameisen und Termiten, deren Anzahl abhängig von Temperatur und Regen stark schwankt. Im Sommer bauen Ameisen ihre Nester dicht unter der Erdoberfläche, so dass Erdferkel sie leicht erbeuten können und Ameisen somit ihre Hauptnahrung darstellen. Im Winter jedoch oder bei großer Trockenheit ziehen die Ameisen sich tiefer ins Erdreich zurück, so dass es schwieriger für Erdferkel wird, sie zu erbeuten. Meistens können Erdferkel dann Termiten erbeuten, die in den Wintermonaten aktiver sind. So starben 2012/13 viele Erdferkel in der Kalahari während des trockenen Sommers. Die Erdferkel versuchten auch, die Zeit, die sie mit der Futtersuche verbrachten, in den Tag hinein auszudehnen, was sie jedoch den höheren Tagestemperaturen aussetzte. Da die Kalahari immer heißer und trockener wird, werden diese harten Umwelt- und Lebensbedingungen zunehmend zum Normalzustand und vernichtende Auswirkungen auf Erdferkel haben.

Erdferkel - Aardvark, Tswalu Kalahari Game Reserve

„Um das Überleben des Erdferkels und anderer Arten zu ermöglichen, müssen wir besser verstehen, wie Tiere ihre Physiologie und ihr Verhalten ändern, um mit Klimaschwankungen und einem wechselhaften Nahrungs- und Wasserangebot zurecht zu kommen,“ sagt Professorin Andrea Fuller von der Brain Function Research Group. Sie und ihre Mitarbeiterin Nora Weyer untersuchten die temperaturregelnden Fähigkeiten und die Aktivitäten zur Nahrungssuche von freilebenden Erdferkeln. Dafür wurden Tiere mit Sensoren versehen, die die Körpertemperatur und die Bewegungsaktivität aufzeichneten. Aus diesen Daten hofft man erkennen zu können, wie Erdferkel ihre Physiologie und ihr Verhalten ändern, um sich jahrszeitlichen Schwankungen des Klimas und des Nahrungsangebots anzupassen.

Erdferkel - Aardvark, Tswalu Kalahari Game Reserve

Diese Forschung von Nora Weyer findet im Tswalu Kalahari Reserve am Rande der Kalahari statt.

Hier bemüht man sich auch, die Kalahari in ihren ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen und den empfindlichen Lebensraum zu bewahren. Man unterstützt die Forschung im Schutzgebiet und stellt über die Tswalu Foundation auch finanzielle Mittel zur Verfügung, die außer für das Erdferkel ebenfalls für einigartige und gefährdete Tierarten wie Sekretärvogel,  Wildhund, Braune Hyäne und Pangolin verwendet werden.
(Aus dem Englischen übersetzt von Dieter Nennstiel)

Tswalu Kalahari Lodge

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