Epupa Falls Kunene Namibia

Epupa Falls  am Kunene

Der Kunene kommt aus Angola und fließt westlich von Ruacana in Namibia hinein. Ab hier bildet er die Grenze zwischen Namibia und Angola. Der Fluss schneidet streckenweise ein tiefes Tal in die karge Landschaft des Kaokoveldes und beendet seine Reise an der Skelettküste.

Epupa Falls Waserfälle Kunene Namibia
Der Kunene ist einer der nur fünf ständig Wasser führenden Flüsse in Namibia. Die Landschaft, die er durchfließt, ist ein Wasser loses Land - abgesehen von den spärlichen Regenfällen - so dass der Kunene die wichtigste Lebensader für Mensch und Natur darstellt.
Die Flussufer weisen ein recht üppiges, wenn auch nur schmales Band an Vegetation auf mit Büschen, Schilfrohr und hoch aufragenden Makalali Palmen, so dass Lebensraum für Vögel, Insekten und Tiere entsteht.
Epupa Falls, Baobab-Bäume
In seinem westlichen Verlauf, 145 km westlich der Ruacana Wasserfälle, bildet der Kunene die beeindruckenden Epupa Wasserfälle. Das Wort "epupa" entstammt der Herero Sprache und bedeutet ganz banal "fallendes Wasser". Aber so banal der Name sein mag, so einzigartig sind die Fälle.

Epupa Falls Waserfälle Kunene Namibia
Die Fälle befinden sich im Hauptkanal des Flusses und sind recht schmal, wenn man sie mit anderen Wasserfällen vergleicht. Dennoch ist der Anblick des Wassers, das sich in eine etwa 40 m tiefe und enge Schlucht hinab stürzt, ein spektakulärer Anblick. Wenn der Kunene viel Wasser führt, ergießt es sich auch seitlich des Hauptfalls in die Tiefe.

Landkarte
Kaokoveld Damaraland Landkarte Namibia

Ein wunderbarer Blick über die Fälle und die umgebende Landschaft bietet sich von einem der Hügel. Als wir von AST die Fälle besuchten, feierte eine große Gruppe von Himbas den Sonntag mit fröhlichen Tänzen und Gesängen direkt neben der Schlucht. Einige der jüngeren Männer nutzten die Wasserlöcher an der Seite der Fälle als Jacuzzi für ein Bad. Übrigens kann man nur hier sicher schwimmen, denn der Kunene ist ansonsten Lebensraum von zahlreichen Krokodilen.
Beiderseitig der Wasserfälle stehen zahlreiche Makalali Palmen, Feigenbäume und Baobabs, die einen sehr guten Lebensraum für zahlreiche Vogelarten darstellen.

Auch hier an den Epupa Wasserfällen leben Himba in einem traditionellen kleinen Dorf.

Kontrovers diskutiert wurde der Plan der namibischen Regierung, an den Epupa Fällen einen Staudamm und ein 200 Megawatt Wasserkraftwerk zu bauen. Kritisch eingestellten Wissenschaftlern und den Himba zufolge würden nicht nur Gräber von Himba Vorfahren überflutet und das ganze empfindliche Ökosystem entlang des Kunene bis zum Atlantik schwersten geschädigt; dem Damm selbst würde außerdem nur eine kurze Funktionszeit beschieden sein. Hydrologische Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass der Zufluss an Wasser abnimmt. Und schließlich seien, so die Gegner des Projekts, die sozialen Folgekosten für die Himba überhaupt nicht bedacht worden. Der Stausee würde etwa doppelt so viel Wasser verdampfen lassen wie das ganze Land im Jahr verbraucht. Genau so wenig seien bisher die klimatischen Auswirkungen untersucht worden.

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